Hopeless...

Eine hoffnungslose Liebe...

Gott schenk ihr Flügel...

Gott schenk ihr Flügel!
Und hol sie hier raus.
Und lass sie nicht verdursten,
gib ihr die Kraft, die sie braucht.
Gott schenk ihr Flügel!
Und hol sie hier raus.
Sie liegt schon am Boden,
gib ihr die Kraft, die sie braucht.
(Rapsoul)

~Tentens View~

Ich stehe hier vor der halbgefüllten Badewanne und sehe gleichgültig zu, wie das eiskalte Wasser in die Wanne fließt. Zum Fenster weht der warme Wind des Sommers herein und trägt ganz schwach den Duft nach Rosen mit sich. Als das Wasser über den Rand der Badewanne schwappt, drehe ich es ab. Dann streife ich mir mit einer vorsichtige Bewegung das hellrosa Satinnachthemd, das ich trage vom Leib. Zögernd lasse ich mich in das eisige Wasser gleiten. Meine braunen Haare, die mir offen und ungebändigt über die Schultern fallen, umgeben mich. Meine Haut ist unnatürlich blass und ich zittere am ganzen Körper. Doch es reguliert sich. Der warme Wind liebkost mein Gesicht und flüstert mir leise ins Ohr: „Er ist bei IHR“ Mit verletztem und doch gleichzeitig leerem Blick umschließen meine eiskalten Hände warmes Metall. Fest umklammere ich es. Warmes Blut fließt über meine Hände. Als ich die Hand wieder öffne, sind zwei tiefe Schnitte auf der Handfläche. Das Blut tropft in die Wanne und beginnt das vorher so klare Wasser rot zu färben. Rot, mit meinem Blut. Langsam, fast sanft lasse ich die Rasierklinge über mein rechtes Handgelenk gleiten. Ein warmer Blutstrom schießt hervor. Ich lasse den Arm ins Wasser zurückgleiten und wiederhole dasselbe bei meinem anderen Arm. Dann lasse ich mich erschöpft, aber auch erleichtert zurückgleiten. Es ist vorbei. Das weiß ich mit absoluter Gewissheit. Langsam beginnt alles vor meinen Augen zu verschwimmen. Den Tod vor Augen, sehe ich noch einmal dein Gesicht. Du beugst dich über mich und rufst immer wieder meinen Namen. „Tenten!“ Dann gleite ich in ein schwarzes Loch, das sich wie eine dicke Decke über mich legt und alle Gefühle erstickt.

~Nejis View~

Sie sieht so verletzlich und traurig aus, wie sie so daliegt. Ich sitze an Tentens Bett und beobachte, wie sie schläft. Mit vielen Schläuchen ist sie an Geräte neben ihrem Bett angeschlossen. Und ich kann mich immer nur eines fragen: Warum? Warum hat sie das getan? Ich erinnere mich noch genau an diesen erleichterten Blick, mit dem sie mich angesehen hat und an das viele Blut, dass aus ihrer Schlagader geströmt war. Und ich frage mich wieder, warum. Es ist so, als würde ich mich im Kreis bewegen. Ich weiß keine Antwort auf diese Frage. Eine einsame Träne rinnt über meine Wange. „Warum Tenten?“

~Erzählers View~

In diesem Moment ging die Tür zu dem Krankenzimmer auf und ein braunhaariges Mädchen betrat vorsichtig den Raum. „Wie geht es ihr?“, fragte sie leise. Neji starrte sie nur müde an und zuckte mit den Schultern. „Die Ärzte sagen, sie wissen nicht, ob sie durchkommt. Um das zu sagen, ist es noch zu früh.“ Sie sah den tiefen Schmerz in seinen Augen und umarmte ihn. „Ich weiß, wie wichtig sie dir ist. Für mich war sie auch wichtig. Neji, warum hat sie das nur getan?“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Er erwiderte die Umarmung. „Ich weiß es nicht, Yama.“ Schmerz und Trauer sprachen aus seiner Stimme. Yama konnte fühlen, wie er versuchte die Tränen zu unterdrücken. Sie selbst fühlte sich auch nicht besser. Tenten war für sie eine der wichtigsten Personen in ihrem Leben und sie wollte sie nicht verlieren. Doch auch sie stellte sich die quälende Frage, warum Tenten das getan hatte. Langes noch saßen Neji und Yama an Tentens Bett und dachten nach, ohne zu einer befriedigenden Antwort zu kommen, während die Geräte an ihrem Bett beständig und monoton piepsten. Nach drei Stunden musste Yama gehen, sie wurde von Tsundade erwartet. Sie küsste Neji zum Abschied auf die Wange und verließ leise den Raum. Neji starrte weiter düster vor sich hin.

~Nejis View~

Jetzt bin ich wieder allein. Yama ist gegangen und wird so schnell wahrscheinlich nicht wiederkommen. Dieses Gepiepse nervt, beruhigt mich aber auch irgendwie, denn so weiß ich wenigstens, dass sie noch lebt. Ich will dass sie wieder aufwacht, will wieder ihre strahlenden braunen Augen sehen und wieder sehen wie sie lächelt. Plötzlich durchzuckt ein Stich mein Herz. „Aber wann hat sie zum letzten Mal gelächelt?“, fragt mich eine bösartige Stimme im Hinterkopf. Habe ich es wirklich erst jetzt gemerkt? Tenten, wie lange hast du nicht mehr gelächelt? Seit wann schon hast du diesen selbstzerstörerischen Weg eingeschlagen? Langsam beginne ich zu zittern. Der Frühlingsmorgen vor zwei Monaten kommt mir in den Sinn.

~Flashback~

Neji war völlig fertig. Er hatte sich beim Training viel zu sehr vorausgabt. Schwer atmend setzte er sich unter den blühenden Kirschenbaum am Rand der Lichtung. Tenten ließ sich neben ihn ins Gras fallen. „Und? Fertig?“ Neji schenkte ihr nur einen kalten Blick. Tenten senkte den Kopf und zerrupfte eine Kirschblüte, die neben ihr im Gras lag. Plötzlich klang eine helle Stimme über die Lichtung. „Neji-kun! Tenten!“ Beide sahen auf. Ein rosahaariges Mädchen rannte über die Lichtung. Sie stoppte vor Tenten und Neji. „Hallo Yama“, begrüßte Tenten ihre Freundin. Yama setzte sich neben die beiden. Tentens Blick fiel auf Neji. Und sie erstarrte. Neji sah Yama verträumt an. Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen. So hatte er Tenten nie angesehen. Ein verletzter Ausdruck schlich sich auf ihr Gesicht. Yama strahlte Neji mit einem süßen Lächeln an. Tenten stand ruckartig auf. „Ich gehe“, sagte sie mit kalter Stimme. Beide nickten, ohne sie anzusehen. Mit hastigen Schritten rannte die Braunhaarige davon. Neji glaubte ein leises Schluchzen zu hören, doch er tat es als Einbildung ab.

~Flashback Ende~

Neji lächelte traurig. Längst wusste er, dass sie damals wirklich geweint hatte. Aber er konnte nicht wirklich verstehen warum. Vorsichtig nahm er Tentens kalte Hand und drückte sie sanft. Dann stand er auf und wandte sich zum Gehen. „Halt durch Tenten“, murmelte er leise in den Raum, bevor er die Tür hinter sich schloss.

Ist nicht so gut geworden. Ich versuch mir beim nächsten Mal mehr Mühe zu geben. Bitte, bitte lasst mir ein Kommi da. Egal ob Kritik oder Morddrohungen, hauptsache ein Kommi.

Euer bloody_sakrileg