Wenn die Liebe zuschlägt,...
du?“, fauchte er sie an.
Ino räusperte sich. „Lieblicher Schwachkopf! Dein Rosenatem stinkt mir, aber ich liebe dich mit meinen ganzen knackigen Hintern!“, rief sie laut und rannte dann schnell weg.
Sakura fiel prustend hinter der Ecke hervor und kugelte sich. Hinata und Temari packte sie an den Beinen und schleiften sie zurück ins Zimmer. Tenten schlug die Tür zu und wischte sich eine Lachträne weg. Sogar Ino kicherte.
„Ihr hättet seinen Gesichtsausdruck sehen sollen! Wie belämmert er drein geguckt hat!“
Mit einem zufriedenen Lächeln setzte sie sich und drehte. Und der Flaschenhals zeigte auf Tenten.
„Okay, gut... Du gehst um Mitternacht durchs Haus und...und rufst: ‚Mein BH! Wo ist nur mein BH?’“
Tenten sah sie vernichtend an. „Nie und nimmer!“
„Dann bekommst du die Strafe!“
„Okay, okay, ich mach es.“
Die Strafe war nämlich, nackt durchs Haus zu laufen und nach dem BH zu schreien. Generell war es so: Wer was nicht machen will, wird von den anderen gezwungen es nackt zu machen und das klappte dann auf jeden Fall. Alle sahen auf die Uhr. Fünf Minuten noch. Tenten drehte gleich mal. Hinata.
„Du stellst dich in den Innenhof und rufst: ‚Naruto! Beeil dich! Naruto!’“
Hinata wurde rot, tat es aber tapfer. Ein Licht ging an, ein Fenster wurde aufgeschoben und ihr Vater sah zu ihr herunter.
„Was? Du hast einen Jungen mitgebracht? Ich hab dir doch verboten, dass zu tun!“
„Vater!... Es ist nicht so wie du denkst! Wie haben nur Flaschen-drehen gespielt!“
Tenten eilte zu ihr hinaus und bejahte alles. Das hatte noch gefehlt, dass Hinata Hausarrest bekommen würde und Naruto eine Trachtprügel, die er nicht verdient hatte. Im Zimmer sahen dann alle gespannt zu Tenten.
„Okay, aber warten wir erst, dass Hinatas Vater wieder eingeschlafen ist. Sonst fliegen wir alle noch hochkantig raus.“
Murrend akzeptierten alle die Forderung. Zehn Minuten später schlüpfte Tenten aus dem Zimmer und begann durchs Haus zu laufen. Tief holte sie Luft und begann nach ihrem BH zu schreien. Nur noch um zwei Ecken, dann hatte sie es geschafft. Doch plötzlich ging eine Tür auf und ein entnervter Neji trat heraus. Tenten bremste gerade noch rechtzeitig.
„Was soll der Lärm?“, zischte er.
„Ich...ähm...Wir haben nur Flaschen-drehen gespielt...“, nuschelte sie.
„Bist du nicht zu alt dafür?“
„Na und? Es macht Spaß!“
„Ach, es macht Spaß mich mitten in der Nacht zu wecken, nur um mich zu nerven?!“
So betrachtet... Tenten reagierte über. Immer musste er meckern.
„Ja, du Eisklotz! Macht es! Aber du verstehst das ja nicht! Du weißt ja nicht einmal was Spaß ist!“, schrie sie ihn an.
„Ach, ja?!“, rief er.
„Ja!“
Beide starrten sich kalt an. Dann musterte Neji sie plötzlich und zog eine Augenbraue hoch. Unwohl verschränkte Tenten die Arme und überkreuzte ihre Beine. Es war verdammt kalt hier draußen auf dem Gang. Sie rieb sich über die Arme, während der Hyuga sie weiter kalt anstarrte. Tenten nutze die Gelegenheit aus und musterte ihn. Und zu ihrem Entsetzen stellte sie spät fest, dass er nur eine lange schwarze Hose trug und seine Haare offen in sein Gesicht fielen. Ein unwiderstehlicher Anblick. Ihre Augen blieben auf dem Siegel auf seiner Stirn hängen, wanderten aber wieder zurück zu seinen Augen. Schließlich gab sie sich einen Ruck und ging langsam an ihr vorbei. Nejis Augen folgten ihr. Sie schluckte begann zu rennen und schrie lautstark nach ihrem BH. Prustend stürmte sie ins Zimmer, wo die anderen sie besorgt ansahen.
„Was hat das denn so lange gedauert?“, fragte Sakura.
„Neji.“
Alle sahen sie geschockt und neugierig an und Tenten begann zu erzählen.
