Black-Wolves
Wie es begann...
Um punkt halb sieben weckte mich mein Wecker mit seinem nervtötenden Ton. Ich warf ihn an die Wand und hoffte, dass er kaputt ging. Leider hatte ich a diesem Tag Pech und der Wecker klingelte solange weiter bis ich aufstand und ihn ausschaltete. Ich seufzte entnervt und ging ins Badezimmer. „Huch, wie sehe ich denn aus?“ meine kurzen schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab. Sie schimmerten in der Sonne blau. Ich kämmte sie schnell, wusch mein Gesicht und putzte meine Zähne. Dann ging ich in mein Zimmer und zog mir einen weißen Rock und ein blaues Top mit gelber Schleife an. Ich hüpfte mittlerweile gut gelaunt die Treppe herunter. „Morgen Schatz. Gut geschlafen?“ fragte meine Mutter und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Ja, ich muss mich beeilen.“ Antwortete ich, schnappte mir ein Brot und lief aus dem Haus.
Dann holte ich mein Fahrrad aus der Garage und fuhr zu meiner Besten Freundin Lisa. „Morgen Cha. Du bist wie immer zu spät.“ Meinte sie. „Dir auch einen schönen morgen.“ Meinte ich und lächelte sie an. Lisa war ein echter Morgenmuffel und konnte meine gute Laune morgens nie ertragen. „Dann lass uns fahren.“ Ich stieg schnell wieder auf und strampelte ihr hinterher. „Ich hasse Montag.“ Stöhnte sie entnervt. Ich kicherte und wurde mit einem bösen Blick bestraft. An der Schule angekommen stellten wir unsere Fahrräder schnell ab und liefen ins Schulhaus. Wir gingen in dieselbe Klasse. Genauer gesagt in die 10a der Steffersen High. Wir waren die letzten im Klassenzimmer, hatten aber Glücke, den Mr. Miller kam Montags immer zehn Minuten zu spät, also setzten wir uns ohne Eile auf unsere Plätze. „Und wie war dein Wochenende?“ fragte ich Lisa und drehte mich zu ihr. „Ach ganz Ok. Am Samstag hab ich was mit Tim gemacht und am Sonntag war ich mit meinen Geschwistern im ZOO.“ „Was du hast dich mit Tim getroffen!“ entfuhr es mir. Tim war der Schulschwarm schlecht hin. Momentan war er mit Chris, einer Tussi, zusammen. „Ja, du weist doch das unsere Väter befreundet sind. Der Typ ist eigentlich gar nicht so toll wie er aussieht.“ Meinte sie. Lisa hatte schon immer was gegen Tim gehabt. Sie kannte ihn aber auch schon von klein auf. „Und wie kam es dazu, dass ihr euch getroffen habt?“ fragte ich neugierig. Wenn es um Tim ging war ich immer neugierig. Ich war wie alle Mädchen in ihn verknallt, Nur war ich viel zu Schüchtern um ihn anzusprechen. „Naja am Freitag kam er mit seinem Vater bei uns Vorbei um Fischen zu gehen und Tim hat dann gemeint ob wir nicht am Samstag was machen könnten um seine Freundin eifersüchtig zu machen.“ Oh ja, Lisa konnte eine Hexe sein. Ich war froh ihre Freundin zu sein. „Echt jetzt und hat’s geholfen?“ fragte ich, doch zu einer antwort kam es nicht, denn Mr. Miller betrat das Klassenzimmer und teilte die Klassenarbeit aus, die wir am Donnerstag geschrieben hatten. „Au man hast du ein Glück, Cha.“ Meinte Lisa und blickte eifersüchtig auf meine zwei. In Mathe war ich ein Ass. Lisa hingegen war ein typischer dreier Kandidat. „Naja, ich kann dir ja bei der nächsten Arbeit helfen.“ Wobei das nie etwas brachte. Lisas verstand löste sich einfach auf, wenn sie mehr als eine drei zustande bringen wollte. Der morgen verflog schnell und bald saßen wir in der Cafeteria. „Au ja gleich haben wir Sport.“ Schrie Lisa und hüpfte umher. Sie liebte Sport und war die beste der Schule. Auch ich war in Sport wirklich gut. Ich machte nebenher noch Karate. Ich hatte bereits den blaue zweiten Gürtel. Sport machte wie immer wahnsinnig Spaß und als wir erschöpft aus der Turnhalle traten, lachten wir beide fröhlich. Lisas schlechte Laune war schnell verflogen. Auf dem Nachhause weg redeten wir nicht mehr. „Hey, du hast doch heute Karate oder?“ fragte Lisa. Dieselbe Frage wie jeden Montag. „Ja ich habe heute, am Mittwoch und am Freitag Karate. Warum willst du das Wissen?“ „Da geht so ein Gerücht rum. Anscheinend sollen Leute euch zukucken und euch dann in die Mafia einschleusen.“ Sie blickte mich ernst an. Ich dagegen schaute erst verwirrt und dann lachte ich brüllend und hielt mir den Bauch. Wäre ich nicht auf dem Fahrrad gewesen hätte ich mich auf dem Boden gekugelt. „Das ist doch nicht dein Ernst oder?“ fragte ich sie und fing schon wieder an zu lachen. Sie runzelte die Stirn und fing plötzlich an mitzulachen. „Schon gut, ist ja auch nur ein Gerücht.“ Meinte sie schnappte nach Luft. „Ok, ich muss dann mal los.“ Rief ich und fuhr wieder los.
