Vampir-Story
bewege sich normal, doch für einen Vampir waren seine Bewegungen ungewöhnlich hölzern und steif.
„Er ist sowas wie der Anführer hier. Draco würde sich im Grabe umdrehen wenn er wüsste, dass er sein Nachfolger geworden ist. Draco war einer der weisesten und stärksten Vampire der je gelebt hat. Drake stammt von ihm ab, aber die Fähigkeiten dieses Herrschergeschlechts verkümmerten, da sie mittlerweile für alles Diener haben. Schließlich ist Drake dabei herausgekommen, er ist das lächerlichste dem ich je begegnet bin, aber niemand hat etwas gegen seine Herrschaft einzuwenden… Die von ihm geschaffen Vampire sind eben solche Missgeburten wie er. Sie arbeiten als Huren um immer neue Opfer an Land zu ziehen, damit der Feine Herr sich nicht selbst zur Jagd aufmachen muss.“ Die Verachtung in seiner Stimme war nicht zu überhören. Drake stellte sich zu uns und Ceredas legte augenblicklich die Ohren an, fletschte die Zähne und ließ ein bedrohliches Knurren hören. Drake wich erschrocken einen Schritt zurück. „Lass gut sein Ceredas. Sitz.“ Sagte Edward und das Tier reagierte sofort, ließ Drake aber nicht aus den Augen.
„Edward mein Lieber, “ begann Drake, „ Ich denke du weißt, dass es dir nicht gestattet ist ohne meine Einwilligung einen neuen Vampir zu schaffen.“
„Und ich denke du Drake, weißt, dass wir beim letzten Angriff der Werwölfe viele Tote hatten und unser Clan um einiges geschrumpft ist.“
„Darum wollte ich dich auch loben. Du hast eine gute Wahl getroffen. Sie ist hübsch. Sie wird einen hervorragenden Köder abgeben.
„Nein.“ Sagte Edward scharf.
„Wie bitte?“
„Du wirst sie nicht bekommen. Ich werde sie ausbilden.“
„Edward, du weißt, dass du auch dafür meine Genehmigung brauchst.“ Er sagte das mit einem so überheblichen Tonfall, dass mich Edwards Reaktion kein bisschen überraschte.
„Du weißt, dass mir deine Meinung scheißegal ist Drake!“ knurrte er und knallte dem verdutzten Drake die Tür vor der Nase zu. Ich hörte Drake noch etwas rufen, dass wie „Das wird Konsequenzen haben!“ klang, dann stapfte er wütend davon.
Keine Sorge er kann nichts mehr daran ändern. Um dich töten zu lassen bräuchte er einen besseren Grund.“ Sagte Edward und kraulte Ceredas hinter den Ohren. „Komm wir gehen und holen dir einen Sarg.“ Edward ging nach draußen und ich folgte ihm. Wir gingen zu einem Haus, dicht bei der Festung. Ein alter Vampir saß in der Hütte und arbeitete offensichtlich an einem Sarg. Als wir eintraten sagte er nur: „da hinten in der Ecke. Nimm dir einen und dann lass mich in Ruhe weiterarbeiten.“
„Komm schon die billigen Teile kannst du vielleicht Drake verkaufen aber nicht mir. Da fällt doch überall das Licht rein wenn die Tür offen ist.“ Sagte Edward. „Oh Edward du bist’s! Entschuldige aber ich dachte es wäre schon wieder eine von Drake’s Weibern.“ Sagte er ohne von seiner Arbeit aufzuschauen. „Warte einen Moment dann hol ich dir einen. Was hast du mit deinem alten gemacht? Ist er kaputt?“
„Tom du alter Esel! Mach doch mal die Augen auf! Der ist nicht für mich!“ Tom schaute überrascht auf und schaute mich an, dann legte er den Sarg zur Seite und erhob sich. „Oh! Und du bist?“ fragte er an mich gewandt. „Tom, das ist Anna, Anna, das ist Tom“ antwortete Edward an meiner Stelle. Woher wusste er eigentlich wie ich hieß? Ich hatte mich nie vorgestellt. Aber das war wohl auch wieder etwas was er in meinen Gedanken gelesen hatte… „Und sie ist deine Schülerin nehme ich an?“ unterbrach Tom meine Gedanken. Edward nickte. „Ich denke für deine Größe habe ich einen Schönen.