L'Arc~en~Ciel

Erschöpfung und Aufregung in seinen Armen einschlief.

Am nächsten Tag war Yozora alleine im Zimmer.

Was war passiert?

Es schien ihr, als wären Wochen vergangen, seit sie von ihrem eigenen Vater verkauft worden war.

Verschlafen rieb sich Yozora ihre Augen und blickte neugierig im Zimmer umher.

Es war schon lange Morgen und die Sonne schien strahlend durch die dünnen Papierwände.

Das Zimmer war recht simpel ausgestattet: zwei Futons (Sommerbette, ein kleiner Tisch und ein einfache

Lampe.

>Warum hat man gesten nicht die Lampe angezündet?<

Plötzlich öffnete sich die Tür und der Samurai der sie herbrachte kam schnaufend herein.

„Du!“, rief er genervt, „Ich bin der Sensei, so wirst du mich auch ansprechen!“

Er schmiss einen bunt zusammengewürfelten Kleiderbündel vor Yozora.

„Dies wirst du in der Dojo tragen. Wir werden keine Nachsicht haben, nur weil du ein Mädchen bist!

Du wist wie alle Anderen behandelt und die selbe Arbeit erledigen. Dazu kommt, dass dein Name zu lang

und zu unnatürlich ist, ab heute wirst du Yoru sein!“

Mit diesesn Worten drehte er sich um und ging aus dem Zimmer.

>Yoru? Wie die Nacht? Is das nicht noch unüblicher?!< dachte Yozora zweifelnd.

Sie zog die Kleider an, die der Sensei ihr gegeben hatte.

Aber Yozora hatte noch nie Jungenkleidung an, sie wusste nicht wie sie es binden sollte.

Da kam Takeru ins Zimmer, „Oh! Tut mir Leid!“; rief er und drehte sich schnell um.

„Warte!“, rief Yozora ihm nach, „Bitte hilf mir!“

Langsam kam Takeru zu ihr und blickte peinlich berührt über sie hinweg.

Yozora fasste sich Mut und fragte: „Wie binde ich das? Ich hatte noch nie soetwas an...“

Also half Takeru ihr beim anziehen und zeigte ihr wie sie es zu binden hatte, dabei erfuhr sie einiges über

ihn selbst.

Eigentlich hieß er Iwagami Tatsurou, wurde aber in Takeru umgenannt.

Er war 21 Jahre alt und somit erst seit kurzem ein richtiger Erwachsener. (Schwertkämpfer gelten mit 18

als erwachsen, während Normale erst mit 21 als Erwachsene gelten)

Takeru wurde zur Samurai Dojo geschickt, weil er es selbest gewählt hatte.

Er wollte seine Familie schützen, erklärte er.

„Was ist mit dir?“, fragte er aufrichtig neugierig.

Da Takeru so wahrheitsgemäß geatwortet hatte, erzählte Yozora ihre eigene, traurige, Geschichte.

„Möchtest du zurück?“, fragte Takeru am Ende.

Yozora überlegte, wollte sie zurück? Zu dem Vater, der seine eigene Kinder verkauft hatte, um selbst nicht

arm zu werden? Wollte sie das?

Nein, dorthin nicht, aber sie wollte Mafuyu zurück haben!

Sie schüttelte den Kopf, „Nein. Ich werde vorerst hier bleiben!“

Also begann ihr erster Lehrtag in der Dojo.

Nach einem kargen Frühstück, sollten sie meditieren.

Über 30 Jungen verschiedener Altersgruppen, saßen im Bambuswald und versuchten ihren Geist mit der

Natur um sie herum zu verbinden.

Dies gelang Yozora recht gut, da sie oft mit ihrer Großmutter, die Miko war, meditiert hatte.

Danach waren sie in der Dojo und übten mit einem Bambusschwert.

Yozora hatte noch nie eine Waffe in der Hand gehalten, also musste sie zusehen und bekam Nachhilfe von

Takeru, der schon fünf Jahre hier war.

