Die Zeit wird es zeigen
wieso?
Warum tut sie so was? Vertraut sie ihm und den Anderen nicht?
Er hofft nur, dass er sie nicht wieder so vorfindet wie beim letzten Mal. Bei dieser Vorstellung rast sein Herz, so wie er selbst. Mit eiligen Sprüngen fegt er durch die Natur, in Richtung Abgrund.
Als er nach einiger Zeit endlich an der Schlucht ankommt. Muss er sich erstmal überlegen wie er da runter kommt. Beim letzten Mal war es ja noch einfach! Da hat ihn Kiara hinab geflogen. Und schon auf der mächtigen Dämonenkatze hat er bemerkt wie unglaublich tief es ins nächste Tal ist. Und am Ende dieser Schlucht ist ein großer Fluss, der nicht angenehme Felsenspitzen zu sehen lässt. Schon bei diesem Anblick musste Inu Yasha damals schlucken. Für einen Moment hatte er die Befürchtung gehegt, das Kagome tot sei. Doch seine Sturheit wollte nicht einsehen, dass Kagome etwas derart schreckliches zugestoßen sein konnte. Und schließlich setzte sie sich auch durch.
Er fand sie ja noch und brachte sie mit seinen Freunden zurück zu Kaedes Hütte.
Damals hat er sie gefunden, doch wird er es ein zweites Mal auch schaffen? Oder, nur weil er nicht aus sie aufpassen konnte, hat er sie jetzt für immer verloren? Schnell verwirft er den Gedanken und wendet sich der Tatsache, dass er nicht weiß wie er runter kommt, zu. Er schaut an der Schlucht hinunter und erkennt einzelne Felsvorsprünge, auf die er locker hinunter springen kann.
Noch einmal vergewissert er sich das Kagome auch wirklich den Weg nach unten gewählt hat, und nicht irgendwie jetzt nach rechts am Rande der Schlucht herumlauft. Doch seine Nase täuscht sich nicht. Sie ist die Schlucht runter, das steht fest!!!
Nun springt er ebenfalls nach unten und landet ein paar Meter weiter auf einem Steinvorsprung, von da aus macht er weitere Sprunge auf die Nächsten. Es dauert, für ihn, viel zu lange, bis er den Erboden erblicken kann. Auch wenn es bereits dunkel ist sieht er das Wasser des Flusses leicht glitzern und seine Ohren vernehmen das Rauschen davon. Er darf trotz der Erkenntnis, dass er gleich unten ist, nicht voreilig werden! Das wurde er schon am Anfang seiner ersten Sprünge. Um schneller nach unten zu kommen wollte er einen Vorsprung auslassen und direkt auf den übernächsten landen. Schmerzlich musste er feststellen, dass ihn die Dunkelheit daran hinter, denn er hat den Vorsprung glatt verfehlt. Für einige Sekunden folg er nach unten, bis ihn ein Vorsprung auffing. Hart landete er auf dem trockenen Gestein und seine Glieder knackten bedrohlich. Nur kurze Zeit darauf stand er aber wie und machte sich weiter auf den Weg nach unten, diesmal aber vorsichtiger!
Leicht kommt er auf das von Tau bedeckte Grass auf und sieht sich um. Erleichtert stellt er fest, dass er, nicht wie beim letzten Mal, Blut richt. Kagome scheint wohl unverletzt! Das hofft er zu mindestens!
Zwei Rehe flüchten vor ihm, als er sich ihnen schnell nähert. Kagomes Geruch führt ihn in den Wald und egal was kommen mag er muss sie finden! Sein Atem rast Mitlehrweile unter den schnellen Bewegungen, mit denen er sich fort bewegt. Die Zeit will nicht vergehen, in denen er durch das viele Geäst sprintet und seine Laune steigt zunehmen ins Schlechte. `
Wo ist sie nur? Wie kann sie nur so lange gelaufen sein?
