Fanfic: The Path

heitere Gesichter, einem jeden war die Abneigung deutlich anzusehen... bis auf Tyson und Eve. Tyson, da er in der Tat eine ausgemachte Rampensau war und Eve, da sie als Sekretärin von Mr. Dickenson nur brav am Rand sitzen und den Anwesenden freundlich zuzulächeln hatte.

Mit jedem Schritt wurde ihr schlechter, schnürte sich ihr Magen noch schmerzhafter zusammen und kalter Schweiß brach ihr aus- Leylan versuchte krampfhaft den letzten Rest ihrer Ruhe zu bewahren, wusste sie doch wie aussichtslos ihre Misere war.

Es war glasklar und unumgänglich, dass die anwesenden Journalisten ihr diese verhasste Frage stellen würden und es war ebenso glasklar und unumgänglich, dass Leylan darauf keine Antwort geben konnte ohne mächtig in Schwierigkeiten zu geraten.

Eve, als Assistentin von Mr. Dickenson, führte die Truppe in die Maske; sobald sie Platz genommen hatten wuselten auch schon ca. 10 Visagistinnen in den Raum und schritten postwendend zur Tat.

„Miss Lao, sie haben wirklich ganz und gar traumhaft schöne Haare.“, säuselte die für Leylan verantwortliche junge Frau und warf ihr im Spiegel ein liebreizendes Lächeln zu. Leylan schwieg und ihre Mundwinkel zuckten nur schwach- erneut war sie mit ihren Gedanken bei der Abwendung des auf sie zukommenden Schlamassels. Kai, welcher auf dem Stuhl neben ihr Platz genommen hatte, warf ihr von der Seite einen prüfenden Blick zu, unauffällig und verhalten. Er hatte schon während der Autofahrt bemerkt, wie zerstreut und unruhig sie wirkte, beinahe schon panisch- und das entsprach so gar nicht ihrem typischen Verhalten.

Etwas stimmte nicht mir ihr; überhaupt lag eine eigenartige Stimmung in der Luft. Zumindest zwischen ihr und Eve. Was ihn jedoch am meisten irritierte, waren die dunklen Blicke seitens Hilary- er hatte sie und Leylan immer für gute Freunde gehalten. Versteh einer die Frauen...

>Ihre Hände... sie verschränkt ihre Finger nur dann wenn sie nervös ist, äußerst nervös. Hat sie Lampenfieber? Nein, dass wäre ja wohl der Lacher des Jahrunderts, Leylan und Lampenfieber!
Was ist es dann?<

Er ließ die junge Frau neben sich nicht aus den Augen, die Tatsache, dass Leylan seinen intensiven Blick nicht einmal bemerkte zeigte ihm, wie sehr die Nervosität sie umklammert hielt.

„Was könnte Leylan Lao in solch eine Panik versetzen?...“, murmelte er kaum hörbar vor sich hin. Die hochgewachsene Frau, welche im Begriff war ihm gewissenhaft die Nase zu pudern, hob verwundert den Blick und sah ihn fragend an: „Wie bitte?“

Der nachdenkliche Ausdruck seiner karmesinroten Augen verschwand und überließ einem höchst spöttischen das Feld. Mit eisiger Stimme bemerkte er: „Ich kann mich nicht entsinnen das Wort an Sie gerichtet zu haben.“

Rasch senkte sie den Blick und ließ ihre Hand noch rascher über seine Nasenspitze fahren; sein spöttischer Blick war auf ihre flackernden Augen gerichtet und sie wagte es nicht etwas zu erwidern; zu lächerlich kam sie sich dabei vor.

