Schwarze Kirschblüte

Jedoch hielt sie nach wenigen Schritten inne. Sasukes wütendes, hassverzerrtes Gesicht machte ihr Angst. Im Moment machte er ihr mehr Angst als Itachi.

Sasuke stürmte auf seinen Bruder so plötzlich zu, dass Sakuras Augen sich weiter weiteten, als sie es je für möglich gehalten hätte. Ein erbitterter Kampf begann, obwohl Itachi klar im Nachteil war. Die Rosahaarige bemerkte sofort, dass er nicht gut sah und so einige Treffer abbekam. Nun konnte sie nicht länger zusehen…

„Hör auf!“, schrie sie, während sie auf die beiden Kämpfenden zustürmte. Beide horchten auf und trennten sich kurz voneinander, sodass Sakura sich, mit dem Rücken zu dem Älteren, dazwischen stellen konnte und ihre Arme schützend ausbreitete. Sie starrte wütend in Sasukes überraschtes Gesicht. „Sa-kura?“, stammelte dieser, doch das Mädchen rührte sich nicht. „DU hast ihn geheilt, hab ich Recht?“, fragte der Schwarzhaarige nun zornig und die Kunoichi bekam Angst. Es lag so viel Hass und Verachtung in seiner Stimme, dass es ihr kalt den Rücken herunter lief. Dennoch rührte sie keinen Muskel.
„Ja, habe ich. Hör jetzt auf gegen ihn zu kämpfen, Sasuke! Er ist fast blind!“, schrie das Mädchen regelrecht. Sasukes Verhalten erzürnte das Mädchen sehr.
„Du…!“, zischte der junge Uchiha und zog einen seiner Kunai, was Sakura zusammenzucken ließ. Wollte ihr Teamkamerad sie wirklich töten, nur weil sie seinem Bruder geholfen hatte? Die Rosahaarige konnte es nicht fassen…
Plötzlich wurde es schwarz vor ihren Augen. Doch sie blickte nur auf Itachis schwarzes T-Shirt, da er seinen Mantel abgelegt zu haben schien. Er stand nun vor dem Mädchen und trennte sie so von seinem Bruder. Sakura lief dunkelrot an, wunderte sich jedoch, warum sie das tat.
„Was soll das?“, kam es von einem überraschten Sasuke. „Lass sie in Ruhe.“, erwiderte Itachi mit einer kalten Stimme. Sein entschlossener Unterton konnte einem wirklich Angst machen.

Kurze Zeit geschah gar nichts, doch dann begann Sasuke laut zu lachen. „Ha, ich glaube es nicht! Ein Akatsuki- Mitglied und Klanmörder beschützt ein kleines Mädchen!“ Itachi blieb ruhig. Er ließ seinen Bruder wieder zur Ruhe kommen, ehe er etwas dazu sagte. „Ja, weil sie die Einzige war, die in mir nicht nur einen Mörder gesehen hat.“ Sakura erstarrte. Er hatte ihr doch geglaubt und vertraut! Der Schwarzhaarige konnte es nur nicht verstehen! Nun verstand sie ihn ein wenig mehr.
„Ha! Das ich nicht lache! Sie hat ja nur keine Ahnung von dem, was du wirklich getan hast! Außerdem ist sie nur ein schwaches, nerviges Mädchen!“, lästerte der junge Uchiha und Sakura versetzten seine Worte ein Stich ins Herz. So dachte er also wirklich über sie…
„Verschwinde.“, meinte Itachi nur, was seinen Bruder noch mehr in Rage versetzte. Sakura hatte ihren Kameraden schon oft wütend erlebt, aber dass er sich nur durch die bloße Anwesenheit von Itachi so reizen ließ, hätte Sakura nie gedacht. „Sasuke-kun…“, flüsterte die Rosahaarige entsetzt. Dieser glühte gerade, da er sich voll mit Chakra aufpumpte. Ein blauer Lichtschein umgab ihn und man hörte die Luft knistern. So viel Kraft lag in der Luft, dass die Rosahaarige sich wunderte, woher er diese hatte.
Doch zum Grübeln war keine Zeit. Sasuke stürmte schreiend auf die beiden zu, doch im letzen Moment wichen sie der Attacke aus, ehe es einen lauten Knall gab. Sakura schlug unsanft auf dem Waldboden auf, was ihr ein Keuchen entlockte. Eine Druckwelle musste sie im Sprung erfasst haben. Schnell sah sie an die Stelle, an der sie eben noch standen. Dort klaffte nun ein riesiges Loch im Boden, aus dem noch Rauch aufstieg. Wenn sie dort noch gestanden hätten, wären sie jetzt tot! Sakura verstand die Welt nicht mehr… Doch ihre Angst und Verwirrtheit wichen nun einem ganz anderen Gefühl… Wut. Sasuke, der Junge, in den sie verliebt war und welcher mit ihr und Naruto Team 7 bildete, hätte sie fast getötet! Ohne mit der Wimper zu zucken! Sakuras Gesicht spiegelte ihre Wut wieder. Das Mädchen zückte einige Kunai, mit denen sie in Kampfstellung ging. Von so einem Idioten würde sie sich nicht töten lassen! Und in sowas war sie verliebt…

