L'Arc~en~Ciel
I. Rot: Über Verzweiflung, Liebe und Verrat Teil 2~
Nach ein paar Monaten kam Arashi zu Yozora, „Hier“, er gab ihr ein dickes Kimono, „Es ist Winter, wir gehen
hinaus. Es wird kalt werden!“
Sie frage nichts, brav zog sich Yozora um und versteckte in ihren Ärmel und im Rocksaum kleine Waffen,
ganz wie sie es erlernt hatte.
An ihrem Bein hing ein kleiner Dolch und ihr Haarband war ein feiner Metallfaden, den sie mit einer
rosenroten Schleife umbund.
Aber innerlich war sie so aufgeregt >Ich darf nach draußen!<
Sie betrachtete sich zweifelnd in einem kleinen Spiegel.
Der weiße Kimono hatte bestickte Sakurablüten, die nur leicht rosa schimmerten, diese fielen erst auf, wenn
man es aus der Nähe betrachtet.
Sie war seit langem wieder in einem Kimono und es sah so anders aus.
>Ich habe mich vollkommen verändert! Zum ersten Mal merke ich, dass meine Haare so lang sind! Jetzt steht
mir kein Kimono mehr!<
Arashi kam herein und führte sie hinaus, Fuyu hatte er bereits vor vielen Wochen hinausgebracht.
Draußen fiel Schnee, Yozora spannte bedacht ihren Schirm auf und trat unter diesen.
Der Schnee knartschte unter ihren Holzschuhen und sie schaute gebannt auf die fast weiße Landschaft.
Gierig sog sie die frische und stechend kalte Luft ein und genoß den kühlen Wind an ihrer Wange.
>Freiheit... Das einzigste Wort was ich dazu sagen kann!<
Arashi zog sie hinter sich her, während Yozora immmer noch in die Luft starrte und wie gebannt die fallende
Schneeflocken beobachtete.
Sie kamen zu einem Tempel und gingen hinter zum Friedhof.
Am Waldsaum des anliegendem Waldes blieben sie stehen.
Sie schaute sich um, warum sind sie an so einen abgelegten Ort?
„Kommt heraus!“, rief Arashi angriffslustig in den Wald, „Ich habe sie dabei!“
>Was ist los? Nach wem ruft Arashi?<
Die Bäume raschelten und vier bemasketen Personen sprangen herunter.
Arashi gab Yozora einen Stoß und sie fiel nach vorne, zu den Fremden.
Ihr Herz hämmerte schmerzend an ihrer Brust, was hat das zu bedeuten?
Yozora rappelte sich auf und wollte schon Arashi fragen, da wurde sie vopn einem nach hinten gezogen.
Ein kleiner Schrei drang aus ihrer vor Kälte brennende Kehle.
Wer waren diese Leute? Was wollten sie von ihr?
Sie wollte kämpfen, aber irgendwie hatte sie alles erlernte vergessen.
Der Mann zog Yozora in den Wald und drückte sie in eine große Baumhöhle.
Er zog die Maske herunter.
Yozora’s Herz machte einen Sprung, sie saß da und starrte den Mann fassungslos an.
„Tatsurou!“, flüsterte sie und Tränen flossen aus ihren Augen.
Schnell blinzelte sie diese weg und schaute Tatsurou weiter an.
>Danke Gott! Ihn geht es gut! Er lebt! Danke! Du hast mir Tatsurou wiedergegeben, danke Gott!<
Alte Gefühle flammten auf und Yozora musste immer noch weinen.
Sie konnte nicht aufhören und das ärgerte sie.
Tatsurou wischte ein paar Tränen aus ihrem Gesicht, „Yozora! Du bist es wirklich! Meine Sternschnuppe!!“
Er umarmte sie wild und sie konnte nur erwidern.
Sie war so glücklich, si ekonnte vor Glück platzen!
Sie hatte diese Jahre schon Angst gehabt, umsonst die Leiden bei Arashi ertragen zu haben.
Aber jetzt war sie froh darüber, denn Tatsurou und sie waren wieder vereint.
