Fanfic: The Path

Untertitel: ~Hand in Hand mit dem Schicksal~

Kapitel: Von Drachen, Feinden & dem ewigen Ozean

~An diesem Kappi gefällt mir wohl am besten das Flashback >.<
Ich dachte mir, es würde an dieser Stelle gut passen...
An dieser Stelle möchte ich mich ♥-lichst bei ALL meinen Kommischreibern bedanken! Ich freue mich über jeden einzelnen und hoffe ihr bleibt fleißig dabei!
*knuffz* ~

„Was soll der Mist? Das ist doch alles viel zu umständlich!“
„Umständlich ja, aber nötig und sinnvoll. Und jetzt sei ruhig und genieß dein Frühstück!“
Tala warf seinem Freund einen vernichtenden Blick zu und seltsamerweise fügte sich dieser ohne ein weiteres Wort. Er sah sich dennoch weiterhin missmutig um; die vielen Leute waren ihm unangenehm.
Die zwei Russen saßen in aller Herrgottsfrühe vor einem kleinen, gemütlichen Cafe am Stadtrand um in Ruhe zu frühstücken; zumindest war dies Talas Plan. Während die Anderen noch fest schliefen, war er in Kais Zimmer gepoltert um den eigensinnigen Blader zu wecken und ihn anschließend resolut hierher zu schleifen. Obwohl Kai keineswegs einen Freudentanz vollführte sondern eher mit langem Gesicht und hängenden Mundwinkeln Tala gegenüber saß, gefiel es ihm- irgendwie.
Sobald der Ärger erst einmal verflogen war, wurde Kai die Situation in ihrer Gänze bewusst; weshalb Tala so früh aufgestanden und sich überhaupt die Mühe gemacht hatte- für ihn.
Sich dessen bewusst werden, bedachte er seinen langjährigen und wohl wertvollsten Freund, mit einem wohlwollenden Blick und ließ sich beinahe zu einem Lächeln hinreißen.
Talas feine Sinne spürten den auf sich gerichteten Blick postwendend und er hob langsam den, auf seinen Frühstücksteller gerichteten, Kopf, die rechte Augenbraue wanderte daraufhin unmerklich in die Höhe und seine Lippen verzogen sich zu einem eindeutigen Lächeln.
Wenn Tala eines wusste, dann was in Kais Kopf vorging ohne ihn danach fragen zu müssen. Er war wohl einer der wenigen Menschen die in dem klugen Russen keine emotionslose Eisskulptur, sondern einen tiefgründigen und unschätzbar wertvollen Menschen sahen.
Er hatte keine Sekunde lang eine überschwängliche Dankbarkeitsszene von Seiten seines besten Freundes erwartet, doch dieser Blick erfüllte ihn mit Freude, bedeutete er doch mehr als jedes noch so liebe Wort.
Er erwiderte Kais Blick für einen kurzen Moment, wandte sich dann seinem Frühstück zu und... wartete. Keine zwei Minuten vergingen bis Kais Stimme plötzlich ertönte, gedämpft und zögernd.

