Verführerische Annäherung!

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Warum Ich?

Kapitel 1: Warum Ich?

Vor 5 Monaten:

Es war früher Abend und alle saßen bei Tisch und aßen genüsslich, als es plötzlich an der Tür klopfte. Nefertiris Vater stand auf und öffnete sie. Alle Blicke wanderten zur Tür.

Es waren die Wachen des Pharaos. Normalerweise würden sie nie bei irgendwelchen unbedeutenden Leuten aus dem kleinen Dorf anklopfen, außer es war etwas sehr wichtiges. Oder aber, es war etwas schreckliches passiert. “Was kann ich für euch tun, hohe Wächter des Pharaos?”, fragte mein Vater und verbeugte sich kurz.

Das musste jeder machen, wenn nicht wurden ihm schmerzvolle Strafen erteilt, an denen man sich wünschte nie geboren worden zu sein. Und das alles wegen diesem Pharao. Zwar ist dieser sehr jung, der jüngste seiner Zeit, aber das war trotzdem nicht nötig, fand zumindest Nefertiri.

Die Wachen betrachteten ihren Vater und dann glitt ihr Blick zu der restlichen Familie. Dabei blieb der Blick auf Nefertiri hängen. Sie ahnte schon etwas schlimmes und hielt die Luft an.

“Wir haben den Befehl, Sie und Ihre älteste Tochter in den Palast zu bringen.”, sagte der erste und zeigte mit dem Finger auf sie. Nefertiri schrak ein wenig zurück und wusste nicht, warum sie und ihr Vater in den Palast müssten. Sie blickte ihren Vater an. Hatte er etwas schlimmes gemacht? Doch seinem Blick nach zu urteilen, schien er genauso überrascht wie sie alle.

Die Wache wurde ungeduldig und sagte: “Na los! Beeilen Sie sich. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.” Somit hatten sie keine andere Wahl und Nefertiri stand auf.

Mit einem letzten Blick zu ihren beiden Schwestern und ihrer verwirrten Mutter ging sie mit ihrem Vater und den Wächtern zu Palast. Sie ahnte nicht, dass sie sie für eine sehr lange Zeit nicht sehen würde.

Dort angekommen wurden sie zum Thronsaal geführt und schließlich alleine gelassen. Nefertiri staunte nur über die überdimensionale Größe des Raumes. Es war mindestens so groß wie das größte Feld Mais, das sie besaßen. Noch mehr staunte sie über die wunderschönen Verziehrungen.

Als sie nach vorne blickte sah sie den Thron.

Selbst die Götter würden neidisch auf diesen sein. Und alles war in Gold gehalten. Klar, wenn man Pharao war.

Apropos Pharao: Eine riesige Tür wurde auf der anderen Seite des Saals schwungvoll geöffnet und der Pharao kam elegant auf sie zu. Nefertiri wusste, dass der Pharao jung war, aber das er so jung war, hatte sie nicht geglaubt.

Er war mindestens so alt wie sie. Und sie war sechzehn. Für so ein Alter hatte man genug Probleme und da auch noch ein Königreich regieren? Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen.

Er war ziemlich Königlich gekleidet, hatte aber keine Krone. Als er ummittelbar vor ihnen stand verbeugten sie sich tief.

“Bitte. Ihr müsst euch nicht vor mir verbeugen.”, sagte er und Nefertiri erkannte, dass er eine sehr sanfte Stimme hatte. Also hob sie ihren Kopf, tat es somit ihren Vater nach, und sah dem Pharao direkt in die Augen.

Er hatte rote Augen. Genauer betrachtet hatte er blutrote Augen. Das beängstigte sie ein wenig doch sie ließ es sich nicht anmerken. Er sah sie auch sehr lange an und er grinste frech.

Schlagartig wurde sie rot um die Nasenspitze und senkte ihren Blick.