„Sasuke. Meinst du nicht, dass du übertreibst? Du schreckst nicht mal mehr davor zurück deine Teamkameradin zu töten!?“, meinte nun Itachi, der, wie Sakura, etwas ramponiert aussah. Einige Schnittwunden bluteten, die ersten blauen Flecke, die seinen halben Arm bedeckten, kamen hervor und das Schlimmste war die lange Schnittwunde in seiner linken Hüfte. Sakura erkannte das Ausmaß seiner Verletzungen und eilte zu Itachi. „Lass mich sehen.“, meinte sie ohne ihn anzusehen. Dieser tat, wie sie es ihm gesagt hatte, ebenfalls ohne Sakura anzusehen. Er ließ seinen Bruder nicht mehr aus den Augen…
„Hör auf!“, schrie Sasuke, doch die Kunoichi dachte nicht daran. Sie beachtete ihn nicht einmal. Innerlich hatte sie bereits mit ihm abgeschlossen.
Wütend stürmte der kleinere Uchiha erneut auf Itachi und Sakura zu, doch Itachi wehrte ihn ab. Itachi hatte Sasukes Chakraschwert, welches er nach dem Angriff, der den Krater zu Folge hatte, gebildet hatte, einfach mit den Händen geblockt. Eine Schicht aus Chakra schütze seine Hände vor Schaden. Sakura zuckte zusammen, als sie sah, auf WEN Sasuke gezielt hatte…
Von da an konnte sie ihre Tränen nicht länger unterdrücken. Sie weinte hemmungslos und jedes Gefühl, außer Trauer, war verschwunden. „Wieso?... Wieso musste es soweit kommen?“, schluchzte sie. Keiner der Jungs rührte sich. Noch immer versuchte Sasuke die Abwehr seines Bruders zu durchbrechen. „Sasuke… Du bist ein Mistkerl!“, schrie das Mädchen mit von Tränen erstickter Stimme. Schnell griff sie erneut nach einem Kunai und sprang auf den jungen Uchiha zu. Dieser zog im letzten Moment sein Schwert aus Itachis Händen und… durchbohrte Sakuras Unterkörper.
Niemand rührte sich. Der Wald war still. Nicht ein Geräusch war zu hören. Das einzige, was sich veränderte, war der Schnee, welcher sich an einer Stelle im Wald rötlich färbte. Sakura starrte mit aufgerissenen Augen ihren Gegenüber an. Sie spürte nichts. Keinen Schmerz. Aber dennoch wusste sie als Medic-Nin, wie schwer sie verletzt sein musste. Das Mädchen spürte etwas in sich. Langsam sah sie an sich herab und entdeckte das Schwert. In ihrer rechten Seite klaffte ein blutiges Loch und sofort durchzuckten sie höllische Schmerzen.

