Fanfic: The Path

Veränderungen, vielleicht ist es das, was viele mit aller Macht zu verdrängen versuchen. Doch heutzutage sind sie nicht allein; Millionen von Menschen wandeln Tag ein Tag aus in ihrer von Illusionen beherrschten Welt und verschließen sich vor der Realität...
Ach ja, was ich dir noch sagen wollte: Unterschätze sie nicht, Eve ist gerissener als du denkst.“
Mit diesen Worten drehte er sich um, gefolgt von Dranzer und trat in den dunklen Schatten des Waldes, um an weiteren Bäumen seine Kraft zu erproben.
~

Sie wusste nicht wie sie es bis hierher geschafft hatte, wusste nicht welcher Teil ihres Gehirnes noch nicht hoffnungslos überfordert war. Leylan lag, noch vollständig angezogen, auf ihrem breiten Bett und starrte an die Decke, die Augen weit geöffnet, dennoch befand sie sich in tiefster Dunkelheit.
Das Gesicht glich einer gleichgültigen Maske, starr, leblos. Was sich allerdings hinter dem physischen abspielte blieb dem bloßen Auge verborgen.
Sie lag still und starr, tief in Gedanken versunken.

>Nein, ich bin nicht wie du, Kai. Zumindest nicht wie der Kai, für den du dich ausgibst zu sein. Dein Spiel ist ungerecht, verletzend und von einseitigem Nutzen... das liegt mir nicht. Jemanden so zu verunsichern, hinaus in die Kälte zu stoßen, zeitweise Wärme kosten zu lassen um ihn dann mit eisiger Ignoranz zu strafen. Du hättest es sagen können. Du hättest mir sagen können, dass du keine Freundschaft mit mir willst, dass du mich nicht liebst und mich genauso wenig als Freund ansiehst. Du hättest nur irgendetwas sagen können, Kai und mir somit das Herumirren im ewigen Eis erspart.<

Ohne dass sie es hätte aufhalten können, quollen heiße Tränen aus ihren Augenwinkeln und versanken in ihrer schwarzen Haarflut, die wie ein Kranz um ihren Kopf lag und sich sanft in die Halsbeuge schmiegte. Leylan war von Kais Worten verwirrt, wenngleich sie sich sicher war, dass er ihren Schritt in Richtung Freundschaft missbilligte.

„Du hast es dir schon immer gerne einfach gemacht und hast schon immer Entscheidungen allein getroffen... da drängt sich mir die Frage auf: Woher nimmst du dir dieses Recht?“

Ja, sie hatte diese Entscheidung allein getroffen, doch nur weil er keinerlei Anstalten machte, klare Verhältnisse zu schaffen.
>Im Gegensatz zu dir will ich keinen ´Schwebezustand´, ich hasse dieses Hin- und Her. Entweder oder, Kai- etwas dazwischen gibt es nicht. Freundschaft ist die neutrale Form der Liebe, sie ist einfacher und nicht so problemträchtig... wobei ihr dieser einmalige Zauber fehlt. Was willst du, Kai? Sollen wir uns hassen? Sollen wir uns anschweigen, weil wir einander nicht verzeihen können?<
Wütend schlug sie die Fäusten auf die Bettdecke.
„Was ist es was du willst, verdammt! Selbst wenn wir uns so ähnlich sind wie du sagst, bin ich immerhin bereit zu verzeihen... bereit das Schweigen zu beenden.“
Ihre anfangs laute Stimme wurde immer leiser bis zarten Schluchzern sie erstickten. Ihre Augen waren voller Schmerz und schimmerten vor Tränen, sie hatte die Arme um sich geschlungen und zur Seite gedreht, mit Blick auf den erhellten Balkon.
Leylan wusste nicht mehr weiter, sie wusste nicht wie sie diesem Kreis entfliehen könnte.

