Fanfic: Song For You
Kapitel: Chapter 4 - Verwirrende Gefühle! Wir sind "nur" Kollegen und das ist besser so. Aber warum widerspricht mein Herz?
Chapter 4 - Verwirrende Gefühle! Wir sind "nur" Kollegen und das ist besser so. Aber warum widerspricht mein Herz?
*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*~*+*
Sakura stöhnte. Seit ungefähr einer halben Stunde war sie nun mit Sasuke unterwegs - und so schweigsam wie dieser war - hatten sie noch kein einziges Wort miteinander gewechselt. Während der ganzen Zeit waren sie nur ziellos von einem Stockwerk zum anderen, und durch alle möglichen Gänge im "Moon Star Entertainment" spaziert. Wusste dieser Uchiha überhaupt, wo es lang ging?
Sasuke lief, wie immer mit den Händen in den Hosentaschen, voran; Sakura ging brav, aber nicht wirklich freiwillig, hinterher. Die Haruno sah, dass auffällig viele Mädchen und Frauen, die im Label arbeiteten, den beiden hinterher schauten und daraufhin aufgeregt miteinander tuschelten. Manche riefen sogar "Guten Morgen, Cloud-san!" oder "Kiyaah, Sasuke-kun!", doch wie es von dem ehrenwerten Uchiha zu erwarten war, ignorierte er die Rufe und das Gekreische seiner "weiblichen Fan-Gemeinde".
Sakura dafür war anderweitig beschäftigt, so achtete sie nicht auf die Blicke und das Gerede der Leute um sie herum.
"Ehm, Sasuke."
Keine Antwort.
"Sasuke-kun."
Immer noch schwieg der Angesprochene.
"Sasuke Uchiha!!!", schrie Sakura nun, doch auch diesmal bekam sie keine Reaktion.
"Was soll das!?", fluchte Sakura innerlich und warf dem Rücken des Uchihas einen genervten Blick zu. Doch dieser ließ sich nicht weiter davon stören, er ging lässig die Treppe zum nächsten Stock hoch und schien die Haruno dabei gar nicht wahrzunehmen.
"Wenn der Typ nicht gleich anhält, dann setzt es was!!", dachte Sakura bissig und folgte Sasuke nach oben.
Erst eine weitere Stunde später, als die beiden das Dach des hohen Gebäudes erreicht hatten, blieb Sasuke stehen. Der Regen schlug unaufhörlich auf den grauen Betonboden.
Ohne auf den Regen zu achten, begab sich Sasuke am Rande des Gebäudedaches, welches zur Sicherheit von einem Drahtzaun umgeben war, und schaute von dort aus auf die Stadt hinunter.
Sakura war neben der großen Glaskuppel stehen geblieben und sah durch die nasse Scheibe. Sie konnte den leeren Gang unter ihnen sehen und eine Pflanze, die einsam in einer Ecke stand. Es hatte etwas schwindelerregendes, wie sie so durch die riesige Kuppel nach unten blickte, so wandte sie ihre grünen Augen wieder ab, und sah geradewegs auf den Jungen, der immer noch nach unten schaute.
"Sasuk...", doch bevor das Mädchen etwas sagen konnte, hatte Sasuke sich schon umgedreht und blickte jetzt direkt in die Augen der Haruno. Sakura verstummte, sie spürte wie mit einem Mal ihr Herz laut zu pochen anfing, doch sie ignorierte das.
"Was machen wir hier?", fragte Sakura und hielt seinen Blick stand.
Stumm fuhr Sasuke sich durch seine nassen schwarzen Haare und Sakura musste sich bei diesem Anblick zusammmenreißen. Warum musste dieser Uchiha auch so verdammt gut aussehen??
"Hm." Sasuke sah unentweg in die grünen Augen der Haruno.
Sakura tat sich schwer, entspannt zu bleiben. Gott, kann er nicht mal langsam damit aufhören und endlich etwas sagen??
In einer Hinsicht hatte Shino letztens Recht, Sasuke hatte in Kommunikationen mit anderen Leuten sich kein bisschen verändert.
