L'Arc~en~Ciel

stürmte als Erster nach draußen.

Yozora wollte auch nachsehen, aber Takeru hielt sie zurück.

„Nein, es könnte gefährlich sein! Du hast keine praktishe Erfahrung!“, erklärte er finster.

Fast alle Sensei’s gingen nach draußen und die Schreie wurden immer lauter.

Man hörte Holz krachen, Gläser zerbrechen und diese undurchdringliche Schreie verängstigter Frauen.

>Was geht da vor?!< dachte Yozora erschrocken.

Takeru nahm Yozora am Arm und ging mit ihr in eines der hinteren Ecken des Zimmers.

„Wa-„, begann Yozora, aber er hielt ihr den Mund zu und befahl ihr mit einer Geste still zu sein.

Er selbst ging zur Tür und stürmte hinaus.

Irgendetwas spritzte von außen an die Wand neben Yozora.

Es war dunkel und es lief langsam hinunter... Das Papier saugte es ein, es wurde rot.

>Blut!< donnerte es durch ihren Kopf.

Oh mein Gott! Ein Abschlachten an einem so bedeutenden Fest?!

>Takeru! Komm zurück! Es ist gefährlich!!< dachte Yozora verzweifelt.

Immer mehr Schreie ertönten, sie hörte ihren Sensei rufen.

>Oh nein! Ich kann nicht helfen! Alle sind dort draußen, nur ich sitze hier rum und zittere vor Angst!<

Sie fasste sich Mut und stand langsam auf, vorsichtig bewegte sie sich in Richtung Tür.

Ganz langsam öffnete sie die Tür einen Spalt und lugte nach draußen.

Plötzlich krachte die Wand, an der sie eben gelehnt hatte, ein.

Ein Mann lag auf dem Haufen von Holz und Papier und röchelte, Blut floß aus seiner aufgeschlitzten Kehle.

Yozora kannte diesen Mann nicht, es muss also einer von den Anderen sein.

Zuckend lag der Mann dort, mit einem Schwert in der Hand.

Yozora sah zu wie er starb, als er sich nicht mehr regte, ging sie langsam zu ihn.

>Tot...< dachte sie und musterte die glasigen Augen und das langsam herausfließende Blut.

Yozora wollte nicht mehr schwach sein, sie rieß das Schwert aus der hand des Toten und wischte es an der

Kleidung sauber.

Es war kein Langschwert >Perfekte Länge!<

Sie schwang es probehalber einmal um sich.

Dann ging sie schluckend nach draußen.

Der Anblick ließ sie erschaudern und sie stand wie gelähmt an der Türschwelle.

Der Boden war voller Blutlachen und Tote lagen verrenkt gegen die Wand gelehnt, die Augen

schreckensgeweitet und leer.

Auf leisen Sohlen schlich Yozora in den hinteren Gang.

Ihr Herz bebte, Schweißperlen glänzten an ihrer Stirn.

Zitternd ging sie weiter, sah die toten und leeren Augen.

Am liebsten wollte sie schreien, wegrennen... Si hatte immer noch Angst!

Plötzlich griff jemand nach ihren Arm und wollte sie in ein Zimmer zerren, Yozora wehrte sich und ließ dabei

das Schwert klirrend fallen.

Dann war sie im Zimmer, „Yozora!“, flüsterte die wohlbekannte Stimme von Takeru in ihr Ohr.

Erstaunt blickte Yozora sich um.

>Takeru!<

„Was ist los?“, fragte sie aufgeracht, als er sie loslasste.

Takeru nahm sie in in die Arme, „Die Rebellen“, sagte er nur, er spuckte es förmlich aus.

Er hielt sie fest umschlungen, „Du hattest Angst, nichts wahr? Tut mir Leid, dass ich dich nicht wieder

abgeholt habe!“

Yozora nickte und erwiderte die Umarmung, „Schon gut... Mach dir keinen Vorwurf! Der Gedanke allein
zählt!“, sie lächelte schwach.

