no name
no name
Berauschende Schöhnheit, Rachegeist der Toten, Göttin der Nacht, gefallener Engel - sie haben viele Namen für mich. Doch keiner kann mich erfassen, obwohl ich stets an ihrer Seite bin. Sie verachten mich, und in ihren Träumen flehen sie mich an. Wie ich sie hasse, die Menschen! Jeden einzelnen! Sie sind so leicht zu druchschauen, diese elenden Egoisten. Naiv, selbstverliebt, labil - mir ist noch niemand begegnet, der nicht von diesen Sünden besessen war.
Schon von der Geburt an, bin ich in jedem; ich erlebe alles, was sie auch erleben; ich weiß alles, was sie wissen und noch viel mehr. Ich wache über sie, beschütze sie vor Gefahren. Aber wenn ich meinen Preis fordere, ziehen sie alle zurück. Ich erfülle stets meinen Teil der Abmachung, und was ist der Dank? Nichts! Nicht einmal ein Gedanke! Nie hat sich einer gefragt, warum ich das tue, wenn ich meine schwarze Seele in ihre Körper fließen lasse. Niemals haben sie versucht, mich zu verstehen. Und wenn ich mich an ihnen räche, flehen sie mich an. Sie sind ja so unwissend, meine kleinen Opfer!
Anfangs zerriss es mich innerlich, wenn ich die sterbenden Menschen sah. Wenn ich spürte, wie das Leben aus ihnen wich und genau wusste, dass es mein Werk war. Am liebsten hätte ich Gnade gezeigt, hätte ihnen ihr winziges Lebenslicht zurückgegeben. Doch nun, nachdem ich die ganze Grausamkeit der Menschen zu spüren bekommen habe, ziehe ich ihnen mit Freuden den letzen Willen aus ihrer zerbrechlichen Hülle; lächle hämisch als Antwort auf all ihr Betteln, lache sie höhnisch aus, während sich meine Macht durch ihre Glieder frisst.
Ich spüre nichts mehr, all mein Empfinden wurde mir gestohlen; doch weiß ich genau, wie sehr mich die vor Schmerz verzogene Fratze eines dem Tode nah stehenden Menschens befriedigt. Die Lippen, wie sie sich öffnen und schließen, ohne der Kehle einen erlösenden Schrei entkommen zu lassen, die Arme und Beine, wie sie hilflos zucken, versuchen zu fliehen. Und die Augen, das blanke Entsetzen und die Angst in ihnen, wenn sie mich unsichtbar neben ihrer Familie erkennen, mein kaltes Lachen in ihrem Körper wiederhallt.
Und dennoch gebe ich die Hoffnung, einem aufrichten Menschen zu begegnen nicht auf. Vielleicht finde ich irgendwann einmal jemanden, der den Preis zahlt, freiwillig. Nicht wie die anderen seiner erbärmlichen Rasse, die ich dazu verdamme, einen qualvollen, langsamen Tod zu sterben. Manchmal lasse ich sie alleine, nur für ein paar Minuten. Und dann merken sie, wie gefährdet sie doch sind. Die ganzen Wunden, der ganze Schmerz, der ihnen erspart blieb, fing ich auf. Mein Selbst blutete aufs Heftigste, und ich blute immernoch. Und genau deswegen werden meine Strafen von Sekunde zu Sekunde schlimmer. Ich lies Dürren, Krankheiten und Kriege über die Menschen hineinbrechen - und sie litten.
Sie litten und werden immer leiden, wenn sie nicht endlich begreifen, was ihr Fehler war.
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soo~, das ist mein wirklich verdammt kurzer os. ist mir so in den sinn gekommen (wie immer vone inem lied inspiriert, was am ende jedoch garnicht zu der geschichte mehr passte o.ô). wie dem auch sie, ich hoffe natürlich, dass sich ein paar kommis zu mir verirren. =)
eure bloody_snow
p.s.: würde mich brennend interessieren, woran ihr so denken musstet, als ihr das gelesen habt, oder was ihr denkt, von wem die rede ist.