Die Zeit wird es zeigen

verschlossen! “ Kagome grübelt. Solle sie es wagen und ihr es erzählen? Nein! Zwar glaub sie, dass sie ihr glauben würde, doch für sie war ihre große Schwester die Beste. Und wenn sie erfährt was Kagome weiß, dann wird sie traurig sein. So legt sich Kagome hin und dreht sich von Kaede weg. Kaede schaut enttäuscht. Sie hat eigentlich gehofft, dass sie reden würde. Sie wollte gerade aus der Hütte gehen als sie Kagomes flüsternde Stimme vernahm: „ Es tut mir leid, Kaede. Doch ich kann nicht. “ Kaede dreht sich zu ihr um und überlegt einige Zeit lang. Dann erhebt auch sie ihre Stimme: „ Ich verstehe dich, Kind, und ich möchte dir auch nicht zu nahe treten, denn deine Privartsfähre geht mich nichts an. Lass dir Zeit.“ Mit diesen Worten verschwindet die alte Miko und lässt Kagome mit ihren Gedanken allein.
Vor der Hütte reden Inu Yasha und die Anderen mit Kaede.
„ Aber Kaede, du musst doch irgendetwas erfahren haben! “, fängt Inu Yasha sich auf zu regen. Diese seufzt. „ Beruhige dich, Inu Yasha! Sie brauch einfach nur Zeit um über das nach zu denken was ihr widerfahren ist. Bedränge sie nicht! “ Inu Yasha dreht nur den Kopf zu Seite und springt auf den nächst besten Baum, den er finden kann, um sich dort beleidigt zu verkrümeln. Sango schaut ihm einige Zeit nach, bis auch sie Kaede anspricht: „ Und du weißt auch wirklich nichts? Ich meine Kagome hat uns doch immer erzählt, wenn sie etwas bedrückt hat! Warum jetzt plötzlich nicht mehr?“
„Das ist doch seltsam! “, sagt nun auch Miroku und Shippo, der auf seiner Schulter sitz nickt ihm zu Antwort. „ Ja, das ist es! “
Inu Yasha, der noch immer auf seinem Baum sitzt macht sich große Sorgen um Kagome. Noch nie hat er sie mit solch stumpfen Augen gesehen! Mit so einer inneren Leere. Dazu war sie immer viel zu fröhlich und optimistisch! Was ist ihr nur widerfahren? Auf jeden Fall etwas schreckliches! Anders kann er es sich nicht erklären. Aber eins steht fest: Er wird denjenigen umbringen der das Kagome angetan hat! Niemand könnte sie bis jetzt so verändern! Er versteht nur nicht warum sie nicht darüber sprechen will. Nicht mal mit Kaede oder Sango, nein auch nicht mit ihm will sie reden. Merkwürdig! Er wird ihr die Zeit lassen, die sie brauch und wird hoffen, das sie dann mit ihm spricht.
In der Hütte liegt eine halb wache Kagome und denkt über dem letzten ereignisreichen Tag nach. Warum muss ihr eigentlich immer so ein Mist passieren? Besteht ihr Leben denn nur aus Pechstränen? Ihre Liebe wird nicht erwidert, sie kann immer zu schauen wie Inu Yasha seiner ersten Liebe Kikyo nach rennt und sie kommt mit der Schule nicht mit. Das Leben ist für sie nichts mehr werd, wenn sie so darüber nachdenkt. Doch was soll sie tun? Sich das Leben nehmen? Nein, das geht doch nicht! Sie kann doch ihre Familie und ihre Freund nicht einfach verlassen! Was würden sie wohl tun? Plötzlich hört sie etwas hinter sich rascheln. Sie braucht sich nicht um zu drehen um zu wissen, dass es Inu Yasha ist, der sich gegenüber von ihr in den Schneidersitz gesetzt hat. Bereit mit ihm zu reden ist sie noch nicht, deswegen bleibt sie einfach ruhig liegen und zieht sich die Decke etwas höher, bis sie ihr zum Kien reicht. Sie schließt die Augen und versucht ein zu schlafen, was ihr kläglich misslingt. Dauernd rasen Bilder vor ihren Augen vorbei, die sie nicht sehen will. Sie hört Midorikos Stimme in ihrem Kopf schallen: „Nur du kannst diese Welt noch retten! “ Kagome fängt an zu zittern. Sie will das nicht mehr hören. Doch schließlich fällt sie in einen unruhigen Schlaf.