Beide saßen still auf dem glatten Boden und warteten.

Aber worauf warteten sie?

Yozora wurde langsam unruhig, ihr Hals war trocken und sie wollte endlich wissen wer die Gegner sind.

Sie hatte noch nie etwas von den Rebellen gehört, wer sind diese?

Eine Gruppe herrenloser Samurai?

„Wer tut so etwas schrecklickes an diesem friedlichem Fest?“, murmelte Yozora.

„Ich erzähle es dir in der Dojo“, antwortete Takeru nur.

Plötzlich öffnete sich die Tür vom Nebenzimmer und Asashi-Sensei trat ein.

„Sensei!“, rief Yozora erschrocken aus und verbeugte sich schnell.

„Keine Zeit für Höflichkeiten, Yozora! Verschwindet von hier! Geht zurück in die Dojo, sofort!“, befahl er

mit einer Autorität eines Anführers und reichte Takeru ein Schwert.

Dankend nahm Takeru an und fasste Yozora an die Hand.

„Sensei...“, begann Yozora, nickte aber dann nur und folgte Takeru.

„Die Feinde sind meistens in der belebten Innenstadt, die Dojo ist sehr abseits, es ist sicher.“, erklärte Takeru.

Yozora folgte Takeru nur mit Mühe, ihr Yukata war nicht so leicht wie der von Takeru.

Er führte sie durch schmalen Gässen und kleinen Brücke.

>Takeru kennt sich so gut in Kyoto aus!<

Manchmal blieb er an einer Kreuzung stehen und schaute erst vorsichtig umher, bevor er weiterging.

Er zog Yozora mit sich und bog schnell um die Ecke.

Plötzlich hörten sie fremde Stimmen, Takeru stieß sie schnell in eine offene Tür und sprang nach ihr hinein.

Flitz schloss er die Tür und schob einen Riegel davor.

Dann schaute er sich um, auf der Suche nach versteckten Feinden.

Er zog Yozora in eine kleine Kammer, die in der hintersten Ecke des Raumes war.

Es war ein übergroßer Schrank, dessen Inhalt hauptsächlich Kleider waren.

„Warum sind wir hier?“, fragte Yozora zitternd.

„Ich wusste nicht wer kam und wnen es Feinde waren, wie viele es sind! Ich will dich nicht unnötig in

Gefahr bringen!“, antwortete Takeru flüsternd zurück.

Diese Worte erwärmten Yozora’s herz, es macht sich jemand Sorgen um sie!

Sie hatte alles verloren: Ihr zuhause, ihre Schwester... war in einer großen, unbekannten Stadt und wurde an

eine Samurai Dojo verkauft...

Aber Takeru sorgt sich um sie!

Sie nickte und schaute sich um, es waren so viele verschiedene Kleider da.

Leise kramte sie etwas herum und fand was sie suchte: ein Jungen Yukata!

>Damit werde ich mich ein wenig unbezwungener laufen können!<

„Takeru...“, wisperte sie schüchtern, „Ich zieh diesen Jungen Yukata an. Damit kann ich mich besser bewegen“

Er nickte und drehte sich um, es schien als würde er rot werden.

Yozora löste langsam den Obi Gürtel und zog das Überkleid des Yukatas aus.

Plötzlich schlangen sich die starken Arme von Takeru um sie.

„Takeru?“, fragte sie erschrocken, sie war verwirrt und peinlich berührt.

„Nenn mich bitte Tatsurou... Ich nenne dich auch Yozora.“, sagte er nur.

„Ta.. Tatsurou... Was ist mit dir?“, Yozora spürte wie sie errötete.

Tatsurou antwortete nicht, hielt sie nur weiter fest umschlungen.

„Liebe ist uns Schwertkämpern verboten.. Zumindesten in unserer Dojo ist es so...“, fing er langsam an, „Aber

ich verzichte auf diese Regel! Yozora, ich ... Mein Herz gehört dir! Ich schenke es dir!“

Yozora erschauderte, hat Tatsuorou gerade ihr die Liebe gestanden?