Noch immer kicherte ich leicht. Zu Hause angekommen schob ich mein Fahrrad in die Garage und ging dann um das Haus herum. Im Garten setzte ich mich an den Tisch und genoss die Sonne. Es war ein wunderschöner Tag. Ich beschloss meine Hausaufgaben draußen zu machen. Als ich fertig war, joggte ich ins Haus an meiner Mutter vorbei, die mir Fragend nach sah und zog mir meinen Karate-Gi an. Den Anzug den Man im Karate trug und schlang mir den Gürtel um die Hüfte. Als ich wieder unten stand schaute mich meine Mutter immer noch fragend an. „Heute ist Karate mom.“ Meinte ich und ihr Gesicht wandelte sich von Fragend zu entsetzt. „Hups, hab ich ganz vergessen. Schaffst Dus noch bis zum Bus?“ Ich blickte auf die Uhr und schüttelte den Kopf. „Gut dann fahr ich dich Kurz. Wann hast du aus?“ „Am sieben, aber da kann ich ja dann den Bus nehmen.“ Meinte ich und lies mir nicht anmerken dass es peinlich war, wenn meine Mutter mich fuhr. Sie schnappte sich den Autoschlüssel und rannte praktisch zum Auto, während ich ihr in aller Ruhe hinterher lief. Am Dojo angekommen schnellte ich aus dem Auto und beeilte mich von meiner Mutter weg zu kommen.
Manchmal war es gut Einzelkind zu sein, aber in solchen Zeiten hätte ich lieber Geschwister die ein teil der Mutterliebe mir abnahmen. Drinnen kam ich gerade noch rechtzeitig an. Nach dem Training, war ich total erledigt. Ich zog mir meine Schuhe an und ging zur Bushalte stelle. „Hey da ist ja wieder unsere Karatetussi.“ Begrüßte mich einer der Jungs die nach mir trainierten. Ich war das einzige Mädchen, kein wunder das sie mich hänselten. Aber warum sie mich Tussi nannten wusste ich nicht. Wie immer senkte ich den Kopf und sagte nichts. Als der Bus ankam, war ich froh weg zu kommen und stieg ein.
Als ich zu Hause ankam, war es bereits acht Uhr. Ich stieg aus und lief zu unsrem Haus. Es lag nur eine Straße weiter. Ich öffnete gerade die Tür als ich hörte wie meine Eltern sich stritten. Ich hasste dieses Geschrei. Ich verdrängte so was immer nur zu gern. Ich schlich mich näher um die Stimmen zu verstehen, in letzter zeit stritten sie immer öfter. Die Tür viel hinter mir zu. Shit. Sie hatten aufgehört. „Charlotte, bist du da?“ fragte meine mom. „Ja, ich bin wieder da! Hallo!“ rief ich. Wie immer begrüßte Mom mich mit einem Kuss auf die Stirn. Ich mochte das wirklich nicht. „Hallo Schatz, wie war Karate?“ fragte mein Vater. „Ganz gut. Bald mache ich die nächste Prüfung um den braunen Gürtel zu erlangen.“ „Das ist gut.“ Murmelte er und ging ins Wohnzimmer gefolgt von meine Mutter. „Ich geh ins Bett.“ Rief ich noch und lief die Treppen hoch. Dann stand ich unter die Dusche, föhnte meine Haare und zog meinen Schlafanzug an. Dann nahm ich mir ein Buch und legte mich ins Bett. Ich brauchte ein Buch als Ausgleich zwischen Sport und Konzentration.
An diesem Abend konnte ich jedoch nicht schlafen, so bekam ich mit wie meine Eltern wider stritten. Dann hörte ich mom schreien. „Pack deine Sachen und verschwinde, ich will dich nie wieder sehen!“ Ich hörte Schritte und jemand riss einen Schrank auf. Ich schoss aus dem bett und rannte runter. Ich hielt Dad auf als er gerade das haus verlassen wollte. „Das könnte ihr nicht machen!“ kreischte ich. „Da kannst du leider nichts machen. Deine Mom liebt mich nicht mehr und ich sie nicht. Wir werden uns Trennen.“ Sagte er trocken. Ich starrte ihn einen Moment fassungslos an. Er ging an mir vorbei hinaus. Ich hörte wie er in ein Auto, vermutlich ein Taxi, einstieg. Ich ging ins Wohnzimmer und fand mom heulend vor. „Mom alles OK?“ fragte ich besorgt und nahm sie in die Arme. „Es ist schon Ok, geh jetzt schlafen.“ Meinte sie bestimmt und machte sich los von mir. Ich starrte auch sie einen Moment fassungslos an. Dann drehte ich mich um und ging in mein Zimmer. In dieser Nacht schlief ich so gut wie gar nicht.