Inu Yasha mustert Kagome die ganz Zeit. Ihm ist schon aufgefallen, dass sie den Atem angehalten hat als er die Hütte betreten hat. Sie ist also noch wach. Er hat zuvor mit Kaede abgemacht, dass er die gesamte Nacht auf das Mädchen aus der Neuzeit aufpassen wird. Die anderen haben sich in eine andere Hütte schlafen gelegt. Nun lehnt er an der Wand in seiner typischen Sitzform und beobachtet sie. Schon seltsam wie sie sich verhält. Er runzelt die Stirn. Was ist nur los mit ihr? Aus seinen Gedanken gerissen merkt er plötzlich, dass sie anfängt zu zittern. Doch genauso schnell wie es angefangen hat, hat es wieder aufgehört und er vernimmt ihre gleichmäßigen Atemzüge. Sie ist eingeschlafen. Das gibt’s nicht! Erst fängt sie an zu zittern und dann schläft die einfach ein. Sehr seltsam! Was ist nur los mit ihr? Laut seufzt er. Doch plötzlich zieht er die Augenbraunen zusammen und lehnt sich etwas weiter vor um besser riechen zu können Er zuckt mit der Nase. Ist das……? Er schnüffelt in der Luft, um sich zu vergewissern. Tatsächlich! Er riecht es ganz deutlich. Das ist der Geruch!
Der Geruch von Salzwasser. Doch warum sollte sie das tun? Warum sollte Kagome jetzt weinen? Träumt sie etwa nicht gut? Ja, dass muss es sein. Er steht auf und geht zu Kagome, wo er sich dann hinkniet und sich leicht etwas nach vorne beugt. Sachte streicht er ihr eine Haarsträne aus dem Gesicht um dieses erblicken zu können, da sie ja auf der Seite liegt. Eine einzelne Träne bahnt sich ihren Weg über ihre Wange bis zum Kinn. Sie glitzert ihm entgegen. Inu Yasha grübelt was er jetzt tun sollte. Er entschließt sich dazu, erst einmal ab zu warten und sie weiter zu beobachten. So setzt er sich an ihr Fußende und schließt die Augen.
Kagome hat wahrlich keinen besonders angenehmen Traum. Sie rennt wie schon damals durchs Schwarze, angetrieben von Angst. Wieder sieht sie diese Bilder von Schlachten und Toden. Und wieder sieht sie ihre Freunde mit Wunden am ganzen Körper. Auch war diese unbekannte Frau wieder da. Dreckig fängt sie an zu lachen. Kagome hält sich die Ohren zu und kneift die Augen zusammen. Nein, sie will das nicht hören. Das Lachen wird leiser bis es aufhört und als sie die Augen öffnet erblickt sie das Juwel der vier Seelen. Es leuchtet in einem hellen und reinen Licht. Doch dann erscheint Naraku vor ihren Augen mit einem bösem Grinsen auf den Lippen und das Juwel färbt sich pechschwarz und strahlt unreine Energie aus. Plötzlich verschwindet es und stattdessen schallt nun Midorikos Stimme in ihrem Kopf: „Du bist die einzige die diese Welt noch retten kann! “ Kagome hält sich die Hände an den Kopf. Es soll aufhören! Aufhören! Sie will nicht mehr! Sie kann nicht mehr!
„ Nein, lasst mich in Ruhe! “, schreit sie ins unendliche Nichts. Die Juwelen Splitter leuchten in ihre Rocktasche auf.
„ Kagome, Kagome, wach auf! Es ist nur ein Traum! “ Sie reist geschockt die Augen auf und erblickt Inu Yashas Gesicht. Dieser hat sie an den Oberarmen gepackt und leicht hochgezogen.
