Fanfic: The Path
Kapitel: Hey, I´m famous
~so nächstes Kapitel, nicht ganz so dramatisch wie das vorige, aber dennoch ganz lesbar XD ~
„Yuriy!“, rief Kai und drehte sich in seinem Liegestuhl in Richtung Tala. Der Angesprochene trat in diesem Moment auf die Veranda, nachdem er einen Happen gegessen und sich von Eve losreißen konnte. Misstrauisch warf er Kai einen Blick zu und brummte: „Was los Kai? Hast du mich schon für tot gehalten?“
Lustlos ließ er sich in den Liegestuhl neben Kai fallen und hielt das Gesicht in die warme Sonne. Sein weißes Hemd war offen und gab einen beeindruckenden Blick auf den breiten Oberkörper des Russen frei, die Haare hingen ihm nach dem Duschen etwas wirr und feucht ins Gesicht. Kai ließ seinerseits ein raues Lachen ertönen und stütze sich mit den Ellenbogen auf der rechten Armlehne auf, um Tala besser ins Visier nehmen zu können.
„Nein, dachte ich nicht aber ich bin froh, dass du noch unter uns weilst. Schließlich schuldest du mir einen kleinen Informations- Update.“
Ein verwegenes Lächeln umspielte seine Lippen, die karmesinroten Augen aufmerksam auf seinen besten Freund geheftet. Hatte er es anfangs vorgezogen, Kai gar nicht erst zuzuhören und in Ruhe die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut zu genießen, legte er nun fragend den Kopf schief und wartete auf eine Ergänzung.
„Machen wir es kurz und bündig: Was ist gestern zwischen dir und Leylan vorgefallen?“, fragte Kai, den Blick nicht von seinem Freund abwendend, karmesinrot gegen eisblau. Obwohl es eine, eigentlich, unverfängliche Frage war, legte Kai eine gewisse Schärfe in seine Stimme, einen unüberhörbaren Nachdruck. Tala hielt Kais Blick stand und nahm die unterschwellige Botschaft in dessen Stimme sensibel wahr.
Wenn Kai etwas wollte, dann bekam er es auch- das war eine der Lektionen die Tala in seiner langjährigen Freundschaft mit dem kühlen Halbrussen gelernt hatte. Diskutieren hatte bei Kai wenig Sinn, fast schon unausweichlich schien eine Niederlage. Dennoch ließ Tala einen kurzen Moment Unwille in seinen Augen aufblitzen, gerade solange um es Kai bemerken zu lassen. Dann senkte er den Blick auf seine Hände und setzte, wenn auch seufzend, an: „Gestern Abend, mh? Wir hatten einen mehr oder weniger nötigen Streit, über diverse Themen.“
„Genauer Yuriy, genauer“, fuhr Kai schneidend dazwischen.
„Ja ja, kommt ja noch. Jedenfalls habe ich sie auf ihr Verhalten beim Training angesprochen, wo sie sich bis zur Erschöpfung trieb und dann später, als sie auf dem Trainingsplatz aufkreuzte, da habt ihr euch... nun ihr habt euch so eigenartig angesehen, wie ein stummes Wortgefecht oder was weiß ich.“, sprach er gelassen und ließ sich keineswegs von Kais, zu schmalen Schlitzen verengten, Augen aus der Ruhe bringen.
