Fanfic: The Path
in den Urlaub geschickt haben. Ha!<, jubelte es innerlich und sie nahm sich vor, dies schnellstens mit Eve zu besprechen- immerhin hatten die anderen ein Recht auf die Wahrheit. Diese waren im Moment jedoch dermaßen verwirrt, eine weitere Geschichte um Leylans Verschwinden hätten sie wohl kaum verkraftet.
Was sollte sie sagen? Danke? Nett von dir? Sollte sie überhaupt etwas sagen oder einfach weiterhin die Tischplatte vor ihr anstarren?
Leyan konnte es noch immer nicht ganz fassen: Kai hatte ihr wirklich geholfen, ihr ohne mit der Wimper zu zucken aus dieser verzweifelten Lage herausgeholfen. Dabei war noch nicht einmal ein Wort der Erklärung nötig gewesen, lediglich ein Blick und er handelte.
Sie schwankte zwischen unendlicher Dankbarkeit und verhaltenem Misstrauen. Es erschien ihr ein wenig unpassend plötzlich in solch warmherzige Gefühle auszubrechen; sie hatte ihr letztes Gespräch bei Weitem nicht vergessen. Doch es blieb unverrückbar: Kai hatte ihr geholfen und das ohne etwagige Rachegelüste.
Und wenn Leylan eines war, dann pflichtbewusst und anständig.
Die letzten Fragen kreisten hauptsächlich um privaten Kram des Teams und nach 15 weiteren quälenden Minuten kam auch diese Pressekonferenz zum Ende.
„Ich bedanke mich herzlichst bei unserem Team, den Bladebreakers und auch Ihnen, meine Damen und Herren, danke ich für Ihre Zeit. Ich hoffe doch sehr den Fans hat es gefallen und diese Konferenz kann als ´gelungen´ bezeichnet werden. Herzlichsten Dank.“, schloss Mr. Dickenson die Konferenz und lächelte glücklich in die Runde- keine Frage, für ihn war dieser Auftritt ein gelungener Auftritt.
Es folgte furioser Beifall und die Kameras wurden ausgeschaltet- das ganze hatte endlich ein Ende und Leylan konnte es nicht erwarten, der Enge des Raumes zu entfliehen. Sie stürmte regelrecht zur Tür und stieß unsanft mit DER Journalistin zusammen. Diese rieb sich ihre perfekt manikürte Hand und wollte den unverschämten Rempler barsch zurechtweisen, als sie erkannte mit wem genau sie gerade zusammengestoßen war. Mit herablassender Miene musterte sie Leylans knielanges, dunkelbraunes Kleid welches in der Tallie geschnürt wurde und sich so angenehm locker um ihren Körper schmiegte. Jedoch stellte es mit seinen tütenförmigen Ärmeln, dem schwarzen Saum und dem schulterfreien Kragen, das komplette Gegenteil zu ihrem eleganten und figurschmeichelndem Kostüm dar.
Ihre Musterung dauerte lediglich Sekunden und mit süßlicher Stimme sagte sie: „Schicke Stiefel.“
Leylans Füße steckten in hellen Wildlederstiefeln mit einer filigran gestalteten Borde; für Leylan genau das Richtige denn der Absatz war praktisch nicht vorhanden und sie waren ultrabequem. Komischerweise wusste sie jedoch nichts zu antworten, ihr fiel, anders als sonst, kein einziger spitzer Kommentar ein- nichts.
Es mag anderen Leuten lächerlich erscheinen, doch die vergangene Konferenz hatte sie derart aus der Bahn geworfen, dass sie nun völlig verletzlich und planlos umherirrte. Sie hasste das Gefühl der Schwäche, doch noch mehr hasste sie es ohne Ausweg da zustehen, dermaßen Angst verspürend und sich der Überlegenheit eines anderen letztendlich beugen zu müssen.
