Liebe mit Vergangenheit
kommt? Er darf sie nicht sehen, dann hätte sie nämlich tausend Fragen am Hals. Aber wie soll sie verhindern, dass er
in ihre Zeit kommt? Frau Higurashi blickt zu ihrer Tochter und bemerkt, dass sie wohl in Gedanken versunken ist. Sie bleibt ebenfalls stehen und spricht sie an: “ Hey Kagome, was ist denn los? “
Erschrocken zuckt sie zusammen.
„ Mir ist gerade eingefallen, dass Inu Yasha ja den Versuch starten könnte mich zu holen. Wie soll ich das denn verhindern? “ Verzweiflung Hört man aus ihrer Stimme heraus. Ihre Mutter überlegt kurz. Nachdenklich blickt sie in den Himmel, bis ihr eine Lösung in den Sinn kommt. „ Opa könnte doch den Brunnen versiegeln! “
Kagomes Gesichtszüge wechseln von Verzweifelt zu Misstrauisch.
„ Opa? Das hat er doch schon einmal versucht und Inu Yasha ist durch gekommen! “ „ Mag sein, aber hast du nicht etwas vergessen? “ Nun völlig verwirrt schaut Kagome ihre Mutter an, die sich ein Grinsen
nicht verkneifen kann. Da fällt es ihr wie ein Schlag auf den Kopf ein. Natürlich, sie hatten sich ja verändert!
Weil sie es nicht glauben kann, dass sie DAS vergessen hat, schlägt sie sich mit der flachen Hand auf die Stirn. „ Bin ich dumm! “
Ein leises Lachen ist von ihrer Mutter zu hören. Sota sieht die beiden nur komisch an. Er kapiert überhaupt nichts! Frau Higurashi ruft ihren Vater her und erklärt im die Situation.
Sie gehen gemeinsam zum Brunnen, nageln ihn erstmal zu und der alte Higurashi klebt einen Bannzettel auf den Deckel nachdem er einen Spruch gemurmelt hat. „ So, das müsste den Halbdämon fern halten! “ Stolz auf sich hat er ein fettes Grinsen im Gesicht.
“ Bist du dir ganz sicher? “, fragt Kagome nach, denn so sicher war sie sich nicht bei ihm.
„ Klar! Zweifelst du etwa an meinen Kräften? “
„ Nein, nein…das tue ich nicht! “ Trotzdem traut sie der Sache nicht so ganz. Er hat schließlich schon Mal den Brunnen versiegelt. Und erst
Lady Tausendfuß dann Inu Yasha sind hindurch gekommen. Aber sie vertraut ihrem Großvater einfach Mal und sagt nichts weiter dagegen. Etwas anderes können sie sowieso nicht tun. Nachdem dieses Problem nun beseitigt ist, machen Kagome und Sota sich auf ins Bett, während Frau Higurashi noch und mit dem alten Senior plaudert über das, was Morgen passieren soll. Sota schaut seine große Schwester von der
Seite an. Ein paar Fragen hat er da schon, doch irgendwie traut er sich nicht seine Schwester zu fragen. Schon als sie ihn begrüßt hat, fiel ihm auf, das sie nicht so glücklich war wie sonst. Er will nicht dass seine Fragerei ihr auf die nerven geht und ihre Laune noch tiefer sinkt.
„ Was willst du, Sota? “
Kagome ist seine ständige Hinkuckerei natürlich nicht entgangen. Sie fragt sich nur was er auf dem Herzen hat. Sonst labert er doch
auch einem die Ohren zu. Aber jetzt ist er so still! Wenn sie so
darüber nachdenkt. Er hat schon seit ihrer Ankunft sehr wenig
geredet. Das macht sie nun doch etwas stutzig. Was ist nur mit ihrem Lieblings Bruder los? Zögernd fängt Sota an zu sprechen: „ Ähm, also ich………ich wollte wissen warum du einer warst und dann irgendwann nicht mehr. “ Kurz überlegt sie was er meint.
