[ Friendship Never Dies ]

For The Best Six Friends Ever

Zwei

Dennis war außer sich:
„Warum bist du auf die Strecke gesprungen?! Du hättest dir sonst was tun können!“
„Dieser Typ, Kenji, er ist nicht normal. Er dreht krumme Dinger. Er ist gefährlich. Er wollte euch schaden, dir und Hannes. Sie hat euch gerettet!“ so Daisy.
„Aber woher wusstest du das?“ fragte Raven Carina vorsichtig.
Letztere saß auf ihrem Bett und sah aus dem Fenster.
„Darüber denke ich auch die ganze Zeit nach. Ich hatte eine Art Vorahnung. Eine Art… Vision. Ich kann es mir auch nicht erklären…“ sie seufzte. „Ich sah ihm in die Augen, dann… Sah ich diese Bilder. Das Kenji Hannes rammen würde… Das musste ich doch verhindern… Ich hatte nicht viel Zeit um nach zu denken.“
„Geht es denn wenigstens deinem Fuß besser?“ fragte Dennis sie.
„Ja, es geht schon…“ Carina stand auf und ging nach draußen. Sie wollte sich einen Kaffee holen bevor sie völlig durchdrehte. Die anderen sahen ihr nur verwirrt nach. Carina ging in den 1. Stock hinunter um sich am Kaffeeautomaten zu vergreifen. Die junge Frau seufzte und steuerte auf den Automaten zu, doch was sie da sah, gefiel ihr ganz und gar nicht. Kenji stand an die Wand gelehnt neben dem Kaffeautomaten. Carina sah ihn eiskalt an und blieb sofort stehen.
Dann wandte sie sich dem Automaten zu und warf Geld ein.
„Ich wusste dass du früher oder später her kommen würdest…“ er lachte leise.
Carina sah auf. Er hatte eine ganz schön tiefe Stimme. Carina beachtete ihn erst nicht, was auch verständlich war. Kenji aber, packte ihre Schulter und sah ihr in die Augen.
„Hannes und Dennis wären beide tot, hättest du den Unfall nicht vorher gesehen!“ zischte er. Und seine Art fing an, Carina 1. Angst zu machen und 2. Zu nerven.
„Fass mich nicht an, Junge…“ sagte sie tonlos, aber irgendwie doch kalt. „Ich will dir raten, lass meine Freunde und mich in Ruhe. Ich weiß nicht was du willst, woher du weißt das ich eine Vision hatte und warum ich diese bekommen habe, als ich dich ansah, aber ich werde es heraus finden und dann dem Schulleiter sagen.“
Kenji grinste.
„Ach wirst du das?“
„Du kannst dich darauf verlassen…“ entgegnete sie und nahm ihren Kaffee. Sie drückte ihn bei Seite und ging mit schnellen Schritten zum Saal, in dem die anderen neuen Schüler und sicher auch ihre Freunde aßen. Am Nachmittag würde Carina Lissy besuchen und einen Spaziergang mit ihr machen. Lissy hatte eine Ausbildung zur Krankenschwester begonnen und erzählte Carina oft davon. Diese meinte, das Lissy das schon schaffen würde. Sie war zielstrebig. Carina war ziemlich stolz auf sie.

