Wenn die Liebe zuschlägt,...
Übernachtungs-Party
Übernachtungs-Party
Das schrillte Klingeln des Weckers durchschnitt den frühen Morgen. Träge lugte eine Hand aus einer Decke und schlug auf das nervige Gerät. Ein Seufzen erklang, dann wurde der Stoff zurückgeschlagen und ein dunkelbraunhaariges Mädchen mit zersausten Haaren sprang von der Schlafmatte auf. Gähnend schlurfte sie ins Bad und von dort dann wieder zurück. Sie zog sich ihre Sachen an und nahm auf dem Weg zur Tür ein Stück Brot. Kauend schloss sie die Tür ab. Das Brot wurde zwischen die Zähne geklemmt, während sie sich ihre beiden Zöpfe machte. Wenig später stand sie schon am Treffpunkt und lehnte sich gegen den einzigen Baum an der Straße. Ein Keuchen kam näher. Sie schüttelte genervt den Kopf.
„Lee! Musst du immer so übertreiben?“, fragte sie und blickte in seine Richtung.
Der Angesprochene stoppte vor ihr und rannte auf der Stelle. „Guten Morgen, Tenten! Ich wärme mich gerade auf. Warum machst du nicht mit?“
„Weil ich nicht so verrückt bin wie du!“
Lee begann seine Arme zu dehnen. Tenten seufzte nochmal und kontrollierte noch einmal ihre Waffen. Leise Schritte stoppten neben ihr. Sie wusste wer es war, ohne aufzusehen.
„Morgen, Neji.“
„Morgen“, murmelte der Hyuga.
Wie immer ließ die tiefe Stimme von ihm einen wohligen Schauer über ihren Rücken laufen. Tenten hatte es gleich, als sie es gemerkt hatte, aufgegeben sich etwas vorzumachen, das es mit ihr und ihm klappen könnte. Nie ließ er jemanden an sich ran, nicht einmal Hinata, damit sie ihm nur kurz an der Schulter berührte, um ihm etwas zu sagen. Einfach niemanden. Tenten steckte seufzend ihre Waffen in die Taschen zurück und sah Lee beim Aufwärmen zu.
„1028...1029...1030...“, zählte er herunter, während er Kniebeugen machte.
Eine Staubwolke näherte sich ihnen. Sensei Gai raste grinsend auf sie zu und stoppte gerade noch knapp vor Lee.
„Lee! Du bist ein wahrer Musterschüler!“, rief er stolz aus.
Lee sprang auf und salutierte. „Vielen Dank! Sensei Gai!“
Gai sah sich um und entdeckte seine anderen beiden Schüler. „Sehr gut. Dann gehen wir weiter zum Trainingsplatz! Heute gibt es ein extra schönes Training!“
Sofort stöhnte Tenten innerlich auf. Sie verabschiedete sich schon mal von ihren gesunden Muskeln und ihren Knochen. Miesmutig folgte sie den anderen. Während sie ganz hinten ging, betrachtete sie Neji. //Sein langes Haar passte total gut zu ihm... Und seine Kleidung betont noch alles!// Sie seufzte. Es war hoffnungslos. Vielleicht war es an der Zeit, sich jemanden anderen zu suchen. Aber alle waren viel jünger als sie! Aber was war mit diesem Kankuro aus Suna-Gakure? Möglicherweise könnte es klappen. Tenten schlug sich leise auf die Stirn. Auf so etwas Blödes konnte aber auch nur sie kommen! Schluss damit! Sie hakte Neji in Gedanken widerwillig ab und schwor sich, als alte Jungfer zu sterben. Wenn nicht er, dann keiner. Zufrieden nickte sie, himmelte aber gleich darauf Neji wieder an. Am Trainingsplatz wurden ihr die Gedanken sogleich ausgetrieben. Sie musste mit Gai kämpfen. Sein ganzes Aussehen kotzte sie an, aber sie riss sich zusammen und griff ihn mit voller Kraft an. Diabolisch schlichen sich wieder Liebesgedanken in ihren Kopf. Wieso musste Neji mit diesem kalten Nerv-mich-nicht-denn-ich-kann-dich-nicht-ausstehen-Blick ansehen? Warum sagte er nie etwas Nettes zu ihr? Er betrachtete sie nur als Teamkameradin, nichts weiter. Nicht als irgendein Mädchen, nein, nicht mal das! Wütend schlug Tenten mit einer mächtigen Keule auf ihren Sensei ein, der sich gerade noch so ducken konnte. In ihrem Zorn glaubte sie, dass sie gegen Neji kämpfte und dass er sie kalt und abwertend ansah. Sofort raste ein Morgenstern auf den eingeschüchterten Gai zu. Mit einem wütenden Schrei zog ihm Tenten eins von hinten mit einem Baseballschläger drüber. Der verwirrte Sensei schlug am Boden auf und rieb sich die Beule am Hinterkopf. Tenten holte zum alles vernichtenden Schlag aus, als Gai aufsprang und sie widerlich angrinste. Sofort wurde ihr übel und sie erinnerte sich, wen sie da wirklich vor sich hatte.