“ Mit diesen Worten verschwand Tom in ein Nebenzimmer und kam kurze Zeit später mit einem Sarg wieder heraus. Er war schwarz mit einem großen, silbernen Kreuz auf dem Deckel und mit rotem Samt ausgelegt. Zweifellos ein schöner Sarg, besonders verglichen mit den Särgen in der Ecke die offenbar für Drakes Vampirinnen bestimmt waren. Aber trotzdem konnte ich mich nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden darin zu schlafen. Ich hatte schon immer Angst davor gehabt lebendig begraben zu werden, andererseits war diese Angst ziemlich unsinnig. Schließlich würde ich ja nur darin schlafen, nicht begraben werden. Edward begutachtete den Sarg von allen Seiten und nickte zufrieden. „Gute Arbeit Tom, danke für deine Hilfe.“ Sagte er nur und schulterte den Sarg um sich mit ihm auf den Weg zu seiner Hütte zu machen. Ich hetzte ihm nach und rief noch ein „Dankeschön und auf Wiedersehen!“ über die Schulter zurück, doch Tom war bereits wieder in seine Arbeit vertieft und hatte es augenscheinlich gar nicht mitbekommen. In der Hütte angekommen stellte Edward meinen Sarg direkt neben seinen. Er warf einen Prüfenden Blick aus dem Fenster, seufzte resigniert und schloss die Tür. „Wir haben zu lange für den Weg gebraucht, heute werden wir nichts mehr schaffen.“ Sagte er und öffnete den Deckel zu seinem Sarg. „und schlaf nicht wieder so lange wie letzte Nacht!“ fügte er noch hinzu, bevor er in seinem Sarg verschwand und den Deckel schloss. Ceredas rollte sich neben Edwards sag zusammen und schaute mich interessiert an, als ich ebenfalls zu meinem Sarg ging und mich hinein legte. Sobald ich den Sarg geschlossen hatte, hörte ich ein knurrendes Geräusch von Ceredas, ähnlich einem seufzen und ein „rums“ als er sich auf den Boden fallen ließ.“ Na dann gute Nacht.. .äh guten Tag euch allen dachte ich noch und schlief ein.
Die nächste Nacht wurde ich von einem lauten klopfen auf meinem Sargdeckel geweckt. Mit einem unwilligen laut öffnete ich den Sarg und erhob mich. Edward war anscheinend schon fit wie immer und konnte es wohl kaum erwarten aus dem haus zu kommen. Er stand an der Tür und schaute mich wartend an. Ich schleppte mich müde zur Tür. „Hast du Durst?“ fragte er. „Ja…“ antwortete ich. Ich wollte eigentlich nicht schon wieder töten, aber trinken musste ich trotzdem. „Gut, dann gehen wir erst jagen.“ Edward machte sich auf den Weg zu der höhle durch die wir gestern gekommen waren. Ich trabte ihm müde nach. Er hatte mich ganz eindeutig vieeel zu früh geweckt. Wir brauchten gut eine halbe Stunde bis wir ein kleines Dorf erreichten. „Muss ich wirklich Blut trinken?“ fragte ich. „Ich meine Menschenblut?“ „Ja. Wenn du stärker werden willst schon. Menschliches Blut ist für einen Vampir ein natürliches Nahrungsmittel. Von Tierblut kannst du dich nicht lange ernähren. Vielleicht vier Wochen, länger nicht, sonst wirst du schlapp und kommst gar nicht mehr aus dem Sarg“ grinste er. „Aber muss ich sie t-töten?“ Fragte ich. „Nein.“ Puh! Das war wenigstens etwas! „So und jetzt los mit dir, sonst kommen wir heute gar nicht mehr nach hause.“ Ich sprang mit einem Satz über den Zaun, in den Garten. Einen Moment lang lauschte ich, es war alles still. Leise und zügig suchte ich nach einem offenen Fenster. Edward folgte mir, lautlos wie immer. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass er sich direkt hinter mir befand, hätte ich ihn nicht bemerkt. Da war ein Fenster offen, aus dem inneren des Zimmers war schnarchen zu hören. Ich drehte mich zu Edward um. „Und was jetzt?“ wollte ich wissen. „Du kannst nicht rein, also musst du ihn rausholen.“
„und wie?“
„Lass dir was einfallen.“
„Wie hast du das mit meiner Schwester gemacht?“ mir war gerade eingefallen wie er sie per Hypnose wieder ins Bett geschickt und ihr falsche Erinnerungen eigeflüstert hatte.
