Some beautiful things or not?
Sterbe und Lebe
Lebe und du wirst sterben, sterbe und du wirst lernen zu Leben.
Eine Sternenklare Nacht. In weiter ferne das bellen eines einsamen Hundes. Die Stadt hell erleuchtet. Die Straßen schattig, unheimlich und verdächtig. Ein Hochhaus, so hoch wie fünfzehn Tannen. Ganz oben in einem der kleinen Fenster brennt Licht, in seiner Etage Einsam doch insgesamt gesehen nur eines von vielen. Hinter diesem Fenster verbirgt sich eine winzige Wohnung. So klein das sie nicht wirklich auffiel in diesem rissigen Hochhaus. Und dann ganz klein in einer Ecke, ein junge Frau, kaum mehr als ein Häufchen. Eine Frau, mit einem seltsamen Lächeln im Gesicht, ein dunkles, unheimliches Lächeln. Die Zeit scheint für sie Still zu stehen. In ihren Augen ein seltsamer Glanz, ein Glanz uralter Freude, die schon lang vergangen war. Ihr Haar hing zerzaust über der Schulter und im schwachen Licht der nackten Glühbirne, glänzte es rot, so rot wie Blut. Ich Gesicht ist eingefallen und tiefe Schatten hatten sich unter ihre Augen gemalt und ließen sie zerbrechlich wirken. Am Leib trug sie ein Nachthemd, zerschlissen und geflickt. Es bedeckt kaum ihren Körper und schien sie kaum zu wärmen und doch lächelte sie. In der einen Hand hielt sie eine Kette, eine alte Kette aus vergangenen Zeiten, aus glücklichen Zeiten. In der anderen hält sie ein Messer, sein Metall glänzte im Licht der Glühbirne rostig. Das Herz der jungen Frau schlug schwach und langsam, ihr Atem ging ruhig und bestimmt. Ganz Langsam hob sie ihre Hand die, das Messer hielt und betrachtet dieses. Dann hob sie die andere Hand, betrachtete die Kette, neben dem Messer. Die Kette glänzte nur schwach, an ihr hing ein Anhänger, ein halbes Herz. Genau das gleiche trug auch er, er ein Grund warum sie hier war. Ihr Kopf bewegte sich nach vorne so als wolle sie den Gedanken an ihn ausweichen. Sie ließ die Hand mit der Kette sinken und schloss den Anhänger fest in ihre Faust. Die andere Hand lies das Messer auf ihren Unterarm sinken. Ihr Lächeln verschwand führ einen Moment als sie das Messer in ihren Arm trieb. Doch kaum trat das Blut aus der Wunde lächelte sie wieder. Langsam bahnte sich das Blut seinen Weg über ihren Arm gen Hand. Sie wusste das es falsch war, wusste das sie eigentlich kämpfen sollte, doch sie war wie an Ketten gelegt, sie konnte nicht mehr kämpfen, denn es gab nicht mehr wofür sie kämpfen konnte. Sie hatte keine Freunde mehr, keinen Job, kein zu Hause, alles hatte er ihr genommen, auch die Fähigkeit zu lieben hatte er sich genommen. Und jetzt war sie am Ende. Sie betrachtete das Blut und leckte sich über die spröden Lippen. Dann setzte sie das Messer erneut an, ein weiterer Stich folgte, tiefer, schmerzhafter. Doch ihr Lächeln verschwand nicht. Sie spürte wie ihr Bewusstsein zu schwinden begann. Doch so schnell ließ sie den Tod nicht kommen. Noch einmal stach sie zu, um Erlösung zu bekommen und doch versuchte sie auf Erden zu bleiben. Vielleicht war noch ein letzter Rest Hoffnung in ihr geblieben. Doch es war zu spät. Sie ließ das Messer fallen und betrachtet die rote Pfütze unter sich. Ihr Herzschlag wurde noch langsamer, ihr Atem wurde gezwungener. Sie ballte die Hand fester um die Kette nicht zu verlieren. Als sie die Augen schloss, war kein Engel da, sie wusste sie hätte keinen verdient. Ihr Atem setzte aus, ihr Herz tat ein paar letzte Schläge, dann erschlaffte ihr Körper. Ihr Geist schien sich in nichts aufzulösen, doch da war etwas, ein weißes Licht, ein gleißendes Licht das sie blendete. Ganz langsam ging sie darauf zu. Und dann trat sie hindurch.
Ein junger Mann verließ den Schatten des Hochhauses und blickte nach oben zu dem einsamen leuchtenden Fenster. Seine Tat war vollbracht und doch blieb ein Stück Wehmut zurück, so wie jedes Mal wenn er sammelte. Sie würde es dort oben sicherlich gut haben. Doch etwas war anders als sonst. Sein verlorenes Herz, das man ihm vor so langer Zeit genommen hatte schien plötzlich da zu sein, und es schmerzte, raubte ihm den Atem. Und er wusste das er es nicht hätte tun solle. Und zum ersten Mal begann er zu beten, ein einsames Gebet das ihn nicht retten konnte und doch vielleicht half es ja. „Nimm mich zu dir, lass mich dort oben bei ihr sein!“ waren seine Stummen Worte. Und dann, schien die Erde still zu stehen als auch ihn ein gleißendes Licht umfing. „Komm zu mir mein Sohn!“ waren seine Worte und der junge Mann folgte.
Es war ein lauer Frühlingstag und im Park schein die Sonne. Ein junges Paar lief den Kiesweg entlang. Die junge Frau hatte eine Hand auf ihren Bauch gelegt, die andere steckte in der ihres Partners. Beide lächelten und schienen ihr Leben herzlich zu genießen. Irgendwann blieben sie stehen und die Frau sog gierig die Frühlingsluft ein. Der Mann blickte gen Himmel und sein Blick wurde melancholisch. „Danke.“ Und die Haare der jungen Frau schimmerten in der Sonne rot.