Vampir-Story
Der Clan
Der Clan
Als ich wieder erwachte war es bereits tiefe Nacht. Im ersten Moment wusste ich nicht wo ich war, bis mir die Geschehnisse der vergangenen Nacht wieder einfielen. „Schön, dass du auch endlich wach bist.“ Sagte Edward grinsend und fing an mich wieder auszugraben. „was ist los? Du siehst nicht besonders glücklich aus.“ Ich stand auf und klopfte mir die Erde von den Kleidern. Ich war froh endlich aus diesem Loch zu kommen.
„nichts.“ Wich ich aus. Ich wollte ihm nicht sagen wie durstig ich war.
„Du musst etwas trinken.“ Sagte er. Das hatte ich eigentlich vermeiden wollen. Mit dem Gedanken Blut trinken zu müssen hatte ich mich immer noch nicht angefreundet obwohl ich es gestern bereits getan hatte. Aber heute war es etwas anderes. Heute würde ich töten müssen.
„Du musst trinken auch wenn du nicht willst, aber keine Sorge du wirst noch keinen Menschen töten müssen.“
Ich atmete hörbar aus. Wenigstens etwas…
„du wirst einen Bären töten“ er sagte das als wäre es das normalste der Welt.
„Einen BÄREN???“
Edward nickte.
„Und wie bitte soll ich das anstellen?! “
„Du bist ein Vampir. Das wirst du ja wohl schaffen. Aber versuch erstmal einen zu finden.“
Ich sog tief die Luft ein und nahm die Gerüche der Umgebung in mich auf. Hier war alles Mögliche nur kein Bär. Aufs Geratewohl lief ich einfach los und prüfte ab und zu die Luft nach einem vielversprechenden Geruch. Ich kam mir vor wie eich Hund. Aber nach einer halben Stunde hatte ich endlich den schwachen Geruch eines Bären in der Nase. Ich wusste nicht woher ich wusste, dass dies ein Bär war. Es war einfach eine plötzliche Eingebung der ich folgte. Es dauerte auch nicht lange da hörte ich schon den dumpfen trägen Herzschlag des Tieres. Ich folgte dem Geräusch, während mein Durst von Minute zu Minute stärker wurde. Edward blieb immer in meiner Nähe und an seinem Gesichtsausdruck erkannte ich, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich war jetzt ganz nah, das konnte ich spüren, mein Herz raste, ich konnte es kaum erwarten meine Zähne in den Hals des Tieres zu schlagen. Aber ich musste mich zusammen reißen so leise wie möglich schlich ich mich näher heran.
DA! Jetzt hatte ich ihn endlich gesehen. Träge suchte er sich seinen Weg durchs Gestrüpp, er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich pirschte mich noch näher an ihn heran, er blieb stehen und hob alarmiert den Kopf. Hatte er mich bemerkt? Ich war nur noch 5 Schritte von ihm entfernt. Wenn ich jetzt nichts unternahm würde er vielleicht fliehen. Ich sprang hinter dem Baum hervor und stürzte mich auf ihn, nach wenigen Sekunden hatte ich ihn niedergerungen und meine Zähne in seine Kehle geschlagen. Das Blut spritzte nur so hervor. Gierig trank ich das hervorschießende Blut. Der Bär hörte auf sich zu wehren und ich hörte wie sein Herzschlag schwächer wurde. Als auch das letzte schwache Klopfen verebbt war ließ ich von ihm ab und ging zu Edward hinüber. Das frische Blut rauschte durch meinen Körper, berauscht vom Blut wollte ich noch mehr trinken. Nur langsam kam mir ins Bewusstsein, dass ich soeben getötet hatte um meinen Durst zu stillen und geschockt stellte ich fest, dass ich kein Problem damit haben würde das Gleiche mit einem Menschen zu tun.
„Du hast dich entschlossen ein Vampir zu werden, es liegt in deiner Natur zu töten.“ Edwards Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Warum schien er eigentlich immer zu wissen was ich gerade dachte? Konnte er Gedanken lesen? Gab es wirklich so etwas wie die dunkle Gabe?
„Ja es gibt sie. Und ja ich kann Gedanken lesen, aber nur deine.“ Bestätigte Edward meine Vermutungen.
„Warum nur meine?“ wollte ich wissen.
„Weil ich von deinem Blut getrunken habe, und du von meinem. Bei der Verwandlung ist eine Verbindung zwischen uns entstanden die es mir ermöglicht deine Gedanken zu lesen.“
„Und warum?“
„Ich nehme an, dass ist als Schutz für den jungen Vampir gedacht. Wenn du in Gefahr bist kann ich dir zu Hilfe kommen.“
„Was außer dem Sonnenlicht könnte einem Vampir denn gefährlich werden?“
„Da gibt es mehr als du vielleicht denkst. Werwölfe zum Beispiel.“
„Werwölfe?“
„Ja. Und für dich sind sie wahrscheinlich eine größere Gefahr als für alle anderen unseres Clans.“ Antwortete Edward. „Aber das erklär ich dir unterwegs, wir müssen langsam los sonst musst du nochmal in einem Loch schlafen“ grinste er.
Das war ein durchaus überzeugendes Argument. Edward ging los und ich hetzte ihm nach.