Der Uchiha hatte seine dunklen Augen immer noch nicht von ihr abgewendet und näherte sich nun langsam der Haruno. "Was?" Sakura spürte eine langsame Panik in ihr aufsteigen. Sie war hier oben, allein... mit Sasuke. Und das war - mehr oder weniger - gar nicht gut. Was wenn er von Anfang an die Absicht hatte, irgendwo mit ihr alleine zu sein und...??
Sakuras Herz sackte mit einem Hupf erleichtert nach unten. Sasuke war direkt an ihr vorbeigegangen.
"Die Sightseeing-Tour ist hiermit beendet.", sagte er tonlos.
Sakura hörte wohl nicht recht, was redete er da? Sightseeing-Tour!?
"Das ist jetzt doch nicht dein ernst, oder!?", fragte Sakura ungläubig. Was hatte sinnloses Rumlaufen in einem Gebäude mit "Sightseeing" zu tun??
"Ich habe nur das getan, um was mich Yondaime gebeten hatte.", sagte Sasuke gleichgültig und lehnte sich an der Tür, die zu einer Treppe nach unten führte, und blickte die Haruno an.
- Flashback (Anm: Es ist weder ein Gedankengang Sasukes oder sonst etwas; es ist nur eine externe, kurze Rückblende für den Leser) -
"Warum sollte ich?"
Sasuke sah leicht genervt aus, hatte die Arme verschränkt und stand mittem im Büro des Präsidenten.
"Weil Shouta an diesem Tag leider nicht zur Verfügung steht, deshalb."
"Das ist kein Grund."
"Oh doch." Yondaime lächelte. "Ich dein Boss.", fügte er trällernd hinzu und legte seinen Kopf in die Hände, die Arme an seinen Bürotisch stützend.
Sasuke sagte nichts. Yondaime war sein Boss, dass stimmte.
"Und warum ausgerechnet ich?", fragte der Uchiha seufzend.
"Du kennst Sakura und anscheinend habt ihr euch schon länger nicht gesehen, nicht wahr? Das wäre doch eine gute Gelegenheit euch wieder einander vertraut zu machen.", schlug Yondaime vor, neigte seinen Kopf zur Seite und wartete auf eine Erwiderung seines Gegenübers.
Doch Sasuke schwieg.
"Du könnstest sie rumführen, so was wie eine Sightseeing-Tour mit ihr machen, wäre doch ganz lustig, oder?", sagte Yondaime grinsend. "Tust du mir den Gefallen, oder tust du mir den Gefallen?"
Sasuke hob eine Augenbraue. Er schien in keinster Weise willig oder begeistert von der ganzen Idee zu sein. Schließlich drehte er sich um und verließ das Zimmer.
Trotz der Tatsache, dass Sasuke unhöflich aus dem Büro verschwunden war und keine Antwort gegeben hatte, lächelte Yondaime zufrieden.
"Das könnte interessant werden."
- Flashback Ende -
"Ah ja.", meinte Sakura nur schnippisch. "Und jetzt?"
"Tja.", erwiderte Sasuke ruhig; der Uchiha sah Sakura auffordernd an. Dann ging er erneut auf die Rosahaarige zu, bis er direkt vor ihr stand. Sakura schluckte schwer. Er stand relativ nahe, nicht mal 10 Zentimeter von ihr entfernt, und sah wortlos auf das Mädchen herab.
Diese ganzen Andeutungen und Sasukes Anwesenheit überhaupt verwirrten Sakura. Konnte er denn nicht einmal Klartext reden? Was sollte das ganze Theater? Sakura wich augenblicklich einen Schritt zurück.
"Angst?", fragte der Uchiha daraufhin spöttisch und mit einem selbstgefälliges Grinsen. "Pah, das hättest du wohl gern!! Wieso sollte ich ausgerechnet vor dir Angst haben?"
"Ich weiß nicht.", sagte Sasuke leise, er flüsterte fast. Dann zog er seine schwarze Jacke aus und warf sie der Haruno über den Kopf. Dann machte er kehrt, öffnete die Tür und ging nach unten.
