Fanfic: Kingdom Hearts Love Story
Kapitel: Confliction And Conversation
Am nächsten Morgen wurde ich dadurch wach, dass ich zwei Stimmen hörte. Wer war das? Ich schlug meine Augen auf und mir fiel wieder ein, dass ich mit Sora und Riku zelten war. Jetzt wusste ich auch, wem ich die Stimmen zuordnen konnte. Ich rieb meine Augen und hoffte, den Schlaf damit zu vertreiben. Dann lauschte ich angestrengt. Doch genau in diesem Moment verstummten die beiden. Jetzt wusste ich gar nicht, worum es ging. Ich kroch aus meinem Zelt.
„Morgen Jungs!“, grüßte ich sie fröhlich. Ihre Blicke fielen auf mich. Dann wendeten sie sich wieder ab. Man konnte ihnen ansehen, dass sie eine Meinungsverschiedenheit hatten. Es schien aber ein ziemlich ernstes Thema gewesen zu sein, was ich aus ihren verärgerten Mienen und nachdenklichen Blicken schloss.
„Ist... irgendetwas vorgefallen?“, fragte ich zögernd nach.
„Nein!“ „Nichts!“, versicherten sie mir.
„Ihr wollt es mir nicht sagen“, erwiderte ich darauf.
Stille.
„Wir haben schon gefrühstückt und was für dich übergelassen“, sagte Sora schließlich. Ich nickte leicht, murmelte ein „Danke“ und machte mich ans Essen. Es waren mehrere Sachen komisch. Zum einem war Sora Langschläfer. Stattdessen sah er so aus, als hätte er die halbe, wenn nicht sogar ganze Nacht lang kein Auge zugekriegt. Außerdem sagten mir meine beiden Freunde auch immer, was los war, wenn sie eine Auseinandersetzung hatten, was sowieso fast nie in so einem Ausmaß passierte, dass sie es nicht selber klären konnten. Danach fanden wir immer zu dritt eine faire Lösung. Heute allerdings verschwiegen sie mir, worum es ging. Als ich aufgegessen hatte, sah ich beide an. Keiner von ihnen hatte etwas gesagt. Normalerweise waren sie gesprächiger.
„So hatte ich mir das Ganze nicht vorgestellt“, meinte ich etwas traurig.
„Es wäre so oder so früher oder später so weit gekommen“, sagte Riku.
„So weit? Was heißt das?“ Jetzt verstand ich noch weniger.
„Ich glaube wir sollten packen und zurückfahren“, meinte Sora. Ich sah ihn mit großen Augen an. Das konnte nicht sein ernst sein. Wieso rettete er die Situation nicht mit einem lustigen Kommentar wie sonst auch? Wieso sahen sie mich nicht an, während sie sprachen? Wieso war der Ausflug, auf den ich mich so sehr gefreut hatte, plötzlich so ein Chaos? Ich hatte so viele Fragen, stellte aber keine davon. Stattdessen machte ich mich schweigend daran, mein Zelt abzubauen. Sora und Riku taten das Gleiche. Als wir schließlich fertig waren, brach Riku die Stille
„Das... Boot ist weg“, bemerkte er ungläubig.
„Weg?“, fragte ich fassungslos.
„Wie kann das sein?“, wollte Sora wissen.
„Hat einer von euch das Boot gestern angebunden oder an Land gebracht?“, fragte er nach kurzem Nachdenken.
Sora und ich schüttelten unsere Köpfe.
„Dann wurde es von den Wellen weggetrieben“, war Rikus Schlussfolgerung. Ich seufzte. Das hatte uns gerade noch gefehlt.
„Und was machen wir jetzt?“, hörte ich mich fragen.
„Warten“, meinte Riku daraufhin.
„Wie, warten? Bis was passiert?“
„Genau. Irgendwann wird irgendwer bemerken, dass wir noch nicht da sind. Oder man wird das Boot finden und sich fragen, was passiert ist“, gab Riku von sich.