„Vielleicht ist es einfach zu spät für Veränderungen, vielleicht ist es das, was viele mit aller Macht zu verdrängen versuchen. Doch heutzutage sind sie nicht allein; Millionen von Menschen wandeln Tag ein Tag aus in ihrer von Illusionen beherrschten Welt und verschließen sich vor der Realität...“

Diese Worte tauchten immer wieder auf, beschäftigten sie so sehr, dass sie sich sicher war darin die Antwort zu finden. Obwohl Kai sich um eine allgemeine Sicht bemüht hatte, entging ihr der implizite Verweis auf sie beide nicht.
>Zu spät für Veränderungen... ist es für uns also auch zu spät? Mache ich mir etwas vor? Er sieht keine Hoffnung für uns... alles andere wäre Illusion...<
Solche und andere Gedanken nahmen langsam Gestalt an und lähmten ihren Körper. Sie wusste wie viel geschehen war, doch verließ sie nie der Glaube an eine gemeinsame Zukunft. Leylan wusste, dass sie einander ähnelten und nur aus diesem Grund, konnte sie nicht loslassen. Kai war es, der sie verstand, der hinter ihre Fassade zu blicken vermochte. Sie war es, die die Kälte, der ihn umgebenden Eiswand, klaglos ertragen konnte, wusste sie doch um die dahinter liegende Wärme.
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„Leylan, Leylan mach die Tür auf. Komm schon, ich bin´s, Mariah.“
Durch das laute Klopfen an der Tür geweckt, richtete Leylan sich benommen auf und versuchte sich zu orientieren. Sie wollte gerade in ihrem Hirn forschen wie lange sie denn geschlafen haben könnte, da rief es wieder von der Tür her. Entnervt brüllte sie: „Herrgott noch mal, es ist offen! Du musst kräftig drücken!“
Sie fasste sich an den verspannten Nacken und schloss die Augen, Mariah konnte sie ohnehin hören. Die junge Chinesin eilte zu ihr und sie spürte wie die Matratze neben ihr nachgab, dann eine Hand auf ihrer Schulter und Mariahs Stimme an ihrem Ohr: „Hey Leylan, was ist los? Du warst nach dem Training plötzlich verschwunden- ich habe mir echt Sorgen gemacht.“

Leylan öffnete die Augen und blickte in das sorgenvolle Gesicht ihrer besten Freundin. Seufzend antwortete sie: „Tut mir Leid, ich hätte Bescheid geben sollen. Ich brauchte etwas Ruhe... Abstand, verstehst du?“
„Abstand? Hat dir jemand was getan? Hab ICH dir was getan?“, fragte Mariah erschrocken.
Beschwichtigend hob die Schwarzhaarige die Hände und lachte leise.
„Nein, nein, alles in Ordnung. Ich brauchte einfach nur ein wenig Zeit für mich. Du kennst mich doch, manchmal brauche ich dringend etwas Einsamkeit und Stille.“
Mariah senkte den Blick und murmelte: „Ja, ich weiß.“
Und plötzlich fröhlicher: „Willst du nicht mit runter kommen, Ray hat schon gedeckt und das Essen ist ebenfalls fertig. Du musst doch Hunger haben, oder?“
„Essen? Mariah, wie viel Uhr ist es denn?“
Beunruhigt wartete Leylan auf Mariahs Antwort. Diese schob den Ärmel ihrer Tunika hoch und warf einen Blick auf das Ziffernblatt ihrer Armbanduhr.
„Jetzt... ist es viertel nach acht.“
„Was?! Wie lange habe ich denn geschlafen? Oh mein Gott- fast 9 Stunden sind vergangen seit dem Training!“
Kopfschütteln stand sie auf und schob die Gardinen beiseite- Tatsache, draußen war es mittlerweile äußerst dustern... doch gerade dieser Zustand beruhigte sie. Mariah erhob sich schwerfällig und legte ihrer Freundin den Arm um die Schultern. Die Stirn an ihren Hinterkopf gelehnt murmelte sie: „Du brauchst nicht mit runter zu kommen, ist schon ok. Ich bring dir später was hoch.“
Lächelnd griff Leylan nach Mariahs Hand und drückte sie sanft.
„Danke.“, war alles was sie sagte, doch es genügte um Mariah gegenüber ihre gesamte Zuneigung auszudrücken.
~

