Mirror Girl
Prolog
Ist ein bisschen kurz aber ist ja nur der Prolog. Das nächste Kapi wird länger.
Eure ghost_dragon
Das Mädchen saß mit angezogenen Beinen auf einem Felsen am See. Es war eine eiskalte mondhelle Winternacht und der Himmel war sternenklar. Trotz der Kälte trug das Mädchen nur einen schwarzen Kimono. Mit Tränen in den Augen starrte sie auf das schwarze Wasser des Sees. Langsam beugte sie sich vor um ihr Spiegelbild zu betrachten. Doch es erschien kein Spiegelbild. Nur die Sterne funkelten im Wasser. Wie sollte auch ein Spiegelbild erscheinen? Nur sterbliche Wesen hatten Spiegelbilder. Und sie war kein sterbliches Wesen. Seit über tausend Jahren weilte sie schon auf diesem Planeten. Einsam. Alleine. Sie hatte mit
ansehen müssen, wie alle die sie liebte langsam starben, während sie von den Jahrhunderten unberührt blieb. Eine einsame Träne rann ihr über die Wangen und tropfte ins Wasser. Wellenringe breiteten sich aus. Sie schaute zu den Sternen hoch. In Augenblicken wie diesen wurde sie sich ihrer eigenen Unendlichkeit bewusst, während das Leben eines gewöhnlichen Sterblichen so vergänglich war. Doch sie würde liebend gerne mit jedem tauschen, solange sie nur sterben konnte. Das Mädchen warf einen Blick aufs Wasser. Komm, schien der See zu sagen, tauch ein in das schwarze Wasser und vergiss dein bisheriges Leben. Zögernd stand sie auf. Dann streifte sie sich den Kimono von den Schultern. Darunter war sie völlig nackt. Langsam schritt sie in das eiskalte Wasser, bis es ihre Fußknöchel sanft umspielte. Immer darauf bedacht nicht zu fallen, watete sie weiter. Als ihr das Wasser bis zu den Schultern stand, waren ihre Lippen und ihre Haut blau. Sie zitterte jetzt unkontrolliert. Doch dann ging sie weiter, bis die Wellen über dem Kopf des Mädchens zusammenschlug. Ringe breiteten sich an der Stelle aus, an der sie versunken war, doch sie tauchte nicht wieder auf. Nach einer Weile beruhigte sich das Wasser wieder. Nur ein schwarzer Kimono am Ufer zeugte noch davon, dass hier vor kurzer zeit ein lebendes Wesen gewesen war.
So, das war´s erst mal. Bis zum nächsten Kapi.