[ Friendship Never Dies ]

For The Best Six Friends Ever

Drei

Daisy und Raven starrten Carina aus großen Augen an.
„Du bist… die Einzige von uns die in dieses Haus kommt!“ meinte Raven.
Verwirrt schaute Carina in die Runde. Das konnte doch nicht sein! Sie war die Einzige die in dieses Haus gekommen war?! Sie war innerlich traurig und ihr war zum heulen zu Mute, als sie begriff, das sie ihre Freunde nur selten sehen würde.
„Lasst uns… unsere Sachen in unseren Zimmern einräumen“, sagte Dennis und wandte sich ab.
„Bis dann“, sagte Carina und ging dann auch, langsam und irgendwie gebrochen. Die anderen Mädchen sahen ihr nach. Genau so traurig und genau so verwirrt.

Carina ging mit schnellen Schritten durch die Halle, merkte aber trotzdem, das Kenji sie ansah. Auffällig und grinsend. Sie ging trotzdem weiter. Es verwirrte sie. Sie schien die einzige Frau zu sein, in diesem Haus. Sie konnte nur Männer aus machen. Verwirrt von den letzten Stunden, versuchte sie so schnell wie möglich ihr Zimmer zu finden. Es hatte die Nummer 97. Sie kam einen der Gänge entlang, der viel dunkler war, als die in den anderen Häusern. Es war an sich alles viel schwärzer und trauriger. Carina schloss die Tür auf und ging ins Zimmer. Ihr Zimmer Kollege Patrick, schien nicht anwesend zu sein, also trat sie einfach ein und fing an ihre Sachen zu ordnen, die für sie hoch getragen wurden waren. Die Typen waren älter und Kenji war auch bei ihnen gewesen. Carina brauchte nicht sehr lange, bis sie sich auf ihr Bett setzten und einfach einmal ausruhen konnte.
Das Zimmer bestand aus zwei Räumen und großzügigem Badezimmer. Die Schule war an sich, sehr luxuriös, aber seltsamer weise nicht teuer. Patrick und sie, hatten jeder ein eigenes Zimmer. Klein, aber in Ordnung. Ein Bett, ein großer Kleiderschrank, ein Minikühlschrank, ein Schreibtisch, ein Nachttisch und eine geräumige Fensterbank, mit Kissen und einer Decke, auf der man abends bequem sitzen konnte. Patricks Zimmer hatte diese nicht. Vielleicht war es weil sie ein Mädchen war und er an dieser Fensterbank eh kein Interesse gehabt hätte. Für Carina kam sie wie gerufen. Trotzdem entschloss sie sich erst einmal, ein Bad zu nehmen, dann würde sie die Nummer an rufen.
Es war später Nachmittag, als Carina sich dann auf den Weg zu Zimmer 100 machte, in dem ihr Mentor wohnte. Sie hatte nicht so wirklich Lust, zu ihm zu gehen, aber es war ein ausdrücklicher Befehlt, des Rektors. Als Carina um 22:00 an der Tür zum Zimmer 100 klopfte, war diese schon offen. Die junge Frau wartete kurz und betrat den Raum dann. Kälte schoss ihr entgegen und überzog ihre Haut. Sie fröstelte.
„Hallo?!“ rief sie leise.
Es war ziemlich dunkel. Sie sah sich um und ganz plötzlich, viel die Tür knallend ins Schloss. Carina wandte sich um und entdeckte Kenji, der neben der Tür an der Wand lehnte.
„Guten Abend.“ Er lächelte. „Zum 2. Mal…“
„DU?!“
„Ja, allerdings.“ Kenji grinste. „Ich bin dein Mentor.“
„Muss ich denn auch so rumlaufen wie du?“ sie betrachtete seine in schwarz gehaltenden Klamotten und den schwarzen Umhang.
Kenji lachte.
„Sicher nicht. Der Rektor meint, ich soll dir alles erklären…“
„Kann das nicht jemand anderes übernehmen?“
„Negativ, warum? Magst du mich nicht?“ frage er grinsend.
„Eigentlich nicht.“
„Was findest du nur an diesen Loosern, Carina? Drittklassig und…“