Kai saß schweigend am Tisch und genoss die wenigen Minuten die ihm noch blieben, bevor Tyson, Max und Hilary hereingestürmt kommen würden. Neben ihm aß Tala, ebenfalls schweigend, seine Miso-Suppe. Ray kam mit einer Schüssel Suppe aus der Küche und setzte sich seufzend zu seinen Teamkollegen. Noch bevor er Platz genommen hatte, wusste Kai, dass er ihn früher oder später anquatschen würde- er sah es ihm an.
Ärgerlich über seine plötzlich nötige Hast, löffelte er eilig seine Suppe und wollte sich möglichst unbemerkt verdrücken- doch nicht mit Ray!
„Hey Kai, ich wollte dich die ganze Zeit schon was fragen...“, begann er.
„Weiß ich.“, brummte der kühle Halbrusse und starrte verdrießlich in den Rest seiner Suppe.
Überrascht hob Ray die Brauen: „Ach echt? Ehem, wie auch immer. Jedenfalls wollte ich wissen, was denn heute zwischen dir und Leylan vorgefallen ist- du weißt schon, als sie mitten im Training zu dir gestiefelt kam.“
Erwartungsvoll sah er den abweisend dreinblickenden Leader an. Als Kai den Blick hob, runzelte er erschrocken die Stirn: Er sah ganz und gar nicht erfreut aus.
„Ich weiß ja nicht welch abenteuerlicher Gedanke dich hat glauben lassen, ich würde dir jetzt brav antworten, doch eigentlich ist es mir auch relativ egal. Was zwischen mir und Leylan ´vorgefallen´ ist, geht niemanden etwas and und glaub mir, es besitzt zudem das Informationslevel einer Vormittagstalkshow- gähnende Langeweile also.“, gab er zur Antwort und seine Stimme klirrte förmlich vor Kälte.
Ray nickte geschäftig und sagte: „Klar, Recht hast du.“
Und nervös auflachend: „Meine Gedanken sind halt manchmal, wie sagtest du, ´abenteuerlich´.“
Kai verzog die Lippen zu einem kurzen, freudlosen Lächeln und stand dann auf.
„Ich würde mich beeilen, Yuriy. Der Kindergarten kann nicht mehr weit sein.“
Tala hob kaum merklich den Blick und nickte- als wäre ihm dieser Umstand entgangen.

Nachdem Kai den Raum verlassen hatte, warf Ray Tala einen ärgerlichen Blick zu und sagte: „Du bist doch sein bester Freund, kannst du mir nicht mal verraten was ihn so schrecklich sarkastisch und fies gemacht hat?“
Heftig rührte er in seiner Suppe.
Tala legte die Fingerkuppen aneinander und schloss für einen Moment die hellen Augen, als er sie wieder öffnete besaß sein Gesicht eine äußerst abgeklärte Miene.
„Nichts hat Kai zudem was er ist ´gemacht´, eher verändert. Er ist wie ein Nagelbrett- immer wieder versuchst du drüber zu laufen um dir selbst deine Stärke und Durchhaltevermögen zu beweisen und immer wieder scheiterst du an den viel zu spitzen Nadeln.“
Mit diesen Worten stand er auf und räumte seine, sowie die Schale seines besten Freundes, in die Spüle. Ray saß völlig verdutzt, angesichts dieser seltenen Offenheit, auf seinem Stuhl und verstand die Welt nicht mehr. Dennoch leuchtete ihm Talas Vergleich ein, weshalb er hinzufügte: „Doch nichtsdestotrotz versuchst du es weiter, solange bis du