Sie begriff und lernte schnell und das Schwert war schon bald wie eine Verlängerung ihres Armes.

Sie erlernte gezielte Schläge und Verteidigung ohne sich dabei selbst in die Ecke zu drängen.

Die Zeit verging schnell, schon war es Mittag.

Am Mittag hatten alle Pause und zogen sich für das Essen auf ihre Zimmer zurück.

„Du bist ein guter Lehrer!“, sagte Yozora zu Takeru und lächelte.

Er lächelte zurück, „Danke“, antwortete er bescheiden, „Aber du wirst mich irgendwann überholen. Jetzt

sieht man schon, dass du eine geborene Schwertkämpferin bist!“

Dieses Lob freute Yozora, aber wollte sie wirklich eine Schwerkämpferin werden?

Sie hatte Angst, Angst vor dem töten... Angst vor Blut!

Da ertönte die Klingel zum Nachmittagsunterricht und Yozora musste nich antworten.

Nun war Kalligraphie für die nächste Stunde angesagt.

Dies hatte Yozora auch schon erlernt und war um einiges besser als die Anderen.

Alle schrieben Gedichte von bekannten Poeten ab und benutzten dabei möglichst ihre schönste Schrift.

Am Abend war Geschichte an der Reihe und sie lernte die Heldentaten der Samurais vor ihnen kennen.

Langsam begann Yozora zu den Schwertkämpfern aufzusehen und sie zu respektieren.

>Ich hätte nie gedacht, dass die Samurais solche Helden sind!<

Dieser Tagesablauf verlief nun jeden Tag, nur am Sonntag putzten alle gemeinsam die große Dojo.

Yozora lebte sich langsam ein und freundete sich immer mehr mit Takeru an.

Sie erlernte immer mehr über die alten Samuraihelden und Schwerttechniken, aber auch Kalligraphie und

Meditation wurdem immer besser.

Eines Tages kam ihr Sensei zu ihr und nahm sie beiseite.

„Yoru“, sprach er gelassen, „Du bist nun weit aus besser als viele Anderen in deiner Gruppe des

Schwertkampfes... Du kommst jetzt zu einem anderen Sensei für Schwertkunst. Einen Besseren!

Er wird dir bestimmt mit Freuden mehr beibringen!“

Das erzählte sie Takeru beim Mittagessen.

„Uho!“, brachte er heraus, „Das ist ja super!“

„Ich weiß nicht...“, antwortete Yozora zaghaft, „Ist das wirklich gut?“

Takeru grinste und nickte wild, „Gut ist gar kein Ausdruck! Es ist großartig!“

Yozora überlegte, wollte sie nun wirklich diesen Weg gehen?

„Wenn du dann noch drei Gruppen weiter aufsteigst, bist du mit mir auf dem selben Rang!“

Nach dem Essen kam ein junger Mann herein, „Bist du Yoru?“, fragte er.

Yozora nickte und folgte dem Mann langsam nach draußen.

Takeru nickte ihr zu und lächelte sie aufmunternd an.

Dies gab Yozora etwas Mut und ging etwas selbstbewusster mit dem Mann in den Bambuswald.

„Hier“, sagte er und drückte ihr ein kurzes Bambusschwert in die Hand.

„Du hast jetzt Einzelunterricht. Da alle Anderen noch nicht in diese Gruppe sind.

Yozora nickte, „Wann wären denn die Anderen aufgestiegen?“

„Sie hatten schon zwei Monate Unterricht... Das heißt... sie wären in eineinhalb Jahren jetzt hier!“, erklärte

der Sensei ernst.

Yozora hatte noch viele Fragen, aber sie traute sich nicht ihn zu fragen.

