Fanfic: Song For You
kehrte dem Uchiha entschieden den Rücken zu. Seit wann stand er schon da?? Und warum hatte sie ihn nicht schon vorher bemerkt? "Das braucht dich ja wohl kaum zu interessieren.", fügte sie nun mit überspieleder Angriffslust hinzu und verschränkte die Arme.
"Gut." Auch Sasuke wandte jetzt seinen Rücken der Rosahaarigen zu.
"Was??" Teils verwundert über diese anschließende Antwort, drehte Sakura sich um und sah, wie Sasuke ohne weitere Worte sich von ihr entfernte und in den Aufzug stieg.
"Hey!!!"
Doch zu spät.
Der Uchiha hatte schon längst auf den Knopf mit der "4" gedrückt.
Ein amüsiertes, fast schon spöttisches Grinsen konnte die Haruno noch auf Sasukes Lippen erkennen, bevor die Lifttüren ganz zugingen. "So ein...", fing Sakura an zu fluchen. Und das fand der Uchiha also witzig, ja?!?
Mit einer plötzlich aufflammenden Wut, maschierte die Haruno mit übernatürlich schnellen Schritten die Treppe hinunter.
"Der kann mich doch nicht einfach so sitzen lassen!! Was denkt der Typ sich eigentlich!?"
Sakura raste wütend um die Ecke und -
"He-Waaah!" Ein dumpfes Plumpsen ertönte. Sakura kniff die Augen zusammen. Nicht nur, dass ihr Hinterteil durch den Aufprall zu schmerzen anfing, auch war etwas hartes gegen ihren Kopf gestoßen.
"Was... Sie... Gehen Sie von mir runter!!!"
"Wer rennt denn hier wie eine wilde Furie rum!? Ich oder du?" Ein junger Mann, mit erstaulich langen blonden Haaren, stand missgelaunt auf und klopfte sich seine dunkelblau Jeans ab. Dann hob er die vielen Ordner, die der blonde Junge mit sich getragen hatte, auf, dass er allen Anschein nach für viel wichtiger hielt, als Sakura aufzuhelfen. Während die Haruno den Jungen mit bösen Blicken traktierte und sich aufreppelte, rieb sie sich an der nun ziependen Stelle am Kopf und stellte fest, dass es wahrscheinlich einer dieser dicken Ordner gewesen war.
"Hm!?" Der Blondhaarige hielt inne, anscheinend sind ihm die wütenden Blicke der Rosahaarigen nicht entgangen, und starrte zurück.
Es herrschte ein kurzes Schweigen, an denen sich die beiden nur vernichtend ansahen. "Baka!", zischte die Haruno noch, bevor sie an ihm vorbeimaschierte.
"Hey!!", war die aufgebrachte Erwiderung des Blonden und er sah ihr nach. "He, Kleine!!"
Sakura hielt abrupt inne und blickte sich um. Hatte er sie etwa gerade "Kleine" genannt?
"Jaah, du! Wie heißt du überhaupt?", rief der blonde Junge herausfordernd und stemmte sich seine rechte freie Hand an die Hüfte. Sakura sah ihn erstmals perplex an, dann streckte sie ihm die Zunge raus und warf ihm noch ein: "Wüsstest du wohl gern!!" entgegen, bevor sie weiter die Treppe hinunterlief.
Der junge Mann blieb in seiner Haltung stehen, lauschte den raschen Schritten des Mädchens, bis diese unten ganz verstummte. Er seufzte.
"Tz, Weiber."
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Ziemlich abgehetzt erreichte Sakura den vierten Stock von "Moon Star Entertainment". Als sie sich ein wenig umsah, erinnerte sie sich, dass dies hier so was wie ein Kantinen oder auch Cafétaria Bereich war. Der Raum war recht belebt; Leute saßen vereinzelt oder in kleinen Grüppchen an Tischen, tranken ihren Kaffee oder plauderten miteinander.