Inu Yasha lässt ein wütendes Knurren von sich ertönen und seine Augen zeigen den Zorn, der sich in ihn entwickelt. Er kann nicht mehr warten, darin war er noch nie gut. Er will wissen wie es ihr geht, wo sie ist, was sie macht! Und er will wissen Wieso ! Wieso hat sie ihm nicht alles erzählt? Ist er es nicht würdig genug um es zu wissen? Nur weil er ein Hanyou ist? Ein Halbdämon. Vertraut sie ihm nicht? Scheint so, denn sonst währ sie wohl nicht wieder weg gelaufen, weg gelaufen ohne ein Wort zu sagen!
Seine Zähne knirschen, als er sie fest zusammen beißt. Er will nicht mehr diese Ungewiesenheit tragen, die ihn quellt, nicht zu wissen Warum !
Seine Füße stemmen sich kräftig vom Boden ab und bringen ihn ins Freie. Als er die Baukrone durchstößt verfangen sich einige Blätter in seinen silberweißen Haaren, die aber vom Wind hinfort gerissen werden. Für einige Sekunden bleibt er wie magisch in der Luft hängen und kann sich einen großen Überblick verschaffen. Nichts als nur Wald! Man sieht nur die Blätterdächer von den gewaltigen Stämmen.
Wie sollte er Kagome hier finden? Das ist doch Hoffnungslos! Nur allein sein Geruchsinn kann ihm weiter helfen. Doch der Duft von ihr wird bald schon verfliegen. Dann hat er so zu sagen keine Chance mehr. Seine sensiblen Ohren zucken, als sie ein leises Donnern in der Ferne vernehmen. Inu Yasha sieht in den Himmel etwas weiter entfernt. Er kann keinen Unterschied zu den Wolken über ihn erkennen, da es immer noch so dunkel ist, dass ihm das zusammenkneifen von den Augen helfen muss, um etwas zu erkennen. Doch sein Gehör täuscht ihn nie! Ein Unwetter naht. Das hat ihm noch gerade gefehlt! Wenn es anfängt zu regnen, dann ist der Geruch von ihr ganz verschwunden. Er muss dann auf sein Glück vertrauen. Doch so wie er denkt wird ihn das im Stich lassen! Er muss sich beeilen. Hektisch sieht er sich um. Seine Hoffnung auf irgendeinen Hinweis von Kagomes verbleib, ist zwar haudünn aber da! Es muss doch irgendetwas geben, was ihm weiter hilft. Doch seine Sicht ist nicht sehr gut hier oben. Er sieht alles nur Grob und seine Augen schmerzen vom Wind, der ihm entgegen fegt.
Sein Herz schreit nach ihr, doch weiß er nicht wieso.
„ Kagome, wo bist du? “ Sein Rufen geht, unter dem Getöse des Windes, verloren. Die Verzweiflung in ihm wird größer. Er blickt nach unten. Er nähert sich den Baukrönen unter sich. Noch einmal schaut er sich um und sein Blick bleibt an einer Lichtung hängen, die sich nicht weit vor ihm erstreckt. Er könnte schwören gerade eben da etwas leuchten gesehen zu haben. Ein weiß/rosa Licht.
Ist da ein Splitter des Juwels? Vielleicht ist das Kagomes Splitter!
Wie eine Feder gleitet er durchs Geäst und landet auf dem Grassreichen Boden. Wie von der Tarantel gestochen rast er los, in Richtung Lichtung. Sein Atem ist geht schnell. Er muss sich von seinem Gedanken überzeugen! Vielleicht findet er Kagome dort.
Am Rande des Waldes werden seine Schritte langsamer uns enden schließlich. Er schaut sich um. Dank seiner guten Augen kann er sehr gut sehen. Die Lichtung erstreckt sich vor ihm unendlich weit, so kommt es ihm vor. Kein einziger Baum steht hier. Die Lichtung ist einfach leer. Keine Blume oder sonstigen, nur Grass. Und trotzdem ist sie für ihn ungewöhnlich schön und harmonisch.