Neji starrte Tenten immer noch nach, obwohl er sich ohne sein Byakugan nicht mehr sehen konnte. Was sollte das jetzt schon wieder? Warum war sie plötzlich davon gelaufen und hat dieses dumme Geschrei von sich gegeben? Kopf schüttelnd ging er zurück in seinen Raum. Mädchen! Versteh sie doch mal einer! Seufzend ließ er sich auf seiner Schlafmatte nieder. Aber in ihrem Schlafanzug hatte sie gut ausgesehen, musste er zugeben, besonders weil ihre Haare offen waren und richtig niedlich zersaust durch die Gegend gestanden hatte. Neji gab ein ‚Ts’ von sich und drehte sich auf die andere Seite. Niedlich! Ja, klar, Tenten. Als ob die jemals niedlich aussehen könnte oder schön! Mit ihren vielen Waffen und den komischen Zöpfen. Und erst ihre Kleidung! Die schwache und nicht mal im Entferntesten gut aussehende Tenten. Doch der Gedanke an sie ließ ihn nicht los. Wie sie ihn angesehen hatte! Ganz normal, aber dann... Sie hatte auf sein Siegel gestarrt und er wusste, was sie gedacht hatte. Ein Nichtsnutz und Versager war er! Und sicher tuschelten die Mädchen in Hinatas Zimmer darüber. Zornig setzte er sich wieder auf, drehte sich in Richtung Hinatas Zimmer und aktivierte das Byakugan. Ein Mädchen kämmte sich die Haare, während eines schon schlief. Zwei redeten miteinander. Und da war Tenten... Sie las. Aber nicht das Buch, das sie hielt, sondern einen Brief, der zwischen zwei Seiten lag. Sie schien traurig zu seufzen. Mit einem Ruck klappte sie es zu und legte es weg. Wenig später ging das Licht aus und alle schliefen. In Neji erwachte mit einem Mal eine riesige Neugier. Leise schlich er zum Zimmer der Mädchen und schlüpfte hinein. Hinata bewegte sich. Sofort stockte Neji der Atem und er lauschte. Nein, sie schlief. Vorsichtig schritt er auf Tentens Sachen und zog das Buch hervor. Noch einmal lauschte er. Nein, niemand war wach. Schließlich öffnete er es und fand schnell den Brief. Er nahm ihn und legte das Buch zurück. Dann schlich er sich wieder zurück. In seinem Zimmer zündete er eine Kerze an und musterte das Papier. Es war von höchster Qualität und duftete nach Zimt. Er griff in den Umschlag und zog den Brief hervor. Kurz zögerte, dann begann er zu leise zu lesen.
„Liebste Tenten,
ich hoffte, dir geht es wunderbar. So wunderbar wie mir, wenn ich nur an dich denke. Die Warterei zerfrisst mein Herz. Ich halt es kaum aus, dich nicht zu sehen. Aber nicht mehr lange und mein Auge wird wieder deine Schönheit erblicken. Ich hab unlängst mit deinem Vater gesprochen und er hat unserer Verlobung zugestimmt. Liebliche Tenten, ich hoffe du freust dich auch so sehr wie ich! Ich werde dich mehr als nur glücklich machen und wir beide werden in der prächtigsten Villa wohnen, die je gebaut worden ist. Ich liebe dich!
Dein sich in Sehnsucht verzehrender...“
Neji stockte. Wie abscheulich war das hier? Zum Glück hatte er nicht die lauschende Sakura bemerkt, die eigentlich auf dem Weg zum Klo war. Still und leise schlich sie davon. Neji starrte immer noch angewidert auf den Brief. Wer wohl der Absender war? Er las die Abschiedsklausel noch einmal.
„Dein sich in Sehnsucht verzehrender
R. L.“
R. L.? Wer das wohl sein mochte? Dann fiel ihm nur eine Name ein, der passen könnte. Rock Lee! Tenten und Lee waren verlobt? Voller Abscheu ließ er den Brief fallen, aber leider auf die Kerze. Sofort loderte eine Stichflamme empor und das Papier war einmal. Neji fluchte leise und blies das mickrige Feuer aus. Sofort wurde es dunkel im Zimmer. Seufzend legte er sich wieder hin und verschränkte die Arme unter dem Kopf.
„Lee und Tenten, hm?“, murmelte er leise.
Wie konnte nur einer wie Lee eine wie Tenten kriegen? Sie war viel zu gut für ihn! Sie passte eher zu...? Zu wem? Zu ihm? //Macht dich nicht lächerlich, sie hasst dich und das war’s auch schon. Wie könnte sie je für mich etwas empfinden? Hass, das fühlt sie. Hass und Abscheu. Sie kommt sich wohl besser vor als ich! Ich bin ihr nicht gut genug!// Wütend warf er seinen Polster gegen die Wand, beruhigte sich aber schnell. Neji war immer ruhig, nur heute nicht wirklich. //Vielleicht ist es ja auch meine Schuld... Immerhin habe ich ihr kaum Beachtung geschenkt... Vielleicht...Vielleicht sollte ich morgen etwas nett zu ihr sein, möglicherweise lächelt sie mich sogar an... Dann werden wir ja sehen, ob Lee mit mir mithalten kann// Sichtlich zufrieden schloss Neji die Augen und schlief kurz darauf ein.
In aller Frühe weckte Sakura alle und erzählte, was sie gehört hatte. Sofort wurde Tenten knallrot und wäre am Liebsten im Boden versunken. Die anderen sagten Aufmunternde Dinge und wie glücklich sie sich jetzt schätzen durfte. //Ich werde Neji heiraten! Und mein Vater war einverstanden! Aber... Sollte ich nicht Ray heiraten?// Hätte Sakura alles wortwörtlich wiedergegeben, was sie gehört hatte, hätte Tenten ein Zweifel überkommen und sie nach dem Brief suchen lassen. Aber so verzweifelte sie immer mehr und brach früher als geplant nach Hause auf. Zuhause fiel sie auf ihr Bett und starrte die Decke an. //Was wenn Sakura gelogen hat? Oder Neji es mit Absicht gemacht hat, nur um mich zu ärgern? Ja, das muss es sein! Er will mich ärgern! Der kann heute beim Training was erleben! Den mach ich fertig! Ich ramme ihn ungespitzt in den Boden und gebe coolere Sprüche als er ab! Niemand wagt es mich zu verarschen! Neji Hyuuga! Du bist heute tot!// Mit einem diabolischen Grinsen machte sie sich fürs Training fertig und malte sich alle Einzelheiten aus, wie sie Neji blamieren könnte. Oh, dieser Tag würde so was von gut werden!