„Das kann ja eine Ewigkeit dauern!“, sagten Sora und ich gleichzeitig. Wir sahen uns gegenseitig an und grinsten leicht. Es passierte nicht oft, dass einer der beiden Jungs und ich gleichzeitig sprachen. Als ich Riku ansah, wirkte er leicht verärgert. Jetzt war ich verwirrt. Der ganze Ausflug war wirklich das reinste Chaos.
Ich setzte mich in den Sand und sah zum Meer. Sora und Riku saßen neben mir. Ich bemerkte, dass sie sich Blicke zuwarfen, die alles andere als freundlich waren. Langsam war ich mit meinen Nerven am Ende. Ich stand auf.
„Ich komme erst zurück, wenn ihr das endlich geklärt habt! Kommt nicht auf die Idee, mich zu suchen!“, wies ich sie verärgert an, wendete mich von ihnen ab und ging weg. Ich spürte ihre Blicke in meinem Rücken, ignorierte das aber. Dann hörte ich, wie einer von beiden aufsprang.
„Kairi! Warte!“, das war eindeutig Soras Stimme. Statt mich umzudrehen, beschleunigte ich meine Schritte aber, bis ich rannte. Und rannte.... und rannte...
Irgendwann ließ ich mich auf den Boden sinken und lehnte mich an eine Palme. Ich winkelte meine Knie an und schlang meine Arme um sie. Tränen schossen mir in die Augen. Warum musste das alles passieren? Bevor ich anfing zu weinen, wischte ich meine Tränen schnell weg. Jetzt war nicht der Moment für so etwas. Ich fragte mich, was vorgefallen war. Wieso erzählten sie mir nichts? Wieso kam es mir so vor, als würden sie langsam aber sicher zu Rivalen werden? Die Sache wollte mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Es war aber auch sinnlos, darüber nachzudenken, da ich sowieso nur spekulieren konnte.
Außerdem wusste ich nicht, wann ich zurückkommen sollte. Woher sollte ich wissen, wann und ob sie ihre Angelegenheit klärten? Hier bleiben konnte ich aber auch nicht, ich hatte meine Sachen bei den beiden gelassen. Spätestens abends musste ich zurückkehren. Und langsam wurde mir auch langweilig und ich fühlte mich etwas einsam.
Nach einiger Zeit -ich schätze es war eine halbe Stunde oder bisschen mehr- wurde ich das Warten Leid und ging zurück.
Als ich zurückkam, war Riku aber nicht mehr da. Ich sah, dass Sora auf einem Baumstamm saß und setzte mich zu ihm.
„Habt ihr euch wieder vertragen?“, fragte ich nach und sah Sora an.
„Hm...“
Ich seufzte. Das hieß wohl nein.
„Sag mal Kairi....“, fing Sora an und sah mich an.
„Ja?“
„Wen magst du mehr? Riku oder mich?“
Verdutzt schaute ich meinen braunhaarigen Freund an. „Was ist das für eine Frage? Ich mag euch beide sehr!“, gab ich als Antwort zurück.
Sora stand auf. In seinen Augen lag ein trauriger und zugleich wütender Glanz. „Gibs doch zu! Du magst Riku mehr, stimmt´s? Ich hab´s doch gesehen...! Gestern Nacht....“
Ich stand ebenfalls auf. Ich hatte gehofft, er hätte es nicht gesehen, aber da es anscheinend doch der Fall war musste ich es klären. „Sora, du hast das völlig falsch...“
„Was gibt’s denn da falsch zu verstehen? Riku hat einen Arm um dich gelegt und du hast es zugelassen! Du.... du bist in ihn verliebt, stimmts?“, es klang mehr wie eine Feststellung als wie eine Frage. Plötzlich machte es in meinem Kopf „klack!“ Das konnte doch nicht wahr sein... Endlich verstand ich worum es ging. Aber jetzt wollte ich es nicht mehr wissen.