Fanfic: History of Love
Tag auch schon überstanden.“
Rechts neben dem Lehrerpult öffnete Iruka eine große Tür und trat ins Freie. Die Akademieschüler taten es ihm gleich. Die Sonne blendete im ersten Moment etwas, aber die Kinder gewöhnten sich schnell daran. Es war auch viel wärmer geworden. Die Sonnenstrahlen des Morgens hielten ihr Versprechen. Iruka wies sie an, sich einzeln gegenüber von Zielscheiben aufzustellen. Er hatte sich selbst vor einer bereit gestellt und einen Kunai in die Hand genommen. Er holte mit dem Arm etwas Schwung und schoss ihn genau in den roten Punkt in der Mitte. Alle Schüler sahen ihn erstaunt an, er lächelte bloß.
„So das ist eure Aufgabe für die nächste halbe Stunde. Übt das ein wenig, es muss natürlich noch nicht perfekt sein. Danach könnt ihr nach Hause gehen und den schönen Tag genießen.“
Yumi sah hinüber zu ihrem Bruder. Er war schon recht sicher im Umgang mit den Kunais. Er traf schon fast in die Mitte der Scheibe. Er hatte wohl sch mit Itachi geübt. Vielleicht sollte Yumi ihren großen Bruder auch um Übungsstunden bitten. Unsicher nahm sie einen der Kunais die neben ihr lagen in die Hand. Sie hatte so etwas noch nie in den Händen gehalten. Sie versuchte sich abzuschauen wie die anderen es hielten.
„Ich werde das schaffen.“
Das kleine Mädchen versuchte sich Mut zuzusprechen. Dann versuchte sie ihren ersten Wurf. Das Wurfmesser traf gerade noch den Rand der Zielscheibe und ging so nicht ganz daneben. Sie seufzte und nahm das nächste Messer, für den nächsten Versuch.
Dieser ging völlig daneben und auch die weiteren waren nicht viel besser. Yumi war enttäuscht von sich selbst. Sie hatte das Gefühl nie stärker zu werden. Traurig sah sie zu Boden.
„Du hältst den Kunai nicht ganz richtig.“
Sie spürte eine Hand sanft auf ihrer Schulter liegen. Eine Empfindung von Wärme machte sich in ihr breit. Die Hand löste sich von ihrer Schulter und eine andere kam noch hinzu. Sie legten den Kunai etwas anders, als sie es vorher getan hatte, in ihre kleine Hand.
„Der Schwung muss aus dem Schultergelenk kommen und versuche immer den roten Punkt anzuvisieren. Es ist nicht schlimm, wenn du ihn nicht gleich triffst, aber so kommst du bestimmt in den Grenzbereich.“
Sie atmete noch einmal tief durch und schoss den Kunai dann auf die Zielscheibe. Und tatsächlich, sie traf den in den gelben Ring, welcher den roten Punkte umrahmte. Ein strahlendes Lächeln durchzog jetzt ihr Gesicht. Der Jemand hinter ihr streichelte sie beglückwünschend über den Kopf.
„So, die halbe Stunde ist vorüber. Ihr könnt jetzt alle nach Hause gehen und wenn ihr wollt dort noch etwas weiter üben. Wie es euch beliebt. Wir sehen uns dann morgen.“
Irukas Stimme hallte über den Platz. Yumi aber beobachtete Sasuke, der vollkommen enttäuscht war, jetzt schon das Training beenden zu müssen.
