Liebe mit Vergangenheit
Doch dir wird nichts passieren! Ich werde auf dich aufpassen! Das verspreche ich dir! “ Dabei hat sie eine ernste Gesichtsmimik aufgesetzt. Sie wird ihren kleinen Bruder auf keinen Fall im Stich lassen. Das schwört sie sich!
„ Schlaf jetzt! Ich habe das Gefühl, das wir Morgen noch so einiges vor uns haben. “ Sota nickt nur schwach und nach einigen Minuten ist er im Land der Träume. Kagome schmunzelt leicht, als sie ihren Bruder leise schnarchen hört. Sie werden eine harte Zeit vor sich haben, doch zusammen schaffen sie das schon! Ganz sicher! Langsam gleitet auch sie in einen leichten Schlaf über. Bilder von ihren Freunden schwirren
in ihrem Traum herum.
Die Sonne steht auf und vergrault die Dunkelheit. Vogel begrüßen sich mit fröhlichem Gezwitscher. Ein paar Sonnenstrahlen finden den Weg in Kagomes Zimmer und erhellen den Raum. Kurze Zeit danach regt sich Kagome und scheint aus ihrem leichten Schlaf zu erwachen. Herzhaft gähnt sie, wodurch ihr kleiner Bruder Sota ebenfalls aufwacht.
„ Guten Morgen, Schwesterherz. “, begrüßt Sota seine große Schwester. „ Guten Morgen. Hast du gut geschlafen? “Sota zwinkert seiner Schwester zu und meint: „ Jo, bei dir doch immer! Du passt ja auch auf so gut mich auf und beschützt mich! “
Kagome kann nur darüber grinsen. Plötzlich kommt ihr ein gut duftender Geruch in die Nase. Es scheint so, dass ihr Mutter schon wach ist und das Frühstück vorbereitet. „ Mama macht schon Frühstück? Na ja ziehen wir uns am besten an und gehen runter. “ Sota guckt seine Schwester verwundert an und schnuppert dann in der Luft.
„ Hey, meine Nase kann ist ja doch nützlich sein! “ Kagome nickt ihm nur zu. Er springt aus dem Bett und geht in sein Zimmer. Kagome steht ebenfalls auf, geht zu ihrem Schrank und öffnet ihn. Heraus holt sie einen schwarzen Faltenrock und eine weiße Tunika, die sehr weiht ist. Nachdem sie sich die Klamotten angezogen hat und im Bad war macht sie sich auf den Weg nach unten. Ihre Familie sitzt bereits am Tisch und wartet auf sie, um sie zu begrüßen und anfangen können zu essen.
Keiner hat so wirklich Appetit und isst nur sehr wenig. Ihre Mutter hat das wahrscheinlich geahnt, denn sie hat weniger gekocht wie normal.
„ Also, Opa und ich haben beschlossen, dass wir an die nord-west Küste fahren zu unserem Ferienhaus. Euer Großvater bleibt hier um das Haus sauber und den Laden auf dem Laufenden zu halten. Die Koffer werden gleich gepackt. Heute Abend um 9 Uhr geht es los! “Die Kinder von Frau Higurashi halten den Atem an. Mit so was haben sie nun wirklich nicht gerechnet! Sota hat vor erstaunen die Augen weit auf gerissen.
„ Wir haben ein zweites Haus am Meer? “ Seine Mutter lächelt und nickt. „ Das ist ja geil! “ Freudig springt er auf, nimmt Bujo auf den Arm und dreht sich mit ihm im Kreis. „ Aber warum fahren wir den dahin? “, fragt nun Kagome. „ Das wirst du schon sehen! “, meint ihre Muter nur. Nachdem Kagome ihrer Mutter beim Abwasch geholfen hat, packen sie gemeinsam ihre Koffer.
