Fanfic: The Path

Untertitel: ~Hand in Hand mit dem Schicksal~

Kapitel: Sport ist Mord

~So hier nun das nächste Kapitel *nach der Teetasse greif*
Nehmt euch nen´ Keks und dann viel Spaß beim lesen ^v^ ~

Helle Sonnenstrahlen kitzelten ihr Gesicht, woraufhin die ernste junge Frau verschlafen die Augen öffnete. Dunkle Augen, umgeben von einem dichten, schwatzen Wimpernkranz, Augen die trotz ihres abwesenden Ausdruckes jedem selbstbewusst entgegen blickten und nun Leylan langsam zurück in die Realität holten. Ihr Blick glitt über die in Champagner gestrichenen Wände, die dunklen Holzmöbeln und den großen schwarzen Kleiderschrank. Müde schlug Leylan die Bettdecke beiseite und hob die Beine aus dem Bett.
Für ein Mädchen war sie relativ groß, 1.77 m, doch erfüllte sie diese Größe mit Stolz.
Die tiefgründige Weltklassebladerin passte keineswegs in das beliebte niedliche Frauenschema. Sie war sehnig gebaut mit wohlproportionierten weiblichen Formen, viel nicht gleich in Ohnmacht aufgrund 2-3 Kilo mehr auf der Waage und legte ein taffes, undurchschaubares Verhalten an den Tag.
Gähnend öffnete sie ihren unausgepackten Koffer, kramte eine graue, anliegende Jeans und ein schwarzes Tank- Top hervor und zog sich seufzend um. Im anliegenden Badezimmer kämmte sie sich mit kräftigen Strichen die lange Haarflut und flocht dann beidseitig von der Stirn her einen schmalen Kranz, den sie am Hinterkopf mit einer Klammer befestigte. Dann tappte sie die Treppe herunter und hörte, noch auf halber Höhe, das fröhliche Geplapper aus der Küche und dem Esszimmer.

Bevor sie die Küche überhaupt richtig betreten hatte, flog ihr auch schon Mariah um den Hals. Freudig überrascht erwiderte sie diese morgendlich Umarmung und blickte dann in das lachende Gesicht ihrer chinesischen besten Freundin.
„Sag mal, seid du und Ray hier offiziell für das Essen zuständig?“
Leylans Blick fiel auf Ray, der akrobatisch anmutend eine Vielzahl von Tellern und Schüsseln auf einem Tablette balancierte.
Lachend antwortete Mariah: „Ich würde eher sagen inoffiziell. Aber so bin ich ganz zufrieden, wir müssen weder abräumen noch spülen und sterben keinen frühzeitigen Tod an einer Lebensmittelvergiftung.“
„Was bleibt uns auch anderes übrig?“, mischte sich jetzt auch Ray ein. „Drück einem von denen einen Kochlöffel in die Hand und du erntest nur ratlose Blicke. Tyson kommt gar nicht erst, Hilary kramt dann erst mal ein Hochglanzkochbuch raus, Tala schnaubt nur abfällig und wartet auf die Dinge die da kommen mögen und Kai, der wirft dem armen Kochlöffelchen einen Kai-Blick der Stufe 10 zu und ich darf dann alles auffegen. Lediglich Eve bringt noch etwas essbares zu Stande.“
Rays breites Grinsen erstarb, als er dem Blick seiner Verlobten begegnete- er wusste, dass sie auf die Bemerkung über den Leader der Bladebreakers anspielte und warf einen schnellen Blick in Leylans Richtung. Als der klar wurde weshalb Ray sie so schuldbewusst ansah, bildete sich eine steile Falte auf ihrer Stirn und sie stemmte ärgerlich die Hände in die Hüften. „Was soll das denn? Hört mal, tut mir den Gefallen und behandelt mich nicht wie eine psychisch Labile- ich fange schon nicht an zu weinen.“
„Aber Leylan...“, setzte Mariah zaghaft an.
„Nichts aber! Es gibt keinen Grund mich mit Samthandschuhen anzufassen klar! Und jetzt gib her!“

