Schwarze Kirschblüte

- Wenn du gehst... -

Schwarze Kirschblüte

Schwarze Kirschblüte
- Wenn du gehst... - Ita X Saku OS

Manchmal passieren Dinge im Leben, von denen man niemals gedacht hätte, dass sie passieren könnten. Das Herz entscheidet Dinge, die man tut, ohne Verstand und die Frage nach der Richtigkeit. Wenn es sich erst mal entschieden hat, gibt es kein Zurück mehr…

Ein Tag im Winter. Schnee rieselte aus den grauen Wolken am Himmel und legte sich auf ein rosahaariges Mädchen. Genüsslich blieb sie stehen und sah in den wolkenbedeckten Himmel über sich. Während sie dabei die Augen schloss, zeigte sie den Schneeflocken ein warmes Lächeln.
Die weiße Winterlandschaft rund um Konohagakure, welches sich zurzeit von den Angriffen der Akatsukis erholte, ließ den Frieden in die Herzen der Menschen zurückkehren. Ein Frieden, der schon lange verloren schien…
Sakura setzte sich wieder in Bewegung. Sie kam gerade von einer Mission zurück und wollte nun endlich wieder nach Hause. Es hatte ihr von Anfang an nicht gefallen ihre Heimat in diesen schweren Zeiten zu verlassen. Doch Tsunade hatte sie darum gebeten und, mehr oder weniger freiwillig, war sie gegangen.
Als sie den Wald vor Konoha betrat, hielt sie plötzlich inne. Etwas hatte ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ihre Sinne hatten angeschlagen. Ruhig, aber aufmerksam musterte sie ihre Umgebung um auch einen noch so kleinen Hinweis nicht zu übersehen. Trotz der Tatsache, dass das Mädchen solche Situationen kannte, war sie etwas nervös. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihrem Magen aus, doch die Angst versuchte sie herunter zu schlucken. Als erfahrene Kunoichi musste sie dies auch tun.