Allein die bloße Erinnerung an die vergangenen 3 ½ Jahre und eine beklemmende Kälte ergriff Besitz von ihr, legte sich einer eisigen Hand gleichend um ihre Brust und machte ihr das Atmen schwer. Sie, die Erinnerung, war nicht fürchterlich oder gar grausam, nein, sie war beklemmend und vor allem beunruhigend. Als schwebe ein Damoklesschwert hoch über ihr und strafe jeden ihrer Fehlschläge postwendend.
Sie musste begreifen, dass Berühmtheit eines ihrer größten Hindernisse darstellte, ihr mehr und mehr zur Last wurde und die Erkenntnisse, welche sie zeitens ihrer Abwesenheit gesammelt hatte, somit nur noch brisanter und gefährlicher wurden.
Doch selbst eine Leylan Lao konnte nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden und es schon gar nicht mit den Medien dieser Welt aufnehmen. Und wenn sie diese nicht zum Schweigen bringen konnte, dann musste sie eben selbst schweigen.
Solch betrübende Gedanken rauschten in ihrem Kopf und lähmten ihre Zunge, da neigte sich die noch immer vor ihr stehende Journalistin ein Stück vor und zischte: „Wir wissen wohl beide, dass Sie nicht im Urlaub waren... dummerweise weiß ich allerdings nicht, wo Sie stattdessen ihre Zeit vertrödelt haben. Sie scheinen mir etwas neben der Spur, doch folgendes werden sie dennoch verstehen: Ich finde es, Ihr kleines Geheimnis. Besser versuchen Sie erst gar nicht es weiterhin unter Verschluss zu halten. Ich kriege dich, Leylan Lao.“
Ungläubig hob Leylan den Kopf und blickte direkt in die blauen Augen ihrer Gegenüber; sie hatte sich geirrt: Ihre Augen glichen nicht dem strahlenden Himmel eines traumhaft schönen Sommertages sondern harten Spitzen eines Eisberges, so unnachgiebig und eisern, dass selbst Leylan Bedenken kamen.
Mittlerweile strömten nun auch die restlichen Teammitglieder und Reporter durch den Ausgang, schienen jedoch von den beiden Frauen am Rand keine Notiz zu nehmen.
Tyson, Ray und Mariah war Leylan wirklich nicht aufgefallen, Tala und Max hingegen warfen ihr fragende Blicke zu, strömten jedoch mit der Menschenmenge hinaus in die Empfangshalle.
„So, bist du nun also auch noch stumm geworden? Wie traurig... retten wird es dich dennoch nicht.“, sagte die Frau mit den beängstigenden Augen und trat einen weiteren Schritt auf Leylan zu.
„Scher dich zum Teufel, du niveauloses Modepüppchen. Wenn hier einer um Rettung flehen sollte, dann du!“
Eine Stimme, so kalt und schneidend, dass man unmöglich weghören und sie ignorieren könnte. Kai stand plötzlich dicht hinter Leylan, die Augen gehärteter Lava gleichend, und sah bedrohlich auf die Journalistin herab. Doch diese war nicht bereit ihre Stellung aufzugeben und ging in die Offensive.
„Ach Kai, ein solch schöner Mann wie du sollte seine Zeit nicht mit einer wie der da verschwenden. Und überhaupt, wie kommst du darauf ich hätte kein Niveau? Komm her und ich zeig dir wie erlesen es doch ist.“, schnurrte sie verführerisch und trat dicht and Kai heran. Sie hob die Hand und wollte zärtlich über seine Wange streichen, da schnellte seine Hand hervor und umschloss ihr Gelenk.
„Noch ein Wort, billiges Luder, und du kannst demnächst einen dekorativen Gips an deinem Arm tragen.“, gab er gleichgültig zur Antwort, die Stimme noch immer einem arktischen Schneesturm gleichend. Sie lächelte lediglich und strich mit der freien Hand gefühlvoll über seine Brust; offensichtlich nahm sie ihn nicht ernst.