Leylan nahm Ray das Tablett ab und balancierte es sicher in Richtung Esszimmer. Ratlos sahen sich die beiden Chinesen an, wandten sich dann, jeder seinen Gedanken nachhängend, dem restlichen Frühstück zu.
Als Leylan den Raum betrat, wurde sie von lautem Gejohle begrüßt. Sie lächelte in die Runde als ihr plötzlich eine blonde Frau zwischen Tala und Kai auffiel.
„Ist das etwa seine neue Freundin?“, dachte sie und der Gedanke versetzte ihrem Herzen einen spürbaren Stich.
„Zugegebenermaßen sie ist hübsch. Glatte blonde Haare, eine kurvige, weiche Figur und ein gewinnendes Lächeln- ist es das was du willst, Kai?“
Doch Leylans Gedanken wurden jäh über den Haufen geworfen, als Tala der blonden Frau lächelnd über die Wange strich und für sie nach einem Teller auf dem abgestellten Tablett griff. Kai stierte missmutig auf seinen Teller- diese allmorgendliche Fröhlichkeit ging ihm gehörig auf die Nerven. Er ließ während des gesamten Frühstücks kein Wort verlauten, löffelte nur stillschweigend seine Cornflakes und wirkte noch unnahbarer als sonst.
Auch Leylan beteiligte sich eher einsilbig an den laufenden Gesprächen, von Zeit zu Zeit warf sie Kai verstohlene Blicke zu und bemerkte die dunklen Schatten unter seinen Augen.

„So, um es allen noch einmal in Erinnerung zu rufen: Gleich wird Leylan uns Rede und Antwort stehen- schon vergessen, unsere kleine „Pressekonferenz“.“, verkündete Hilary über das allgemeine Gemurmel hinweg.
„Ach ja stimmt. Ley-chan, da wirst´e wohl nicht drum rum kommen.“, rief Tyson aus und boxte Leylan leicht in die Seite.
Diejenige, um die sich das „Verhör“ letztendlich drehen würde, blickte verzweifelt drein und schlug theatralisch die Hände über dem Kopf zusammen.
„Ummm ertappt. Aber ja, ich habe es schließlich versprochen. Also, wann beginnt die Konferenz?“
„Wenn Zeit dafür ist.“ Kais Stimme schnitt eisig durch die Luft und war nur schwer zu überhören. „In fünf Minuten will ich euch im Park sehen.“
Er stand auf und wandte sich zur Tür als Ray ihn zurückhielt: „Aber Kai, wir wollten doch ein paar Antworten aus Leylan heraus kitzeln. Komm schon.“
Auch Tyson und Hilary nickten beflissen.
„In 5 Minuten im Park und keine Minute später. Es interessiert mich nicht, was ihr mit wem vorhabt, solange ihr nicht vorher euer Training absolviert.“, antwortete er gleichgültig und in seiner Stimme lag ein drohender Unterton. Ein Blick, der keine Wiederrede duldete, ließ auch den so diplomatischen Ray verstummen. Ohne eine weiteres Wort zum Thema zu verlieren, stand Kai auf und verließ den Raum.
„Dann verschieben wir das Frage-Antwort- Spiel eben auf später.“, sagte Hilary fröhlich und scheuchte die Truppe auf. „Los, los, Training ist wichtig und Kai unerbittlich. Auf zum Park, ihr Faulenzer.“
Tyson neigte sich zu der schmunzelnden Leylan und raunte: „Das ist ihr Lieblingsspruch. Man könnte, die ist die rechte Hand von unserem Lieblingssklaventreiber.“
Die Schwarzhaarige lachte leise hinter vorgehaltener Hand und kassierte dafür einen strafenden Blick von Hilary.
„Mach dich ja nicht über mich lustig, das muss ich mir schon ständig von Tyson, unserem Ober-Trottel, gefallen lassen.“
Tyson setzte daraufhin spontan zu einer weiteren Runde seines „Spielchens“ an:
„Gestern sah es aber nicht so aus, als würdest du in mir nen´ Ober-Trottel sehen, mh? Oder stehst du jetzt etwa auf unseren frostigen Halbrussen?“
Sein Blick glitt forsch über Hilarys Körper und blieb an dem langen Kratzer ihres Unterarmes hängen. Wie am Tag zuvor zog er ihn sachte zu sich, steigerte den Dreistheitsgrad jedoch um einiges, als er zärtlich mit den Lippen darüber fuhr. Leylan stand währenddessen sprachlos am Rand und beobachtete die Szenerie mit großen Augen. Ray und Tala hatten sich währenddessen in ihre Zimmer verkrümelt um sich die Sportklamotten überzuwerfen.