Auffällig war jedoch die große Anzahl der weiblichen Personen, die kichernd und tuschelnd zusammensaßen, und es bildete sich eine merkwürdige Konstruktion um einen einzelnen Tisch herum.
Die Rosahaarige musste ärgerlich feststellen, dass der tolle Uchiha genau an diesen umkreisten Tischlein saß, gleich in der Nähe der Theke, und sich entspannt eine heiße Tasse gönnte. Die Haruno schnaubte. Sie schlängelte sich zwischen den vollbesetzten runden Tischen durch, und hielt dann, die Arme verschränkend, direkt neben dem Uchiha an. Mit einem Schlag verstummten die Stimmen um sie herum und Sakura spürte mehrere Augenpaare der vielen Mädchen auf sich ruhen.
Sasuke schien erst dadurch ein Signal vermittelt bekommen zu haben, dass etwas passiert war und sah auf. "Sakura.", fing er an und klang dabei gespielt erstaunt. "Dein Kaffee wird kalt." Er wies auf die Tasse auf der anderen Seite des Tisches. Die Haruno wollte sogleich etwas erwidern, merkte jedoch, dass um sie herum angespannt gelauscht wurde, und so setzte sie sich widerwillig auf den freien Platz gegenüber dem Uchiha.
"Schönes Treppenabgehen gehabt?", erkundigte sich Sasuke und schien so zu tun, als ob er der Haruno nie die Aufzugstür vor der Nase hatte zugehen lassen.
Sakura schaute den Uchiha jetzt wieder wütend an, und sagte mit einem verärgerten Ton: "Wegen dir bin ich mit einem perversen Baka zusammengestoßen! Außerdem findest du das Ganze wohl sehr lustig, was?"
"Ach?" Sasukes Augen nahmen einen belustigten Glanz an. Er grinste.
"Vielleicht.", meinte der Uchiha ruhig und nippte an seinem Kaffee.
"Sasuuuuke-chan!!!" Eine äußerst hohe und mädchenhafte Stimme hallte durch den Raum. Ein platinblondes und sehr dünnes Mädchen kam an ihren Tisch angestakselt - ihre High Heels hatten mindestens zehn Zenzimeter hohe Absätze - begleitet von einem Schar kichender Mädchen. Sakura konnte nicht leugnen, dass einige Blicke der Mädchengruppe an ihr haften blieben und sie daraufhin aufgeregt untereinander tuschelten; Sakura versuchte angestrengt ihre Tasse mit der bräunlichen Brühe anzustarren. Was immer sie auch wollten, es konnte nichts wirklich gutes verheißen.
"Sasuke-Schätzchen, was machst du denn hier?", fragte das platinblonde Mädchen zuckersüß mit ihrer piepsigen Stimme.
"Die Frage ist so was von überflüssig.", dachte die Haruno und rührte mit dem Löffel ihren Kaffee um. Sie hatte diese Mädchen schon vorher an einen der Tische gesehen und bemerkt, wie sie begierig zu dem Uchiha herübergeguckt hatten. Ein Kichern ging durch die Runde.
Doch Sasuke schien kein bisschen erfreut über das Auftauchen dieser Schar von "Fan-Girls" zu sein, vorallem nicht von dessen Anführerin mit den blondierten Haaren.
"Ach übrigens, Sasuke-kun, wer ist denn dieses Mädchen da bei dir?", fragte jetzt eine Braunhaarige, und warf Sakura einen sehr flüchtigen Blick zu. Ihr Tonfall hatte etwas abfälliges, was Sakura keineswegs gefiel.
"Sie ist nur eine Kollegin, weiter nichts.", sagte Sasuke seufzend und man sah ihm an, dass er etwas genervt war, obwohl er ziemlich ruhig sprach.
Auf irgendeiner unergründlichen Weise versetzte der Satz Sakura ein komisches Gefühl in der Magengrube. Doch eigentlich hatte Sasuke recht, sie waren "nur" Kollegen, mehr nicht. Also war ja nichts schlimmes dran, oder?