„Komm Yumi, wir holen ihn.“
Sie dreht sich um und lächelte Itachi an. Er erwiderte ihr Lächeln nicht, aber in seinen Augen flackerte etwas. Sie konnte spüren das er stolz auf sie war. Er zeigte es nur nicht offen. Er machte einen Schritt auf Sasuke zu, drehte sich dann aber doch noch einmal zu Yumi um und hielt ihr seine Hand entgegen. Yumi nahm sie. Itachis Hand war kühl und doch spürte sie die Wärme, die diese Geste vermitteln sollte. Sie war jetzt nicht mehr allein, sie war gut aufgehoben und versorgt. Im Grunde hatte sie mehr dazu gewonnen, als sie vorher hatte. Sie war ein Einzelkind gewesen. Und nun hatte sie gleich zwei Brüder. Der Eine unbefangen und frei, der andere besorgt um sie und verantwortungsbewusst. Es war gerade einmal zwei Tage her, das ihr Dorf überfallen wurde und schon war sie sicher. Es war, als ob sie schon immer hier gewesen war, alle verhielten sich jedenfalls so. War es ernst gemeint oder nur gespielt? Bei Itachi war sie sich sicher, er meinte es ernst. Bei ihren neuen Eltern konnte sie es noch nicht gut einschätzen. Aber wie auch, sie war gerade sechs Jahre, auch wenn ihr siebter Geburtstag nicht mehr fern war.
Für sie selbst, war die Situation in Konoha noch etwas seltsam. Yumi wusste nicht recht wie sie mit den anderen Kindern umgehen sollte. Immerhin kannten sie sich alle untereinander schon.
„Bis morgen Yumi.“
Naruto rannte an ihr vorbei und winkte ihr zu.
Naja gut, einen potenziellen Freund hatte sie schon.
„Itachi, die Schule heute war großartig, trainieren wir nachher noch?“
„Ein andermal Sasuke“, sagte Itachi und stupste seinem Bruder, mit zwei Fingern, leicht gegen die Stirn.
„Aber wieso denn?“
Sasuke schmollte etwas und verschränkte die Arme vor seinem Oberkörper.
„Ich muss nachher noch einmal zu meinem Team. Aber jetzt komm, Mutter wartet mit dem Essen und außerdem will sie nachher noch mit Yumi in die Stadt.“
Richtig überzeugt schien Sasuke allerdings nicht, aber er gab es auf nachzufragen. Anscheinend kannte er diese Prozedur schon länger und musste sie schon oft mit Itachi durchmachen.
Den ganzen Heimweg über gab er keinen Mucks von sich, auch nicht als Itachi ihm, mit seiner freien Hand, durch die Haare wuschelte.
Mikoto stand auf der Veranda, des Uchiha Anwesens und erwartete die drei schon.
„Da seid ihr ja endlich“, sagte sie lächelnd, „Wie war es in der Akademie? Und bei dir in deinem Team Itachi?“
„Es war alles wie gewohnt, allerdings muss ich auch gleich wieder dorthin. Ich esse später etwas.“
Vorsichtig ließ er Yumis Hand los und schenkte der Kleinen noch ein Lächeln, dann verschwand er schnell. Sasuke erzählte seiner Mutter aufgeregt von der Schule und diese nickte ihm immer wieder freundlich zu. Als alle am Mittagstisch saßen und Sasuke fertig war, von seinem Tag zu berichten fragte Mikoto Yumi noch einmal.
„Wie fandest du den Tag, Yumi?“
„Es war ganz schön. Aber ich glaube ich war die einzige, die von nichts etwas wusste.“
„Itachi wird bald mit dir trainieren.“
Fugaku, Yumis neuer Vater, hatte sich zu Wort gemeldet. Er hatte anfangs zwar etwas dagegen sie bei sich im Hause aufzunehmen, doch schien er sich jetzt mit der Situation angefreundet zu haben.
„Aber dann trainiert er ja noch weniger mir, als eh schon.“
Sasuke war gekränkt und schaute Yumi böse an. Das war es wohl mit Sasukes Freundlichkeit. Yumi starrte auf ihren Teller, sollte sie das Training ablehnen, sodass Itachi mit Sasuke trainieren könnte?
„Wir bekommen das schon hin Sasuke, du kannst ja auch mit Yumi trainieren, wenn Itachi keine Zeit hat. Sobald sie auf deinem Stand ist, könnt ihr das Training auch zu dritt absolvieren.“
Die Variante gefiel ihm eindeutig besser.