Sakura stand noch einige Zeit, mit Sasukes Jacke auf dem Kopf, und rührte sich nicht. Sie schaute immer noch auf die Tür, durch die Sasuke gerade eben noch durchgegangen war. Was sollte das eben? Hatte er sich etwa Sorgen darum gemacht, dass sie sich vielleicht erkälten könnte? Sakura krallte sich an dem Stoff fest und ging schließlich ebenfalls nach unten.
"Hm?" Beim Herabsteigen der Stufen erkannte Sakura schon von weitem eine Person, die am Ende des Treppenabsatzes an der Wand gelehnt, stand.
"Hast du auf mich gewartet?", fragte Sakura ein wenig verwundert und ließ die schwarze Jacke hinunter gleiten, bis sie diese um die Schultern hatte. Sasuke musterte das Mädchen. Dann streckte er ihr eine Hand entgegen.
Sakura starrte den Uchiha irritiert an. Wollte er etwa, dass sie seine Hand nahm!? Leicht verunsichert wollte die Haruno ihre Hand auf seine legen, als plötzlich Sasuke etwas sagte, was Sakura zusammenschrecken ließ: "Die Jacke."
Sakura errötete leicht. Ihr kam das ziemlich peinlich vor.
"Jaja, schon klar!" Ein wenig eingeschnappt nahm sie die schwarze Jacke ab und drückte sie grob in Sasukes ausgestreckter Hand. Wie konnte sie bloß glauben, Sasuke hätte das aus reiner Sorge getan? Er war einfach...
"Na, also." Sasuke schwang sich seine Jacke über die Schulter und ging lässig weiter in Richtung Aufzug.
...arrogant. Was bildete er sich eigentlich ein?!?
"Idiot...", murmelte Sakura leise und folgte ihm.
~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~+~
Während der ganzen Zeit, sprachen beide kein Wort miteinander. Für Sasuke war das sowieso schon klar, und Sakura schwor sich innerlich nicht mehr mit diesem arroganten Uchiha-Jungen zu sprechen. Im Aufzug stand sie möglichst auf Abstand zu ihm. Was hatte sie denn erwartet? Dass Sasuke nett ist? Wohl kaum.
Als sie den neunten Stock erreichten, ging die Lifttür auf und sie stiegen aus. Ohne auch nur Bescheid zu sagen, ging Sasuke zielstrebig auf das Männer-Klo und verschwand hinter der Tür. Sakura seufzte resigniert. Der Typ hatte echt Nerven. Doch irgendwie war sie froh darüber, dass Sasuke kurz weg war und lehnte sich leicht an die blass-blaue Wand neben der Tür. Der Regen trippelte leise gegen die kleine Fensterscheibe an der gegenüberliegenden Seite des Ganges. Sakura spürte wie eine schwache Erinnerung und Traurigkeit in ihr hochkam.
Was hielt sie eigentlich von ihm? Damals, nachdem "diese" Wende kam, hatte Sasuke sich recht anders verhalten. Abweisend und relativ kühl gegenüber Anderen. Seine stille und schweigsame Art prägten ihn zwar immer noch, doch seit wann war er, mehr oder weniger, so... draufgängerisch und herausfordernd? Das änderte das Erinnerungsbild an den Uchiha bei Sakura gänzlich.
"Sasuke...", wisperte sie leise.
Was sie jedoch im Moment intensiver beschäftigte, warum bekam sie öfters solches Herzklopfen in seiner Nähe? Was erst mit einer Neugierde auf die jetzigen Charakterzüge Sasukes angefangen hatte, konnte sich doch nicht etwa in längst vergängliche Gefühle ändern? Sakura schüttelte innerlich den Kopf.
Sie hatte es sich bloß eingebildet.
Ganz sicher.
"Über was denkst du nach?"
Schon zum zweiten Mal an diesem Tag zuckte Sakura erschrocken zusammen; Sasuke stand, mit dem einen Arm an der Wand stützend, neben der Haruno und blickte sie an.
"Nichts.", erwiderte diese bestimmt und