Noch einmal letzt er seinen Blick über das frei Land huschen. Hat er sich getauscht, als er eben das Leuchten gesehen hat oder kam es von wo anders her? Zu mindestens sieht er hier nichts von dem weißrosa Licht.
Er hält seine Nase dem Wind entgegen und schnuppert. Eben hat er deutlich noch ihren Geruch in der Nase, doch jetzt ist er wie weg gezaubert. Er hört einfach auf. Verwundert runzelt er die Stirn.
„ Vielleicht solltest du wo anders weiter suchen! “, kommt ihm plötzlich der Gedanke. Ja das wäre vielleicht wirklich besser!
Langsam setzt er einen Fuß zurück und dreht sich um die eigene Achse. Doch er stoppt mitten drin. Etwas hält ihn fest, will ihn nicht gehen lassen. Etwas Magisches.
Er dreht seinen Kopf wieder leicht der Lichtung zu. Nichts hat sich verändert. Was soll das? Sein Körper will sich irgendwie nicht von der Stelle bewegen. Er dreht sich wieder voll der großen leeren Fläche zu und beschließt zu warten. Vielleicht passiert ja noch was.
Einige Zeit steht er so da und sein Blick bewacht die Lichtung. Mit den Gedanken ist er aber bei Kagome und der kleinen Hoffnung sie gesund und munter zu finden…
Nach langem Warten ist sie immer noch nicht aufgetaucht und so langsam löst sich seine Hoffnung in Luft auf. Das Donnergrollen kommt immer näher und wird bald über ihm sein. Seine Suche wo anders fort zu führen hat jetzt keinen Sinn mehr. Es wird bald regnen. Man sieht wie er seine süßen Hundeohren hängen lässt.
Wo hin ist nur Kagome verschwunden? Wie soll er und seine Freunde nur ohne sie die Splitter und somit Naraku finden können? Er beißt sich auf die Lippe, so dass er sein Blut schmecken kann. Er weiß, dass er sich etwas vor macht. Er vermisst sie, macht sich sorgen um sie.
Und vor allem zerfrisst ihn sein Gewissen von innen auf. Er macht sich so viele Vorwürfe, dass er nicht richtig auf sie aufpassen konnte, denn sie ist schon wieder weg. Für einen Moment schließt er verbissen die Augen und ballt seine Hände zu Fäusten. Sein Kopf senkt sich. Hat er sie denn so schlecht behandelt, dass er ihr ganz egal ist? Denkt sie, dass er so was schon verkraften kann oder es ihm egal ist was sie macht? Oh nein, da hat sie sich getauscht. Er schwört sich nur, dass er sie finden und zu rede stellen wird, koste es was es wolle. Entschlossen hebt er seinen Blick und will sich auf den Weg zu den Anderen machen. Vielleicht unterstützen sie ihn bei der Suche nach Kagome. Schließlich haben sie Kagome auch als Freundin gewonnen. Gerade will er seien Blick von der so faszinierenden Lichtung abwenden, als er ein älteres Mädchen im Mondlicht stehen sieht. Seine Augen werden etwas größer. Kagome.
Sie steht da, einfach so und scheint in seine Richtung zu schauen und doch wieder nicht. Das Licht des Mondes und seine sehr guten Augen helfen ihm die Umrisse und die Einzelheiten an ihr besser zu erkennen. Ihre Schuluniform ist, wie beim letzten Mal, schmutzig und an manchen stellen ist die Nat gerissen. Ihr Gesicht zeigt wie müde sie ist, denn tiefe Ringe haben sich unter ihren Augen gebildet. Auch ihre Haare sehen verwüstet aus. Sie stehen in allen Richtungen und vereinzelt haben sich Blätter und kleine Äste darin verfangen. Doch wo kommt sie her? Er konnte schwören vorher hat er sie noch nicht gesehen. Ist sie aus dem Nichts aufgetaucht?
Aber Hauptsache er hat sie gefunden. Jetzt kann er sie