“Gott, wieso werde ich rot? Das war so peinlich und er hatte es gesehen. Verdammt.”, dachte sie, doch ihre Gedanken wurden unterbrochen, als ihr Vater den Pharao fragte, weswegen er sie herbestellt hatte.

Der Pharao unterbrach den Blickkontakt und sah ihren Vater freundlich an.

“Wir müssen etwas besprechen. Kann ich Sie für einen Moment unter vier Augen sprechen?”, fragte er. “Selbstverständlich, hoher Pharao.”, sagte ihr Vater und sah Nefertiri mit einem Blick an, der bedeuten sollte, dass sie die beiden kurz alleine lassen sollte.

Das tat sie auch und verbeugte sich somit tief und ging aus dem Saal hinaus. Vor der Saaltür sah sie ein paar Stühle und setzte sich kurzerhand auf einen. Sie wusste nicht, was die beiden zu besprechen hatten, aber es hatte etwas mit ihr zu tun. Da war sie sich ganz sicher.

Nicht einmal fünf Minuten später wurde die Tür wieder von innen geöffnet. Sie stand auf und sah ihren Vater fragend an. Ihr Vater blickte sie traurig an und sie bemerkte, dass er einen großen, braunen Geldbeutel in der Hand hatte.

Sie sah ihn wieder an und stockte. Hatte er etwa Tränen in den Augen. Das bedeutete nichts gutes und sie spürte, wie sie leicht zu zittern begann. Sie wollte so schnell wie möglich nach Hause und wieder etwas essen und so tun, als ob nichts gewesen wäre.

Doch zu dem kam es nicht.

“Nefertiri”, begann ihr Vater zu sprechen “Es fällt mir sehr schwer, dir das zu sagen, aber…du wirst für den Pharao tanzen.”

Sie atmete erleichtert aus und stutzte.

Tanzen? Sie musste nur für ihn tanzen? Dann wäre das kein Problem. Sie hatte für viele Männer getanzt und viel Geld damit verdient. Sie tanzte einfach, das war ihr Leben, sie liebte es. Und sie wusste, dass sie die Beste war auf ihrem Gebiet.

Nefertiri sah ihn verwirrt an. Da war sicher noch etwas und das was sie hören sollte, würde ihr ganzes Leben verändern.

“Naja…du wirst in diesem Palast leben…für immer.”, sagte ihr Vater traurig als er ihren Blick bemerkte.

Schock.

Genau dieses Gefühl hatte Nefertiri in diesem Moment. Sie sollte bei diesem Pharao in diesem riesigen Schloss wohnen? Und das für immer? Warum? Warum sie?

Doch sie konnte nicht weiterdenken, da sie ihr Vater aus den Gedanken holte. “Er will, dass du für immer für ihn tanzt und am Anfang wollte ich dich nicht hergeben. Schließlich bist du meine älteste und liebste Tochter. Aber dann hatte er mir diese riesige Summe versprochen.”, er zeigte auf den Beutel.

“Und das ist nicht einmal ein Viertel davon. Außerdem bekommen wir alles, was uns fehlt und was wir wollen…Ich konnte es einfach nicht abschlagen, meine geliebte Tochter. Ich hoffe, du vergibst mir irgendwann.”

Das waren die letzten Worte ihres Vaters. Er wendete sich von ihr ab, ging und ließ sie allein.

Sie war zutiefst schockiert und bewegte sich nicht. Tja, soviel war sie wert.

Aber ihrer Familie würde es gut gehen, sogar sehr gut. Und wollte sie das nicht? Sie wollte ihre Familie glücklich sehen. Und das ging nur mit viel Geld. Geld regiert die Welt, dachte sie seufzend. Sie waren zwar nicht die Ärmsten, aber auch nicht die Reichsten.

Ihr Vater war einfacher Bauer und ihre Mutter Hausfrau. Ihre Schwestern halfen ihr beim Haushalt und Nefertiri verdiente Geld mit Tanzen. Sie alle konnten gut damit leben und sich über Wasser halten. Aber das war wohl nicht genug.