„Sie hat mich daraufhin angefahren, dass ich ihr einen Beschützer aufdrängen wolle und sie natürlich keinen bräuchte, dass sie schon lange genug auf eigenen Beinen stehe und ich definitiv falsch liege. Der Grund warum sie letztendlich so wütend geworden ist, dass ich ihrem Verhalten maßlose Feigheit und Stolz zuschrieb. Ich habe ihr gesagt, dass sie nur verschwunden ist, da sie zu feige war sich größeren Problemen zu stellen und sie einfach zu stolz ist um sich selbst, vor allem sich selbst, eben das einzugestehen. Das war´s.“, schloss Tala, den Blick noch immer auf seine Hände gerichtet. Langsam sank Kai zurück in den Liegestuhl und fuhr sich nachdenklich über das Kinn. Ewigkeiten vergingen bis er die Stimme erneut anhob und, die Neugierde in seiner Stimme deutlich zurückdrängend, sagte: „Was hat sie über mich gesagt? Ich glaube, das hast du vorhin ausgelassen.“
Sein Blick ruhte erwartungsvoll auf Tala, welcher langsam den seinigen hob und Kai entschuldigend ansah: „Nicht viel, Kai. Eigentlich unerheblich.“
Doch Kai entging keineswegs der ausweichende Ton Talas, worauf ein wohldosierter Kai- Blick der Stufe 5 folgte. Genervt drehte Tala den Kopf, fuhr jedoch fort: „Na schön, sie hat also gesagt, auf die Frage was denn die Annäherung beim Training zu bedeuten habe, zwischen euch laufe rein gar nichts. Zum Schluss sprach ich sie noch darauf an, wie du dich gefühlt hast, als sie vor 1 ½ Jahren plötzlich verschwand und ob sie denn nicht eine Sekunde an dich gedacht hätte... sie hat mir geantwortet, sie müsse sich vor niemandem rechtfertigen und es gehe immer nur um Kai, nie aber liege das Augenmerk auf ihren Gefühlen, nie denke jemand daran zurück, dass du es warst der sie zuerst verletzte und sie enttäuscht hast.
Tut mir Leid, Kumpel.“
Kai war aufgestanden und stand nun vor Tala, der erschrocken auf dessen nächste Aktion wartete. Bei Talas angespannter Haltung musste Kai ernsthaft grinsen und bemerkte lachend: „Was ist los, Yuriy? Denkst du, ich schlage dich jetzt zusammen? Noch bin ich nicht lebensmüde mein Bester, weiß ich doch, dass du durchaus ein ernstzunehmender Konkurrent bist.“
Damit hielt er ihm die Hand ihn und zog den überrascht drein blickenden jungen Mann hoch, bis sie sich Auge in Auge gegenüber standen. Kai legte ihm, wenn auch ein wenig zaghaft, die Hand auf die rechte Schulter und sagte: „Danke Yuriy. Du weißt, dass ich dich sehr schätze und dass du der letzte Mensch bist, den ich auch nur mit einem Wort verletzten will. Falls ich es doch je tat bzw. tun werde, sieh einfach drüber hinweg, denn es kann nicht ernst gemeint sein. Vielleicht wunderst du dich, warum ich plötzlich so sentimental daherrede... doch möglicherweise habe ich mich lange Zeit geirrt. Heißt nicht, dass ich von nun an für Peace und Flowerpower stehen werde und mit jedem hier im Haus auf Kumpel mache, nein, aber vielleicht habe ich mich in punkto Leylan geirrt und sie ist doch mehr für mich, als zuvor gedacht. Ich will probieren meine Gefühle eine kleine Handlungsfreiheit einzuräumen und wer weiß... vielleicht gehe ich am Ende als Gewinner daraus hervor. Also, lange Rede kurzer Sinn: Danke, dass du so für mich einstehst, Kumpel.“
Tala hatte dem graublauhaarigen Russen mit offenem Mund gelauscht und konnte seinen Ohren noch immer nicht trauen. Doch er fing sich schnell wieder, nickte grinsend und tätschelte Kai leicht den Nacken: „Diesen Tag werde ich im Kalender anstreichen, hahaha. Kein Problem, mann- wir sind doch Freunde! Wobei ich es immer wieder gerne höre, dass du mich ´Yuriy´ nennst- dieses Privileg solltest du zu schätzen wissen. Jedenfalls lebe ich jetzt schon mein halbes Leben mit deinem Verhalten, aber wenn du es um ein paar Grad ändern würdest hätte ich, offen gestanden, nichts dagegen.“
„Mal sehen was sich da machen lässt.“, antwortete Kai grinsend und fügte dann hinzu: „Na, was sagst du, wollen wir dieses nette Gespräch mit einem ordentlichen Kampf abschließen?“
„Darauf kannst du wetten.“, gab Tala herausfordernd zurück und beide griffen sich ihre Blades und Starter, die sie wie immer griffbereit am Körper trugen, und trugen wenige Meter vor dem Holzboden der Veranda ein Freundschaftsmatch aus, ganz ohne Begrenzung, ganz ohne Arena.
