L'Arc~en~Ciel

Einladung, sie war gespannt, wie das Sommerfest in der Hauptstadt des

ganzen Landes war.

„Gerne“, antwortete sie und lächelte Takeru glücklich an.

Das Einzigste was Yozora nicht gefiel, war, dass sie kein gescheites Yukata (Sommerkleidung) besaß.

Aber sie beschloss sich vorerst keine Gedanken darum zu machen.

Sie musste sich an die Ausbildung konzentrieren, sie lernte jeden Tag etwas Neues und man verlangte

von ihr, dieses Neuerlernte jeden Tag einzusetzen.

Sie lernte immer mehr und ihre Unterrichtsstunden zogen sich auch immer mehr in die Länge.

Bald konnte Yozora Takeru nur noch zum Mittagessen und Abendessen sehen und in der Zeit bis zur

Nachtruhe waren nur wenig Zeit.

Jeder Tag war ein wildes Hin und Her.

Aber das Sommerfest rückte immer näher, Abends lag Yozora wach und überlgete, wie sie an ein schönes

Yukata gelangen konnte.

Aus ihrem altem Kimono, mit dem sie kam, war sie schon lange herausgewachsen und sie hatte kein Stoff

um ihr selbst eins zu nähen.

Zwei Tage vor dem Fest sprach sie ihren Sensei voller Verzweiflung an.

„Sensei... Ich habe ein kleines Problem..:“, begann sie vorsichtig.

Asahi schaute sie auffordernd an und setzte sich, „Ich bin ganz Ohr. Vielleicht kann ich dir helfen.“

„Bald ist das Sommerfest und mein Zimmerkollege, Takeru, hat mich eingeladen...“, jetzt sprudelte die

ganze Geschichte heraus, bis sie das Yukata erwähnte.

Als sie fertig war, blickte sie beschämt zu Boden und wagte nich aufzublicken.

Asashi nickte, „Das ist ein Problem... Ja.“

>Es war dumm von mir Sensei zu fragen! Wie soll er mir helfen? Mir, einen kleinen Mädchen! Was habe

ich mir dabei gedacht!< schalt sie sich im Gedanken.

Da stand Asahi-Sensei auf, „Warte.“, befahl er und ging.

Yozora war etwas verdutzt, wartete aber brav auf ihren Sensei.

Nach kurzer Zeit kam er wieder, aber mit einer Schachtel aus feinem Holz in der Hand zuück.

„Hier. Es müsste dir passen.“

Bedacht öffnete Yozora die Schachtel und schnappte nach Luft, als sie einen wunderschönen Yukata darin fand!

„Eigentlich war er für meine Schwester bestimmt, wenn ich wieder mal in Hiroshima vorbeischaue...“

Yozora schloss behutsam die Schachtel, „Nein Danke, Asashi-Sensei. Aber es ist ein Geschenk für Ihre

Schwester! Das kann ich doch nicht annehmen!“

Asahi lächelte, „Ist schon in Ordnung! Meine Schwester ... ist vor zwei Monaten an eine Krankheit gestorben...

Du kannst das Yukata ruhig haben!“

Yozora war erschrocken.

Wie konnte ihr Sensei so etwas schlimmes erzählen und dabei ein Lächeln im Gesicht haben!?

„Sind Sie nicht traurig wegen Ihrer Schwester?“, fragte sie besorgt.

Asahi starrte sie erschrocken an, Natürlich! Sie war meine Einzigste!“

Yozora nickte, „Dann sollten Sie so etwas schlimmes nicht mit einem Lächeln erzählen!“

Yozora war traurig, am liebsten hätte sie geweint, aber sie riss sich zusammen.

>Nicht vor Sensei! Auch nicht wegen Mafuyu!<

Denn sie wird irgendwo als Geisha tanzen oder singen... wenn sie noch lebte.

„Nimm es!“, sagte Asahi nur und ging eilig weg.

Mit der Schachtel in der Hand rannte Yozora auf ihr Zimmer.

