Die Zeit wird es zeigen
Lächelt auf ihren Lippen, als sie diese Worte ausspricht. Sie wirkt unglaublich schön in dem Mondlicht, das durch das Loch an der Decke hereinfällt. Die freundliche Mine macht alles perfekt!
Kagomes Kopf senkt sich leicht. Sie wird ihr helfen, das stand fest, doch wie? Ihre Freunde hat sie nun verloren! Sie hat sie enttäuscht!
Sie hat Inu Yashas Bitte missachtet! Sie kann nicht zurück!
Eine Träne sucht sich ihren Weg über ihre Wange und trofft hinab ins Wasser des Teiches. Ringe breiten sich dort aus, wo die Träne eins mit der Flüssigkeit wurde. Midorikos Bild schwankte nun in sachten Wellenformen. Ihr Lächeln verschwindet. Sie spürt die Gefühle und Emotionen des Mädchens vor ihr. Sie weiß wie sie sich fühlt. Und auch weiß sie wie der junge Hanyou für sie empfindet.
„ Vertraue mir, Kagome! Du haste es schon einmal getan, an den Felsen, da hast du mir vertraut! Nun glaube mir, wenn ich dir sage, dass er dir verzeihen wird! Sie alle werden das, wenn du ihnen die Wahrheit sagst! “ Kagome schaut auf und wischt sich die Träne weg. Sie nickt dankbar und weiß, dass die Kriegerin Recht hat. Langsam steht sie auf und schaut dann wieder in den Teich. Sie bemerkt, dass das Bild plötzlich anfängt schwächer zu leuchten. Die Umrisse der Frau werden unscharf und erschlaffen. Es ist wohl Zeit das sie geht.
„ Nun Kagome, ich habe dir deine Aufgabe genannt! Ich muss die Verbindung jetzt abbrechen! Mir fehlt die Kraft um weiter zu sprechen! “ Hektisch unterbricht Kagome sie.
„ Aber wo ist Narakus Herz? “
„ Das musst du selbst herausfinden! Ich weiß, dass er sich im Süden aufhält. Sein Herz konnte ich nicht spüren! Geh jetzt und hab keine Angst! Deine Freunde bleiben bei dir und stehen zu dir, sei dankbar dafür! Wir werden uns noch einmal sehen! “
Sie verneigt sich leicht vor ihr, ehe das Bild aufleuchtet und ganz verschwindet. Kagome schaut noch Gedankenverloren in den Teich, das nun wieder normales Wasser in sich trägt. Kein Bild, kein Leuchten. Nichts, außer dem Glänzen des Mondlichtes.
Schwer seufzend macht sie sich nun, mit hängendem Kopf, an den Rückweg. Nun kommt das, was sie vermeiden wollte.
Sie muss die Wahrheit sagen!
Ihre Hände ballen sich zu angespannten Fäusten.
All ihre Muskeln verkrampfen sich, bei dem Gedanken an ihre Freunde, wie sauer und enttäuscht sie, von ihr, sein werden. Doch jetzt muss sie da durch! Insgeheim hofft sie, dass die Information von Midoriko ihr helfen wird den Streit besser zu überstehen. Vielleicht beruhigt sie das ein bisschen…
Wie in Trance bewegt sie sich aus der Ruine. Sie braucht sich gar nicht um zu drehen, denn sie weiß, dass sie dort nur die Lichtung erblicken wird. Die Ruine wird verschwunden sein! Doch sie ist auch ganz wo anders mit ihren Gedanken! Wie soll sie ihren Freunden denn nur beibringen, dass sie ihnen nicht alles gesagt hat? Wie soll sie ihnen beibringen, dass sie die Wiedergeburt Midorikos ist? Und vor allem: Wie soll sie Inu Yasha sagen, dass Kikyo damals nur, als eine Art Hilfe, zur Wiedergeburt Midorikos beigetragen hat?
Ihre Augen fangen an vor Verzweiflung zu glänzen. Wie soll sie das denn nur hinbekommen?
Wieder ist ein tiefes Seufzen von ihr zu hören und sie hebt den Kopf um sich zu orientieren, wo sie denn jetzt überhaupt lang muss.
