Fanfic: White Shadow
Kapitel: Konohas neue Ge-Nins!
°Rins Sicht°
Hier komme ich!
Das oder Ähnliches hätte ich wohl gesagt wenn ich normal aufgewachsen wäre… doch dem war nicht so.
Es war ein Tag wie jeder andere, nichts Besonderes war zu sehen. Doch eine Sache war anders als sonst. Es war ein anderes Gefühl. Eine Art Vorfreude… aber auf was?
*Kage… weißt du vielleicht worauf ich mich so freue?*, wandte ich mich nun an meinen Freund.
*Vielleicht freust du dich ja darauf Naruto wiederzusehen? Ein fröhlicher energiegeladener Junge, mit dem man viel Spaß haben kann, findest du nicht?*
*Mag sein. Eigentlich kann ich ihn ganz gut leiden. Vielleicht werden wir ja Freunde?*
*Oho! Sieh mal an! Der gute alte Weiße Schatten freundet sich mit einem nervigen Energiebündel an? Passt das zu dir?*
*Erstens hast DU gesagt, dass ich mich darauf freue ihn zu sehen, und zweitens muss ich ihm ja nicht völlig Vertrauen. Es reicht wenn ich mit ihm auskomme.*
*Wenn du meinst. Viel Spaß noch dabei dich unbemerkt durchs Leben zu schmuggeln. Wenn ein Killer überhaupt unbemerkt bleiben kann…*
Ich ignorierte seine fiese Art und zog mich um, machte mich bereit. Ein Breitschwert noch geschultert und fertig war ich, mehr brauchte ich an Ausrüstung auch nicht. Meine ersten Gegner wären es eh nicht wert gewesen meinen wahren Kampfstil zu erleben.
Der Weg zur Akademie war kurz, aber er kam mir trotzdem unendlich lang und uninteressant vor. Umso größer war die Freude, als ich endlich vor der Tür zum Klassenzimmer stand. Mit meinem alltäglichen unbeeindruckten Gesichtsausdruck stieß ich die schwere Tür auf und schritt den Gang entlang bis eine allzu bekannte Stimme erklang.
„Hey, Rin! Setz’ dich neben mich! Hier ist noch ein Platz frei!“
Ich musste unwillkürlich lächeln als ich das strahlende Gesicht Narutos sah. Mit diesem Lächeln ging ich nun also zu dem Platz neben ihm und setzte mich hin.
„Na, aufgeregt?“, fing er sofort an zu fragen.
„Nein, nicht wirklich.“, antwortete ich ehrlich.
„Warum denn nicht? Das hier wird entscheiden mit wem wir die nächste Zeit auf Missionen gehen! Ich bin schon total nervös…“
„Weißt du… wenn du ich wärst, würdest du gut verstehen warum ich nicht aufgeregt oder nervös bin. Wenn du ich wärst wäre es dir egal was überhaupt noch passieren würde…“
Mein Blick richtete sich starr auf die Tischfläche vor mir. Naruto schaute mich verwirrt an.
„Wieso?“, sprach er dann seine Frage aus.
„Richtige Gefühle sind so… nutzlos, wenn man nichts in seinem Leben hat, für das es sich zu leben lohnt.“
„Hey, du hast doch mich! Und alle andern hier! Und bald auch ein neues Team!“
Ich blieb stumm, es machte für mich keinen Sinn mehr zu antworten. Natürlich, Naruto war schon irgendwie eine Art Freund. Aber ich musste ihm ja auch nicht wirklich vertrauen. Ich musste ihm ja nicht meine wahren Gefühle zeigen… Die würde ich eh niemals wieder jemandem zeigen… außer vielleicht Kage. Aber der war doch eh kein Mensch.
*HEY! Den Gedanken hab ich gehört!*, schallte es nun in meinem Kopf und ich zuckte erschrocken zusammen.
„Ist etwas?“, ertönte es sogleich von dem Blondhaarigen.
*Klasse gemacht, Kage!*, motzte ich meinen Freund noch in Gedanken an, bevor ich antwortete.