„Tenten! Das war perfekt! Das nächste Mal lasse ich die gegen Lee kämpfen oder sogar gegen Neji! Du machst Riesenfortschritte!“, rief er glücklich vor übermäßigen Stolz aus.
Lee und Neji hörten das und hielten in ihrem Tun inne. Verwundert sah Lee zu den beiden rüber, strahlte dann über das ganze Gesicht und lief auf Tenten zu.
„Das ist ja wundervoll! Ich hab schon immer gewusst, dass Tenten mehr drauf hat, als sie zeigt!“
Tenten überforderte die Aufmerksamkeit der beiden und ihre Schleimerei. Sie wich mit leicht erhobenen Händen zurück.
„Schon gut, Jungs. Beruhigt euch wieder, das war pures Glück.“
Aber die beiden wollten nicht aufhören und Gai bot ihr sogar an, einen Trainingsanzug, wie den von Lee, ihr zu schenken. Neji stand abseits mit verschränkten Armen und sah ungeduldig in den Himmel. Typisch! Der Hyuuga wollte nicht mal ihre Fortschritte anerkennen! Dafür hasste Tenten ihn ein kleines bisschen mehr, aber nur ein kleines bisschen, das morgen sicher wieder verraucht war. Endlich konnten sie wieder weitertrainieren. Dann zu Mittag durften sie aufhören. Tenten seufzte ausgiebig und ging Richtung Dorf. Allein, wie jedes Mal. Ihre beiden Teamkollegen wollten noch eine Weile trainieren. Auf halben Weg zu ihrer Wohnung, traf sie Hinata.
„Tenten! Gut, dass ich dich treffe!“
Die Braunhaarige lächelte ihr zu und blieb vor ihr stehen. „Was gibt es?“
„Würdest du heute bei mir übernachten? Ich würde nämlich so gerne eine Übernachtungs-Party machen! Nur wir Mädchen...“ Hinata spielte schüchtern mit ihren Fingern.
Tenten war einverstanden und ging dann gleich zu sich nach Hause, um sich zu duschen. Dann packte sie ihre Schlafsachen in ihre Tasche und schärfte ihre Waffen. Als es dann Abend wurde lief sie zum Hyuuga-Anwesen. Hinata öffnete ihr und führte sie in ihr Zimmer, wo schon Sakura, Ino und Temari warteten. Sie quatschen über alles Mögliche und kamen schließlich auf das Thema ‚Jungs und Liebe’ zu sprechen. Sofort plusterten sich Ino und Sakura über ihre Liebe zu Sasuke auf. Sie stritten sich ein paar Stunden lang, wer ihn mehr liebte, als sie dann in ein schmollendes Schweigen verfielen.
„Ich glaub, wir wissen alle, in wen Hinata ist“, sagte Tenten, um das Schweigen zu brechen.
Sofort grinsten alle die Hyuuga an, die knallrot wurde.
„Naruto ist echt ein Penner, dass er das nicht merkt“, rief Sakura.
„Nein... Naruto ist schon in Ordnung...“, nuschelte die Blauhaarige.