Es ist mitten in der Nacht und sie kann nicht besonders gut sehen. Sie weiß nur noch wage aus welcher Richtung sie gekommen ist. Langsam bewegt sie sich auf den Wald zu, als ihr ein Gedanke in den Kopf schießt. Nachts, im Dunkeln ist es sehr gefährlich! Dämonen oder andere Kreaturen können sie doch angreifen! Und dazu kommt noch, dass sie weder ihre Freunde noch Pfeil und Bogen hier hat. Unsicher bleibt Kagome stehen.
Was soll sie denn jetzt machen?
Gut Zwanzig Meter vor dem Waldanfang wartet sie nun auf eine Lösung für ihr Problem. Gedankenverloren blickt sie in die Finsternis des Waldes und überlegt. Leise und stumm fängt es an zu regnen. Ein erst leichter Nieselregen, der aber nach kurzer Zeit zu einem heftigen Sturmregen wird. Ein einziger Blitz, mit darauf folgendem Donner, erhellt kurz den Nachthimmel. Kagome zuckt stark zusammen, doch etwas zieht ihre Aufmerksamkeit aus sich. Eine Gestallt. Zu mindestens die Umrisse davon, die in diesem einen Moment zu sehen waren. Groß gebaut steht da jemand am Waldrand und scheint sie wohl zu beobachten.
Kagome wird mulmig. Was tut sie denn jetzt bloß?
Wer ist das?
Vorsichtig geht sie ein paar Schritte zurück, behält aber die Person im Auge. Vielleicht kann sie sich ja in der Mitte der Lichtung besser verteidigen, wie das auch immer gehen soll, denn sie hat ja keine Waffe bei sich. Das Unbekannte scheint ihr Vorhaben erkannt zu haben, denn nun nähert es sich ihr langsam. Als es auf dem Dunkeln der Wälder tritt beleuchtet ein Blitz wieder den Himmel. Die Umrisse werden klarer. Die Person bleibt nun nochmals stehen und scheint darauf zu warten, dass sie ihn erkennt. Weiß/silberne nasse Haare schimmern auf und ein roter Anzug ist zu erkennen. Kagome reißt die Augen weit auf. Inu Yasha.
Das ist Inu Yasha. Voller Entsetzten aber auch Erleichterung atmet sie, die angehaltene Luft, aus und beruhigt sich leicht.
Doch was erzählt sie ihm nun?
Unschlüssig was sie nun machen soll bleibt sie einfach stehen und schaut ihn an. Das sie sein Gesicht und somit seine Mimik nicht sehen kann lässt sie noch ein bisschen nervöser werden.
Der muss doch jetzt sonst was von ihr denken!
Nun kommt Inu Yasha weiter auf sie zu und seine Schritte werden von mal zu mal schneller. Mit einem letzten großen Sprung steht er nun vor ihr und schaut sie aus seinen gelb/goldenen Augen eindringlich an. Er sagt nichts, tut nichts. Außer sie einfach an zu schauen. Einen Meter trennen sie. Nur einen. Und doch kommt es Kagome so unendlich weit vor. Als ob er ganz weit weg ist.
Und doch steht er vor ihr!
„ Inu Yasha! “, entfährt es ihren zarten Lippen. Mit glänzenden Augen blickt sie in die seine und erkennt seine Fassungslosigkeit. Und von einem auf den anderen Moment ist nur noch tiefer Schmerz in ihnen zu sehen. Kagome zieht erschrocken die Luft ein. So hat sie ich noch nicht gesehen. Noch nie! Sie senkt schuldbewusst ihren Kopf. Sie weiß, dass er sehr enttäuscht von ihr ist! Aber so? das glaubt sie einfach nicht! Wie konnte sie ihn nur so verletzten? Sie will das nicht, will es nur noch wieder gut machen wollen! Doch geht das?
„ Inu Yasha, bitte hör mir zu…! “
„ Du bist wieder weg gelaufen! “, unterbricht er sie mit leiser Stimme. Kagome blickt auf und sieht wieder diesen Blick der puren Trauer und Enttäuschung. Verzweifelt sucht sie nach Wörtern, die die Situation noch ändern können, doch ihr Kopf ist leer!