„Warte hier! Ich komme gleich wieder!“, wisperte er und lief aus der Baumhöhle.
Wieder musste Yozora warten, aber sie vertraute ihm, sie wartete bis er zurückkam.
Als er zurückkehrte hatte er einen Beutel bei sich, es tropfte rote, dicke Flüssigkeit heraus.
>Blut...<
Yozora schaute ihn fragend an, „Arashi“, antwortete er kurz angebunden.
Sie verstand.
Tatsurou und die Anderen hatten Arashi umgebracht.
Yozora erfuhr nie, wie sie ihn getötet hatten, aber es ar ihr auch egal, denn sie hatte Tatsurou wieder.
Er ließ den Beutel in den Schnee fallen und umarmte sie, küsste sie leidenschaftlich und streichelte über
ihr Haar, kraulte ihren Rücken.
„Ich hatte solche Angst um dich! Ich dachte schon die Rebellen hätten dich getötet! Du musstest leiden, nicht?
Du bist so mager! Es tut mir so Leid!“
Yozora konnte nichts erwidern, sie war stumm und genoß diese Zärtlichkeiten.
Sie erzählte ihm nie ganz, was sie bei Arashi erleiden musste, es würde ihn zornig und traurig machen, aber sie
beteuerte, dass sie noch unschuldig sei.
Tatsurou nahm sie zu den Haupsstützpunkt der Armee.
„Es ist keine richtige Armee, wir werden nur so genannt!“, erklärte er belustigt über den Gesichtsausdruck
von Yozora.
Es war ein alter Tempel, es glich ein wenig der Dojo, war aber um vieles größer.
Dort traf sie einge alte Bekannte: Senseis und Kameraden aus der ehemaligen Dojo.
„Wir haben die Geliebte von Arashi in den Verhörsaal gebracht!“, berichtete ein Samurai und verbeugte sich.
>Die Geliebte? Doch nicht etwa.. Mafuyu?!<
Tatsurou wollte sie auf ein Zimmer schicken, aber Yozora bestand darauf mitzukommen, ohne ihren Grund zu
nennen und einene weitern Kommentar.
Also gab er nach und führte sie in einen engen Keller, unterhalb des Tempels.
Dort saß eine Frau auf einem Stuhl und ihre Arme waren hinter der Lehne gefesselt.
Sie schaute Tatsurou trotzig an und spuckte nach ihn, dafür kassierte sie eine schallende Ohrfeige vom
knurrenden Wächter.
Yozora musterte die Frau, es war eine junge Geisha, die Mafuyu recht ähnlich sah.
„Ihr seid also der Anführer, der Drecksäcke?! Lasst mich sofort los!! Ich bin Arashi’s Geliebte!!“, schrie sie.
Schweigend öffnete Tatsurou den Sack und kippte es vor ihrem Gesicht aus.
Der abgetrennte Kopg von Arashi fiel heraus und kullerte vor ihre Füße.
Sie starrte auf den Kopf und fing plötzlich an zu schreien.
Man kippte ihr ein Eimer Wasser ins Gesicht und sie verstummte.
Der Kopf wurde weggeräumt und die Frau brach in Tränen aus.
>Ist das Mafuyu? Die Stimme klingte danach... Aber ... sie sieht so ... andesr aus!< dachte Yozora, die bis jetzt
schweigen zugesehen hatte.
„Dein Name?“, fragte Tatsurou ruhig.
„Fu – Fuyu“, antwortete die Geisha niedergeschlagen und bestürzt.
„Den vollen Namen!“, fuhr der Wächter sie giftig an.
Fuyu blinzelte die Tränen weg, „Tsuyu Mafuyu.“
Yozora stöhnte, es war ihre Schwester, die hier verhört wurde.
Die Frau wurde auf sie aufmerksam, „Yozora-San! Bitte! Sag ihnen, dass sie mich gehen lassen sollen!
Yozora-San!“, flehte sie unter Tränen, „Ich werde dir auch meinen größten Schatz schenken! Meine Kette!“
Yozora trat vor, ohne auf Tatsurou’s Protest zu achten.