>Was für ein Trottel, ts...zurück zu Miss ´Abgang- bei – Nacht´. Was ist es also das sie so verunsichert. Hatte sie Streit mit Eve? Oder ist es doch Angst vor den Reportern? Tja, wirklich offenherzig ist sie ja ebenfalls nicht, doch welche Frage sollte sie schon fürchten?<
Immer größere Kreise zogen seine Gedanken auf dem See des Sinnierens bis...
>Verdammt, das kann nicht sein... das kann unmöglich sein<

Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen, wusste er doch um Leylans Professionalität und ihr Talent, jedem den größten Mist glaubhaft verkaufen zu können. Ebenso wusste er, dass sie DIESER Frage nicht ausweichen könnte- sie steckte in einer ernsthaften Zwickmühle.

Das Problem erst einmal erkannt, lag es nun an ihm abzuwägen: Sollte er ihr helfen oder sie süffisant lächelnd ihrem unangenehmen Schicksal überlassen?

Das Gesicht der Visagistin erschien erneut in seinem Blickfeld und seine Lippen verzogen sich zu einem süffisanten Lächeln.

~

„Ich begrüße sie alle recht herzlich zu unserer heutigen Pressekonferenz. Zu meine Linken: Max Tate, Leylan Lao, Tala Ivanov und der allseits bekannte Teamleader Kai Hiwatari.“

Es folgte brausender Applaus.

„Und nun zu meiner Rechten: Der dreimalige Weltmeister Tyson Granger, Ray Kon und die Managerin des Teams, Hilary Tashibana.“

Erneut tosender Applaus, wobei Tyson es sich nicht nehmen ließ eifrig Kusshände zu verteilen.

„Setz dich gefälligst hin!“, zischte Ray und zog Tyson höchst unsanft auf seinen Stuhl zurück.

„Bitte stellen Sie nun ihre Fragen.“, eröffnete Mr. Dickenson die Konferenz und ließ sich freundlich nickend auf seinem Platz nieder.

Leylan saß kerzengerade auf ihrem Stuhl, maß mit dem Auge die wenigen Meter bis zum Notausgang ab und schätzte ungefähr die Zeit die sie brauchen würde. Ihr war klar, dass es keinen anderen Ausweg gab als wegzulaufen. Eine ironisch klingende Stimme in ihrem Kopf wisperte: „Da bist du doch gut drin.“

>Na toll, jetzt verspotte ich mich schon selbst.<

Sie spürte die Blicke der Reporter, wie sie darauf brannten die allgemeine Neugierde zu stillen und als der Erste die Hand hob, drehte sich ihr förmlich der Magen um.

„Wie wird die Aufstellung für die neue Saison aussehen?“

Erleichterung.
Ihr Magen rückte wieder in die angestammte Position. War klar, dass man mit der brisantesten Frage nicht schon zu Anfang rausrückte- immerhin wurde die Konferenz aufgezeichnet und man wollte die Zuschauer möglichst lange zappeln lassen.

Wie selbstverständlich war es Kai, der antwortete: „Wir werden zu fünft antreten- noch ist unklar, ob dabei einer von uns die Reservebank hüten wird.“

„Wer genau bildet das Team?“

Wieder schnitt Kais eisige Stimme durch die Luft: „Max Tate, Tala Ivanov, Leylan Lao, Tyson Granger und ich, Kai Hiwatari.“

Aufregung unter den Reportern.

„Die Frage die sich anschließt: Weshalb ist Ray Kon nicht mit von der Partie?“

Ray tauschte mit dem Teamleader einen kurzen Blick und antwortetet dann ruhig: „Ich bin... verhindert. Dabei möchte ich es gerne belassen.“

„Was heißt in dem Fall ´verhindert´?“

Ein junger Mann mit aufsässigem Blick schien Rays impliziten Verweis nicht ganz ernst zu nehmen und hakte nach.

Ray war schon im Begriff zu antworten, als ihm Kai zuvor kam: „Wir geben keine weitere Auskunft- Danke.“

Ein Blick und der aufsässige Mann verstummte, klappte den Mund wieder zu und kritzelte mit säuerlicher Miene eifrig in seinem Notizblock. Rays Lippen umspielte ein seichtes Grinsen und er warf einen dankbaren Blick zu Kai hinüber, welcher mit einem knappen Nicken antwortete.