Lissy legte den Kuli bei Seite und seufzte. Die anderen sahen sie an, erwartend und voller Hoffnung. Lissy grinste und sagte ruhig:
„Wir sind bestens vorbereitet!“
Die anderen Mädchen strahlten.
„Danke, das du uns geholfen hast!“ meinte Carina und nahm sie in den Arm.
Die anderen stimmten zu.
„Und deshalb, geben wir dir ne Runde Eis aus“, sagte Raven lachend.
„Okay.“ Lissy grinste.
Lissy war mit Daisy, Raven, Tina und Carina den Stoff der letzten Monate noch einmal durch gegangen. Jetzt hieß es, bis zum Abend zu warten und dann einzeln zu den Prüfern zu gehen.
Jeder bereitete sich einzeln auf diesen Abend vor. Er würde entscheiden, ob sie nun an der Schule aufgenommen werden würden, oder nicht. Es war für jeden ein Nervlicher Akt, auf den Anfang der Prüfung zu warten.
Daisy zum Beispiel, nahm ein langes, ausgedehntes Bad. Sie hörte leise Musik und hatte sogar Kerzen an. Neben der Badewanne saß Raven und las ein Buch. Sie wollten in dieser Zeit nicht gern allein sein. Tina war bei ihrer Familie zu Hause, um sich vor zu bereiten. Dennis und Hannes mit den Motorrädern irgendwo unterwegs und Carina mit Lissy im Hof.
„Wenn du bestanden hast, musst du mir sofort Bescheid sagen! Und die anderen auch!“ sagte Lissy gerade, als Carina sie zu ihrem Wagen brachte.
Es war schon ziemlich kalt und der Wind wehte immer heftiger. Carina hatte die Wettervorhersage gesehen und es würde Stürme geben, die nächste Nacht.
„Fahr bitte vorsichtig, Lissy“, mahnte Carina sie.
„Wegen dem Wind?“ fragte ihre Freundin.
„Ja, es zieht ein Sturm auf…“ Carina sah nach oben.
Wolken hatten sich vor den fast vollen Mond geschoben. Es wurde dunkel.
„Okay, dann, viel Glück!“ sagte Lissy, lächelte und stieg in den Wagen.
Carina sah ihr nach, bis sie nicht mehr zu sehen war und darüber hinaus. Hoffentlich, würde sie gut ankommen. Dann wandte die Schwarzhaarige sich um und erschrak. Sie zuckte zusammen, als sie den Mann, mit schwarzem Mantel vor sich auftauchen sah. Er kam ihr vor, als wäre er doppelt so groß wie sie und im Mondlicht, sah er gefährlich aus. Und Furchterregend.
Carina wich einen Schritt zurück.
„Guten Abend“, kam es von dem Unheimlichen.
Carina schaute ihn aus großen Augen an. Erst dann erkannte sie die Züge und das teuflische Grinsen in seinem Gesicht.
„Was willst du, Kenji?!“ fauchte sie ihn an und wollte schon weiter gehen.
„Es wird sehr stürmisch werden, heute Nacht“, meinte der Ältere. Er blieb in ihrem Schatten stehen, folgte ihr nicht, als sie noch ein paar Schritte weiter ging. Warum hatte er auf einmal so weißes Haar?
„Warum willst du mir und meinen Freunden schaden?“ fragte sie, ohne sich zu ihm um zu wenden.
„Wer hat das gesagt?“ Kenjis Stimme veränderte sich nicht.
„Du wolltest Dennis und Hannes umbringen!“ Carina wandte sich schwungvoll zu ihm um.
Kenji schüttelte den Kopf und lachte.
„Naives Ding!“
Carina zog beide Augenbrauen in die Höhe und räusperte sich. Er hatte doch versucht, Hannes zu rammen! Und Dennis wäre als nächstes dran gewesen! Carina schloss kurz die Augen.
„Was willst du?“
„Es wäre besser du würdest rein gehen. Die Prüfungen warten…“ Kenji wandte sich ab und ging in Richtung Wald.
Carina blieb noch kurz stehen und sah ihm nach und so richtig wohl, war ihr bei dem Gedanken auch nicht. Dieser Typ war wirklich, in ihren Augen zumindest, der reinste Horror. Sie konnte ihn wirklich nicht leiden. Es war diese Art. Und er hatte versucht Hannes und Dennis zu schaden. Das hätte Carina nicht verkraftet. Hätte sie beim Rennen nicht eingegriffen, wären Hannes und Dennis wahrscheinlich schon tot.
Carina ging in Richtung Tor. Jetzt würde es ernst werden, die Prüfungen würden beginnen.

