Fanfic: Mimiko

Untertitel: The Life Of A Special Girl

Kapitel: Endlich Angekommen!

Die abgebrochenen Äste der Bäume knirschten und knackten bei jedem ihrer Schritte. Hohe Farne und Büsche schlugen ihr ins Gesicht und der Himmel war grau, sah nach Regen aus. Das würde ihr jetzt noch fehlen. Natürlich wusste sie, dass es regnen würde. Schließlich tat es das in Kirigakure oft. Aber ihre Stimmung war schon tief genug gesunken. Inzwischen spazierte sie nun schon eine halbe Stunde durch diesen unendlich weit scheinenden Wald. Dabei hatte sie immer gedacht, dass es nur vor Konohagakure oder überhaupt im Feuerreich größere Wälder gibt. Seufzend ging sie weiter.
Die ersten Tropfen prasselten auf die dichte Blätterdecke nieder und verbreiteten einen angenehm frischen Geruch. Sie perlten an den weißen Haaren des Mädchen herab und zersplitterten auf dem Boden in tausend kleinere Tröpfchen. Das gleichmäßige Rauschen wirkte beruhigend, aber die Spannung auf ihren Vater und die Aufregung wegen der Chuin-Auswahlprüfungen ließen nicht locker. Es bedrückte sie. Was wäre, wenn er sie gar nicht als Tochter akzeptieren würde? Sicherlich hatte sie von Anfang an nicht viel Hoffnung an den Tag gelegt. Aber irgendwie hatte sie sich auch auf ihn gefreut. Endlich würde sie ihn kennen lernen und mit ihm Zeit verbringen können. Hoffte sie zumindest.
Nach weiteren zehn Minuten Waldspaziergang entdeckte sie endlich den Hafen. Doch der Regen ließ nicht nach: Im Gegenteil dazu wurde er noch stärker. Ihre weitere Befürchtung war nun, dass sie kein Boot zum anderen Hafen, also dem vom Feurreich, fahren würde. Aber irgendwie würde sie da schon hinkommen, auch wenn es schwer werden würde. Der stürmische Regen mischte die See auf und machte sie gefährlich und fast unüberwindbar. Selbst der erfahrenste Seefahrer hätte Schwierigkeiten, damit klarzukommen.
Sie lief auf das Fahrerhäuschen zu und klopfte an. Dann trat sie unaufgefordert ein. Bis auf die Haut durchnässt stand sie vor einem knapp drei Köpfe größeren Mann. Er hatte einen grauen Vollbart und hellblaue, klare Augen. Er schien schon um die siebzig zu sein. Und doch wirkte er kräftig. Gar nicht alt und schwächlig. Die vielen Jahre, die er wahrscheinlich schon als Seefahrer arbeitete, hatten ihn gerüstet. Er trug einige tiefe Narben im markanten Gesicht und auf den Armen. Trotzdem wirkte es irgendwie ruhig und wohltuend. Mimiko schämte sich nun, dass sie nicht gewartet hatte.
Eine Weile lang sahen sie sich schweigend an. Dann lächelte der Alte und fragte: "Du willst sicherlich nach Konoha, hm?" Mimiko horchte auf. "Woher wissen Sie davon?" "Naja", begann der Bärtige wieder, "du wärst nicht die Einzigste. Heute sind schon viele rausgefahren. Für die Auswahlprüfungen." Mimiko entgegnete: "Aber in unseren Dorf gibt es doch gar keine weiteren Ninja. Wie können sie dann-" "Keine Ninja, Kleines. Nur Zuschauer. Es waren nur hochgestellte Herren und Damen. Was ganz Feines, wenn du verstehst?" Er rieb Zeige- und Mittelfinger gegen den Daumen, um zu zeigen, dass er heute schon Gewinn gemacht hatte. Dann fuhr er fort: "Heute wird es aber nichts mehr mit der Fahrt. Der Regen ist zu wild. Er peitscht die Wellen rauf und runter. Ich hoffe, dass meine Männer wenigstens bis zum Niederschlag am Hafen waren." "Aber ich muss nach Konoha. Ich bin nicht nur eine Zuschauerin, ich nehme an den Auswahlprüfungen teil! Und die sind schon morgen. Wenn ich nicht pünktlich bin, werde ich disqualifiziert." Der alte Mann seufzte.