Etwas, dass Kai alles andere als gefiel. Mit einem durchtriebenen Lächeln auf den Lippen drückte er zu.
KNACK
Ein spitzer Schrei entfuhr der Frau deren Handgelenk er zum knacken brachte. Mit schreckgeweiteten Augen starrte sie ihn an, riss sich mit einer einzigen hastigen Bewegung los und fauchte: „Wie kannst du nur? Beinahe wäre es wirklich gebrochen!“
Und mit einem Blick auf, die zu einer Salzsäule erstarrte, Leylan: „Ha, ganz gleich was du tust- ich finde heraus wo sich deine kleine Freundin 3 ½ Jahre versteckt hielt!“
Aus Angst vor weiteren Übergriffen seitens Kai, griff sie ihre Handtasche und rauschte wutentbrannt hinaus.
Zurück, in dem mittlerweile menschenleeren Raum, blieben Leylan und Kai.
Noch immer stand er dich hinter ihr, sie glaubte seinen Atem auf ihrer bloßen Schulter spüren zu können. Sie verharrten regungslos in dieser Position, keiner der beiden wagte auch nur einen Schritt. Leylan wusste, diesmal kam sie nicht drum herum Kai für sein Handeln zu danken, doch noch immer wollten ihr nicht die passenden Worte einfallen.
Zu alledem war sie wütend, wütend auf sich selbst wie sie nur so perplex und sprachlos hatte sein können. Warum sie diese unverschämte Person nicht einfach in ihre Schranken verwiesen und sich ihrer entledigt hätte, nein, stattdessen stand sie wie angewurzelt und mit gelähmter Zunge und ließ sich von Kai, gerade von Kai, helfen.
Sie biss sich auf die Lippe; wohl zu feste denn einen Augenblick später schmeckte sie Blut und ein dünnes Rinnsal breitete sich auf ihrer Lippe aus.
„Du blutest“, drang seine Stimme leise an ihr Ohr und schon im nächsten Moment stand er vor ihr, ebenso dicht wie zuvor. Er war nur wenige Zentimeter größer als sie, ihre Augen trafen sich beinahe automatisch.
Heiße, flüssige Lava schlug ihr entgegen und mit einem Mal überwog das zuvor undeutlich gespürte Gefühl. Zuneigung, eine wahre Welle der Zuneigung stieg in ihr hoch und erschrocken darüber musste sie bemerken, dass heiße Tränen im Begriff waren sinnflutartig an die Oberfläche zu gelangen. Ärgerlich drängte sie sie zurück und senkte rasch den Kopf- eine derartige Blöße würde sie sich vor Kai nicht erlauben.
Er fühlte sich seinen eigenen Handlungen fremd, wusste nicht wirklich mit der entstandenen Situation umzugehen. Doch so erging es nur seinem Verstand, sein Körper hingegen schien genau zu wissen was nun zu tun sei oder eher wonach es ihm verlangte. Er sah auf Leylan hinab, wie sie den Kopf gesenkt hielt und ihre schwarze Haarflut einen Vorhang um ihr Gesicht zog.
Es war falsch, alles war falsch.
Wie sie sich gegenüber standen, wie sie nicht wussten mit welch treffenden Worten sie einander erneut verschrecken sollten und vor allem die wiederkehrende Nähe, ganz unvermittelt, ganz ungeplant.
Sie war einfach da und Kai wusste selbst nicht ganz, aus welchen Gefühlstiefen sie denn nun emporgestiegen war und doch wusste er, dass es eigentlich nicht sein durfte.
Doch wen kümmerte dies...
„Du blutest.“, wiederholte er und legte die Hand sanft unter ihr Kinn um ihren Kopf leicht aufzurichten. Sie schwieg. Die Augen starr auf seine gerichtet, undurchschaubar, dunkel.
Sein Daumen fuhr vorsichtig