Total am Ende spricht sie einfach drauf los:
„ Du verstehst das falsch, Inu Yasha! Ich bin nicht weg gelaufen! Ich… “
„ Du bist nicht weg gelaufen? Und wieso bist du dann hier? “
Seine laute und wütende Stimme lässt Kagome zusammen zucken. Die Trauer in seinem Blick ist ganz verschwunden, stattdessen ist nur noch Wut zu sehen. Glaubt sie denn, dass er dumm ist?
Wie kann sie ihn nur so belügen? Er dachte doch, dass er ihr vertrauen kann. Wie er sich doch getäuscht hat!
Er versucht einen Blick in Kagomes Augen zu erhaschen, doch ihr Pony bedeckt die hälfte ihre Gesichtes. Verwundert bemerkt er, dass ihr Körper anfängt zu zittern und dass sich ihre Hände ineinander verkrampft haben. Plötzlich hebt sie schwungvoll ihren Kopf und schaut ihn aus ebenfalls zornigen Augen an.
„ Du verstehst doch gar nichts! Mich haben die Splitter des Juwels der Vier Seelen hier hin geführt! Mein Körper hat mir nicht mehr gehorcht! Ich konnte nichts dagegen tun! Meinst du ich habe mich nicht schlecht gefühlt, als ich wieder euer Vertrauen brechen musste? “ Sie rügt ihm, während sie spricht, gefährlich auf die Pelle. Irritiert weicht Inu Yasha zurück, als sich ihr Gesicht dem seinen nähert. Ihre Augen zeigen ihm, dass sie die Wahrheit spricht. Aus diesem Grund ist sie also hier. Haben die Splitter auch etwas damit zu tun was er gesehen hat?
**************************Rückblick**************************
Inu Yasha rennt so schnell er kann. Äste und Blätter schlagen ihm ins Gesicht, so dass er manchmal notgedrungen, kurz, die Augen schließen muss, doch das stört ihn kaum. Er will jetzt nur noch Gewiesenheit haben das Kagome sicher in ihre Zeit gekehrt ist. Wie ein Blitz zischt er von Baum zu Erdboden, durch den Wald Der seinen Namen trägt. Auf den Weg zu Knochen fressenden Brunnen. Ein Gefühl sagt ihm, das etwas nicht in Ordnung ist. Dieser Wind, vorhin in der Hütte. Er war eigenartig! Er konnte schwören, dass der Wind seinen Namen geflüstert hat. Zart, leise und hauchdünn wurde er gesprochen. Von derjenigen, die er jetzt so verzweifelt sucht.
Kagome.
Bei den Gedanken an ihr legt er noch mal einen Zahn zu. Er muss sie finden! Mit einem Kraftvollen Sprung gelangt er auf der Lichtung an, wo der Brunnen steht. Ohne sich Gedanken zu machen wollte er schon hinein springen, als ihm etwas ins Auge fällt. Neben dem Brunnen liegt Etwas, dass er nur zu gut kennt. Zwar ist es nun Nacht, aber dank seiner guten Augen kann er den großen gelben Rucksack von Kagome erkennen, der Im Gras liegt. Irritiert, was der hier macht und wo seine Besitzerin ist, hebt Inu Yasha ihn auf und bemerkt, dass er sehr leicht ist. Keine Vorräte oder Verbandssachen sind in ihm enthalten. Er ist einfach nur leer. Dann war Kagome also noch gar nicht in ihrer Zeit? Aber wieso? Und wo ist sie jetzt?
Er legt seinen Kopf zurück in seinen Nacken und hält seine Nase dem Wind entgegen. Zwar richt er nur schwach ihren Geruch, aber er ist vorhanden.
Unbedeuten lässt er den Rucksack fallen und rennt los. Noch während er dies tut bemerkt er, dass er schon mal hier her gelaufen ist. Vor 4 Tagen. Um sie zu finden.
Also ist sie wieder weg, ohne ihnen bescheid zu sagen. Aber