„Seit der Krieg zwischen Werwölfen und Vampiren ausgebrochen ist, “ begann Edward zu erklären, „haben sich die Vampire zu Clans zusammengeschlossen. Normalerweise lebten wir als Einzelgänger da ein Vampir fast keine Feinde hat. Doch die Werwölfe begannen sich immer schneller zu vermehren und mehr zu töten. Sie töteten weitaus mehr als die Jahre zuvor und zerstörten damit auch unsere Nahrungsquelle. Als einige Werwölfe so mächtig wurden, dass sie sich auch ohne den Vollmond in ihrer Wolfsgestalt zeigen konnten wurden die Morde endgültig zu viel. In einem Gespräch mit den Werwölfen versuchten einige Vampire ihnen klar zu machen, dass es so nicht weitergehen konnte, doch es wurde nicht besser, ganz im Gegenteil, manche Menschen überlebten schwer verletzt die Angriffe und wurden schließlich selbst zu Werwölfen. Da ihre Schöpfer aber oft nicht einmal von ihrer Existenz wussten, lebten diese Werwölfe ohne Anschluss an ein Rudel und hatten niemanden der ihnen half ihre Mordlust unter Kontrolle zu halten. Darum töteten sie noch mehr als ihre Artgenossen und so waren wir gezwungen einzuschreiten. Wir begannen damit in Vollmondnächten zu den größeren Rudeln zu gehen und verwickelten sie in Kämpfe, damit sie keine Möglichkeit hatten die Menschen zu attackieren. Doch es dauerte nicht lange, da hatten beide Seiten die ersten Toten zu beklagen und die Lage geriet außer Kontrolle. Daraus entwickelte sich schließlich der Krieg.“
„Aber warum sind sie für mich gefährlicher als für die anderen?“ wollte ich wissen.
„Weil ich, zu jenen Vampiren gehöre, die den Clan im Falle eines Angriffes zu verteidigen haben und du meine Schülerin bist.“
Ich starrte ihn an. „Ich soll Werwölfe töten?“
„Du musst. Sonst töten sie dich. Aber sobald deine Ausbildung abgeschlossen ist, hast du vor ihnen weniger zu befürchten als die anderen. Ihre Fähigkeiten verkümmern, weil sie zuhause sitzen und sich beschützen lassen. Wenn sie angegriffen werden haben sie keine Chance. Aber du wirst dich schon in wenigen Wochen zu verteidigen wissen.“
Die nächsten Stunden liefen wir schweigend nebeneinander her, der Wald wurde lichter, und bald wichen die Laubbäume größtenteils Nadelbäumen. Der Weg wurde steiler und die Vegetation um uns herum immer kärglicher. Nach nochmal etwa einer Stunde befanden wir uns schließlich im Gebirge. Wir folgten einem schmalen Pfad der steilbergauf führte bis Edward abseits des Weges weiterging. Für Menschen war dieser „weg“ wahrscheinlich überhaupt nicht passierbar und auch ich hatte meine Probleme damit, mit Edward schritt zu halten, bis er vor einer Felswand stehen blieb. „Wir müssen hier hoch. Dann sind wir da.“ Sagte Edward. Edward begann an ihr herauf zu klettern und ich folgte ihm. Wir befanden uns bereits in Schwindelerregender Höhe, als Edward auf einen Felsvorsprung kletterte und sich durch ein schmales Loch in der Felswand zwängte. „Das ist der Eingang.“ sagte er zu mir. Nachdem wir ein Stück durch den engen Gang gekrochen waren, wurde er breiter und höher. Wir gingen den steil ansteigenden Gang entlang, ich konnte schon Licht am Ende des Ganges sehen. Schließlich traten wir wieder ins Freie. Neben dem Ausgang der Höhle standen zwei Vampire Wache. Als sie Edward erkannten ließen sie ihre Waffen sinken und ließen uns durch. Wir befanden und auf einem Felsplateau, von dem man den gesamten Wald überblicken konnte. Von einer hohen Mauer umgeben stand eine gigantische Festung, deren Eingang von 4 Vampiren bewacht wurde. Am Rande des Plateaus konnte ich mehrere Wachtürme sehen, die jeweils von zwei Vampiren besetzt wurde. Um die Festung herum gab es nur nackten Fels, doch konnte ich einige Meter entfernt wieder einige Bäume sehen. Vereinzelt standen dort ein paar fensterlose Hütten.
„Was macht ihr wenn die Werwölfe am Tag angreifen?“ fragte ich an Edward gewandt.
Das werden sie nicht tun. Auch wenn sie nicht mehr an den Vollmond gebunden sind, so sind sie doch an die Nacht gebunden. Und sollten sie es doch versuchen, haben wir die hier.“ Er ging zu einer Hütte und öffnete die Tür. Ein riesiger, grauer Wolf kam knurrend herausgesprungen. Als er erkannte wer die Tür geöffnet hatte, verstummte er und begrüßte seinen Herren. „Das ist Ceredas. Er wurde speziell zur Verteidigung gegen Werwölfe ausgebildet. Auch wenn sie in ihrer Menschengestalt sind, erkennt er sie an ihrem Geruch. Wir haben noch etwa dreißig Wölfe, die die Festung verteidigen. Die meisten hier haben etwas gegen ihn, da er niemanden außer mir hier rein lässt. Ich hasse es wenn dieser Drake hier rumschnüffelt. Aber dich wird er akzeptieren, da du mein Blut in dir hast.“
„Wer ist Drake?“ wollte ich wissen.
Edward deutete unauffällig auf einen Vampir der sich uns gerade näherte. Er bewegte sich plump wie ein Mensch und war auch nicht so schön wie die anderen Vampire hier. Das Einzige was er mit Edward gemeinsam hatte, war seine blasse Haut. In der Art wie er sich bewegte lag keine Eleganz und er bewegte sich lauter und ungelenker als ich, dabei kam ich mir neben Edward schon ziemlich menschlich vor. Edward machte beim gehen kaum ein Geräusch und bewegte sich mit einer solchen Eleganz, dass es wirkte als würde er schweben, doch all dies war bei dem sich näherndem Vampir eher das Gegenteil. Wäre er ein Mensch gewesen, so hätte man wohl meinen können er