„Ja! Oh, äh, ich meine natürlich nein! Nein, es ist nichts. Lass uns besser aufpassen, in welchem Team wir sind!“
„Natürlich! Ohhh, ich freu’ mich schon so sehr!“
*Hätte echt nie gedacht, dass du dich mit so einem Energiebündel anfreundest. Nein ehrlich, DER?*
*Ach sei ruhig, soll er doch Spaß an seinem Leben haben.*
Ich setzte ein gezwungenes Lächeln auf und konzentrierte mich nun auf den Lehrer, der vor der Tafel stand.
Endlich, endlich fing er an zu sprechen und ließ Naruto schließlich verstummen.
„Die Teameinteilung für die zukünftigen Ge-Nin sind wie folgt…“
Meine Ohren überhörten alles, was er sagte, bis der Lehrer eine kurze Pause machte.
„Na so was! So was habe ich noch nie erlebt… Wir haben ein Viererteam!“, der Mann machte ein recht überraschtes Gesicht und starrte in meine Richtung.
*Was der wohl hat?*
Der Papierstoß, den er durchblätterte, raschelte. Er hielt inne und schaute sich das Geschriebene erneut an.
„Nun also… das nächste Team… wird aus…äh… Das nächste Team wird gebildet aus… Haruna Sakura.“
Ein Mädchen, welches in rot gekleidet war und rosane Haare hatte, horchte auf.
„Uzumaki Naruto.“
Naruto stieß einen Freudenschrei aus, wobei das Mädchen, welches anscheinend Sakura war, traurig die Schultern hängen ließ.
„Uchiha Sasuke.“
Naruto starrte den Lehrer irritiert an und seine Miene verdunkelte sich. Nun stieß Sakura einen Freudenschrei aus. Ein dunkelhaariger Junge senkte den Kopf, wahrscheinlich dieser Sasuke.
„Und… die letzte ist… ähh… kann das stimmen? Hier steht kein richtiger Name! Nur... Rin.“
Ich schaute den Lehrer an.
„Das ist mein Name. Es ist ein richtiger Name. Mein echter braucht sie nicht zu interessieren.“
Der Mann warf mir einen verständnislosen Blick zu, Naruto lächelte.
„Das heißt wir sind in einem Team!“, fing er wieder an.
„Ja… scheint so.“
Ich wand meinen Blick wieder in Richtung Tafel und starrte den Lehrer wieder an.
„Na ja… auf jeden Fall besteht Team 7 aus Uzumaki Naruto, Haruno Sakura, Uchiha Sasuke und… Rin.“, bestätigte er sich selbst noch einmal und fuhr dann fort.
Auch hier hörte ich nicht mit und wartete einfach bis er fertig war. Gut, dass ich noch rechtzeitig bemerkte, wie die anderen den Raum verließen, ansonsten wäre ich hier wahrscheinlich noch Stunden sitzen geblieben und hätte mich gefragt, warum das alles kein Ende mehr nimmt.
„Es ist zwar schön, dass du im gleichen Team bist wie ich… aber Sasuke hätten sie doch weglassen können! Wir brauchen doch eh nur drei! Immer dieser Uchiha… Ich kann ihn nicht leiden!“, redete der Blonde wieder auf mich ein. Das er sich nicht die ganze Zeit versprach, war mir ein Rätsel.
„Uchiha… Ist das nicht die Familie mit dem Sharingan? Oder besser gesagt, war das nicht die Familie mit dem Sharingan?“, fragte ich aufmerksam.
„Ja! Und wie er wahrscheinlich noch damit angeben wird! Uh! Seht her, ich bin Uchiha Sasuke und beherrsche das Sharingan! Ohne diese Fähigkeit wäre er doch gar nicht so beliebt.“
„Nun, es ist eine sehr hilfreiche Fähigkeit… und gerade deswegen verstehe ich nicht warum wir zu viert in einem Team sind.“
„Wahrscheinlich gab es kein anders Team mehr, in das man jemanden von uns stecken könnte. Aber so ist es doch noch besser! So wird es nicht so viel Action geben, wie erwartet.“, wand die Rosahaarige plötzlich ein.