>Was mache ich jetzt? Was soll ich jetzt tun? Was muss ich darauf antworten?< dachte sie fieberhaft und

atmete stoßweise aus.

„Du muss mir noch keine Antwort geben... wenn du nicht willst.“, beantwortete Tatsurou einer ihrer Fragen.

„Tatsurou... ich...“, begann sie zitternd.

Tatsurou drehte sie um, damit Yozora ihn genau ins Gesicht sehen musste.

„Ich meine es Ernst, Yozora!, sagte er, bedacht nicht zu laut zu werden.

Yozora nickte nur, unfähig zu sprechen.

„Sag doch bitte etwas dazu! Was denkst du darüber? Bitte!“, bat Tatsurou verzweifelt.

Yozora wählte ihre Worte bedacht, „Ich weiß nicht genau, Tatsuoru... Ich - “, sie stoppte.

Liebte sie ihn? Oder ist es nur eher eine freundschaftliche Liebe?

Würde sie wegen ihn die Regel brechen und missachten wollen?

Es schien als würde sich alles drehen, sie wusste nicht ein nicht aus.

>Was soll ich tun?<

Plötzlich spürte sie die Lippen von Tatsurou auf ihren.

Er küsste sie lange, bis er sich endlich sanft von ihr löste.

Yozora errötete, sie wusste nicht was sie sagen sollte, sie war zu verwirrt.

„Wir müssen raus! Ich glaube die Fremden sind weitergezogen!“

Yozora sagte nichts, sie war wie gelähmt. Sie schämte sich so!

>Er hat mich geküsst! Mich! Oh mein Gott!<

„Wir haben keine Zeit mehr!“, rief Tatsuorou leise und zerrte sie aus ihrem Yukata.

Sie war zu verwirrt um ihn aufzuhalten und kaum dass sie sich versah, war sie in dem ausgesuchtem Yukata.

Zusammen liefen sie auf die Straße und schlüpften ine eine kleine Gasse.

Vor ihnen erschien eine große Mauer, Tatsurou lief unbeiirt nach links und dückte sich.

Irgendwie erschien ein kleiner Durchgang und sie krannelten hinein.

Auf einmal fanden sie sich im Bambuswald von der Dojo wieder.

„Ein Geheimgang“, zwinkerte Tatsurou lächelnd.

Woher kannte er diesen? Tatsurou war so voller Geheimnisse!!

Sie schlängelten sich geduckt und langsam durch den üppigen Bambuswald.

„Bleib hier! Ich schaue, ob jemand in der Dojo ist!“, raunte Tatsurou ihr ins Ohr und sprang leise in die Dojo.

In der zwischen Zeit überlegte Yozora fieberhaft.

>Wie soll ich mich verhalten? Gott! Ich bin erst 15! Ich werde erst in zwei Monaten 16! Was wir meine

Mutter denken?!<

Da fiel ihr ein, dass sie sozusagen keine Mutter mehr hatte.

Jetzt kämpfte sie gegen ihre Tränen.

>Wie soll es nur weitergehen? Ich habe Angst zu verlieren!<

Auf einmal wusste sie, warum sie Tatsurou nicht antworten konnte!

Sie hatte Angst ihm ihr Herz zu schenken und dann ihn zu verlieren! Davor hatte sie am meisten Angst!

>Ich habe in dieser kurzen Zeit so viel verloren!<

Yozora hatte die Liebe zu ihrer Familie verloren, ihr ’’zu hause’’ und dann noch ihre liebste Schwester.

Sie würde es nicht ertrageb auch noch Tatsurou zu verlieren!

Jetzt wusste Yozora was sie bedrückte, aber wie sollte sie das Tatsurou erklären?!

Da kam er auch schon zurück.

Er zog Yozora in ihr Zimmer, welches sie sich teilten.

„Es ist keine Menschenseele hier, es ist sicher!“, sagte er atemlos, noch vom rennen durch die Dojo.

Yozora nickte und atmete auf, sie setzte