Seine Mimik zeigt Sorge. Kagome schaut sich um. Ihr Atem geht schnell und unregelmäßig. „Es war wirklich nur ein Traum“, denkt sie und beruhigt sich langsam wieder.
Sie lässt Inu Yashas Gewandt wieder los, in das sie sich gekrallt hat als sie unter Schock aufgewacht ist. „ Alles ok? “, fragt er und kann Kagome kurz in die Augen sehen, bevor sie den Blickkontakt unterbricht. „ Ja! “, bringt sie nur leise von ihren Lippen. Sie schämt sich. Dauernd muss er sich erkundigen wie es ihr geht, nur weil sie zu schwach ist um auf sich selber aufzupassen oder weil ihr blöde Träume Angst machen. Sie ist schon wirklich erbärmlich! Wie solle sie denn die Welt retten, wenn sie sich noch nicht einmal selber retten kann? Manchmal wünscht sie sich sie sei wieder ein normales Schulmädchen aus der Neuzeit in Tokio. Wieso musste es so kommen? Nicht, dass sie nicht wollte, dass sie Sango und die anderen kennen lernte. Nein, darüber ist sie sehr glücklich. Doch manche Sachen sind einfach nicht so leicht in ihrem Leben. Und das meiste davon hängt mit dem mittelalterlichen Japan zusammen. Sie sänkt den Kopf. Inu Yasha lässt langsam ihre Arme wieder los, bleibt aber vor ihr hocken. Wieso schaut sie ihn nicht an? Ihr Körper fängt leicht an zu beben und man sieht wie sich eine Träne über ihre Wange schleicht. Als Kagome merkt das sie anfängt zu weinen wischt sie sich schnell mit der Hand die warme Flüssigkeit aus dem Gesicht. Sie zieht die Nase hoch. Sie will keine Schwäche mehr vor Inu Yasha zeigen. Sie will ihm beweisen, dass sie auch mal stark sein kann. Doch immer neue Tränen treten aus ihren Augen hervor. Wieder wischt sie sich hektisch die Tränen weg, in der Hoffnung Inu Yasha hat sie noch nicht bemerkt. Allerdings hat sie Inu Yashas gute Nase vergessen, die ihm schon längst verraten hat, dass es ihr nicht gut geht.
„ Hey, Kagome, hör bitte auf zu weinen! “ Er kann keine Mädchen oder Frauen weinen sehen das hat er schon zu oft gesehen. Bei seiner Mutter. Unschlüssig hebt er die Arme. Was soll er denn jetzt machen? Wenn er doch nur wüsste was sie geträumt hat. Er will sie doch nicht weinen sehen. Nicht dieses sonst so fröhliche Mädchen. Er packt sie an der Schulter und zieht sie vorsichtig zu sich hin. Behutsam nimmt er sie in die Arme. Kagome hält den Atem an und weitet die Augen. Das hat er noch nie gemacht, nur weil sie geweint hat.
Sonst hat er sie immer nur angeschrieen und hat gesagt sie solle das flennen aufhören. Doch jetzt. Er hat sich so verändert! Schutz suchend drückt sie ihr Gesicht noch etwas dichter in seinen Umhang. Die Hände fest in diesen gekrallt fängt sie an leise zu weinen. Ab und zu bebet ihr Körper und man hört sie schniefen. Inu Yasha drückt sie mit seinen starken Armen fester an sich und streicht ihr mit einer Hand beruhigend über den Rücken. Mit der anderen hält er ihren Kopf an sich gedrückt. „ Bitte, Kagome, erzähle mir von deinem Traum! “ Er presst sie noch etwas dichter an sich. Stille. Kagome kann es ihm nicht sagen! Wenn sie ihm den Traum erzählen würde, müsste sie ihm hinterher von allem erzählen. Von der Ruine, von Midoriko und von dem was sie ihr gesagt hat. Und das kann sie nicht! Sie schweigt.
„ Kagome, ich mach mir Sorgen um dich! Du warst immer das glücklich