Hilary sah sichtlich gequält aus, zwischen Verlangen und Abneigung, konnte sich jedoch nicht entscheiden, ob sie Tyson nun mit einem gezielten Kick ins Nirgendwo befördern oder sich seiner Zärtlichkeit hingeben sollte.
Während Mariah so tat als würde sie von alle dem nichts mitbekommen und wortlos den Tisch abräumte, schritt Eve mit großen Schritten auf Tyson zu.
„Ich denke es reicht.“, zischte sie und entzog Hilary seinem Griff. Tyson warf ihr einen amüsierten Blick zu, richtete sich dann auf und verließ pfeifend das Zimmer. Hilary sah betreten zu Boden und wagte es nicht den Blick zu heben.
Eve fasste sie bei den Schulter und sprach eindringlich auf sie ein: „Hil, du weißt wir wollen nur das Beste für dich und du weißt, dass du als Managerin bei deinem Team wohnen musst- zumindest Idealerweise. Es gibt also drei Möglichkeiten: Entweder du händelst das Ganze auf rein geschäftlicher Basis oder du bist mit jedem, und das schließt Tyson mit ein, befreundet oder du lässt noch mehr zu... mit mehr meine ich so was wie Liebe Hil. Das was zwischen dir und Tyson tagtäglich abläuft, oftmals bemerken wir es ja gar nicht, ist keineswegs optimal. Du bist mit uns allen ganz dicke befreundet, da fällt Option eins also weg, aber mit Tyson... Hil denk mal drüber nach, es schadet dir mehr als es letztendlich nützt.“
Ihre Stimme war sanft und spiegelte deutlich die Sorge um Hilary wieder. Hilary strich Eve kurz über die Wange und lächelte verkrampft, dann drehte sie sich um, schnappte sich ihre Jacke vom Flurhaken und war draußen.
Kopfschüttelnd sah Eve ihr nach.
„So Mädels, ich mache mich dann mal auf den Weg, heute steht eine Vorbesprechung der neuen Wettkampfklasse an. Mr. Dickenson wartet sicherlich schon- bis später.“
„Bis später.“, kam es von Mariah und Leylan. Sie sah der Frau mit den üppigen Kurven hinterher, die im Vorbeigehen die Aktentasche schnappte und ihre Blazerjacke vom Haken nahm. Dann stöckelte sie auf wahren Stelzen nach draußen.
„Warte ich helfe dir“, bot Leylan an und schnappte sich die Schüsseln, welche Mariah in einander zu stapeln probierte. Schweigend räumten sie den Tisch ab, trugen Geschirr und den Rest in die Küche als Leylan bemerkte: „Ich dachte du wärest von der Abräum-pflicht verschont?“
Mariah strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und antwortete seufzend: „An Tagen wie diesen, wenn Kai im Militärston die Jungs zum Training beordert, bleibt mir leider nichts anderes übrig. Du weißt doch wie sehr ich Unordnung hasse. Spülen werde ich jedoch nicht, dass sollen die Faulpelze ruhig selber machen.“
„Oh nein, wo du gerade von trainieren sprichst- ich gehöre ja jetzt