Senshi - Zeige mir den Tod
mal seinen Kopf und sah genau hin, erkannte man unten an der gegenüberliegenden Wand ein rechteckiges Loch.
Es war gerade hoch und breit genug, das ein Erwachsener mit Mühe und Not hindurch schlüpfen konnte. Vegeta tastete die Stelle mit dem Fuß ab, und glitt dann vorsichtig mit den Füßen zu erst hindurch.
Nach einigen Sekunden und ein paar Schrammen im Gesicht hatte er es schließlich in sein geheimes Lager geschafft. Dort traf er sich meist mit Saiyajins, welche die gleiche Gesinnung hatten wie er.
Unter seinen Stiefeln scharrte der Boden und sogleich merkte Vegeta, wie sich mehrere Augenpaare auf ihn richteten. Obwohl es stockfinster war.
"Meister Vegeta!" wurde er begrüßt...
"Tretet ins Licht, damit ich euch sehen kann!" befahl der Prinz schroff und trat ein paar Schritte zurück, so das ihn die Schatten umschlangen. Das Licht, welches von dem kleinen Loch aus in den Raum fiel, erhellte nun den matten, nackten steinernen Boden. Schritte hallten aus der Dunkelheit. Langsam erkannte man die Schemen saiyanischer Rüstungen.
Vegeta schaute in das Zwielicht, in dem er eben noch stand.
Drei saiyanische Krieger bauten sich vor dem Thronfolger auf.
Zwei davon kannte er. Der Saiyajin, der ganz rechts stand, kam aus einer weiter entfernten Stadt; den Namen kannte der Prinz ebenfalls, jedoch fand er nicht den Weg in dessen Gedächtnis. Der, - beziehungsweise die Mittlere und zugleich kleinste der drei kam aus Zanufura, ihr Name war Negita.
Rabenschwarze Augen wanderten zu dem Letzten der drei .Vegeta trat näher.
Obwohl er sich sicher war, diesen Saiyajin zum ersten Mal zu sehen, weckte sein Gesicht Erinnerungen in dem Prinzen.
"Krieger. Wie ist dein Name?" fragte er kühl, aber dennoch interessiert.
Gefragter regte sich sofort, legte gehorsam die linke Hand auf seine Brust und verneigte sich kurz.
"Radditz, mein Prinz!"
Vegeta nickte und gewährte Radditz damit, sich ihm gegenüber zu entspannen. Unverwand schaute er in Augen, welche ebenso schwarz waren wie seine. Er kannte ihn doch!
"Ich erinnere mich! Du bist jener Saiyajin, dem ich mal den Arsch gerettet habe, nicht war?"
Schelmisch grinste Vegeta, als Radditz zur Bestätigung ein leises, geknurrtes "ja" ertönen ließ. Vegeta erinnerte sich noch gut an den Tag, an dem er Radditz "gerettet" hatte.
Soweit er wußte, war Radditz ein richtiger Rumtreiber und Störenfried. Überall, wo es Rabatz gab, mischte der Saiyajin mit der langen schwarzen Mähne mit.
Und seine letzte "Schandtat" wäre fast am Galgen geendet, wäre Vegeta nicht gewesen. Der Saiyajin hatte sich einen ziemlich gewagten Streich ausgedacht, um ausgerechnet Freezer eins "auszuwischen" - oder besser gesagt Freezers Untergebenen.
Diese Aktion sollte, wie er später sagte, sein" größter Coup" werden.
Radditz hatte sich in einen von Freezers Stützpunkten eingeschlichen und dann für ein wenig Chaos gesorgt, indem er "Sprengmeister" spielte: Bardocks ältester Sohn hatte einen der Südtürme in die Luft gejagt. Und wie von ihm erwartet herrschte das reinste Chaos; die gesamte Besatzung rannte wie eine aufgescheuchte Hühnerschar umher.
In dem Trubel konnte er seiner Meinung nach unbemerkt entkommen.
Und doch wurde er gesehen. Da er mit diesem Streich den Zorn von Freezer und dem König heraufbeschworen hatte, veranlassten beide die Hinrichtung des Saiyajins.
Selbst dem Prinzen war bei dem Gedanken an eine solche Hinrichtung nicht wohl; denn es war wirklich grausam, selbst nach saiyanischen Maßstäben. So gefühlskalt und skrupellos Vegeta auch war -
er wollte nicht noch einmal mit ansehen müssen, wie jemand auf solche Weise starb, denn er hatte es schon so oft mit ansehen müssen, sogar schon als Kind.
Und das hatte ihn geprägt, deshalb trat er so für sein Volk ein.
Also hatte der Prinz sich für Radditz eingesetzt und nach einer saftigen Strafe verlangt, anstelle der Hinrichtung. Es war ein langes hin- und her, aber Vegeta kam mit seiner Idee durch...
Letztenendes fragte sich der Prinz doch jedes Mal, warum er so gehandelt hatte.
Die Saiyajinin trat aus dem Halbdunkel und verschwand kurz. Wenig später erhellte schummriges Licht den Raum, in dem sie sich befanden. Dieser Ort war nicht gerade einladend aber als geheimer Treffpunkt doch gut genug. Es war ein kahler Raum, mit steinernen Wänden die in grau gehalten waren.
Früher, zu Zeiten der Tsufurujins, diente er wahrscheinlich als Lager, denn es standen noch viele Metallkisten dort herum. In manchen waren sogar Rüstungen und Scouter; diese Tatsache könnte sich eines schönen Tages als nützlich erweisen.
Der Prinz Vegeta-yusei's nahm auf einer der vielen Kisten platz - es war Zeit für eine neue Ratsversammlung.