Was tust du, wenn es zu spät ist?
Was tust du, wenn es zu spät ist?
Ein kurzer OS.
Freue mich über Kommentare. ^^
Möchte ja immerhin besser werden.
Also kritisiert, was das Zeug hält. ^^
Was tust du, wenn es zu spät ist?
Ist dein Leben dann sinnlos?
Es ist passiert. Nie wollte ich, dass es soweit kommt…
Damals verließ ich Konoha. In der dunklen Nacht. Doch du standest dort und hast auf mich gewartet. War mein innerer Kampf so offensichtlich? Konnte man wirklich sehen, was mir durch den Kopf ging? Ja, du konntest es. Sakura.
Ich weiß nicht wieso du dich in mich verliebt hast. Ich war nie nett zu irgendjemandem. Auch dir habe ich viele Male wehgetan. Dir gesagt, dass du nervst. Doch trotzdem warst du für mich da. Hast mir geholfen, als Orochimaru mich verflucht hat. Du wolltest sogar, dass ich die Kämpfe aufgebe, damit ich nicht noch mehr leiden muss. Immer hast du an meine Gesundheit gedacht. Doch wieder habe ich dich zurückgedrängt; dir gesagt, dass es dich nichts angeht.
So viele Male. Ja, ich war Schuld, an all dem Leid. Nur weil ich so dickköpfig war. Nur weil ich meine Rache haben wollte. Nun hab ich sie, und? Hat sich etwas verändert? Lange wollte ich es mir nicht eingestehen, aber das alles hat überhaupt nichts gebracht. Ich habe meine Heimat und meine einzigen Freunde für umsonst aufgegeben…
Naruto, du wolltest mich aufhalten. Du hast gesagt, dass ich mich irre. Dass Orochimaru mich nur ausnutzen will. Und heute weiß ich, dass du Recht hattest. Ja, du warst im Recht.
Dieser Kampf zwischen uns… Du hast alles gegeben. Hast einen Packt mit dem Kyuubi geschlossen, nur um mich aufzuhalten. Heute weiß ich, dass du damals, nicht nur damals, dadurch dein Leben riskiert hast. Und für wen? Einen dummen Uchiha, der meinte er sei etwas Besseres. Und das habe ich dich auch oft spüren lassen. Meine Arroganz, die mir mit meinem Blut vererbt wurde. Ich habe auf dich herabgesehen. Dich als Nichtsnutz und Schwächling bezeichnet. Dir immer wieder gesagt, wie schwach und dämlich du doch bist. Wie sehr du mich nervst.
Doch obwohl ich das alles getan habe, hast du mich sogar als deinen Bruder angesehen. Unsere ständigen Streitereien haben dich stärker gemacht. Und nicht nur dich. Nein. Ich habe es erst viel zu spät gemerkt. Auch ich bin dadurch viel stärker geworden. Ja, wegen solchem Kinderkram…
Ohne, dass ich es bemerkt hatte, bist du zu meinem besten Freund geworden. Ich wusste gar nicht, dass ich jemanden so mögen konnte. Doch ich habe das ignoriert. Ich war halt einfach noch ein Kind. Ein dummes, einsames, kleines Kind. Nur die Rache hat mich am Leben erhalten. Sie war das einzige Ziel, das ich noch hatte. Und dafür habe ich alles aufgegeben…
Ja, Sakura, du wolltest mich aufhalten. Hast mir gesagt, dass du mich liebst, dass ich das Wichtigste für dich bin. Du hast dich mir entgegengestellt, obwohl du wusstest, dass ich stärker war.
Du hast versucht, mich und Naruto auseinander zu halten. Uns zu zeigen, was wir, trotz unserer Streitereien, voneinander haben… Wie sehr wir uns doch Gegenseitig brauchten. Du warst die Einzige, die uns durchschauen und unsere Gefühle deuten konnte. Immer hast du versucht, uns beide glücklich zu machen. Aber wir waren zu sehr mit uns selbst beschäftigt.
