Fanfic: The Path

Kleider; eins reicht doch. Außerdem ist es dazu noch wunderschön und ein Rock... die sind alle immer so kurz und son´ Wisch zieh ich nicht an! Die letzte Hose habe ich mir übrigens vor einem halben Jahr gekauft.“
„Vor einem halben Jahr Leylan... das spricht für sich. Wie auch immer, du kommst jetzt ohne zu Murren mit und wir kaufen das was nötig ist. Wie willst du denn bei den zahlreichen offiziellen Terminen und Empfängen auftauchen- in Jeans und deinem Halloween- Shirt oder deinem schwarzen Goth- Kleid?“
Resolut zog sie die murrende Bladerin vom Küchenstuhl und schubste sie in Richtung Flur.
„Quatsch, so verpeilt bin ich nun auch wieder nicht. Und zum letzten Mal: Das schwarze Kleid ist kein Gothik-Kleid, es ist schwarz, hat eine Spitzenborde und Tütenärmel, kurz: Es ist wundervoll!“ Sie funkelte Mariah herausfordern an, zog sich jedoch folgsam die Schuhe an. Mit einem tiefen Seufzer antwortete ihre beste Freundin: „Fein, also nix Gothik. Jaah, es ist wirklich schön, aaaber es schadet ja nicht ein zweites im Schrank hängen zu haben und jetzt hurtig, wir nehmen ein Taxi.“
Und so musste sie sich wiederwillig Mariah beugen und verbrachte letztendlich einen einmaligen Tag, mit einem ständigen Lachen im Gesicht, welches ihre Augen zum strahlen brachte und einer ebenso glücklichen Mariah am Arm.

Das Taxi hielt vor der Einfahrt und die beiden Frauen stolperten lachend hinaus, ein jeder von ihnen mit vollen Tüten bepackt.
„Ich versteh´s nicht Leylan. Jemand wie du, der soviel Geld auf dem Konto hat, ist so tierisch geizig! Wie geht das?“, fragte Mariah und stieg ein wenig schwerfällig die Stufen hinauf. Leylan stütze sie leicht am Arm und antwortete: „Profiblader, diese Karriere wird spätesten mit 32 zu Ende sein. In diesem Alter sollte man jedenfalls aufhören, wenn man nicht mit 50 schon in Rente gehen will aufgrund eines völlig entkräfteten Körpers- aber du weißt ja wovon ich spreche. Jedenfalls spare ich lieber jetzt schon, um mir später ein schönes Leben zu ermöglichen, wer weiß, vielleicht bekomme ich nach dem Bladen keinen Job mehr.“
„Stimmt auch wieder- um ehrlich zu sein: Ich gebe allzeit fröhlich Rays Geld aus, aaaber, das habe ich ihm von Anfang an gesagt und er war einverstanden. Dafür studiert er ja auch fleißig Architektur. Hoffen wir, dass es was wird.“, kicherte sie und ließ sich von Leylan durch die aufgeschlossene Haustür helfen.

