Fanfic: The Path

Untertitel: ~Hand in Hand mit dem Schicksal~

Kapitel: Once upon a time

~Ein weiteres mühevoll entstandenes Kapitel >.<

Hach, und es ist wieder einmal schön lang geworden!

Ich wünsche allen viel Vergnügen beim Lesen ^o^ ~

Frostig, eiskalt, arktisch, unterkühlt- kein Begriff würde auch nur annähernd die momentane Stimmung in dem anthraziten Mercedes treffend wiederspiegeln. Gepaart mit einer ohrenbetäubenden Stille, war dies zweifellos ein Paradebeispiel nicht vorhandener Harmonie- besser gesagt alles beherrschender Dissonanz.

Das Gesicht einer Maske gleichend, emotionslos und gleichgültig, saß Kai hinter dem Steuer, den Blick starr auf die Straße gerichtet. Seine Hände umklammerten das Lenkrad derart fest, dass die Handknöchel weiß hervortraten, was das Bild eines abweisenden und kontinuierlich desinteressierten Kai Hiwatari, merklich ins Wanken brachte.

Doch nicht Kai allein war Grund für das wahrlich arktische Klima innerhalb des Wagens.

Der rothaarige Russe zu seiner Rechten, hausierte mit einer nicht minder passiven und teilnahmslosen Miene. Er sah lediglich aus dem Beifahrerfenster, die Hände andächtig im Schoß gefaltet, die Augen halb geschlossen und man könnte meinen, er bekäme von der unterkühlten Stimmung herzlichst wenig mit. Tala wäre jedoch nicht Tala, wenn er Missmut und Verdruss nicht einmalig gut verbergen könnte- bis auf die harte Linie seiner Brauen ähnelte sein Gesicht eher dem einer Porzellanfigur als einem lebenden Wesen.

Die Tatsache, dass er bei Kais atemberaubendem Tempo kaum etwas außer dahinrasenden Schatten erkennen konnte, schien keinem der Insassen aufzufallen und so starrte Tala weiterhin angestrengt in die vorbeirasende Szenerie.

Wagte man jedoch einen Blick auf die Rückbank, so schlug einem eine wahre Kältewelle entgegen, weit unter den erträglichen Minusgraden und die Eiszapfen auf der Haut waren geradezu spürbar.

Das süffisante Lächeln schien sich in dem Gesicht der Blonden regelrecht eingemietet zu haben und in Kombination mit dem außerordentlich arroganten Ausdruck ihrer azurblauen Augen, wirkte Eve wie die personifizierte Überlegenheit; geballte Selbstgefälligkeit spiegelte sich in ihrem Lächeln wieder; der leicht ans Fenster gelehnten Kopf, die elegant übereinander geschlagenen Beinen, die höhnenden Augen- ihre gesamte Körperhaltung löste eine beinahe natürlich Abwehreaktion aus.

Leylan drückte sich mit säuerlicher Miene an den äußersten Rand der Rückbank und starrte missmutig aus dem Fenster, registrierte nur beiläufig die dahinrasende Umgebung, sah mehr oder weniger durch sie hindurch mit den Gedanken komplett woanders.

>Das kann ja wohl nicht wahr sein! Wie viele Tuben Sekundenkleber sie wohl gebraucht hat um dieses ´perfekte´ Lächeln festzusetzen? Und ich bin immer noch keinen Schritt weiter... immer noch keine Ahnung wie ich vorgehen sollte. Sie ist aber auch gewitzt- lässt nichts zu den andren durchsickern. Wenn ich also Stress schiebe, bin ich automatisch die Schuldige... tss, so ein kluges Mädchen.<

Wiederwillig musste sie sich eingestehen, wie geschickt Eve doch vorgegangen war, alles ein wenig im Geheimen und von den anderen größtenteils unbemerkt geblieben. Mehr jedoch als Eves irritierendes Verhalten, schlug Leylan diese Ungewissheit auf den Magen. Immerhin war ihr noch immer kein triftiger Grund für die plötzliche Abneigung der blonden jungen Frau eingefallen- da gab es einfach nichts, was eine solche Feindseligkeit erklären könnte.