„Tut mir leid Yumi.“
„Ist nicht schlimm.“
Der Rest des Mittagessens verlief ruhig. Fugaku stand sehr zeitig auf und ging seiner Wege. Mit Familie hatte er wohl nicht viel am Hut. Nicht viel später sprang auch Sasuke auf.
„Ich geh allein trainieren.“
Er wartete nicht einmal auf eine Antwort oder Erlaubnis und verschwand aus der Tür.
Auch Yumi war fertig mit Essen, blieb aber brav am Tisch sitzen. Mikoto räumte das Geschirr zur Seite und zog sich eine dünne Jacke über.
„Brauchst du noch etwas? Wenn nicht, dann können wir gleich in die Stadt. Um die Mittagszeit ist nicht soviel los und wir können uns in Ruhe umsehen.“
„Nein, ich brauche nichts mehr.“
Sie rutschte von ihrem Stuhl herunter und lief zu ihrer Mutter. Mikoto tat es Itachi gleich und nahm sie an die Hand. Es fühlte sich anders an, als bei Itachi. Ihre Hand war zwar wärmer als die Seine, doch strahlte sie nicht diese Wärme aus. Es war nur der Schutzfaktor, der eine Rolle spielte, und die Absicht, Yumi das Gefühl zu geben, zur Familie zu gehören. Es war nicht spontan, sondern wirkte eher geplant.
So liefen Mikoto und Yumi durch die Straßen und klapperten viele Geschäfte ab. Einige Kleidungsstücke hatten sie schon. So etwas wie Unterwäsche, Hosen und Oberteile. Ihre Mutter wollte allerdings noch etwas für festlichere Anlässe besorgen.
Und schon wurde Yumi in den nächsten Laden gezogen. Eigentlich hatte sie sich auf diesen Tag gefreut, doch es war anstrengender als sie gedacht hatte. Mikoto ging gleich zur Kasse und fragte die Frau nach dem Angebot an Kleidern. Yumi aber wurde von jemandem in den Rücken gepiekt. Verwundert drehte sie sich um und sah ein rosahaariges Mädchen vor sich.
„Bist du nicht die Neue im Dorf?“
„Ja, die bin ich. Ich heiße Yumi und du?“
„Ich bin Sakura. Meinen Eltern gehört dieser Laden hier. Du wohnst bei Sasuke. Hast du es gut, ich wäre gern bei ihm. Er ist total süß.“
Yumi schaute Sakura verwirrt an. Sie wollte doch überhaupt nicht wissen, was sie von Sasuke hielt. Warum erzählte dieses Mädchen ihr das? Machte es ihr denn nichts aus, dass Yumi es Sasuke sofort weitersagen könnte?
„Yumi, ich habe ein schönes Kleid für dich. Kommst du mal bitte her?“
Sie zwang sich Sakura noch einmal anzulächeln, bevor sie sich herumdrehte und zu ihrer Mutter lief. Das Kleid war wirklich schön. Es hatte dünne Träger, ging bis zu ihren Knien und wurde nach unten hin weiter, sodass es sehr luftig und locker war. Am oberem und unterem Rand hatte es kleine Rüschen, die es edler wirken ließen.
Das Kleid war der letzte Kauf und es war auch schon sehr spät. Die Sonne war schon am untergehen, aber schenkte den beiden, noch ihre letzte Strahlen für einen beleuchteten Heimweg.
Zuhause angekommen bereitete Mikoto sofort das Abendessen vor, welches genauso schnell verspeist war, wie es aufgetafelt wurde. Yumi fiel auf, das Itachi nicht dabei war. Ob er noch bei seinem Team war? Hoffentlich würde er bald wieder da sein.
Sie beschloss in ihrem beziehungsweise seinem Zimmer zu warten.
Sie trat ein. In diesem Raum kam es ihr vor, als ob sie wirklich zuhause war. Es war seltsam, aber doch vertraut. Seufzend lehnte sie sich an eine Wand. Es war dunkel, aber sie hatte keine Lust das Licht anzumachen. Wozu auch, sie wartete ja eh bloß.
„Ihr wart ganz