Fanfic: The Path

Löffel klirrend in die Spülmaschine. Sie räumte eilig auch den Rest des Frühstückes auf und horchte dann auf irgendwelche Geräusche aus der Etage über ihr- doch nichts.
„Tala schläft wohl immer noch“, entfuhr es ihr seufzend, auf die Tür zugehend, und ließ sich dann im Wohnzimmer nebenan vor dem Fernseher nieder. Mit einem zufriedenen Lächeln, die Glieder über dem ganzen Sofa verteilt, genoss Eve ihren freien Tag.

Weder Leylan, noch Tala oder Kai ließen sich den Tag über blicken, erst am späten Nachmittag wachte Leylan langsam auf und fasste sich den schmerzenden Kopf. Stöhnend und schwerfällig hob sie sich aus dem Bett, ließ ihre Schlafklamotten von ihrem Körper gleiten und zog sich mit halb geschlossenen Augen eine lockere Hüftjeans und ein schwarzes T- Shirt mit großen Kürbissfratzen, das den Schriftzug trug: Hunting Girls- ´Halloween all over the Jear´.
Nachlässig fuhr sie sich dann, vor dem Spiegel stehend, durch ihre schwarze Mähne und warf dabei einen prüfenden Blick in den Spiegel- der Schock könnte nicht größer sein!
„Holla, ich seh ja aus wie Frankensteins Liebste... ach was solls.“
Barfuß schlurfte sie den Flur hinunter als ihr am Treppenansatz Kai von der anderen Seite des Flures entgegenkam. Er nickte ihr kurz zu, warf dann einen amüsierten Blick auf ihr Outfit und stieg dann noch vor ihr die Treppe hinunter.
„Was sollte das denn? Hmpf, Trottel.“, dachte sie und verengte die Augen zu schmalen Schlitzen. Mürrisch tappte sie die Treppe hinunter und schleppte sich weiter bis in die Küche, wo sie sich stöhnend auf einen Stuhl fallen ließ. Das

Kai nur wenige Meter vor ihr vor den Regalen herumhantierte, ließ sie momentan völlig kalt. Kai warf ihr seinerseits einen unauffälligen aus dem Augenwinkel zu und fragte dann mit einer möglichst unbeteiligten Stimme: „Irgendwelche Wünsche bezüglich des Essens?“
Da wurde Leylan schließlich doch wach und hob verwundert die Brauen. Dass Kai sie fragte, was sie denn gerne essen würde, unmöglich das zu ignorieren. Etwas verwirrt aber mit fester Stimme antwortete sie: „Cornflakes, ich kann zu jeder Tageszeit Cornflakes essen.“
Schmunzelnd erwiderte er: „Geht mir genauso.“ Ohne sich noch einmal ans sie zu wenden, füllte er zwei Schüsseln und goss die Milch darüber. Wortlos stellte er eine vor Leylan und setzte sich ihr gegenüber. Sie wollte gerade aufstehen um sich einen Löffel zu greifen, als er, immer noch schweigend, ihr quer über den Tisch den für sie bestimmten Löffel zuschob.
Diese kleine, etwas unbeholfene, Geste entlockte der schweigsamen Bladerin ein zartes Lächeln und sie warf Kai einen kurzen Blick zu.
In dem Moment, wo ihre Augen auf sein Gesicht trafen, hob auch er den Blick. Er sah wie sie lächelte und ohne darüber nachzudenken, formten seine Lippen ebenfalls ein Lächeln, ganz plötzlich und ganz ungezwungen. Dieses Lächeln behielt er bei, bis sein Gegenüber den Blick senkte und langsam die Cornflakes zu löffeln begann.
Kai hatte sich etwas vorgenommen, gestern Nacht als der Schlaf ihn einfach nicht erreichen wollte. Er hatte sich vorgenommen eine Veränderung zuzulassen, eine Veränderung seines Verhaltens, eine Veränderung und seinem Leben zuzulassen. Auch wenn seine Gefühle für Leylan keineswegs eindeutig waren, zu schön war die Erinnerung an vergangene Tage, zu stark der Wunsch nach Nähe. Sein Leben verbrachte er in einsamer Distanz, ein Einzelkämpfer wie er im Buche steht. Liebe stellte für ihn ein Zeichen von Schwäche dar und Schwäche führte zu einer Unterlegenheit. Kai war jedoch intelligent genug um Fehler und Irrtümer einzusehen und hinzunehmen: „Vielleicht habe ich mich einfach geirrt.“
Ein gutes Gefühl machte sich in ihm breit, bei dem Gedanken an seine nächtliche Entscheidung. Ja, er würde sich öffnen und möglicherweise verband Leylan und ihn wirklich mehr- was hatte er schon zu verlieren?

Dass Leylan letzte Nacht ebenfalls eine Entscheidung gefällt hatte die jedoch auf das Gegenteil, Freundschaft, abzielte, davon hatte der junge Mann keine Ahnung.