>Gefällt es ihr möglicherweise nicht, dass Tala und ich uns gut verstehen?... Ach Quatsch, sie ist zu intelligent und vernünftig um so etwas Dummes wie Eifersucht zu empfinden.<

Leylan zermaterte sich das Gehirn- Eifersucht war und blieb jedoch ein für sie unmöglicher Gedanke. In der Tat hielt Leylan Eve für eine äußerst fähige und gescheite Person, hinter ihrer Abneigung und den verhaltenen Attacken musste demnach tieferes, größeres und komplexeres als nur ein solch simples Gefühl stecken.

>Nur was?<

Eve beobachtete Leylan derweil aus dem Augenwinkel, in Leylans angestrengtem Gesicht konnte man förmlich lesen. Ihre Mundwinkel zuckten.

>Hmm, du lässt nach, Schätzchen. Man sagte mir, du wärst ein harter Brocken, geradezu ´unverwüstlich´... was sich mir jedoch entgegenstellt, ist ein ´Nichts´ und wird gnadenlos dezimiert.<

Sie kicherte leise.

>Wir werden noch viel Spaß zusammen haben, Leylan.<

Von allen Vieren war Eve wohl am vergnügtesten, ja geradezu unerhört heiter. Sie lächelte weiterhin ihr perfektes Lächeln, den Blick nun auf Talas roten Haarschopf vor ihr gerichtet. Leylan war mittlerweile so gereizt, dass sie Eve am liebsten auf der Stelle aus dem fahrenden Auto gekickt hätte. Ihre Laune sank mit jedem Meter den sie fuhren fortwährend in den Keller- für sie stellte diese Autofahrt ein wahres Martyrium dar.

Nicht nur, dass sie mit Kai und Eve in einem Wagen sitzen musste; ihr Ziel bedeutete für sie ebenfalls in keinster Hinsicht Beruhigung.

Sie und der Rest des Teams, waren auf dem Weg zu der ersten offiziellen Pressekonferenz seit einer halben Ewigkeit. Deer Rest des Teams saß in dem Wagen hinter ihnen, war allerdings gut drei Autolängen zurückgefallen, konnte Ray ein derart hohes Tempo doch kaum mit seinen Prinzipien vereinbaren. Leylan war es durchaus bewusst wie unangenehm das Folgende werden würde, schließlich war sie über 3 ½ Jahre spurlos verschwunden gewesen. Dummerweise war die Öffentlichkeit bestens darüber informiert. Dies ließ klar werden in welch einer Zwickmühle sie sich befand: Einerseits konnte sie diesen unverschämten Reportern unmöglich die Wahrheit sagen und andererseits würde ihre Lüge dem Nachforschungseifer der Reporter nicht lange standhalten. Sie würden ganz Sendai auf den Kopf stellen, fieberhaft nach ihrer Großmutter suchen, alle möglichen Leute nach ihr befragen und am Ende wäre sie, Leylan, enttarnt. Wenn sie diesem Pack jedoch etwas anderes erzählen würde, etwas anderes als das, was sie ihren Freunden aufgetischt hatte, so stünde sie vor ihnen als eine Lügnerin da- Eve bekäme Recht und Hilary würde für die nötige Propaganda sorgen... sie musste sich schleunigst etwas einfallen lassen.

„Gibt´s ja nicht! So viele Leute auf einen Haufen habe ich schon lang nicht mehr gesehen.“, staunte Tala und starrte die Menschenmenge durch die getönten Scheiben mit großen Augen an.