Leylan hatte nach dem „Frühstück“ mit Kai, mehr oder weniger unbemerkt, das Haus verlassen und befand sich nun auf einem wahren Erinnerungstrip durch Tokio. War sie zu Anfang eher ziellos umhergeirrt, trugen ihre Füße sie nun wie selbstverständlich zu all den Plätzen wo ein Stück ihres Lebens stattgefunden hatte. Ohne es bemerkt zu haben, lief sie nun durch die Straße wo Tysons Haus noch immer stand, der große Hinterhof, umgeben von Kirschblütenbäumen, das geräumige Wohnhaus in dem sie mit den Bladebreakers die ein oder andere Siegesfeier veranstaltet hatte und jetzt, wo nur noch Tyson Großvater wohnte, geradezu von himmlischer Ruhe erfüllt wirkte. Lächelnd hing sie ihren Erinnerungen nach und ließ sich, die Hände in den Hosentaschen vergraben, von ihren Füßen immer weiter tragen. Nicht lange und sie erkannte den nächsten erinnerungsträchtigen Punkt: eine kleine Brücke direkt über einem großen, glitzernden Fluss.
Der Tag vor mehr als fünf Jahren kam ihr in den Sinn, als sie den Bladebreakers zum ersten Mal gegenüberstand. Sie erinnerte sich noch an Mr. Dickensons Hand auf ihrer Schulter und wie er sie, mit einer schon fast feierlichen Stimme, den Jungs vorstellte. Leylan kam der abweisende, dennoch aber nicht minder neugierige, Blick aus roten Augen in den Sinn, wie Kai sie schon zu Beginn mit seiner gesamten Haltung herauszufordern schien. Und auch das Gefühl starker Abneigung, dass damals augenblicklich in ihr aufgestiegen war, ließ sich fast realitätsgetreu nachfühlen.
Sie hatte ihn ihrerseits lange und ausgiebig gemustert, ohne Scheu, und ihn dann als ernsthaften Konkurrenten eingestuft. Dass sie später einmal ein unschlagbares Traumteam, sich Seite an Seite bis in die Spitze der internationalen Beyblade- Elite bladen würden, hätte sie damals nicht für möglich gehalten. Ein leichtes Lächeln breitete sich in ihrem Gesicht aus und sie dachte: >Damals waren wir auch NUR Freunde gewesen und es hatte, mehr oder weniger, funktioniert.<
Ihre Gedanken glitten zu dem Rest des Teams, den sie mit einem einzigen Kennerblick nach weiterer Konkurrenz absuchte. Sie musste leise lachen bei der Erkenntnis, dass sie ihre heutigen Freunde lediglich in Konkurrenten oder Unterlegene einteilte. Vor allem Max hatte sie damals mit einem verächtlichen Blick bedacht, ihn hielt sie von allen am schwächsten konnte er doch mit seiner eher defensiven Art gegen ihre rasante und aggressive Kampftechnik nur selten bestehen. Sie atmete tief die frische Luft ein, ließ das sanfte Plätschernd es Wassers auf sich wirken und setzte ihren Weg dann fort. Sie warf noch einmal einen Blick zurück und dachte: >Zufall oder Schicksal?<
Sie näherte sich dem Meer, spürbar an den immer mehr werdenden Menschen die ihren Weg kreuzten. Auch wenn Leylan momentan so gar nicht der Sinn nach Gesellschaft und Menschennähe stand, setzte