Bestimmt DAS was sie früher war und jetzt will er wissen warum sie all die Jahre sich als Mensch ausgegeben hat. Na ja, ihre Vergangenheit war nicht so toll!
Viele schlimme Sachen sind passiert. Doch daran will sie jetzt nicht denken. Sie wird noch früh genug auf ihre Kindheit zurückgreifen müssen. „ Kagome? “ Total in Gedanken vertieft hat sie ihren Bruder vergessen.
„ Weist du Sota, ich könnte damals meine Kräfte noch nicht kontrollieren und so mussten Mama, Opa und ich diese Kraft bannen. Verstehst du? “ Sie schaut ihren Bruder an, der ein leichtes Nicken
von sich gibt. Mehr will er im Moment auch gar nicht fragen, denn er merkt, dass das seine Schwester nicht so gut findet über ihre Zeiten, in denen sie noch klein war, zu reden. Sie tut ihm sowieso schon leid,
da sie ihre ganzen Freunde im Mittelalter alleine lassen muss. Und er weist nicht ob das gut für sie ist.
Still schweigend begeben sie sich auf ihre Zimmer. Die Beiden sind nicht wirklich müde. Ob´s an der Aufregung oder an ihrer Veränderung liegt können sie nicht sagen. Kagome schaut sich in ihrem Zimmer um, das wie immer schön aufgeräumt ist. Nichts hat sich hier geändert. Außer sie!
Und sie hasst es! Wieso stehlt sich die ganze Welt gegen sie? Was hat sie nur getanen, das sie jetzt so bestraft wird? Hat sie denn nicht schon genug gelitten?
Seufzend geht sie zu ihrem Schrank und holt sich ihr Nachthemd heraus, das eng am Körper liegt und man die nackten Arme sehen
kann, da es Spagettiträger hat. Es geht bis zu den Knien und ist ganz
schwarz mit goldenen Mustern, die eingenäht sind. Langsam lässt sie ihre schmutzig gewordenen Kleider von ihrem Körper herunter gleiten und zieht sich das Nachthemd drüber. Nebenbei hört sie wie ihr Opa und ihre Mutter das Haus betreten. Aber da ist noch was, was sie hört. Ein leises Kratzen ist an ihrer Tür zu vernehmen. Ein bisschen wundert sie sich schon. Wer kommt denn zu ihr und kratzt an der Tür? Vorsichtig öffnet sie diese und erblickt ihren faulen, fetten Kater, Bujo.
Langsam kommt er in ihr Zimmer rein, springt auf ihr Bett und setzt sich hin. Auf ihrem Gesicht erscheint ein Grinsen. Er ist zwar nicht
sehr schlang oder aktiv, doch wenn man einfach jemanden brauch in seiner Nähe ist er immer da! Sie schließt ihre Tür wieder, geht zu Fenster und öffnet es. Bujo hat jede Ihrer Bewegungen mit verfolgt. Kagome weis genau, das dem Kater bewusst ist, dass sie nicht mehr die gleich ist. Na ja, dumm scheint er wenigstens nicht zu sein. Immerhin eine gute Sache. Mit dem Unterarm stützt sie sich aufs Fensterbrett ab. Ihr Blick ist zum Sternenhimmel gerichtet. Was wohl ihre Freunde gerade machen? Kagome hofft nur, dass sie ohne sie auch glücklich
sind. In der Dunkelheit kann sie mit ihren guten Augen den heiligen Baum erkennen. Die Äste biegen sich hin und her, da es ziemlich windig ist. Auch ihr weht der frische Wind ins Gesicht. Doch das macht ihr wenig. Ganz im Gegenteil sogar. Sie liebt den Wind. So wie alle Elemente. Nachdem ihr Zimmer etwas gelüftet ist schließt sie das Fenster wieder und macht sich auf den Weg ins Bad. Sie nimmt sich
die Zahnbürste und die Tube Zahnpasta dazu. Sorgfältig tut sie diese auf die Zahnbürste auftragen und steckt sie sich in den Mund.