Plötzlich bahnten sich erste Tränen über ihre Wangen und schließlich fing sie still zu weinen an.

Eine ganze Weile verharrte sie in dieser Position, bis sich wieder einmal die Tür öffnete. Schnell wusch sie sich mit der Hand die Tränenspuren weg und sah zur Tür.

Der Pharao stand dort und musterte sie. Es war ihr sehr unangenehm, doch sie vermied sich irgendetwas zu sagen. Stattdessen blickte sie wieder direkt in seine Augen.

Schon zum zweiten Mal.
In ihnen spiegelten sich Interesse und Neugier.

“Ich weiß, dass es sehr schwer ist, aber ich glaube, du würdest dich bei mir besser fühlen. Natürlich werde ich, wie versprochen, deiner Familie Geld und alles andere zukommen lassen, aber dafür will ich, dass du für mich tanzt.”, sagte er in einem ihr undefinierbaren Ton.

Er kam langsam auf sie zu und mit jeden Schritt , mit dem er ihr näher kam, weichte sie zurück bis sie die Wand an ihrem Rücken spürte. Und als er ihr ganz nah war hielt sie die Luft an.

“Ich will, dass du nur für mich tanzt.”, hauchte er ihr ins Ohr und sie bekam eine leichte Gänsehaut. Sie spürte, wie sämtliches Blut in ihren Kopf schoss und wie sie tomatenrot wurde.

Ihr wurde sehr heiß, obwohl er sie nicht berührte, fühlte sie die Wärme von seinem wohl geformten Körper. Sie fragte sich, ob ihr Gehirn noch in Takt war, weil sie sich körperlich nicht mehr unter Kontrolle hatte.

Ihr fiel wieder ein, dass sie atmen musste, holte wieder Luft, um nicht zu ersticken, aber bewegte sich nicht. Er roch so gut, stellte sie seufzend fest.

Wieso seufzt sie eigentlich die ganze Zeit? Vielleicht war das alles hier irgendein Traum, aus dem sie gleich erwachen würde und feststellen wird, dass alles beim alten ist.

Doch wenn es ein Traum wäre, dann würde sie doch die Hitze von seinem Körper und den guten Duft nicht spüren. Doch sie spürte ihn, ganz deutlich. Er zog sich ein wenig zurück und sah in ihre Augen. Erst jetzt hatte sie gemerkt, dass er ziemlich gut aussah.

Schwarze, schulterlange Haare und manche Strähnen kitzelten ihn an den Augen, das Gesicht war so makellos rein und schön, dass man wirklich hätte meinen können, er sei aus einer Prinzen-Geschichte herausgesprungen.

Dann war da noch der Körper, so perfekt wie kein anderer. Machte er irgendeine Sportart? Über den plötzlichen Gedanken etwas verwirrt, schüttelte sie innerlich den Kopf.

Sie hob den Kopf hoch und sah wieder in sein Gesicht, welches leicht lächelte. Dann waren da auch noch die Augen. Diese faszinierten sie am Meisten.

Sie hob die Hand und wollte ein paar störende Strähnen aus seinem Gesicht zurückstreifen, doch dann hielt sie mitten in der Bewegung inne.

Sie fühlte sich auf einmal anders. Ihr wurde auch etwas klar. Durch ihn konnte sie ihre Familie nicht mehr sehen. Und das tat ihr sehr weh. Sie konnte nie wieder mit ihren Geschwistern spielen oder sie trösten, wenn sie sich wehgetan hatten.

Ihre Eltern würden sicher wieder neue Kinder haben wollen und sie würde vergessen werden. So, als ob sie nie existiert hätte.

Sie spürte plötzlich Hass und Wut in sich aufsteigen. Diese Gefühle konnten nicht erdrückt werden, dafür