Der Wald lag totenstill vor ihr. Nichts und niemand war zu sehen. Und dennoch schlich das rosahaarige Mädchen nur langsam durch den Wald. Wenn sich noch ein Feind in diesen Wäldern versteckte, könnte dies ihr Ende sein. Bei diesem Gedanken schreckte das Mädchen innerlich auf und schüttelte stark den Kopf um ihn von solchen Gedanken reinzuwaschen. „Sowas darfst du gar nicht erst denken.“, zischte sie kaum hörbar zwischen ihren Zähnen hervor.
Nach einigen weiteren Schritten ertönte ein Knacken auf ihrer rechten Seite. Schnell drehte sie sich in die Richtung und zückte bereits einige Kunai und Shuriken. Nervös horchte sie in den Raum hinein und rührte sich keinen Millimeter. Da, wieder dieses Geräusch. Sakura nahm all ihren Mut zusammen und ging an der ersten Reihe von Bäumen tiefer in den Wald hinein.
Immer weiter entfernte sie sich von dem Weg, auf dem sie gekommen war und bald erreichte sie eine Lichtung, auf der sie als Kind oft Blumen pflücken war. Doch zu dieser Jahreszeit sah man nur Schnee, der den Boden und die Pflanzen bis zum Frühling schützte. Ihre Schritte hinterließen schmale Fußspuren in der weißen Pracht, als sie weiter auf die Mitte der Lichtung zuhielt. Und dann entdeckte sie etwas. Dort im Schnee sah man einige Tropfen Blut, die von der Lichtung wegzuführen schienen.
„Was ist hier passiert?“, fragte Sakura in die Stille, erhielt aber, wie zu erwarten war, keine Antwort. Wenige Sekunden überlegte sie, was nun zu tun war und entschied sich, der verletzten Person zu helfen. Als Medic-Nin war das ihre Pflicht. Und außerdem hatte sie diese Situation neugierig gemacht.
Leise folgte Sakura nun den Blutspritzern und folgte der mysteriösen Person. Anhand der Größe und Menge der Bluttropfen im Schnee, konnte das Mädchen auf eine Schnittwunde, wahrscheinlich am Oberarm, schließen. Aus den Augenwinkeln heraus, vernahm das Mädchen eine Bewegung und drehte sich blitzartig in jene Richtung. Ihre Waffen erhoben. „Wer ist da?“, rief das Mädchen in die Einsamkeit des Waldes. Sie bekam keine Antwort, ließ jedoch den einen Baum nicht aus den Augen. „Zeig dich! Ich weiß, dass du da bist!“, versuchte sie es erneut. Sakura hoffte mutig und selbstbewusst zu klingen, auch wenn sie eigentlich ziemliche Angst hatte. Dennoch ließ sie sich nicht einschüchtern. Vor langer Zeit hatte sie beschlossen, mutiger und stärker zu werden und die Rosahaarige hatte das auch so gemeint…
Und tatsächlich regte sich etwas. Eine schwarze Gestallt trat hinter dem Baum hervor und sah sie mit kalten Augen an. Sakura lief ein kalter Schauer über den Rücken. Ihre Augen weiteten sich, als sie ihren Gegenüber erkannte. Seine schwarzen Haare, sein kalter Blick, ließen ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sakura konnte es nicht glauben. Vor ihr stand Itachi Uchiha! Der Totgeglaubte Uchiha-Klan Mörder. „Aber das…?!“, stotterte die Kunoichi. In diesem Moment wünschte sie sich, doch nicht so neugierig gewesen zu sein. Doch dann entdeckte sie etwas, was ihre Meinung änderte. Auf einem Auge war der Schwarzhaarige blind und am Oberarm hatte er mehrere Schnittwunden. Alles in allem sah er ziemlich mitgenommen aus. Was ja auch natürlich war. Er schien knapp dem Tod entkommen zu sein. Mitleid keimte in dem Mädchen auf. Auch wenn sie genau wusste, w e m sie dort gegenüber stand.
Der Junge sah sie nur an. In seinem Gesicht waren keinerlei Emotionen zu sehen. Seine kalten Augen, von dem eines eine hellere Farbe hatte, sahen das Mädchen an. „Wie hast du…?“, begann Sakura, auch wenn sie wusste, dass er nicht antworten würde. Langsam ließ sie ihre Waffen sinken und steckte diese weg.
„Was machst du da?“ Die Kunoichi erstarrte in ihrer Bewegung. Itachis kalte Stimme drang bis in ihr Innerstes. Doch nicht nur das ließ sie erstarren. Itachi, der Mörder, war seinem Bruder so verdammt ähnlich. Diese kalten Augen, das starre Gesicht, seine Art wie er sich bewegte. Einfach alles erinnerte sie an Sasuke. Und ohne es bewusst zu machen, verfiel sie wieder ihrer alten Rolle. „Ich stecke meine Waffen weg. Wenn ich dich heilen soll, brauch ich meine Hände.“, zickte Sakura den Schwarzhaarigen an und fuhr mit ihrer Bewegung fort. Itachi musterte seine Gegenüber genau, verzog aber keine Miene. Erst als das Mädchen auf ihn zukam, wich er einen Schritt zurück. „Hey.“, brummte Sakura, als sie seine Abwehrhaltung bemerkte. „Lass mich deine Wunden heilen!“ Itachi sagte nichts. Sakura seufzte und versuchte erneut an ihn ranzukommen. Und diesmal wich er nicht zurück. Stattdessen sagte er mit ruhiger, emotionsloser Stimme: „Und was ist, wenn ich dich töte?“
Sakura hielt inne. Hatte sie richtig gehört? Glaubte er etwa, sie wäre doof? „Ich weiß, dass du auf einem Auge blind bist, und auf dem anderen kaum noch etwas siehst. Und ich weiß auch, dass dein linker Arm von einer Art Gift gelähmt wurde. Also stell dich nicht so an und lass mich den Schaden begrenzen.“ Gesagt getan. Keine 10 Sekunden später kümmerte die Kunoichi sich bereits um die Wunden des Uchihas. Sie wunderte sich selber, wie sie mit dem Mann vor ihr umgegangen war. Vor wenigen Minuten hatte sie noch furchtbare Angst, doch jetzt schien diese wie weggeblasen. Es war, als würde sie mit Sasuke sprechen. Die beiden Brüder waren sich wirklich verdammt ähnlich…
„So, fertig.“, seufzte Sakura und wischte sich mit einer Hand über die Stirn. Sie konnte die blutenden Stellen versorgen und hatte die Lähmung fast vollständig heilen können. Doch bei seinen Augen konnte sie nicht helfen.

