[ Friendship Never Dies ]

For The Best Six Friends Ever

Vier

Es war Montagmorgen, als Daisy und Raven mit Carina reden wollten. Kenji ließ sie nie aus den Augen und beschützte sie wie einen Schatz, den er auf gar keinen Fall verlieren wollte. Er ließ sie nicht näher als 5 Meter an sie heran, egal mit welchen Mitteln. Jetzt, an diesem Montagmorgen, um genau 8.15, war Kenji auf der Toilette und Carina stand an die Wand gelehnt.
„Keinen Kaffee?“ fragte Daisy vorsichtig und kam auf sie zu. Sie deutete nach links zum Kaffeeautomaten.
„Ich habe aufgehört, welchen zu trinken…“ meinte Carina monoton und schaute nicht zu Daisy und Raven rüber, auch wenn ihre Augen sagten, das sie es wirklich gern getan hätte.
„Was ist aus dir geworden? Du bist in diesem Haus… Und… Du hast den Kontakt zu uns allen abgebrochen… Warum?“ fragte Raven.
„Es geht nicht anders.“
„Warum?“
„Fragt mich das bitte nicht Leute... ich…“ entgegnete Carina.
In dem Moment, tauchte Kenji neben ihr auf.
„Was wollt ihr?“ fragte er kalt und sah zu den beiden Mädchen rüber.
„Nichts… Sie wollten… nichts… Nur einen Kaffee…“ sagte Carina, sah aber Daisy und Raven scharf an. Dann ging sie mit Kenji den Weg weiter, zur Aula.

Der 18 jährige, junge Mann, war kurz vor einen Wutausbruch. Hannes trat wütend gegen eine Mülltonne.
„Beruhige dich doch!“ sagte Raven und schaute ihn aus den Augenwinkeln an.
„Raven.. Sie stand vor mir, sah mich an und meinte, dass es nicht ginge und dass sie nichts mehr mit uns machen könne. Sie hatte so eisige Augen, als ob sie sich nicht mehr dafür interessieren wollte, dass ich mir Sorgen mache! Und Kenji… er behandelt sie wie… Sein Eigentum! Als würde er sie besitzen!“
„Das haben wir auch gemerkt, als wir mit ihr gesprochen haben“, meinte Daisy“, er war, als ob… Nun ja… Keine Ahnung… Als wäre er eifersüchtig. Auf alles und jeden. Und wir wissen jetzt auf jeden Fall, das er uns von ihr fern halten will…“
„Vielleicht sollte ich mal versuchen mit ihr zu reden“, meinte Dennis und schaute die anderen an. Er hatte zu diesem Thema noch überhaupt kein Wort gesagt und die anderen wunderten sich jetzt, warum er plötzlich auch daran interessiert war, Carina zurück zu holen und Kenji mal die Meinung zu sagen.
„Vielleicht…“ sagte Daisy langsam“, aber wenn Hannes es nicht schafft, warum dann du?“
„Wenn sie merkt, das ich mich auch dafür interessiere, dann denkt sie vielleicht ich mag sie, genau so wie ihr.“
Daisy und die anderen sagten dazu erst einmal nichts.
Raven fragte plötzlich:
„Wo ist eigentlich Tina?“
„Bei ihrer Familie. Ferien.“ Hannes gähnte.
Die Clique ging zurück in die Villa.