Noch einmal sah sie Sasuke in die Augen. Auch in dessen Gesicht waren nun Regungen zu erkennen. Doch was das für welche waren, konnte Sakura nicht sagen. „Du bist… ein Idiot.“, lächelte Sakura während ihr etwas Blut aus dem Mund floss. Keine Reaktion. „Genau wie… Naruto.“ Nun brach sie zusammen. Ihre Beine knickten ein und sie fiel einfach nach hinten. Das Mädchen hatte keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper und musste es geschehen lassen. Doch sie schlug nicht auf, sondern wurde vorher gefangen. Sie blickte hoch und sah Itachi in die Augen. Er starrte zurück, aber nicht so kalt wie sonst. Irgendetwas in seinen Augen verwunderte sie. Ja, etwas glänzte…
„Tut…mir Leid.“, keuchte sie in seinen Armen. „Es war eine blöde… Idee… dich hier… festzuhalten.“ Schmerzen durchzuckten sekündlich den Körper des jungen Mädchens, was diese jedes Mal zusammenzucken ließ. Ihre Atmung ging von Sekunde zu Sekunde schwerer und wurde immer flacher. Sakura merkte, wie ihrem gesamten Körper die Energie entwich. Nun war es ihr klar. Das war ihr Ende…
„Sakura.“ Itachi sah sie unbeirrt an. „Hör auf solchen Mist zu reden.“ Erschrocken registrierte die Angesprochene diese Worte. Sein Blick war nun weicher, als sie es von ihm kannte. „Du hast mir geholfen, obwohl du die Geschichten kennst. Danke.“ Nun war sie völlig verwirrt. Itachi Uchiha bedankte sich? Und dann noch bei ihr? Wie konnte das sein? Sie musste schon träumen, genau…

Behutsam wurde das Mädchen in den Schnee gelegt und Itachi richtete sich auf. Nun stellte er sich seinem Bruder und wollte die Sache beenden. „Töte ihn… nicht.“, keuchte Sakura und ließ Itachi dadurch aufhorchen. Und nicht nur ihn. Auch Sasuke blickte verwirrt zu dem sterbenden Mädchen. „Das hat er… nicht verdient.“, lächelte sie ein letztes Mal, bevor sie ihre Augen schloss…

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Leise Stimmen. Ein Gefühl wie auf Wolken. Ruhe und Frieden. Wie im Himmel. War Sakura nun tot? War dies das Himmelsreich? Das Mädchen versuchte ihre Augen zu öffnen, was ihr jedoch nicht gelang. Ruhig blieb sie liegen und konzentrierte sich auf die weit entfernten Stimmen. Und tatsächlich hörte sie etwas. Eine Stimme, die ihr bekannt vorkam. Jemand, der aufgeregt mit einer anderen Person stritt. Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Naruto!

Sakura lag in einem Krankenzimmer des Konoha-Hospitals. Mit ihr im Raum waren noch Naruto und Tsunade. Nun versuchte sie erneut ihre Augen zu öffnen. Sie war nicht tot! Innerlich freute sie sich sehr über diese Tatsache, doch da war etwas, was sie beunruhigte. Was war mit Itachi passiert? Haben die beiden doch gekämpft? Wer hat gewonnen? Ist nun doch jemand gestorben?
Die Stimmen wurden lauter und Sakura erwachte aus ihrer Ohnmacht. „… was wohl passiert ist?... Uchiha Kampf… Aber Sakura-chan!!...“ Sakura lächelte, als sie ihn hörte und öffnete die Augen. Naruto stand an ihrem Bett, jedoch mit dem Rücken zu ihr, sodass er sie nicht sah.
„Naruto, brüll hier nicht so rum!“, sagte Tsunade genervt, woraufhin Naruto etwas entgegnen wollte. Doch Sakura hielt ihn davon ab. „Naruto. Lass es gut sein.“ Ein Zucken ging durch seinen Körper und blitzschnell drehte er sich um. Sein Gesicht erhellte schlagartig, als er seine Freundin lächeln sah. „Sakura-chan!“, schrie er freudig und wollte sich gleich auf sie stürzen, doch Tsunade hielt ihn zurück. „Naruto. Lass und bitte mal