Sobald sie die Tür hinter sich geschlossen hatten, eilte ihnen schon der erste Helfer entgegen. Max grinste über beide Ohren und tönte schon von weitem: „Könnt ihr euch vorstellen was für einen schönen Tag ich hatte? Kein Mensch zu Hause, außer Kai aber das ist wie alleine sein, und ich konnte machen was sich wollte. Wollt ihr zwei nicht öfters einkaufen gehen?“ Grinsend kam er angeschlendert, bekam von Mariah jedoch gleich einen Dämpfer: „Ich hoffe du hast das Haus stehen lassen, Max Tate. Mach nur weiter mit diesen ´Rauswerf´- Bemerkungen, ich merke schon, du willst hungern.“
Mit gespielter Strenge rief Mariah den blonden Halbjapaner zur Reue.
„Oh nein, alles nur nicht hungern! Ohne dein vorzügliches Essen kann ich nicht leben! Ich nehm alles zurück, Mädels. Und zur Strafe trag ich euch die Taschen hoch, ja?“
Die beiden grinsten einstimmig und der allzeit fröhliche Max trug pfeifend die reichlich gefüllten Taschen die Treppe hoch. Mariah tappte in die Küche und traf dort auf einen eifrig herumhantierenden Ray. „Mariah!“, rief er aus und eilte seiner Verlobten entgegen.
Leylan indessen, kickte ihre Schuhe in die Ecke und öffnete die Tür zum Wohnzimmer, wo sie sich müde auf einen Sessel fallen ließ. Erst als sie den Blick von ihren schmerzenden Füßen wandte und aufblickte, bemerkte sie Eve und Tala, die Seite an Seite auf dem großen Sofa saßen und ihr entgegenblickten.
„Oh hi.“, begrüßte Leylan, um die Verspätung ein wenig verlegen. Sich als Einzige in einem Raum mit einem Liebespärchen aufzuhalten, war ihr mehr als unangenehm, mehr noch da es sich um Eve und Tala handelte. Tala lächelte ihr zu, doch Eve´s Gesichtsausdruck sah mehr nach ´verschwinde- oder- ich- töte- dich´ aus, keine allzu guten Bedingungen um sich nach einem Shopping- Marathon zu entspannen. Mit einem entschuldigenden Lächeln an den verwunderten Tala stand Leylan auf und verzog sich aus dem Wohnzimmer die Treppe hinauf. Die, zuvor von Max hochgetragenen Taschen, standen fein säuberlich neben ihrem, noch immer leeren Schrank.
>Ich sollte ihn langsam mal einräumen<, überlegte die schwarzhaarige junge Frau, seufzte tief und begann den Inhalt der Tüten auf die vorhandenen Bügel zu verteilen. Leylan wusste, dass ihren Koffer unausgepackt hatte stehen lassen um ihn nicht erneut packen zu müssen. Hätte es nicht geklappt mit den Bladebreakers unter einem Dach zu leben- ihr gepackter Koffer wäre bereit zur Abreise gewesen.
>Ist doch wieder mal typisch, oder? Doch dieses Mal gibt es keinen Grund zu gehen...ja, dieses Mal bin ich wirklich angekommen.<
Und mit einem zufriedenen Lächeln packte sie auch die Kleidungsstücke aus ihrem Koffer, mit großer Sorgfalt in den geräumigen Schrank.

Die folgenden Tage verliefen ruhig im Hause der Bladebreakers, selbst Tyson schien ein wenig ausgelastet zu sein. Tala hatte es geschafft, Tysons übereifrigen Fanclub in seine Schranken zu verweisen und ihn in den Beruf des Lehrers mehr oder weniger einzuarbeiten, auch wenn selbst Tala dabei an seine Geduldsgrenze stieß. Tyson übernahm, um den ´Groupies´ so fern wie möglich zu sein, Unterrichtsstunden in dem Grundschultrakt der Einrichtung, erklärte ihnen die Basics in Sachen Beyblade und durfte die Trainingseinheiten ´seiner´ Klasse beaufsichtigen. Entgegen aller Erwartungen schien der blauhaarige Wirbelwind gefallen an dieser Art der Beschäftigung gefunden zu haben und war mit freudigem Eifer dabei. Da Max es immer noch vorzog seine Freizeit in vollen Zügen zu genießen und lediglich an lokalen Turnieren teilzunehmen, verbrachte Leylan die meiste Zeit mit ihm. Sie war weniger daran interessiert sich an dem Projekt ihres Teams, der ´Bladebreakers Association Group´, zu beteiligen und suchte immer noch vergeblich nach einem Weg für ihre Zukunft.