Mimiko überredete ihn, loszufahren. Sie stiegen ins Boot. Er empfahl ihr aber, unter Deck zu gehen. Zwei weitere, jüngere Männer begleiteten sie. Sie setzte sich auf ein Bett in einer Kabine und sah durch das Fenster hinaus. Von dort aus, sah die See viel gefährlicher aus, als sie gedacht hatte. Jetzt wurde ihr doch mulmig zumute. Aber sie versuchte, sich zusammenzureißen. Schließlich hatte sie sich nun dafür entschieden. Und sie wollte auch unbedingt an den Prüfungen teilnehmen. Schließlich war sie schon 14 und in dem Alter sollte man besser kein Genin mehr sein. Zumindest wäre sie dann die Einzigste - dachte sie.
Sie legten ab. Schon gleich zu Anfang taumelte das Schiff über die Wellen. Mimiko stand auf und sah sich im Boot um. Es war nicht sonderlich groß, aber gemütlich eingerichtet. Man konnte sich sichtlich wohlfühlen, wenn man das Wackeln und Knarzen überhörte. Sie ging natürlich zuerst in die Küche. Ein kleiner Kühlschrank, ein Herd, ein länglicher, an der Wand befestigter Küchentisch und eine Eckbank mit angebautem Esstisch waren alles, was man vorfand. Sie öffnete den Kühlschrank. Er ähnelte von innen aber eher einer kleinen Kühlbox. Es waren Gemüse, Obst, Käse und Fleisch vorhanden. Die Getränke - zehn Mineralwasserflaschen und sechs Flaschen Limonade - lagerten an der Seite. Auf den ersten Blick sah es gut gefüllt aus.
Sie hörte ein Krachen und fuhr herum. Dann lief sie aus der Küche, die Treppe hinauf auf das Deck. Der Kapitän hatte allerhand zu kämpfen. Die Wellen schlugen erbarmugslos auf das Schiff ein. Einmal prallten sie so stark dagegen, dass Mimiko den Halt verlor und stürzte. "Ich sagte, du sollst unter Deck bleiben!", rief der Kapitän nach ihr. "Kann ich denn nicht helfen?!", entgegnete sie, ohne auf seinen Befehl zu reagieren. "DU?!" Er lachte schäbig. "Du bist doch nur ein kleines Mädchen! Was willst du schon ausrichten? Geh wieder in deine Kabine und warte bis wir das geregelt haben!" "Nein, ich will aber helfen!", schrie sie zurück.
Der Alte überlegte und seufzte dann. "Du hast nur eine Chance! Siehst du das lose Seil dort vorne? Das hat sich während des Sturmes gelöst. Jetzt ist das Segel locker. Schnapp es dir und zieh es so, dass wir den Wind nutzen können, um vorwärts zu kommen!" Gesagt, getan. Mimiko lief los und fing das wilde Seil ein. Mit einer unerwarteten Kraft riss sie das Segel so mit herum, dass sie für einen kurzen Augenblick gute Fahrt hatten. Aber der Wind wurde stärker. Jetzt zog nicht Mimiko an dem Seil, sondern das Seil an dem Mädchen. Sie hatte alle Mühe, nicht loszulassen. Der Regen peitschte ihr ins Gesicht und ihre Hände froren ein. Es tat weh, wenn sie das Tau fester halten wollte. Aber sie hielt durch. Jetzt wurde zu allem Unglück auch noch der hölzerne Boden des Schiffes so rutschig, dass sie Angst haben musste, wieder den Halt zu verlieren. Aber wie auf ein Wunder, reduzierte sich die Stärke des Niederschlags und des Windes. Bald traten die ersten Sonnenstrahlen wieder hervor. Der Himmel lichtete sich und der Regen hörte ganz auf. Der Kapitän machte eine Handbewegug, die einen der beiden Männer, die mitgefahren waren, auf Mimiko zulaufen ließ. Er lächelte sie an, nahm ihr das Seil ab und band es wieder ordentlich fest. Dann führte er Mimiko unter das Deck. Sie warf dem Kapitän noch einen Blick zu, der von diesem misstrauisch erwidert wurde.