„Was machst du eigentlich hier?“, fragte sie den Jungen nun, da sie ihre Neugierde nicht zurückhalten konnte. Sie saßen nebeneinander auf einem umgestürzten Baum, weil Sakura ihn nicht alleine im Wald zurücklassen konnte. Der Uchiha antwortete nicht auf die Frage der Rosahaarigen und blieb stumm sitzen. Sakura ärgerte dies, da sie unweigerlich an Sasuke denken musste. Eingeschnappt wandte sie ihren Kopf demonstrativ in die andere Seite.
„Ich habe überlebt.“, kam es dann von Itachi. Innerlich rollte Sakura die Augen. DAS wusste sie auch schon.
„Aber wie?“, harkte das Mädchen nach und sah ihn wieder von der Seite an. Er sah verdammt cool aus mit den langen schwarzen Haare und dem Mantel, auch wenn dieser etwas zerrissen war. Sakura ertappte sich bei diesem Gedanken und lief gleich etwas rot an. Schnell sah sich nach vorne in den Wald hinein. Ihr Herz pochte heftig und die Rosahaarige verstand nicht warum. So hatte sie nicht einmal empfunden, wenn sie Sasuke gegenüber stand…
„Ich weiß es nicht. Mein Sharingan musste noch irgendwelche Reserven gehabt haben.“, meinte der Schwarzhaarige gelassen, als ob ihn das eigentlich gar nicht interessierte.
„Aber warum bist du jetzt hier? Die Ninjas aus Konoha könnten dich jederzeit erwischen!“, erwiderte das Mädchen. Zuerst keine Reaktion. Doch dann öffnete sich der junge Mann, wie er es wahrscheinlich noch nie getan hatte.
„Ist mein Bruder hier?“, kam es von Itachi. Sakura erstarrte. Damit hätte sie nun nicht gerechnet. Es versetzte ihr immer noch einen Stich ins Herz, wenn sie an Sasukes erneuten Verrat dachte.
„Nein.“, brummte sie. „Er kam nicht zurück, nachdem es hieß, dass er dich besiegt hatte.“ Kurzes Schweigen, ehe Sakura noch etwas hinzufügte: „Er hat jetzt sein eigenes Team…“ Sakura bemerkte selbst, wie ihre Stimme trauriger wurde und nahm sich vor, sich zusammen zu reißen. Man konnte ja nie wissen…

Itachi erhob sich, schwankte aber etwas. „Hey!“, protestierte Sakura und stand ebenfalls auf. „Setz dich wieder hin! Die Kräuter gegen die Lähmung schwächen den Kreislauf!“ Doch der Uchiha reagierte nicht. Er vergrub sein Gesicht in dem Mantel und wendete sich ab.
„Sasuke weiß, was passiert ist. Konoha ist in Gefahr. Wenn dir deine Stadt lieb ist, dann geh jetzt besser.“, sagte Itachi und Sakura konnte schwören etwas Enttäuschung in seiner Stimme gehört zu hören.
„Was?“, fragte sie ungläubig, doch der Uchiha sagte nichts mehr. Sakura überlegte, was sie nun tun sollte. Schnell zurück nach Konoha? Oder sich doch erst um den Verletzten kümmern? Das Mädchen versank in Gedanken und merkte erst einige Sekunden später, dass sich Itachi in Bewegung gesetzt hatte. „Halt!“,