"Aha, Kollegen also." Ein anderes Mädchen, ebenfalls braunhaarig, jedoch in einer helleren Nuance, nickte mit hochgezogenen Brauen. "Und seit wann?"
Das Murmeln an den anderen Tischen wurde lauter.
"Seltsam, ich habe sie hier noch nie zuvor gesehen."
"Ist das war...?"
"Ich hab gehört, dass das Sasukes Freundin ist!!"
"Neein, nicht dein ernst!?"
"Was glaubst du??"
"Er hat doch gerade gesagt, dass sie "nur" eine "Kollegin" ist!"
"Sasuke-kun, davon hast du uns ja gar nichts erzählt!", rief nun das Mädchen neben der Hellbraunhaarigen empört. "Sasuke-k..."
Sakura erhob sich. Dabei scharrte der Stuhl geräuschvoll auf dem Boden, als sie ihn abrupt wegschob. "Habt ihr eigentlich nichts besseres zu tun!?", fuhr sie die Mädchen an, die nun erschrocken zurückwichen. Sakura hatte es langsam satt, sich das ganze Getue mitanhören zu müssen. Es reichte.
Mit raschen Schritten entfernte sie sich von der Menge und sie spürte noch die vielen Blicke auf ihren Rücken kleben, bevor sie um die Ecke bog und in den offenen Lift einstieg.
Als die Türen automatisch zugingen, atmete die Haruno erleichtert auf. Sakura war froh endlich weg von den ganzen Leuten zu sein. Es war ihr egal, dass sie Sasuke einfach zurückgelassen hatte, ohne sich zu verabschieden oder sich für den spendierten Kaffee zu bedanken, er hätte es sicher nicht getan. Noch weniger kümmerte es sie, was die anderen Mädchen jetzt von ihr dachten, vorallem nachdem sie einen so rasanten Abgang geliefert hatte.
Ein heller Gong ertönte und der Aufzug blieb schließlich im Erdgeschoss stehen. Sakura, die eigentlich auf keinen Knopf gedrückt hatte, blickte nun verwundert auf.
Dann eilte sie, direkt an den jungen Mann mit spitzen dunkelbraunen Haaren, die er zusammengebunden hatte, vorbei, in den Flur. Der junge Mann sah ihr verwundert nach. "War das nicht..."
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Sakura erreichte die große Halle und lief zur Tür hinaus. Es regnete immer noch in Strömen; der Himmel hatte sich verdunkelt. Die Rosahaarige ging ein paar Schritte zurück, damit sie unter der Decke am Vordereingang, sich vor dem Regen schützt konnte, und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Es war kurz vor halb vier.
Zu allem Überfluss fiel ihr ein, dass sie ja ihren Schirm nicht dabei hatte - dank dem Radiomoderator ihres Vertrauens. Wie sollte sie bloß bei diesem Regen nach Hause gehen?
"Naja, schlimmer kann es nicht mehr werden.", seufzte die Haruno hörbar auf und beschloss, trotz dieses schlechten Wetters, ohne jegliche schützende Kopfbedeckung nach Hause zu laufen. Sie spürte, wie der Niederschlag nass auf ihr herabfiel und für einen kurzen Moment verlangsamte sich ihr Gang; sie schloss ihre smaragdgrünen Augen. Es hatte etwas befreiendes, so wie sie hier im Regen stand.
Doch plötzlich merkte Sakura von einer Sekunde zur anderen, dass es aufhörte. Leicht erschrocken öffnete sie ihre Augen wieder und sah nach oben. Statt einem wolkenbedeckten Himmel, schaute sie auf die Innenseite eines roten Schirmes.
"Wer...?" Die Haruno blickte direkt in das Gesicht von Sasuke, der den Schirm über ihnen hielt.
"Keinen Regenschirm?", fragte er. Aber anstatt zu antworten, warf Sakura, fast schon vorwurfsvoll, ein: "Warum bist du nicht bei den anderen??" Im Moment hatte sie nicht das Bedürfnis Sasuke zu sehen. Dieses komische Gefühl kam wieder in ihr auf, und Sakura