Doch auch, wenn du mich liebst, war dein Band zu Naruto immer stärker. Das habe ich bemerkt, als wir oben auf diesem Dach standen. Nachdem Naruto dich vor Gaara gerettet hatte. Erst wolltest du es mir nicht glauben. Naruto hatte Gaara im Alleingang besiegt. Er hatte den Jungen besiegt, an dem ich kläglich gescheitert bin. Ja, auch für mich war das schwer zu verstehen. Ich konnte nicht fassen, wie stark Naruto geworden war. Ich wusste nicht, wieso. Ich habe immer geglaubt, dass nur der Hass die Menschen stärker machte. Und Naruto konnte nicht hassen. Nichts und niemanden. Wie also?
Dann sah ich deine Augen. Wie du Naruto angesehen hast. Ein sanftes Lächeln im Gesicht. Auch du hattest dich in ihm getäuscht. Doch der Unterschied zu mir war, dass du es akzeptieren konntest. Ja, du hast dich für ihn gefreut. Sehr sogar. Denn du wolltest nicht die Stärkste sein. Das wolltest du nie. Im Gegenteil zu mir. Ich wollte immer der Stärkste sein. Ich dachte, dass ich nur so meinen Bruder besiegen kann. Mein Herz wurde von Hass zerfressen. Deshalb wollte ich zu Orochimaru. Ich dachte, nur dort könnte ich stärker werden.
Doch als ich euch fast drei Jahre später traf, hattet ihr euch so verändert.
Sakura. Du wusstest, dass du nie besonders stark warst und auch nicht das Zeug dazu hattest. Darum gingst du, wie ich später erfahren habe, zu Tsunade, um eine Medic-Nin Ausbildung zu machen. Auch du wolltest helfen. Wolltest deinen Freunden helfen, die dir so wichtig waren. Naruto und die anderen. Du hast Trainiert um mit ihnen auf die Suche nach mir zu gehen, was dich sehr oft in Gefahr gebracht hat.
Naruto. Du hast versucht, durch die Hilfe eines der legendären San-nin, Jiraya, dein Chakra besser zu kontrollieren. Hast sogar versucht, das Chakra des Kyuubi zu meistern, und hast dadurch riskiert, dich selbst zu verlieren. Hast neue Techniken gelernt und hast sogar deinen Charakter geändert. Du warst nicht mehr der kleine Junge der sich mit jedem messen wollte und sich unüberlegt in jeden Kämpf stürzte. Nein. Du hast deine unbeschwerte Art abgelegt. Und das wieder nur für mich.
Ich habe das Gefühl, als ob ich an allem Schuld bin. Durch mich mussten so viele Menschen leiden. Viele, die mir nahe standen. Und statt meinen Fehler einzugestehen, verdrängte ich es und machte einfach weiter wie bisher. Wie kann ein einzelner Mensch nur so stur und dumm sein? Diese Frage habe ich mir so oft gestellt. Ich hätte alles haben können, was ich mir immer gewünscht habe. Freunde. Ein Zuhause. Jemanden, der mich mag und mir auch mal aus der Klemme hilft. Ja, ich wollte nicht Mr. Universum sein. Ich wollte auch mal einem Gegner unterliegen können, da ich weiß, dass mir jemand hilft. Mich im letzten Moment rettet und unterstützt. Ich wollte jemanden, von dem ich etwas lernen konnte. Nicht nur Techniken, sondern einfach, was es heißt ein Mensch zu sein. Ich hatte Angst vor dem Alleinsein. Und trotzdem verließ ich alle und blieb freiwillig alleine…
Ihr seid euch immer näher gekommen. Naruto, Sakura und all die anderen aus Konoha. Ihr wart ein Team, weil du, Naruto, alle zusammengebracht hast. Du, der größte Chaot der Erde. Mit deiner freundlichen Art und vor allem deinem Ninja-Weg. Du wolltest deine Träume nie aufgeben. Nicht eine Sekunde hast du daran gedacht. Immer ging es bei dir vorwärts. Nie zurück. Sogar Gaara, der dasselbe Schicksal wie du teilen musste und deshalb von allen gehasst und verachtet wurde, ist nicht mehr derselbe. Du hast ihn aus der Dunkelheit gezogen. Du hast es sogar geschafft, ihn soweit aufzumuntern, dass er einer der beliebtesten Kazekage wurde. Du hast seinen schon toten Körper von den Akatsukis wiedergeholt, weil du ihn nicht aufgeben wolltest.