„Stimmt es, dass Max Tates Mutter an Krebs erkrankt ist?“

Er hatte es erwartet und doch traf es ihn unvorbereitet, seine so sorgfältig zurechtgelegte Antwort verflog mit einem Mal und ließ ihn verzweifelt zurück. Leylan erfasste Max´s Misere mit einem Blick und lehnte sich, möglichst unauffällig, zu ihm herüber.

„Lüg! Denk dir irgendetwas aus- lüg einfach das Blaue vom Himmel herunter wenn´s nötig ist!“, raunte sie dem immer noch erstarrten Max zu. Ihre höchst unmoralischen Worte schienen ihn seltsamerweise zu ´wecken´, auf sein Gesicht trat ein entschlossener Ausdruck und er schien Leylans Worten keinerlei Beachtung zu schenken. Mit fester Stimme erklärte er: „Ja, es stimmt. Meine Mutter leidet an Krebs und momentan sieht es nicht gut aus. Anfangs wollte ich es der Öffentlichkeit verschweigen, um meine Mutter vor all den Fotografen zu schützen, doch jetzt... ich denke es ist das Beste mit der Wahrheit rauszurücken und Sie alle inständig zu bitten, mich und meine Familie in dieser schwierigen Zeit in Ruhe zu lassen.“

Alle, einschließlich seines Teams, blickten den blonden Blader erstaunt an- eine derart erwachsene Ansprache hatte keiner der Anwesenden erwartet. Der sonst allzeit fröhliche Max wirkte nun eher wie ein junger ernstzunehmender Mann dessen oberstes Gebot es war, die Familie zu schützen.

„Lügen ist nicht immer der optimale Weg. Auch wenn die Wahrheit einige Überwindung kostet- am Ende steht man doch besser dar.“

Seine Stimme war so leise, dass nur Leylan ihn hören konnte. Gerne hätte sie sich auf der Stelle zu einer Diskussion hinreißen lassen, doch dies war wohl der denkbar schlechteste Moment dafür. Selbst ein missbilliges Schnauben musste sie zurückhalten; Max sollte schließlich nicht denken, ihr wäre die Wahrheit gänzlich zuwider.

Dem Publikum hingegen gefiel seine Antwort- sehr sogar.

So gut wie jeder von ihnen, trug ein herzliches Lächeln auf dem Gesicht und man könnte meinen, sie hätten soeben eine Erleuchtung hinter sich.

>Was für Volltrottel.<, dachte Leylan und schnaubte innerlich. Sie war sich nicht sicher weswegen sie Max und seine ´Anhänger´ plötzlich so verurteilte- immerhin ist die Wahrheit eine Tugend. Möglicherweise da ihr die Lüge oftmals besser bekam und sie sich im Klaren über die häufig auftretenden Nachteile wahrheitsgemäßer Antworten war.

Sie hatte nichts gegen die Fans, doch die allzu exzessiven Nachforschungen der Medien waren ihr zuwider, weshalb sie eine deutliche Antipathie gegen jegliche Reporter empfand.

Das Geheimnis um Max war nun gelüftet, blieb also nur noch Leylan. Der Gedanke gleich ins Kreuzfeuer der fragewütigen Journalisten zu gelangen, bereitete ihr deutliche Bauchschmerzen und rief erneut ihre nervöse Ader auf den Plan.

Doch es sollte spannend bleiben.

Die anwesenden Vertreter diverser Zeitungen und TV- Sender fuhren fort mit weniger spektakulären Fragen bezüglich des Trainings, den Blades, Teamklima usw. bis eine Frage fiel die Leylan aufhorchen ließ:

„Kai Hiwatari- in welcher Beziehung stehen Sie zu Leylan Lao?“

Kai war sein Missfallen über solch eine private und zudem