„Weißt du es?“
Tala nickte.
„Dann wissen es alle?“
Der rothaarige Mann schüttelte leicht den Kopf, mehr nicht- noch hatte Kai ihn nicht dazu aufgefordert. Dieser wiegte leicht den Kopf, schob sein Ei auf dem Teller hin und her und fragte dann: „Ist das der Grund für unsren morgendlichen Ausflug?“
Na gut, nicht die erwartete Frage aber immerhin.
Tala nahm einen Schluck seines dampfenden Kaffees und antwortete: „Nicht ganz. Ich wollte schon lange mal wieder was mit dir allein machen ohne den Kindergarten, da kam mir dieser Umstand ganz gelegen. Dennoch hast du Recht, auch von Leylan wollte ich dich wegholen.“
Kai hob den Blick und fixierte seinen Freund aufmerksam.
„Also bist du gegen sie?“
Noch so eine Frage die er nicht hatte kommen sehen.
Tala hob ruckartig den Kopf und erwiderte mit ungeahnter Heftigkeit.
„Nein! Damit das von vornherein geklärt ist: Ich bin weder für, noch gegen jemanden.
Und überhaupt, wie kommst du eigentlich auf solch bescheuerte Gedanken?“
Kais irritierten und leicht säuerlichen Blick ignorierend, setzte er hinzu: „Dies ist KEIN Kampf, klar?! Ich weiß nicht im Detail was zwischen euch vorgefallen ist, doch es kann niemals so gravierend sein, dass du dich vollständig von ihr abwendest willst.“
Eindringlich sah Tala seinem Gegenüber in die Augen, ernsthaft beunruhigt und gereizt.
Kai entfuhr ein freudloses Lachen und mit einer wütenden Bewegung spießte er den Rest seines Toastes auf, obgleich er nicht vorhatte es im Mund verschwinden zu lassen. Bewaffnet mit ´Toast- auf- Gabel´ zielte er auf Tala und antwortete voller Hohn: „Ganz genau, du weißt GAR NICHTS, hast somit also kein Recht darüber zu urteilen. Was wenn ich es als ´schlimm genug´ empfinde und mit ihr nichts mehr zu tun haben will? He, was ist dann- ereilt mich dann irgendeine himmlische Strafe?“
Eben noch aufgebracht und entgegen seiner Gewohnheit, war Tala nun die Ruhe selbst.
Auf seinem Gesicht lag ein bedauernder Ausdruck, als er ruhig antwortete: „Nein, keine himmlische Strafe jedoch eine ganz andere. Du wirst es bereuen, Kai, jede Sekunde deines Lebens wirst du es bereuen. Allzeit wird sie in deinen Gedanken auftauchen, bis nach all den Jahren nur noch ein vager Schatten von ihr übrig ist, da deine schwächer werdende Erinnerung sie nicht mehr aufrechtzuerhalten vermag. Und dann wirst du leiden und just in diesem Moment erkennen, wie sehr sie dir fehlt und du wenigstens die Erinnerung auf ewig Dein nennen willst. Sturheit ist der Feind jeden Glückes, Kai, und leider muss ich bemerken, dass dir die Sturheit geradezu penetrant anhaftet.“

Jeder andere hätte auf der Stelle um sein Leben rennen müssen, angesichts einer solch anmaßenden Belehrung. Doch nicht so Tala. Kai legte, wenn er es auch nicht immer offen zugab, sehr viel Wert auf die Meinung und Ratschläge seines Freundes und nicht allzu selten beeinflussten diese seine Entscheidungen. Heute jedoch, war Kai sich seiner Sache sicher.
„Du bist zu poetisch, mein Freund, diese schweren Bücher sind wohl allmählich nichts mehr für dich. Sie selbst sieht keine Hoffnung für uns, sie ist es doch die sich zurückzog.
Und weißt du was: Leylan Lao ist der Meinung, zwischen uns könnte so etwas wie eine Freundschaft entstehen- kannst du dir das vorstellen? Wir beide- Freunde? Ts, ist es da verwunderlich wenn ich resigniere und einfach nur noch genervt bin?“
Er hatte sich leicht vorgebeugt um Tala besser im Blick zu haben, es war offensichtlich wie sehr Kai sich im Recht sah. Tala schien indessen nicht minder beeindruckt von Kais Ausführungen und gab ungerührt zur Antwort: „355 Tage im Jahr bringe ich dir uneingeschränkten Respekt und Vertrauen entgegen, doch heute ist es wohl wieder einmal an der Zeit dir zu sagen, was für ein dickköpfiger Volltrottel du bist! Deine Blicke werden mich jetzt auch nicht abhalten, also spar´s dir. Merkst du es denn nicht, merkst du nicht wie sehr sie sich bemüht hat? Den Weg der Freundschaft einzuschlagen ist mutig, sehr mutig und sehr verzweifelt. Und das kommt nur daher, da DU derjenige warst, der auf stur und unnahbar schaltete und ihr überhaupt keine Chance ließ, den ´richtigen´ Weg zu finden. Ich bin nicht blind, Kai, ich hab gesehen wie du sie mal freundlich und dann wieder eiskalt behandelt hast- da würde doch jeder verzweifeln!“
Auffällig viele Worte für den sonst eher schweigsamen Russen; selbst Kai schien verwundert über die Offenheit seines Freundes. Dieses offensichtliche Engagement stimmte ihn nachdenklich, beinahe schon zweifelnd. Doch wenn Kai sich erst einmal eine Meinung gebildet hat, bedarf es viel um ihn umzustimmen- so auch dieses Mal.