Ich starrte sie mit kühlen Augen an und merkte, wie ihr ein Schauer über den Rücken lief. Angst. Vor mir. Aber das spielte nun keine Rolle, darauf wollte ich nicht näher eingehen.
„Aber ich will doch Action!“, war Narutos Stimme wieder zu hören.
„Wie wäre es wenn ich euch nur im Notfall helfe? So habt ihr genügend Action und ich hab auch ab und zu was zu tun.“, bemerkte ich ruhig.
„Das wäre doch unfair! Ich würde sagen, wir kämpfen einfach. Egal ob zu viert oder zu dritt. Ich werde mich schon irgendwie damit abfinden, Rin…“, beendete Naruto unser Gespräch. Danach gingen wir nur noch stumm die Straßen entlang, bis wir uns schließlich trennten und zu unseren Häusern zurückkehrten. Ein kühler, leichter Wind umspielte die Stadt. Nicht mehr lange, und ich wäre schon auf meiner ersten Mission. Hoffentlich war sie nicht zu leicht… und hoffentlich mussten wir nicht Babysitten.
*Ugh, Babys. Kleine, widerliche Nervensägen! Wie kann man so etwas nur mögen?*
*Ich glaube, Frauen, die ein Baby haben, lieben nicht die… ähh… Gestalt, sondern viel eher den Gedanken, ein Beweis der Liebe ihres Mannes zu haben.*
*Philosophisch, aber woher willst du das denn wissen? Du bist doch nur ein Dämon!*
*Ich weiß es ja auch nicht! Ich glaube es nur, und übrigens bin ich schon so lange auf dieser Welt, ich kenne die Menschen! Na ja, mag sein, dass es nicht nur den Gedanken lieben, sondern auch ihr Aussehen süß finden, aber im Normalfall ist es doch so! Wie kommst du eigentlich auf den Gedanken, du müsstest Babysitten?*
Einen Moment war es still in meinem Kopf. Liebe… die meisten Männer betrügen doch ihre Frauen. Wieso also noch Vertrauen?
*Es kann sein, dass das zu einer unserer Missionen gehört! Und davor hätte ich irgendwie… Angst.*
*Die große Killerin hat Angst vor kleinen Kindern. Was sagt man denn dazu? Bist also auch bloß ein Mensch!*
*Ach, halt doch deine verdammte Fresse! Ich will heute kein Wort mehr von dir hören! Verwandlung hin oder her, du bist jetzt still! Ich will doch auch nur meine eigenen Gedanken.*
Wieder diese Ruhe. Doch diesmal wurde sie nicht unterbrochen, Kage hielt sich an meine Worte… Ein Beweis für Freundschaft?
*Danke… du weißt, dass ich doch manchmal einfach nur meine Ruhe will… du weißt, dass ich das nicht so hart meine.*
Es dauerte lange bis ich wieder eine fremde Stimme in meinem Kopf höre.
*Ja.*
Mehr war es auch nicht. Ein einfaches ‚Ja’. Keine ewig langen Predigten, es wäre unhöflich, jemanden so anzufauchen, kein trauriger, verletzter Unterton, nicht mal einen Hauch von Wut. Kage schien wirklich zu verstehen, wofür ich, wie immer eigentlich, ziemlich dankbar war. Ja, es ist nervig, seine Gedanken ständig teilen zu müssen und niemals seine Privatsphäre zu haben. Selbst wenn es nach außen hin scheint, als wäre man der absolute Einzelgänger. Doch es kann schön sein, wenigstens einen zu haben, der verstehen kann. Es verletzte mich zwar, keinem von der eigenen, so vertrauten Spezies nahe stehen zu können, doch war Kage wenigstens ein kleiner Trost. So betrachtet, war er eigentlich ein ziemlich großer Trost, doch wer würde das merken, wenn er seine eigenen Gefühle nicht versteht? Alles was ich wusste war, dass ich lebte