Fanfic: The Path

Leylan, du bist es wirklich. Oh Leylan!“
Leylan strich ihr sanft über den rosa Haarschopf und hielt ihre beste Freundin fest im Arm.

Doch am geschocktesten war Kai. Mit schreckgeweiteten Augen und offenem Mund, starrte er Leylan an, seine karmesinroten Augen waren fest auf ihr Gesicht geheftet. Tala bemerkte aus dem Augenwinkel wie erschüttert sein bester Freund war und trat ein paar Schritte zurück, um ihm beruhigend die Hand auf die Schulter zu legen.
Da stürmte Hilary an ihnen vorbei und auf Leylan zu. Mariah trat einen Schritt beiseite, immer noch mit feuchten Augen und einem seligen Lächeln im Gesicht. Fest war die Umarmung mit welcheer Hilary Leylan begrüßte und zog sie dann ins Haus: „Entschuldige ihre schlechten Manieren- komm erst mal rein. Die anderen wollen dich sicher auch noch begrüßen; muss sich ja nicht unbedingt alles auf dem Fußabtreter abspielen.“
Die versammelte Mannschaft war immer noch völlig perplex, hatten sie doch alles erwartet, alles, bis auf das!

Tyson trug bereitwillig Leylans Gepäck in den Hausflur und folgte dann ins Esszimmer. Kai stand noch immer im Flur. Der sonst so unterkühlte Halbrusse und Spitzenblader, war völlig von der Rolle. Tala sah seinen Freund verzweifelt an, wusste er doch nicht wie er ihm helfen könnte.
Zu seinem Ohr hingeneigt murmelte er: „Komm schon Kai, gib dir nen´ Ruck."
Dann schritt er an ihm vorbei und ließ sich gegenüber von Leylan auf einen Stuhl fallen. Tyson jedoch erhob sich abermals und trat vor die so vertraute Person: „Komm her, lass dich drücken du treulose Tomate, ich hab dich vermisst, mann!“
Grinsend stand auch Leylan auf und umarmte den gleichgroßen Tyson: „Ich habe dich auch vermisst Tyson, ganz schrecklich sogar.“ Die beiden Teamkollegen lächelten sich glücklich an. Und die fröhliche Begrüßungswelle ging weiter. Nach Tyson stand nun auch Ray auf und legte der schwarzhaarigen Bladerin den Arm um die Schultern.

„Du kennst mich Ley-chan, meine Freude über deine Rückkehr kennt keine Grenzen. Es tut gut dich zu sehen und du bist der würdigste Ersatz den ich mir nur wünschen kann!“
Leylan lehnte sich an Ray und antwortete: „Viel Zeit ist vergangen, doch unsere Freundschaft bleibt- das ist mein Ray! Dich kann sowieso niemand ersetzten, nur vertreten.“
„Jetzt mach mal Platz für ihren alten Zellengenossen.“
Tala stieß Ray mehr oder weniger grinsend beiseite und umarmte die junge Frau überschwänglich. Bei bestimmten Personen wurde der sonst so kaltherzige Russe geradezu gefühlsbetont. Leylan wiederum schlang ihre Arme um seinen Hals und lachte hell auf. Tala lehnten die Stirn an ihre und sie sahen sich in die Augen: „Und ich Trottel hatte schon das schlimmste befürchtet.“, er lachte heiser. „Glaub mir, ich verpasse dir bald einen Peilsender, damit du mir nie wieder so einen Schrecken einjagen kannst.“
Er kniff Leylan spielerisch in die rechte Wange.

„Tut mir Leid.“, gab sie zerknirscht zu und an die anderen gewandt: „Im Ernst, es tut mir Leid für meinen unentschuldbaren Abgang. Aber seid euch gewiss, ich habe euch alle schrecklich vermisst.“
Alle Anwesenden stießen einen einstimmigen Jubelschrei aus, alle bis auf Kai.
Der 21- Jährige hatte die Hände zu Fäusten geballt und die Kiefer fest aufeinander gebissen, ihm war die Anspannung deutlich anzusehen. In seinem Innersten tobte ein verheerender Sturm, den er unter keinen Umständen zu kontrollieren im Stande war. Tala warf einen Blick auf Kai und dann einen nachdrücklicheren zu Tyson. Der verstand sofort und unterbrach rüde die begeisterte Unterhaltung zwischen Ray und den drei Mädchen über Mariahs Schwangerschaft.
„Ich nehme mal stark an, dass Leylan todmüde ist und gegen eine Mütze Schlaf sicher nichts einzuwenden hättee.“
Diese blickte ertappt in die Runde: „Arrrgh ,sorry Freunde aber Tyson hat Recht. Ich habe eine lange Reise hinter mir und Schlaf klingt wirklich extrem verführerisch. Wie wäre es , wenn ihr mich jetzt ins La-La-Land abtauchen lasst und morgen veranstalten wie eine „Pressekonferenz“; alle Fragen, alle Antworten. Ok?“
Es war Mariah die hinter sie trat und ihr die Arme um den Hals legte, das Kinn auf ihren Kopf gestützt sagte sie: „Ich will dich gar nicht gehen lassen; so sehr habe ich dich vermisst. Aber gut, bevor du uns ins La-La-Land abhaust kostest du noch von Ray Kons Kochkünsten!“

Das traf auf allgemeine Zustimmung, doch für Kai kam diese Verzögerung einem Tanz auf dem Vulkan gleich. Doch er wäre nicht Kai Hiwatari, wenn er einem komplett aufgewühlten Inneren keine grenzenlose Selbstbeherrschung entgegenzusetzen hätte. Penibel vermied er es die junge Frau anzusehen und aß wortlos sein Essen. Nachdem auch der Letzte geendet hatte, zog Hilary Leylan von ihrem Platz und dann die Treppe rauf.
„Du wirst begeistert sein, von deinem Balkon aus hast du eine traumhafte Aussicht“, hörte man sie noch sagen.
Kai stand daraufhin ruckartig auf, dass die Stäbchen in den Schalen klirrten, und sagte kurz angebunden: „Ich gehe raus.“
Damit verließ er den Raum und Sekunden später fiel die Tür krachend ins Schloss.
„Krisensitzung!“, rief Mariah und Tala, Ray und Tyson nickten zustimmend.