„Hn.“, war alles was er darauf erwiderte.
Ungläubig sah Tala ihn an, schüttelte dann den Kopf und schnaubte missbillig.
„Ein wenig Mitarbeit wär nicht schlecht! Ich weiß ja nicht welche Worte zwischen euch gefallen sind, wie´s aussieht jedoch nichts Gutes, doch du solltest alles noch mal überdenken- voreilige Entscheidungen werden dir nicht viel bringen, Kai. Auch wenn es so aussieht- ich will dich nicht belehren, sondern dich lediglich vor der Einsamkeit bewahren.“
Mit einer unwirschen Handbewegung machte Kai Talas Worte zunichte und antwortetet betont lässig: „Einsam? Ich bitte dich, Yuriy, nicht nur dass ich die Einsamkeit sehr schätze; ich könnte sie mit einem Schlag beenden.“
Sein süffisantes Lächeln ließ keinen Zweifel an der unterschwelligen Botschaft seiner Worte, worauf Tala ihn erneut missbillig ansah. Die Stirn gerunzelt bemerkte er: „Dann weißt du wohl nicht was es heißt, wahre Liebe zu empfinden... oder?“
Es war eine Finte, ganz offensichtlich und direkt.
Kai wollte schon zu einer ironisch ärgerlichen Antwort ansetzen, als ihm der ruhige Ausdruck in Talas Gesicht auffiel, diese ungetrübte Ernsthaftigkeit, ganz ohne Ironie, Zynismus oder Sarkasmus. Die Worte blieben ihm augenblicklich im Hals stecken woraufhin er, Talas Blick auf sich spürend, gedämpft zur Antwort gab: „Du willst es unbedingt hören, nicht wahr? Du willst mich unbedingt sagen hören, dass ich sie immer noch liebe und es ohne sie kein Morgen geben wird... das ist so was von bescheuert, Yuriy.“
Den Blick auf seinen, mittlerweile leeren, Teller gerichtet wartete er angespannt auf die Antwort seines besten Freundes- und Tala ließ ihn lange warten.
Doch beide waren sie mit einer schier endlosen Geduld gesegnet und so hob er erst wieder den Blick, als Talas sagte: „Natürlich wird es auch ohne sie ein Morgen geben... doch es wird nicht annähernd so schön und friedlich sein. Ich für meinen Teil glaube, dass du bewusst verdrängst wie fertig du die letzte Zeit warst, wie schlecht du dich während ihrer Abwesenheit fühltest. Na ja, am Ende liegt es ja doch bei dir- ich hoffe nur du bereust es nicht. Aber sieh nicht immer nur dich in der Opferrolle- Schuld seid ihr ja doch beide.“

Ohne Kais Reaktion abzuwarten, pfiff er die Bedienung herbei und bezahlte. Dann stand der rothaarige Russe auf und sah Kai auffordernd an: „Na los, ich hab noch andres vor.“
Kopfschüttelnd stand Kai auf und folgte seinem Freund zum Auto, er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Tala war einfach der Meister in Sachen Manipulation und Schauspiel- natürlich hatte der junge Russe nichts vor, im Gegenteil, wenn es nötig wäre würde er den ganzen Tag mit Kai verbringen und das wusste dieser. Tala jedoch verfolgte einem simplen Plan: Er war mit Kais