Patrick wollte schnell an Dennis vorbei gehen, aber der versperrte ihm den Weg.
„Sorry, aber kann ich dich mal etwas fragen?“ Dennis sah ihn kühl an.
„Ja, nur zu.“ Patrick blieb stehen.
„Carina ist doch deine Zimmergenossin, oder?“
„Ja, aber sie ist oft bei Kenji. Die zwei haben was zusammen, glaube ich. Aber es kann auch einen anderen Grund haben…“ Patrick zuckte mit den Schultern.
„Weißt du was in diesem Haus vor sich geht?“ fragte Dennis.
„Nun ja… Wissen schon, sagen darf ich es allerdings nicht.“
„Ich hörte, du willst wechseln?“
„Jaaa, das schon. Ich will in euer Haus wechseln.“
„Kannst du es mir dann nicht sagen?“
„Nun ja… Du bist ein Freund von Carina, oder?“
Dennis zögerte. Carina und er hatten sich nie sonderlich gut verstanden. Vielleicht waren sie ja auch gar keine Freunde. Aber irgendwie…
„Ja.“
„Gut. Nun, in dieses Haus kommen nur Menschen, die dunkle Fähigkeiten haben. Sie ist die erste Frau die es geschafft hat. Es gibt ein Ritual, das sie bei mir noch nicht vollzogen haben, aber bei Carina schon…“
„Welches?“
„Kenji hat sie zum Vampir gemacht, vor ein paar Tagen. Glaub es oder nicht.“ Patrick ging weiter.
Dennis schaute dem anderen mit großen Augen nach.
„Will der mich verkohlen?“ fragte er, genau als Daisy und Hannes neben ihm auftauchten.
„Ich denke nicht“, meinte Daisy“, ich hab schon von vielen gehört, das Kenji so etwas ist.“
Dennis sah Daisy an.
„Du glaubst das doch nicht, oder?“
„Doch. Ich glaube es…“ sie sah zu Kenji rüber, der gerade zum Hauptgebäude lief. Carina war ausnahmsweise mal nicht bei ihm. "Und vielleicht kann ich es euch sogar beweisen…“
Daisy machte sich mit schnellen, festen Schritten auf den Weg zu Kenji und fing ihn in der Mitte vom Hof ab.
„Mr. McEwen?“ fragte sie gespielt höflich.
„Ja?“ kam es von Kenji kalt zurück.
Er schien unter Zeitdruck zu stehen. Er hatte seine Tasche mit seinem Notebook bei sich und die linke Hand in einer Hosentasche. Er hatte eine Augenbraue hoch gezogen und schaute sie nun fragend an.
„Ich will wissen was Sie mit Carina gemacht haben!“ meinte Daisy ruhig und lächelte.
Kenji grinste plötzlich.
„Das wirst du nicht erfahren, Kleine, genau so wie deine Freunde.“
„Ach wirklich nicht?“ meinte Daisy. „Dennis wollte mir noch erzählen, was es gewesen war. Er sagte er wüsste es… Und dann werde ich es dem Rektor sagen…“
„Wirklich?“ Kenjis Züge verhärteten sich. „Dann muss ich wohl… Na gut. Carina wird mit euch nichts mehr zu tun haben wollen. Vor allem jetzt. Auf Widersehen.“ Dann ging er weiter, ohne sich zu Daisy um zu drehen.
Verdammt…

„Ich sagte doch, er wird dir nichts verraten, das er ein Vampir ist!“ lachte Dennis.
Hannes stand nur daneben.
„Ich werde jetzt mit Carina reden“, meinte Dennis dann und nickte den anderen zu.
Dann ging er den Schotterweg bis zur Rennstrecke. In diesen knappen 10 Minuten, dachte er nach. Was sollte er sie nur fragen?
Sie hatten nie sehr viel mit einander zu tun. Aber sie waren doch irgendwie Freunde.
Dennis bog um die Ecke und wäre fast gegen Kenji geknallt.
Verwirrt sah er nach oben.
„Du weißt also, was ich bin ja?“ fragte der Ältere und grinste.
Dennis wich einen Schritt zurück. Wie war der so schnell hier her gekommen?!
„Und du weißt auch, was ich jetzt mit dir machen muss?“ Kenji zog den kleinen Dolch, den er immer bei sich trug, aber so, das Dennis es nicht merkte.
„Nein, was denn?“ fragte Letzterer und schaute Kenji kalt an.
Der riss seinen Dolch hoch und…
Hätte fast Carina getroffen, die sich vor Dennis stellte.
„KENJI!“ flüsterte sie und ihre eiskalten Augen bohrten sich regelrecht durch seinen Körper. „Lass… ihn… in Ruhe!“
Sie war dem Zusammenbruch nahe und ihr ganzer Körper zitterte wie Espenlaub. Kenji war erschrocken. Er hatte ihr doch gesagt, dass sie im Haus bleiben sollte!
„Was machst du hier draußen?! Ich hab dir doch gesagt du sollst im Haus bleiben!“ schrie er sie an.
„Du hast mir GAR NICHTS zu sagen, Kenji! Du tust so, als würde ich dir gehören und die ganze Welt ebenso! Und eines sage ich dir, vergreif dich NIE WIEDER an meinen Freunden!“
Sie flüsterte nur, doch trotzdem verstanden beide Männer, was sie sagte und zwar sehr genau.
Carina wandte sich zu Dennis um und lächelte schwach. Sie legte kurz beide Arme um ihn und drückte ihn. Dann sagte sie dicht neben seinem Ohr:
„Sag den anderen, das es stimmt, was Patrick sagt und sag ihnen, das ich sie alle schrecklich lieb habe, aber im Moment, kann ich euch nichts weiteres erklären…“ dann schob sie ihn von sich, lächelte und fügte wieder etwas lauter hinzu:
„Geh jetzt…“
Dennis nickte, wandte sich ab und ging.
Carina und Kenji blieben zurück und Dennis wollte nicht wissen, was Kenji, so wütend wie er war, jetzt mit Carina anstellte…