Sie ging zur ihrer lang verlorengeglaubte Schwester und blickte sie an.
>Wie heruntergekommen sie aussieht! Die Arme... wie konntest du so Enden, Mafuyu?<
„Weißt du, Fuyu“, begann Yozora zu erzählen, „Ich hatte eine kleine Schwester, die ich über alles liebte...
Aber wie beide wurden von unseren Eltern verkauft, deswegen habe ich ihr einen Talisman geschenkt und
sagte ihr, dass sie ihn nicht verlieren sollte, nicht weggeben oder verschenken sollte! Es soll uns
zusammenführen!“
Sie griff nach ihrer Kette und ließ diesen Flügelanhänger vor ihren Augen erscheinen.
Mafuyu’s Augen weiteten sich, sie keuchte, „Yo... Onee-San!“
Diesmal flossen einige Tränen aus den Augen von Yozora, „Wie konnte es soweit kommen? Mafuyu? Wie
konnten es so kommen? Dass wir beide, wir beide, verfeindet sind?!“, fragte sie.
Unter Tränen schüttelte Mafuyu den Kopf, „Bitte!“, flehte sie nur.
Yozora wischte sich die Tränen weg und schüttelte auch den Kopf, „Ich kann dir nicht helfen. So sehr ich es
auch will! Ich weiß nicht worum es geht, ich wurde vier Jahre lang von Arashi festgehalten!“
Mafuyu’s Augen quellten heraus und blitzen verrückt, sie fing an hysterisch zu lachen, „Alles deine Schuld,
Yozora!! Wegen dir hatte Vater uns nicht mehr lieb! Jetzt hasst uns Vater! Wegen dir!!“, schrie sie schluzend.
Yozora umarmte sie, küsste ihre Stirn und fischte eine Nadel aus ihrem Ärmelsaum.
„Ich hab dich trotzdem lieb... Mafuyu, meine Schwester!“, flüsterte sie ins Ohr von der Verrückten und drückte
dann die Nadel in ihre Hauptschlagader am Hals.
Mafuyu atmete noch einmal keuchend ein, zuckte ein wenig, dann sackte sie tot zusammen.
Jetzt hielt es Yozora nicht mehr aus und brach auch in Tränen aus.
Sie hatte gerade eben ihre eigene Schwester umgebracht!!
Yozora merkte nicht, dass Tatsurou sie stumm wegführte und auf ein Zimmer brachte.
Er wartete bis sie sich ein wenig beruhig hatte und umarmte sie fest.
„Ich werde es mir nie verzeihen!“, keuchte Yozora weinend.
Tatsurou küsste ihre Haare, „Wenn du sie nicht getötet hättest, wäre sie einies schlimmeren Todes gestorben.
Außerdem ist sie verrückt geworden. Mach dir keine Vorwürfe, es war das Beste!“
Jetzt, da Arashi tot war, gewannen die Krieger des Kaisers.
Nach weiteren drei Monate Kämpfe, gaben die meisten Rebellen auf und gingen freiwillig ins Exil.
Tatsurou war viel unterwegs und Yozora merkte im frühen Sommer, dass sie in Kind von ihm erwartete.
>Was mache ich jetzt?!< sie kam sich sehr hilflos vor, wem konnte sie das anvertrauen, sie hatte Angst!
Was wenn Tatsurou sie deswegen von sich stoßen wird? Wird er sie nicht mehr wollen?
Deswegen beschloss sie in ihre alte Heimat zu gehen, sie wusste nich wieso, es war einfach ein Wille.
Dies berichtete sie Tatsurou, er zeigte sich einverstanden und kaufte für sie eine Zugfahrkarte.
Nach drei Tagen fuhr Yozora ’’nach Hause’’.
Alles war unverändert, als sie aus dem halbleeren Zug stieg.
Der Bahnhof war so voll und stickig wie immer.
Langsam lief sie durch die Straßen und schaute sich neugierig um.
>Fast alles ist unverändert! Es ist so ..ruhig.< dachte sie verwundert über die friedliche Atmosphäre.
Sie