Dort verstaute sie es zu ihrer Kleidung und versuchte sich vergeblich zu beruhigen.

Da kam Takeru pfeifend herein.

„Hallo Yozora!“, begann er grinsend, hielt aber inne, „Du bist so blass... Ist dir nicht gut?“

Takeru hatte Yozora ins Herz geschlossen, sie war wie eine Schwester für ihn.

„Ich.. vermisse Mafuyu“, presste Yozora heraus.

Jetzt war der Damm gebrochen und sie konnte sich nicht mehr halten und fing an zu weinen.

Takeru schloss sie in seine Arme, „Alles wird gut! Vielleicht triffst du sie ja auf dem Sommerfest!“

Dieser Gedanke munterte Yozora etwas auf.

„Komm, lass uns essen. Es wird sonst kalt.“, sagte sie und aß schweigend das karge Mahl.

Nachts wachte Takeru plötzlich auf und hörte Yozora schluchzen.

Es war schon oft so, sie träumt... Am liebsten wollte er ihr helfen.

„Oje...“, murmelte er traurig.

„Ta... Takeru?“, flüsterte Yozora leise, „Bist du wach?“

Takeru richtete sich auf, „Was ist?“, fragte er besorgt.

Yozora kroch zu ihm rüber, „Darf ich zu dir? Ich kann nicht schlafen... Ich muss immer an Mafuyu denken!“

So nahm Takeru sie wieder in seine Arme, „Es wird bestimmt alles gut! Mach dir keine Sorgen! Jetzt schlaf,

Yozora. Morgen ist der freie Tag!“

Er sprach leise und beruhigend auf sie ein und strich ihr durch die Haare und rieb ihren Rücken.

Nach weniger als 20 Minuten schlief Yozora friedlich in den Armen von Takeru.

Dort fühlte sie sich wohl... als wäre sie zuhause...

Der nächste Tag, war der erste freie Tag des Sommerfestes.

Yozora wachte in dem Futon von Takeru auf, aber er war nicht da.

Sie gähnte und streckte sich, so gut hatte sie schon lange nicht mehr geschlafen!

Da kam Takeru herein, „Guten Morgen du Schlafmütze!“, rief er gut gelaunt.

Yozora lächelte und stand auf.

„Ich werde dir Kyoto zeigen! Du warst noch nie hier oder?“, fragte er während des Essens.

Yozora nickte, „Ja. Ich freue mich die Hauütstadt kennen zu lernen!“

„Hast du ein Yukata? Es ist recht heiß“, meinte Takeru vor ihrem Aufbruch, er selbst war schon in seinem

rotem Yukata.

Yozora nickte und bat Takeru draußen zu warten.

Da sie früher es gewohnt war, sich selbst anzukleiden, war es kein Problem.

Schon früh erlernte sie wie man kunstvolle Obi-Schleifen (Art Grütel) bindete.

Dann kämmte sie ihr langes, dunkelbraunes Haar, welches rötlich in der Sonne schimmerte.

„Ich bin fertig!“, rief Yozora und trat aus dem Zimmer.

Takeru starrte sie an, „Wo hast du dieses Yukata her?“

Yozora zwinkerte, „Sag ich nicht!“

So gingen sie gemeinsam auf das große Sommerfest in Kyoto, Takeru in seinem weinroten Yukata und

Yozora, die neben ihm giong, in ihrem weißen, mit roten Blüten verzierten Yukata.

Es waren so viele fröhliche Menschen auf der Straße, alles singten und lachten.

Es war eine schöne Atmosphäre, keiner war unglücklich.

Yozora war vollkommen in ihrem Element, da man ihr früher gutes Benehemen und ein wenig tanzen lehrte.

„Komm! Lass uns Wünsche aufhängen!“, rief sie lachend.

Beide kamen an einem Bambusstrauch, an den schon viele bunte Papierstreifen hingen.