„Ich will sie gar nicht sehen. Sollen se´ doch bleiben wo der Pfeffer wächst.“, knurrte Kai und ließ erbost den Motor aufheulen. Fans sowie Reporter bevölkerten den Vorplatz der BBA und ließen sie in einem höchst ´Kai-untypischen´ Schneckentempo dahinkriechen. Bei dem Geräusch des laut aufheulenden Motors, teilte sich die Menge jedoch rasch und ließ den dunklen Wagen bis vor den Eingang vorfahren.

„Ach, Kai- chan- nun sei doch nicht immer so missmutig. Ich weiß ehrlich nicht warum so ein Eisklotz wie du derart verehrt wird.“, trällerte Eve glockenhell von hinten und schickte dem irritierten Russen ein liebreizendes Lächeln.

>Ich bring sie um! Wie kann Tala nur mit so einer Schreckschraube im SELBEN Bett schlafen? God, send me strength!<

Ungerührt behielt Eve ihre Heiterkeit bei und strahlte den sich verwundert umwendenden Tala lieblich an.

„Am besten parkst du hier vorne und wir hechten dann flugs zum Eingang.“, schlug Tala vor und blickte missbillig zu dem Pulk von Leuten.

„Ich weiß wo ich parken muss.“, knurrte Kai ungehalten zurück und stierte ärgerlich auf den näher rückenden Eingang. Der rothaarige junge Mann warf seinem Freund einen genervten Blick zu und wandte sich dann an Leylan: „Leylan- alles in Ordnung? Und, schon alle Antworten zurecht gelegt?“

Es war lapidar gemeint, ließ Leylan jedoch aus ihren Gedanken hochschrecken- Tala war gefährlich nahe an der Wirklichkeit!

Erschrocken musterte sie ihn; er legte lediglich den Kopf schief und grinste sie an. Ihre plötzliche Panik war von ihm zwar nicht unbemerkt geblieben, wurde aber nur als aufkommendes Lampenfieber abgetan.

>Nichts! Ich habe immer noch keinen blassen Dunst was ich da gleich erzählen könnte... Verdammt! Ich MUSS verhindern, dass mir diese dämliche Frage gestellt wird!<

Kai stoppte den Wagen, sie rissen ihre Türen auf und hechteten auf den Eingang zu. Schon jetzt hielt man einem jeden von ihnen Mikrophone unter die Nase- sie hatten ihre liebe Müh übereifrigen Reportern auszuweichen. Abgesehen von Tyson, der schon im Begriff war bereitwillig Interviews zu geben, stürmten alle geschlossen auf die rettende Tür zu.

Max riss Tyson, ungeachtet dessen Prostest, am Ärmel mit sich.

„Hey! Was sollte das? Meine Fans wollten ein kurzes Statement- ich darf denen ja wohl noch für ihre ´Unterstützung´ danken, oder?“, brüllte Tyson los, sobald sie in der weitläufigen Empfangshalle der BBA standen. Entnervt fasste Max sich an den Kopf und erwiderte: „Unterstützung? Danken? Das ich nicht lache- du wolltest nur wieder gesagt bekommen wie ´toll´ du doch bist. Maaan Ty, du bist ne´ verdammte Rampensau. “

Beide schielten sich wütend an und gerade als Tyson zu einem erneuten Brüller ansetzten wollte, traf ihn ein unnötig harter Schlag in die Rippen und er schnappte hörbar nach Luft.

„Haltet den Rand- sofort!“

Kais Stimme schnitt durch die Luft wie ein Rasiermesser und erstickte diese überaus geistfreie Diskussion im Keim. Der blauhaarige Junge presste beide Hände gegen seine schmerzende Rippe und verwünschte den respekteinflössenden Teamleader wie sooft.

Da kam auch schon Mr. Dickenson auf die Gruppe zu, begrüßte jeden mit einem herzlichen Händeschütteln und bedeutete ihnen mitzukommen.

„Hach, alle sind schon ganz unruhig und brennen darauf euch mit Fragen zu bombardieren.“, bemerkte der ältere Mann fröhlich. Seine heiteren Worte stießen auf nicht ganz so