Sie ließ ihn nicht ausreden, sondern packte ihn an der Brust am Pullover.
„Pass auf was du sagst!“ sagte sie eisig. „NIEMAND, beleidigt meine Freunde!“
„Freunde? Diese 3. Klassigen Rennfahrer, Hannes und Dennis, die süßen drei Schulmädchen und die Krankenschwester?“ Kenji musste sich ein gespieltes Lachen verkneifen.
Carinas Blick verdunkelte sich.
„Sei still du Psycho!“ meinte sie noch immer eiskalt.
Er spürte das Zittern, die Wut, die in ihrem Körper kochte und brodelte.
Kenji nahm sanft ihr Handgelenk und Carinas Blick veränderte sich für den Bruchteil einer Sekunde zu Verwirrtheit, dann riss er sie herum und drückte sie gegen die Wand, neben dem Fenster. Das Licht schien auf seine Angespannten Züge, als er seine Hand um ihren Hals langsam zu drückte. Carina konnte nicht atmen. Ihre Augen starrten ihn an. Sie fürchtete sich. Mehr als je zuvor.
„Du legst dich mit dem falschen Mann an, Carina. Und wenn du es noch nicht weißt, werde ich es dir einprügeln…“
Sie schloss die Augen und versuchte verzweifelt los zu kommen. Kenji ließ seinen Griff nur langsam locker. Am Schluss rang sie nach Luft. Ihre Beine knickten unter ihr weg und sie versuchte sich fest zu halten. Sie bekam Kenjis Pullover zu fassen und hielt sich auf den Beinen. Er stand noch immer eisern und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er packte die Hand, die sich verzweifelt an ihm fest krallte und riss Carina mit einer unglaublichen Wucht zu Boden. Als Carina wieder einiger Maßen Luft bekam, versuchte sie sich auf zu richten, sackte aber wieder in sich zusammen. Sie schaffte es ihren Kopf zu heben und Kenji an zu sehen. Ausdruckslos, sah er zu ihr herunter. Seine Augen durchbohrten sie und man konnte meinen, dass sie sie am liebsten zerfetzen würden.
Kenji beugte sich, was Carina nicht geahnt hatte, zu ihr herunter und hielt ihr seine Hand hin.
„Wirst du jetzt gehorchen?“ fragte er sanft und es zeichnete sich sogar ein Lächeln auf seinen Lippen ab. Carina kam auch ohne seine Hand an zu nehmen auf die Beine, stolperte und lehnte sich gegen die Wand hinter sich. Auch Kenji hatte sich wieder auf gerichtet und tat den letzten Schritt, der zwischen ihr und ihm gewesen war. Carina sah in seine Augen und er sah zurück.
Er hob die Hand, hielt kurz vor ihrem Hals inne und legte sie dann kaum merklich auf ihre Schulter.
„Willst du gehorchen, oder willst du sterben?“
Carina sah ihn verwirrt an.
„Du willst doch nicht so enden wie Hannes fast, bei dem Rennen? Und du willst doch nicht, das deinen ach so tollen Freunden etwas passiert, oder?!“
Carina schüttelte den Kopf, als sie merkte, wie Kenjis ,monotone Stimme abnahm und er immer lauter wurde. Kenji grinste.
„Ich werde dafür sorgen, dass Hannes und Dennis beim nächsten Mal nicht so viel Glück haben werden… Und die anderen, haben vielleicht einen kleinen Unfall…“
„Bitte, lass sie in Ruhe!“ eine Träne floss über Carinas Wange.
Kenjis Grinsen verschwand. Jetzt lächelte er.
„Gut… Schließ die Augen!“
Carina tat, wie er sagte und schloss die Augen. Würde er sie umbringen?
Stunden später hätte sie sich gewünscht, es wäre so gewesen.
Carina wusste nur noch, das er sie in den Hals biss. Das der Schmerz sich über ihren ganzen Körper ausbreitete und sie von innen auf zu fressen schien. Sie wusste noch, dass sie sehr laut geschrien haben musste, auch gewehrt musste sie sich haben.