Während sie sich die Beißerchen putzt hebt sie ihren Blick und schaut in den Spiegel. Sofort verschluckt sie sich an ihrer Zahnpasta. Sie
sieht so aus, als hat ihr kleiner Bruder sie geschminkt. Und das sieht schlimm aus! Das weis sie aus Erfahrung. Er hat sie nämlich schon
einmal geschminkt. Danach hat sie so auf ihn eingeprügelt, dass er
fast ins Krankenhaus musste. Ganze drei Tage ist sie nicht aus dem Haus gegangen, weil das scheiß Make-up Rückstande hinter lies. Böse Tage. Mit warmem Wasser wäscht sie sich das Gesicht. Dann kämt sie sich die Haare und betrachtet sich wieder im Spiegel. Schon besser sieht sie aus. Etwas erfrischt geht sie wieder auf ihr Zimmer. Dort
legt sie sich auf ihr großes Bett, wobei sie Bujo erst hoch heben muss, um sich nicht auf ihn zu legen. Nun liegt der faule Kater auf ihrem Bauch und schnurrt vor sich hin. Zwar ist sie immer noch nicht müde, aber es schwirren ihr zu viele Gedanken durch den Kopf, als das sie jetzt lernen könnte.
Der größte Gedanke ist natürlich der an ihre Freunde. Sie wird sie alle vermissen! Besonders Inu Yasha! Doch er ist stark und wird die Anderen beschützen.
Außerdem ist Sesshoumaru ja auch noch da. Da ihr Sesshoumaru
gerade einfällt. Hat er sie wirklich geküsst? Aber warum? Er, der
große, stolze Daiyoukai und noch dazu der Lord des Westens empfindet doch nichts für ein dummes, schwaches, erbärmliches Menschenweib! Das ist nicht seine Art! Doch warum hat er sie dann geküsst?
Seufzend versucht sie diesen Gedanken los zu werden, da sie sowieso keine Antwort bekommt. Sie rollt sich zur Seite, wobei ihre Katze vom Bett plumpst. Sie hofft nur das Inu Yasha auch wirklich nicht in ihre Zeit kann. Kagome will sich gar nicht vorstellen was währe, wenn er zu ihr kommt. Nein, nein lieber nicht daran denken. Sie kuschelt sich
unter ihre Decke und versucht zu schlafen. Doch wie soll das gehen, wenn man nicht müde ist? Wieder seufzt sie. Das Leben ist doch beschießen! Am liebsten wurde sie jetzt bei ihren Freunden sitzen und über Gott und die Welt reden. Na toll, jetzt fängt sie schon wieder an, an ihre Freunde zu denken. Ein Klopfen lässt sie aus ihren Gedanken fahren. Einen kleinen Spalt öffnet sich ihre Tür und Sota ist zu sehen.
„ Ähm ich wollte dich nicht stören Schwesterherz, doch, ähm, also…“ Ein Hupen von einem Auto lässt ihn zusammen schräken. Genauso wie
sie kann er auch 10-mal lauter hören wie normal. Aber im Gegensatz zu ihm kommt er wohl nicht damit klar. „ Komm her! “, fordert Kagome ihn auf. Er gehorcht. Er schließt die Tür hinter sich und geht zum Bett seiner Schwester. Sie hebt die Decke an und klopft mit der Hand
neben sich. Er springt direkt zu ihr und kuschelt sich an sie. Kagome lächelt darüber. Er kann eine richtige Nervensäge sein, doch manchmal auch richtig süß. Sie nimmt ihn zeitlich in den Arm und streichelt ihm beruhigend über seinen Rücken.
„ Ich habe Angst! “, gesteht er ihr mit zitternder Stimme. „ Das ist alles so neu für mich! Die Geräusche sind so laut, es stinkt und wenn es dunkel ist kann ich zwar alles sehen, aber so komisch. Ich weis nicht wie ich damit umgehen soll. “ Kagome spürt deutlich seine Angst. Als sie klein war fühlte sie sich genauso wie er.
Doch er wird sich daran gewöhnen. Eigentlich muss er sich daran gewöhnen, denn seine Fähigkeiten kann er nicht von sich nehmen.
„ Du musst dich damit abfinden müssen!