„Konzentrier dich auf seine Gedanken.“ Flüsterte Edward.
Ich schlich näher an das Fenster heran und schaute ins Innere. Der Mann, der ausgestreckt auf der Couch lag, war augenscheinlich allein. Ich tat wie mir geheißen und fand mich zu meinem Erstaunen, wirklich bald in seinen Träumen wieder. Rasch wechselnde Szenen aus dem Alltag ohne irgendeinen bestimmten Inhalt oder Sinn. „Jetzt sprich zu ihm.“ Hörte ich Edward neben mir flüstern. Ich dachte die Worte nur, sprach sie jedoch nicht aus. „Im Garten hast du ein Kind weinen gehört. Geh hin und sieh nach was los ist.“ Er schien es wahrgenommen zu haben, denn er wachte auf, und ging zur Tür. Ich war ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt davon, dass es so gut geklappt hatte. Schnell flitze ich zur Tür und wartete darauf, dass der Mann erscheinen würde. Ich schaute kurz zu Edward. Er stand etwas entfernt, versteckt hinter einem Busch. Wenn der Mann aus der Tür treten würde, könnte er ihn nicht sehen. Edward nickte mir aufmunternd zu und da trat der Mann auch schon nach draußen. Ich stand neben der Tür, er hatte mich nicht gesehen. Doch ich konnte mich nicht überwinden ihn anzugreifen. Doch dann hörte ich sein herz wieder so unnatürlich laut klopfen, und sein Blut durch seine Adern rauschen und ich fühlte wieder dieses Verlangen nach seinem Blut, wie schon bei meiner ersten Jagd und noch bevor er auch nur einen Schritt machen konnte, warf ich mich auf ihn und schlug meine Zähne in seinen Hals. In gleichmäßigen Strömen schoss das warme Blut hervor. Ich trank und nahm nur am Rande war, dass sein Herz immer langsamer schlug. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich ihn töten würde, wenn ich auch nur noch etwas mehr trinken würde. Der Mann war bereits bewusstlos. Ich hörte auf zu trinken, rutschte ein Stück zurück und wischte mir das Blut aus den Mundwinkeln. „Edward“ flüsterte ich. „Edward was soll ich tun?“ „bring ihn rein.“ Lautete die Antwort. Also schleppte ich den Bewusstlosen wieder zurück ins Haus und legte ihn auf das Sofa. „Und jetzt lass ihn vergessen.“ Hörte ich Edwards Stimme hinter mir. Ich konzentrierte mich wieder auf den Mann. Dieses Mal war es viel schwerer in seine Gedanken einzudringen. Dennoch gelang es mir schließlich ihn davon zu überzeugen, dass er die ganze Nacht über nicht aufgestanden war. Nachdem mir Edward versichert hatte, dass der Mann auch