Da nun auch Mariah sich dem Projekt widmete und oftmals den ganzen Tag in dort verbrachte, zusammen mit Hilary war sie für die Organisation/Direktion der Schule verantwortlich und kümmerte sich dazu noch um die Betreuung der Kleinen.
Da ihre Mutterinstinkte, angesichts der bevorstehenden Geburt, plötzlich erwachten und sie vor Tatendrang nur so sprühte sie, schien, zumal die BAG teils ihre Idee war, die bestmöglichste Beschäftigung gefunden zu haben. Somit kam sich Leylan extrem blöd vor, schließlich waren sie, Max und Kai die Einzigen, die nichts neben der Beyblade- Karriere am laufen hatten. Nach dem Training folgten Tala und Tyson Hilary und Mariah zur BAG, Eve fuhr immer schon nach dem Frühstück ins Büro. Blieben also nur noch die drei im Haus, was Leylan zunehmendst auf den Nerv ging und sie oftmals missmutig stimmte.
Doch immerhin lief das Training mittlerweile besser, auch wenn Leylans Ausdauer in punkto Joggen noch immer nicht die Beste war. Kai machte als Trainer wirklich einen hervorragende Job, sah den noch so kleinsten Fehler und hatte für jeden der Teammitglieder spezielle Trainingseinheiten. Das heißersehnte Match gegen Tyson, blieb Leylan bis jetzt jedoch verwährt...
~

Freitagmittag und Leylan und Max faulenzten zusammen auf dem Sofa, die Beine über den niedrigen Tisch verteilt auf dem Schoß eine jeder eine Schüssel Popcorn, während im Fernsehen ein beliebtes Boulevardmagazin lief.
„Es wundert mich, dass heut nix über uns kommt. Vor allem über uns beide.“, sagte Max und warf sich eine weitere Ladung Popcorn in den Mund. Mit vollem Mund antwortete Leylan: „Die wissen ja eh nichts genaueres, deshalb warten sie bis zur kommenden Pressekonferenz. Glaub ma´, schon am nächsten Tag werden die sich wie die Geier über uns hermachen und die gewonnenen Informationen Wort für Wort auseinander nehmen.“
Der blonde Blader nickte zustimmend, in Gedanken schon ganz bei dem kommenden Ereignis wo er Rede und Antwort zu stehen hatte. Da fuel ihm plötzlich etwas vollkommen anderes ein und an Leylan gewandt: „Sag mal weißt du eigentlich was Kai nun mit diesem Modefritzen ausgemacht hat? Bestimmt sehen wir Mr. Frosti bald in Hochglanzmagazinen, leicht bekleidet und mit einem verruchten Blick.“ Schon allein bei dem Gedanken daran, brach er in haltloses Kichern aus.
´Nein, denn er redet ja nicht mehr mit mir´ hätte sie Max am liebsten geantwortet, entschied sich dann aber doch lieber für ein ehrlich ahnungsloses Schulterzucken, womit die Sache, zu ihrer Erleichterung, vom Tisch war. Nur mit halbem Ohr achtete sie auf das Gequatschte der stilbewusst gestylten Frau auf dem Bildschirm, mit Gedanken schon wieder bei dem schweigsamen Halbrussen. Ihr wollte einfach kein triftiger Grund für seinen plötzlichen Stimmungsumschwung einfallen.

Max´s Stimme riss sie plötzlich aus ihren Gedanken: „Hey Leylan, ich glaub ich besuch mal Chef. Der hat sich seit Wochen hier nicht mehr blicken lassen und ich bin mir gar nicht sicher, ob der überhaupt von der kommenden Konferenz weiß. Also, bis später.“
„Mmmh, bis später. Grüß ihn von mir.“, antwortete sie abgelenkt und hob zum Abschied die Hand. Alleine im Wohnzimmer rumzuhängen entsprach nicht unbedingt ihrer Vorstellung von Spaß. Mit missmutig ratlosen Gedanken und einer, zu allem Verdruss, fast leeren Schüssel Popcorn, starrte die freiheitsliebende Bladerin auf den Bildschirm des TV´s und versuchte angestrengt eine Unebenheit in dem perfekt geschminkten Gesicht der Moderatorin zu entdecken- jedoch mit wenig Erfolg.
>Nicht mal das wird einem mehr gegönnt.<
Entnervt schaltete sie das