Als sie im Badezimmer angekommen waren, suchte der junge Mann nach Verbandszeug. Er band es um die blutigen Hände des Mädchens, nachdem er diese sorgfältig gereinigt hatte. Mimiko gab während der ganzen Aktion keinen Ton von sich. Auch wenn die Wunden jetzt noch stärker schmerzten, als vorher. Sie überlegte, warum der alte Mann sie so seltsam angesehen hatte. Entweder hatte er die Sache nicht ernst gemeint und war sauer auf sie, oder er war einfach überrascht gewesen. Sie wurde unterbrochen, als der Junge sie ansprach: "Ich bin beeindruckt. Es gibt nicht viele Mädchen, die so eine Kraft haben wie du. Du bist eine Kunoichi, stimmts?" Sie nickte etwas benommen. Sie war irritiert durch seine Stimme. Obwohl er jung aussah, vielleich erst 15 oder 16 Jahre alt, hatte er eine kräftige, tiefe Stimme. Er lächelte sie an und führte sie dann zurück in ihre Kabine.
Es dauerte nicht lange, bis der alte Mann zu ihr kam. Sie richtete den Blick vom Fenster auf ihn. "Wer bist du?", fragte der Alte langsam. Mimiko wunderte sich über die Frage des Mannes und würdigte ihn eines genauso viel sagenden Blickes. "Ich meine, wessen Tochter bist du?" Sie überlegte. Dann antwortete sie: "Die Tochter von Hoshina Yamashita." Er runzelte die Stirn: "Und dein Vater?" "Wieso interessiert Sie das?", konterte sie. "Weil mir dein Aussehen und deine Art bekannt vorkommt..." Er ging einen Schritt auf sie zu, hielt dann aber an und fragte noch einmal: "Wie heißt dein Vater?" Mimiko zögerte nicht lange und antwortete: "Kakashi Hatake..." Der Ausdruck seines Gesichtes verdüsterte sich, als der Mann den Namen hörte. "So ist das also. Erst bringt er die Familien anderer Menschen um, um ihnen dann zu zeigen, was für eine tolle Familie er hat, hm?" Mimiko verstand nicht recht. Der Alte kam in schnellen Schritten auf sie zu, packte sie am Hals und riss sie in die Höhe. Er drückte ihre Kehle langsam zu. Mimiko versuchte sich zu wehren, schlug und trat nach ihm, aber er konterte alle ihre Angriffe. "Jetzt soll er spüren, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren, den man liebt!" Seine Stimme klang agressiv, aber Mimiko hörte auch eine Spur von Trauer heraus. Plötzlich standen die beiden Männer im Raum und versuchten, den Mann davon abzubringen, dem Mädchen die Luft abzudrücken, aber er ließ nicht locker. Mimiko rang nach Luft, spürte dann wie sie fallen gelassen wurde und hart auf dem Boden aufschlug. Sie hustete und hielt sich den Hals. Der gleiche junge Mann, der sie vorhin verarztet hatte, kniete sich neben sie und legte ihr einen Arm um die Schulter. Der andere, kräftigere Mann zerrte den Alten aus der Kabine und redete schnell und bedrohlich auf ihn ein.
"Wir sind da...", sprach er leise, während sie auf dem Bett saßen und aus dem Fenster starrten. "Danke", murmelte Mimiko verschüchtert. Der junge Mann lächelte