In den Gängen des Haupthauses war es immer schrecklich kalt. Alles war alt und es zog. Carina hasste es, spät abends durch die Gänge zu wandern. Sie folgte dem Mathematik Lehrer schon fast 3 Minuten durch die Villa. Alle Schüler wurden einzeln zum Rektor gerufen. Alle Schüler wurden in für sie wichtigen Fächern geprüft und alle Schüler, sie alle, mussten einen Schwur ablegen. Carina war innerlich mehr als gespannt auf diesen Schwur. Niemand hatte je erzählt, in was er geprüft wurden war.
Der Lehrer vor ihr blieb so plötzlich stehen, das Carina mit voller Wucht gegen ihn prallte. Trotzdem sagte dieser nichts, wies nur auf die Tür. Carina sah ihn noch kurz an, dann ging sie durch die Tür, ins Büro des Direktors.
Sie ging den kurzen Gang entlang bis zu seinem Schreibtisch. Das Zimmer war halbdunkel, vollgestopft mit Bücheregalen und all solchem Bibliothek Kram. Carina sah sich um. Sie war ganz in Gedanken und hörte erst die Schritte des Rektors, als er fast neben ihr angekommen war.
„Carina?“ er lächelte und gab ihr seine Rechte zur Begrüßung.
Sie erschrak kurz ein bisschen, nahm sie aber dann doch.
„Nun. Du bist also hier an der Schule, um später Polizistin zu werden, sehe ich das richtig?“
Carina nickte stumm.
Der Rektor wandte sich zum Fenster und verschränkte die Hände auf dem Rücken. Sie blieb einfach auf ihrem Platz stehen und schaute ihn an.
„Von der Prüfung, die du heute absolvieren wirst, wird niemand erfahren. Von den Ereignissen ebenso wenig. Und von den Geheimnissen genau so, ist das klar?“ sagte der Rektor monoton und wandte sich wieder zu ihr um, nachdem er den Vollmond eine kurze Zeit betrachtet hatte.
„Ja, Sir.“
„Gut. Ich habe euer aller Potential schon vor längerer Zeit im Unterricht getestet, regelmäßige Berichte und Beobachtung haben gezeigt, in welches Haus du kommen sollst. Die Rede von der Prüfung, Carina, ist nur dazu da, damit ihr jungen Menschen lernt, das ihr nicht nur für Arbeiten lernen sollt, sondern auch zwischendurch. Es dient allein dazu. Du wirst hier und heute keine Prüfung ablegen müssen. Und auch alle anderen Studenten nicht.“ Der Direktor machte eine längere Pause, dann sprach er weiter:
„Das Auswahlverfahren für die Häuser ist abgeschlossen. Nur sehr wenige kommen in das beste unserer Häuser. Nur die Schüler mit dem meisten Potential, die in diese Richtung führt. Es geht nicht um schulische Leistung, so wie Mathematik und Biologie, Deutsch und Fremdsprachen. Nein, es geht um etwas viel Größeres, in diesem Haus. Es geht um die Dunkelheit und um die Magie.“
Als der Ältere endete, war Carina verwundet und geschockt gleichzeitig. Hatte dieser Typ eine Vollmeise?! Magie und Dunkelheit?
„Sir, es gibt keine Magie.“
„Ach wirklich nicht? Und warum färbt sich Kenji McEwens Haar nachts weiß?“
„Friseur?“ Carina zuckte mit den Schultern.
„Jede Nacht?“ Der Direktor lächelte. „Nun, verbring erst einmal ein wenig Zeit in deinem neuen Haus.“
Er nahm etwas vom Schreibtisch und sah es eine kurze Zeit lang an. Carina konnte ein leichtes Grinsen auf seinen Lippen sehen.
„Nimm das hier“, er gab ihr einen Umschlag. „Ruf die Nummer darin an, wenn du dich in deinem Zimmer eingerichtet hast. Dein Zimmergenosse heißt Patrick und die Nummer des Raumes steht auch in diesem Brief, so wie deine Fächer, die Zeiten und Räume. Die Sachen die du noch benötigst und alles Weitere. Der, der sich bei dieser Nummer meldet, ist dein