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„ Inu Yasha, hör doch endlich auf damit. Du kommst sowieso nicht durch! “ Im Mittelalter versucht Miroku Inu Yasha schon die ganze Zeit zu besänftigen. Aber er hört nicht und springt immer wieder in den Brunnen, wobei er jedes Mal auf den harten Boden aufkommt. Miroku überlegt ernsthaft. „ Kagome muss einen Bann auf den Brunnen gelegt haben, als sie in ihre Zeit zurückkehrte. Selbst die
Juwelen-Splitter können nicht hindurch dringen. “ Mürrisch gibt Inu Yasha seine Versuche auf und dreht sich zu Miroku um. „ Aber irgendeine Lösung muss es doch geben! Kannst du nicht etwas machen? “Miroku schüttelt nur den Kopf und meint: „ Tut mir leid, aber wenn du es selbst mit den Juwelen-Splitter nicht schaffst, dann habe ich wohl kaum eine Chance! “
Inu Yasha fängt an zu knurren. „ Verdammter Mist! “ Er dreht sich beleidigt und deprimiert um und geht zum Dorf von Kaede. Miroku folgt ihm, nach einem tiefen Seufzer.
„ Und hat es geklappt? “ Sango ist ihnen schon entgegen gelaufen.
„ Pah, sonst währ ich doch nicht mehr hier! “ Eingeschnappt springt
Inu Yasha auf den nächst besten Baum in seiner Nähe und verkriecht sich in der Krone. „ Inu Yasha findet es aber überhaupt nicht toll, dass er nicht mehr zu Kagome kann! “, sagt Sango und schaut ihm dabei nach.
„ Irgendwie verständlich! “, ist Mirokus Antwort darauf. Sango nickt. Die beiden gehen in die Hütte von Kaede und erblicken sie mit der weinenden Rin und dem heulenden Shippo im Arm. Die beiden sind nachdem Kagome im Wald verschwunden ist zu alten Kaede gerannt und haben ihr alles erzählt. Rin und der kleine Fuchsdämon haben bis jetzt ununterbrochen geweint und es sieht so aus, als ob sie es die nächst Zeit auch weiter tun werden. Kaede versucht verzweifelt die Beiden zu beruhigen, doch es hilft nichts. „ Und? “, fragt sie hoffnungsvoll. Sango und Miroku schütteln nur den Kopf. Schwer seufzt die alte Miko und wendet sich wieder Rin und Shippo zu.
„ Ohne sie wird nichts mehr sein, wie es einmal war! “ Schweigen tritt ein. Keiner weis was er sagen soll. Nur das weinen der kleinen Kinder ist zu hören.
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In der anderen Zeit geht die Sonne unter. Kagome blickt den letzten Sonnenstrahlen nach. Die Koffer stehen bereits gepackt im Flur.
„ Kagome, mein Kind, kommst du mal bitte. “ Sie dreht sich zu ihrer Mutter um und sieht sie im Türrahmen stehen. Mit schnellen Schritten läuft sie zu ihr und bleibt vor der Tür stehen.
„ Wo ist die Kette deines Vaters? “ Kagome zuckt zusammen. Die Kette ihres Vaters? Die hat sie bekommen, als sie noch ganz klein war. Doch als ihr Vater gestorben ist hat sie diese abgenommen. Zu viele Erinnerrungen hängen an diesem Schmückstück. Darum hat sie diese sicher aufbewahrt. „ Äh, also sie ist in meinem Schmückkästchen! “
Ihre Mutter mustert sie genau. Ihr fällt auf, dass sie dieses Thema so schnell wie möglich loswerden will. Doch daraus wird nichts!
„ Hole sie und leg sie dir um! “, sagte Frau Higurashi mit einem befehlerischen Unterton in der Stimme. Kagome zögert. Doch dann
geht sie mit gesägtem Haupt an ihrer Mutter vorbei, hoch in ihre Zimmer. Sie schließt hinter sich die Tür. Sie ist jetzt das, was sie
schon einmal war. Als begleitet sie die Kette ihres Vaters auch wieder. Sie kniet sich zu einer Schupplade und öffnet sie. Ein schönes Muschel verziertes Kästchen ist nun zu sehen. Sie öffnet dieses langsam und eine silberne Kette mit einem Dunkelblauen Kristall, als Anhänger kommt zum Vorschein.