Als sie wieder einigermaßen klar im Kopf war, war Kenji verschwunden und sie lag auf ihrem Bett. Allein. Und mit zwei unübersehbaren Bisswunden am Hals…
Carina stand im Bad und wusch sich immer wieder die Stelle mit den Bissen mit Wasser ab. Nein. Nein. Nein. Das war doch alles ein Alptraum, das konnte nicht die Realität sein.
„Bitte! Wach auf, wach auf!“ murmelte sie panisch und klatschte sich noch einmal das kalte Wasser ins Gesicht. Ihre Augen waren so dunkel, das man sie fast als schwarz bezeichnen konnte und ihr Körper tat weh. Er schien zu wachsen. Langsam, aber die Schmerzen nahmen zu. Carina sah auf. Im Spiegel konnte sie Kenji sehen, der an der Tür stand. Er hatte sich an den Rahmen gelehnt, hatte die Augen halb geschlossen und ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Seine weißen Haare hingen ihm nur in dünnen Strähnen ins Gesicht und Carina konnte die Schweißperlen auf seiner Stirn erkennen.
„Kenji…?“ flüsterte sie. „Was hast du mit mir gemacht? Was hast du mit mir gemacht?!“
Sie ging langsam zu ihm, Tränen in den Augen.
„Wann wache ich auf? Wann werde ich wach?“
Kenji hob schwach eine Hand und streichelte kurz über ihren Kopf. Mit trockener Kehle sagte er:
„Niemals.“
Carina schaute ihn aus müden und verzweifelten Augen an.
„Komm mit mir…“ sagte er leise und stieß sich wankend vom Rahmen ab.
Carina folgte ihm, was blieb ihr auch anderes übrig? Kenji ging in den Teil von Carinas Zimmer, schloss die Tür zu Patrick ab und legte sich aufs Bett.
„Komm zu mir…“ sagte er, noch immer sehr schwach.
Carina tat, was er wollte. Kenji schien unendlich müde zu sein. Er kuschelte sich an ihren Körper und schlief sofort ein. Verwirrt merkte Carina, wie in Sekundenschnelle, die ganzen Schmerzen verschwanden und die Müdigkeit sie überfiel…

„Es ist am besten, du verlässt das Haus erst einmal nicht. Du solltest dich ausruhen…“ Kenji zog seinen Mantel an.
Carina saß, noch immer verwirrt auf dem Bett und sah fragend zu dem großen Kerl hoch. Kenji stoppte mitten in der Bewegung und schaute sie an. Sie schaute zurück.
„Ich werde dich jetzt ungern allein lassen…“ er zog seinen Mantel ganz an und setzte sich noch einmal kurz zu ihr. „Ruh dich nur noch etwas aus, dann kannst du bald wieder nach draußen. Wenn sich dein Körper ganz verändert hat, wirst du auch Tagsüber raus können. Das dauert nur noch ein bis zwei Tage. Leg dich wieder hin und versuch zu schlafen. Ich bin bald zurück und bleibe dann bei dir…“ er lächelte schwach.
Carina sah ihn an, das er selbst noch sehr schwach war, aber eben nicht mehr lebensbedrohlich. Ihr selbst ging es noch nichts sehr viel besser...
Als Kenji aus der Tür verschwand, wurde Carina erst richtig klar, was er ihr angetan hatte…

Es war stürmisch und kalt. Ein paar dunkle Wolken hatten sich vor den Vollmond geschoben. Die letzten Blätter wurden von den Bäumen gerissen und vielen auf den Hof herab. Carina sah zum Kastanienbaum. Sie hatte heraus gefunden das, wenn man von Kenjis Zimmer aus auf den Dachboden stieg, man das Dach direkt