Zusammen schrieben sie auf farbenfrohe Streifen eins ihrer innigsten Wünsche auf und hängten ihn zu de

Anderen. (Alte Traditon)

Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne strahlte am hellblauem Himmel, es war wolkenlos.

Sie gingen zwischen Ständen und schauten sich die bemalten Masken an und betrachten das leckere Essen.

Auch spielten sie kleine Glücksspiele und aßen Oktupusbällchen.

„Das ist viel schöner als bei uns!“, sagte Yozora zu Takeru.

Takeru nickte, „Komm! Gehen wir auf dem Hauptplatz!“

Langsam kam der Abend, die Dämmerung färbte den Himmel feuerrot, als ob er brennen würde.

Jetzt begannen die Tänze und das große Feuerzeichen brannte auf dem hohen Berg .(Das Dai-Zeichen = groß)

Yozora verbeugte sich in Richtung des Berges, „Mögen die Geister der Ahnen ihren Frieden finden!“

Takeru hielt ihr eine gegrillte Süßkartoffel vor die Augen, „Hier!“

Dankbar nahm Yozora an und biss herzhaft hinein.

Bald erreichte das Fest seinen Höhepunkt, um Mitternacht gingen alle mit bunten Laternen zum Fluss.

Yozora legte ihre rote Laterne vorsichtig ins Wasser, „Großmutter, finde deinen Weg zu Großvater und grüße

Ihn von mir!“, murmelte sie.

Auch Takeru legte eine Laterne in das dunkle Wasser und wisperte etwas, was Yozora nicht verstand.

„Die Dojo Mitglieder sind alle verabredet! Wir müssen zum Restaurant!“, erinnerte er Yozora.

Dies war eine alte Tradition in der Dojo, da keiner so schnell bei sich zuhaus sein könnte, feierten alle in der

Dojo zusammen, als eine ’’Familie’’.

Der reservierte Raum war schon recht voll.

Alle Sensei’s und mehr als die Hälfte der Schüler waren hier versammelt.

Yozora fühlte sich ein wenig fehl am Platz, es waren nur Jungen und Männer da! Sie war das einzigstes

Mädchen.

Beide setzten sich zusammen an einem Tisch, der nicht so überfüllt war.

Es gab Gebäck, Tee, Sake, Süßigkeiten... Alles was das Herz begehrte!

Alle ließen es sich schmecken.

Dies sollte das Gemeinschaftsgefühl verstärken, dies war auch das Ziel des Zusammenfindens.

„Wer kennt ein schönes Lied?“, fragte ihr frühere Sensei.

Mehrere meldeten sich und stimmten ein Lied an, die die das Lied kannten, sangen es gutgelaunt mit.

Asahi-Sensei war auch da, er saß neben Yozora und trank seinen Sake.

„Ich liebe dieses Fest!“, rief er und prostete den Anderen zu.

„Betrinkt euch nicht zu sehr“, sagte eine Geisha, die zur Unterhaltung gekommen war.

„Ich werde noch tanzen.“, sie lächelte.

Yozora tat es im Herzen weh, sie wollte diese Geisha nicht so nah haben, es erinnerte sie zu sehr an Mafuyu!

Takeru schien ihren Schmerz zu merken und drückte tröstend ihre Schulter.

Die Geisha ging nach vorne und fing an mit ihrer glockenklaren Stimme zu singen.

Dazu tanzte sie mit ihrem rosenroten Fächer.

Das Lied handelt um die zwei Liebenden, der Legende, deren man heute zu Ehren feiert.

Ihr Lied endet damit, dass die Milchstraße erschien und sich beide weinend und überglücklich in die Armen

fielen.

Alle klatschten gerührt, es war die schönste tänzerische und musikalische Umsetzung die man je gesehen

Hatte, riefen viele.

Die Geisha verbeugte sich und lächelte schüchtern.

Die Meisten riefen nach einer Zugabe.

Die Geisha nickte und wollte gerade beginnen, als von draußen unüberhörbare Schreie kamen.

„Was zum Teufel!“, rief Asahi-Sensei und