„Ich hab dir doch gesagt du sollst hier drin bleiben!“ Kenji war außer sich vor Wut. Er hatte sie noch immer auf dem Arm und war auf dem Weg in sein Zimmer.
„Warum bringst du mich nicht in meins…?“ fragte sie schwach. „Kenji…?“
Er antwortete ihr nicht. Carina war ziemlich benebelt. Er brachte sie in sein Zimmer und setzte sie neben der Badewanne ab. Dann ließ er Wasser ein und griff an ihr Top.
„Kenji!“ flüsterte Carina und hob die Hand, um ihm eine zu klatschen.
„Vertrau mir. Nur dieses eine Mal?“
Sie öffnete die Augen und schaute ihn an. Ein Lächeln lag auf ihren Lippen. Kenji hielt in seiner Bewegung inne und schaute sie für ein paar Sekunden an, die ihm wie Minuten vorkamen. Er beugte sich zu ihr vor, aber Carina sagte, kaum hörbar:
„Denk nicht, das ich dir vergebe, was du fast mit Dennis gemacht hast…“
Kenji lächelte.
„Es tut mir leid…“
„Ja, das sollte es auch…“ Carina legte den Kopf zur Seite und schloss die Augen. Sie sagte eine Stunde über nichts. Kenji hielt sein Wort und war nur darauf besinnt, ihr zu helfen. Er blieb die ganze Zeit bei ihr und ließ neues Wasser ein, wenn das alte kalt geworden war. Carina fühlte sich immer besser. Irgendwann war sie wieder völlig fit und richtete sich in der Badewanne auf. Kenji saß daneben. Den Kopf auf die Arme gelegt. Er war eingeschlafen.
Carina stand auf und trocknete sich ab, dann zog sie sich an und schaute kurz aus dem Fenster.
Sie ging wieder ins Bad zurück und kniete sich neben Kenji. Kurz strich sie über sein Haar und dann seine Wange. Unerwartet nahm Kenji ihre Hand und drückte sie gegen seine Lippen.
„Geht es dir besser?“ fragte er dann und sah sie aus seinen blauen Augen an.
Carina nickte und lehnte sich an ihn.
„Danke…“
„Ich muss dir danken..“ sagte er lächelnd.
„Wofür?“
„Dafür das ich dich jetzt besser kenne…“ er lächelte. „Du würdest wirklich alles für deine Freunde tun, oder?“
Carina nickte.
Kenji stand auf und legte beide Arme um sie.
„Du musst verstehen, das ich dich nur beschützen will…“ sagte er sanft.
„Wovor denn, Kenji?“ entgegnete sie.
„Davor, das…“ er stockte.
„Du weißt es nicht, oder?“ sie stricht über seinen