Vorsichtig beruht sie den Anhänger mit ihren Fingern. Die Kette ist unbeschreiblich. Wenn sie diese verkaufen würde, währ sie um einiges reicher. Doch verkaufen kommt gar nicht in Frage! Nachdem Kagome ausgiebig den Anhänger gestreichelt hat, legt sie ihn mit der Kette um ihren Hals. Sie ist ziemlich lang und geht ihr in den Ausschnitt. Doch nicht zu weit! Sie ist noch gerade zu sehen, bevor der Kristall unter
der Tunika verschwinden kann. Skeptisch mustert sie das werdvolle Stück. Ist schon sehr lange her, dass sie die Kette das letzte Mal getragen hat. Ca. 8 Jahre. Sie schließt die Schupplade und geht nach unten in die Küche. „ Ah, da bist du ja. Dann können wir ja jetzt los fahren! “ Ihre Mutter steht vom Stuhl auf und nimmt sich ihren
Koffer. Sota und Kagome tun es ihr gleich. Sie verabschieden sich vom Senior und gehen die Treppen vom Schrein zu dem geparkten Auto herunter. Kagome blickt ein letztes Mal zurück, bis sie von ihrer
Mutter gerufen wird, die sie in das Auto schickt. Sie setzt sich nach Lust und Laune einfach mal nach hinten. „ Da du schon mal hinten sitzt kannst du ach den breiten Koffer zwischen deine Beine klemmen! “ Sie guckt sie schockiert an. Sie hat das gerade irgendwie anders verstanden. Ihre Fantasie geht schon mit ihr durch. Sie gehorcht und steckt sich den Koffer zwischen die Füße unten. Frau Higurashi schmeißst den Motor an und fährt los. Zuerst fahren sie durch die Stadt Tokios. Die Menschen und Gebäude sausen an ihr vorbei. Als sie an einer Ampel stoppen erblickt sie plötzlich ein weinendes Kind, das wohl lieber mit seiner Mami, statt mit seinem Papi shoppen geht, denn es zerrt an seiner Hand und schreit seiner Mama hinterher, die sich in die Endgegengesetze Richtung bewegt. Unaufhörlich muss sie an Rin,
sowohl als auch an Shippo denken. Ob sie sie auch so vermissen werden, wie dieses Kind seine Mutter? Ob sie wohl auch weinen, weil sie gegangen ist? Hoffentlich nicht! Sie sollen nicht traurig sein, nur weil sie weg ist. Sie kommt doch wieder! Das wird halt nur sehr lange
dauern, bis es dazu kommt. Langsam gehen die Straßenlichter an. Gleichgültig betrachtet sie die Lichter Tokios. Die Natur ist viel schöner! Dort erhellen Glühwürmchen und Sterne Die Erde.
Oh ja sie vermisst das Mittelalter jetzt schon. Kagome lehnt sich an
die Fensterscheibe. Die Welt ist so ungerecht! Sie möchte so gern zu ihren Freunden. Ihr gleiten langsam die Augen zu. Hoffentlich sieht sie sie bald wieder. Ihr Atem wird regelmäßig und sie fällt in einen
leichten Schlaf.
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Auf einer einsamen Lichtung steht ein stolzer Youkai, der wie ein Bekloppter auf den Mond starrt. Der wind weht ihm die Haare über die Schulter hinweg. Die frische Brise von Waldgeruch kitzelt ihn in seiner Nase. Der stake Dämon versucht verzweifelt seine Gedanken von
dieser einen Frau, die nun weg ist abzubringen. Sie hat gesagt, dass sie wieder kommt. Also wird sie das auch! Sie ist nicht so eine, die ihre Versprechen bricht. Also wird sie irgendwann wieder da sein, bis dahin muss er sich halt gedulden. Doch Kagome schwirrt ihm immer wieder durch den Kopf. Egal was er tut. Er weis, dass es schwer