„Wenn du Fragen hast“, meinte der Lehrer, als könnte er ihre Gedanken lesen, „Frage ruhig! Ein Sensei ist

dafür da, die Fragen der Schüler zu beantworten! Wir haben alle Zeit der Welt!“

Yozora nickte dankbar, „Warum bin ich dann zuerst aufgestiegen?“

„Weil du besser warst. Ich habe dir einmal zugesehen. Du bist gut. Weiter und besser als manche

Andere in deiner Gruppe!“

Das war das erste Mal, dass Yozora von einem Sensei gelobt worden ist! Das freute sie sehr.

„Na gut. Wir werden dann die erste Stunde mit erzählen verbringen!“, entschied der Sensei.

„Also. Nenn mich Asahi-Sensei“, begann er, „Wie ist dein richtiger Name? Ich glaube nicht, dass jemand

ein Mädchen Yoru, wie die Nacht nennt!“

Yozora nickte, „Ich heiße Yozora, wie der Nachthimmel... Weil ich in einer Nacht geboren worden bin an

dem die Sterne um die Wette schienen und unzählige Sterne vom Himmel fielen, als würde es regnen.

Meine Mutter wollte mich aber nicht Ryuusei nennen. Deswegen wurde ich Yozora genannt!“

Dies hatte sie bis jetzt nur Mafuyu und Takeru erzählt.

Asahi schien zu überlegen, „Sehr schön... Du kannst wunderbar vergleichen und beschreiben! Deine

Poesie ist Fortgeschritten für dein Alter!“

Yozora lächelte schüchtern.

„Gut. Ich fand die Namensverkürzung schon immer sehr unsinnig! Ich werde die Yozora nennen. In

Ordnung?“

Sie nickte.

In den nächsten Stunde unterhielten sie sich, als wären sie schon seit Jahren Freunde.

Asahi-Sensei war 28 Jahre alt und kam aus der Gegend von Hiroshima. Er ist schon mit sechs Jahren in

eine Dojo eingetreten und ist jetzt hier als Lehrer eingestellt.

Sie erzählte ihn auch über sich selbst, aber dass sie verkauft wurde, behielt sie für sich.

Auch über Mafuyu verlierte sie keine Worte.

Am späten Nachmittag begannen sie mit dem Schwertkampfunterricht.

Yozora kämpfte gegen ihren Sensei, aber nach einigen Schlägen flog ihr das Schwert aus der Hand.

„Du musst an deiner Verteidigung arbeiten.“, erklärte Asahi-Sensei ernst.

Yozora nickte und wischte sich den Schweiß aus dem Gesischt.

Die Sonne stand schon tief, als beide aufhörten und Asahi-Sensei seine Schülerin in die Dusche schickte

und ihren ersten Unterrichtstag beendete.

Frisch gebadet kam Yozora bestens gelaunt in ihr Zimmer.

Takeru war schon da uns aß sein Abendessen.

„Na, wie war es?“, waren seine ersten Worte und er klang neugierig.

Yozora nickte und nahm ihre Reisschüssel und füllte sie, „Gut. Besser als erwartet.“

„Wer ist den dein Sensei? Er scheint neu zu sein... Ich kenne ihn nicht.“, fragte er weiter.

„Wirklich?“, Yozora war verblüfft, „Er heißt Asahi.“

„Asashi? Kenn ich nicht... Aber er kommt mir irgendwie bekannt vor“, antwortete er stinrunzelnd.

Beide erzählten während des Essens, was sie am diesem Tag erlernt hatten und brachten sich aneinander

einges bei, was der Andere nicht konnte.

Takeru war in der Meditation schlecht und Yozora versuchte zu erklären, wie er seinen Geist zur Ruhe

bringen konnte.

Er erklärte ihr, wie sie ihre Verteidigung verbessern konnte.

Diese Gespräche und Diskussionen, waren wie, als wäre Takeru ein großer Bruder, fand Yozora.

„Ach... Bald ist das Sommerfest. An diesem Tag haben Alle frei. Wir können zusammen auf das Fest in

Kyoto gehen... wenn du willst natürlich!“, fragte Takeru etwas schüchtern.

Yozora freute sich über die