Das Thema war abgehakt, da sie eh nicht mehr aus ihr rausbekommen würden. Jetzt sahen alle zu Temari.
„Was seht ihr mich an? Für mich gibt es niemanden, außer meinen heiß geliebten Fächer.“
Und sofort wandten sich alle zu Tenten um. Unruhig fuhr sie über die Maserung des Bodens, als auch schon die Fragen auf sie bombardiert wurden. Wer war es? Sieht er gut aus? Wie sieht er überhaupt aus? Kommt er überhaupt von hier? Wie heißt er? Und so weiter und sofort. Tenten behielt eisiges Schweigen. Als die anderen Mädchen sie dann am Boden festnagelten und Ino begann, mit einer Feder ihre Füße zu kitzeln, wurde es zuviel.
„Okay! Okay! Ich sag’s ja schon!“, prustete Tenten.
Endlich ließen die anderen von ihr ab und warteten, dass sie sich wieder beruhigt hatte. Tenten setzte sich keuchend auf. Dann holte sie tief Luft.
„Es ist...naja...“Tenten zog den Kopf ein und nuschelte ziemlich leise: „Neji.“
Temari, die neben ihr saß, hörte es aber trotzdem. „Ihr Cousin?!“, fragte sie und zeigte aufgeregt auf Hinata.
„Sei still! Sonst hört er es noch!“ Tenten stürzte sich auf die Blondine und hielt ihr den Mund zu.
Alle kicherten aufgeregt. Ino schlug ihre Faust in ihre andere Hand. Sie strahlte begeistert.
„Wie wäre es, wenn wir uns jetzt unsere Pyjamas anziehen und Flaschen-drehen spielen?“
Sofort waren alle dabei. Tenten zog sich ihre sündhaft kurzen Hotpants an und ihr Top, das bauchfrei war und nur Träger hatte. Ino bewunderte ihre schönen langen Beine.
„Wenn ich solche hätte, dann würde Sasuke mich mehr beachten!“
„Ach was! Er steht überhaupt nicht auf Blondinen!“, rief Sakura empört.
Hinata holte eine Flasche hervor und die beiden Streithühner wurden sofort ruhig. Sie begann auch sogleich zu drehen. Die Flasche zeigte auf Temari.
„Okay... Du musst... Hmmm... Ja! Stell dich in den Innenhof und singe die erste Strophe von unserer Reichshymne!“
„Die kann ich aber nicht!“, versuchte sich Temari herauszuwinden.
„Dann halt die von Windreich!“
Seufzend gab Temari auf und ging hinaus. Die anderen Mädchen lugten durch einen Spalt zu ihr raus. Die Kunoichi aus Suna stellte sich in die Mitte des Hofes und holte tief Luft. Dann sang sie so laut und deutlich wie sie nur konnte, die Hymne des Windreiches. Die anderen prusteten laut los. Als dann auch schon die Gequälte mir hochroten Kopf wieder im Zimmer war, lachten sie immer noch. Schmollend drehe Temari die Flasche. Diesmal zeigte sie auf Ino.
„Gut... Mal sehen...“, grinste sie fies. „Du klopfst jetzt bei Neji an und sagst genau das: ‚Lieblicher Schwachkopf! Dein Rosenatem stinkt mir, aber ich liebe dich mit meinen ganzen knackigen Hintern!’“
Verwirrt sahen alle Temari an.
„Was?“, fragte Ino schließlich. „Was sollte das?“
„Genau das! Mach es oder du bekommst die Strafe!“
Ino sprang auf und stolzierte mit erhobenem Kopf heraus. Die anderen folgten ihr. Plötzlich blieb die Blonde stehen.
„Sag mal, Hinata, wo schläft dein Cousin eigentlich?“
Hinata führte sie grinsend an. Sie blieb hinter einer Ecke stehen und zeigte auf eine Tür. Während Ino darauf zuging, versteckten sich die anderen hinter der Ecke. Leise klopfte Ino, dann etwas lauter. Man hörte die Tür aufgehen und eine schläfrige und genervte Stimme von Neji antwortete Ino.
„Was willst