Bei unserem Kampf an dem Wasserfall sagtest du, ich wäre dein Bruder und du könntest verstehen, wie ich mich fühle. Doch ich glaubte dir nicht. Ich glaubte sogar, dass du es nie verstehen wirst, da du nie eine Familie hattest. Nie dieses Band, diese glücklichen Zeiten mit deinen Eltern und Geschwister haben konntest.
Ich war so blind. Denn genau aus diesem Grund konntest du mich so gut verstehen. Du hattest nie jemanden. Schon als Baby wurdest du gehasst und gemieden. Wegen diesem Wesen in dir. Ich hatte meine Familie; war glücklich. Ich durfte ein paar glückliche Jahre verbringen. Dieses Privileg wurde dir komplett vorenthalten. Nie hattest du das Gefühl von elterlicher Geborgenheit, wie ich es erleben durfte. Nein, ich war nur sauer, dass mir dieses Gefühl jemand genommen hatte. Von einem Tag auf den anderen. Und das von meinem eigenen Bruder. Deshalb war ich sauer auf dich… Sauer auf alle, die Mitleid mit mir hatten und mit Gesichtern, die eher Masken ähnelten, ihr Beileid bekundeten. Mir war schon damals bewusst, dass die Uchihas als Menschen nicht sonderlich beliebt waren. Mir war klar, dass alle sich freuten, diese Familie, diese Bedrohung, endlich los zu sein. Und ich dachte einfach, dass du einer dieser Menschen bist. Oder besser gesagt, ich wollte es glauben. Ich wollte in meinem Schwerz allein sein. Wollte niemanden an mich heranlassen…
Doch eigentlich warst du viel schlimmer dran. Mit diesem Wesen in einem zu leben, welches Schuld an dem Tod der Eltern und so vieler Menschen war. Nur noch als es gesehen zu werden. Du wusstest, dass die Leute, wenn sie dich sahen, dachten „Da, der Kyuubi!“ oder „Der Dämon kommt!“ Du wusstest, dass dich niemand als Mensch sah. Immer wurdest du sofort, als Monster abgetan. Von morgens bis abends allein. Gemieden und mit schiefen Blicken gelöchert zu werden.
Und doch hattest du nie aufgegeben. Dein Ziel war es immer Hokage zu werden um von den anderen endlich wahrgenommen zu werden. Respektiert und im guten Sinne gefürchtet zu werden. Doch nicht nur das. Du wolltest nicht nur Hokage werden um dir selber zu helfen. Nein. Du hast sogar anderen versprochen, ihnen zu helfen. Ihnen ein schönes Leben zu geben. Ohne Ungerechtigkeiten, ohne Kämpfe. Du wolltest, dass alle mit einem breiten Lächeln im Gesicht leben können. Das war dein großer Traum.
Und auch mich versuchtest du ins Licht zu ziehen. Auf deine Art. Mit einem blöden Spruch und deiner Hyperaktivität wieder Leben und Spaß in meines zu bringen. Doch ich habe nur weggesehen. Dich einfach ignoriert. Ich habe nie geglaubt, dass jemand wie du mir helfen kann. Ich bin, statt in das Licht, einfach in die Dunkelheit gegangen. Wie an einer Weggabelung, an der zwei Straßen parallel verlaufen. Ich hätte jederzeit den dunklen Pfad verlassen und den helleren, auf dem du und Sakura und all die anderen liefen, betreten können. Doch ich blieb stur und lief ohne nach links und rechts zu sehen, gerade aus weiter.
Aber heute weiß