Naruto-Collection

Eine kleine Ansammlung von Naruto-OneShots...

One Shot Nr. 3 - 【 ƒιƒтєєη ƒυcкιη' уєαяs... 】

Es ist nun bereits Fünfzehn Jahre her.
Fünfzehn lange Jahre, in denen mich immer wieder ein bestimmtes Gefühl heimsucht. Ein Gefühl, das ich die ganze Zeit nicht beschreiben konnte. Auch jetzt fällt es mir sehr schwer, jenes Gefühl in Worte zu fassen. Das Gefühl, wenn ich an dich denke, wenn ich darüber nachdenke, was du gesagt hast und ich nicht auf dich gehört habe. Wie viele verdammte Male hattest du es gesagt, wolltest etwas ändern, doch ich habe dich nicht gelassen, habe nicht auf dich gehört.
Damals schon bezeichnete ich dich als einen Klotz an meinem Bein, doch das warst du nicht. Du warst es niemals und wirst es auch niemals sein. Du warst die Sonne unter uns Dreien, deine Strahlen trafen auch mich, erhellten mein dunkles Herz und brachten wieder ein wenig Freude in mein Leben. Ich konnte Spaß haben, mit dir lachen und mich in dich verlieben.
Doch der Hass holte bald mein Herz ein, umschloss es und vergrub es vor der Öffentlichkeit, sodass meine Gefühle niemals zum Vorschein kamen. Mein Hass auf den, der mir alles nahm, wurde größer, ich dürstete nach Macht, die Gier zerfraß meine Gedanken, bis ich mir selbst nicht mehr gehorchen konnte. Ich ging fort und ließ dich allein zurück, allein mit den Gefühlen, für die ich mich noch glorreich bei dir bedankte... - wie töricht von mir. Wie gern hätte ich dir doch gesagt, was ich empfinde, wie gern hätte ich doch mein Herz ausgeschüttet und wäre bei dir geblieben, für den Rest meines Lebens. Doch mein Hass verbot es mir, verbot mir Gefühle zu zeigen, selbst denjenigen, die mir Alles bedeuteten. Und je mehr ich mich versteckte, realisierte ich, dass ich dich langsam verlieren würde...
Mein Hass führte mich zu Jenem, der meine Macht steigern konnte, der einzige, der mir helfen konnte, den zu besiegen, zu töten, der mein eigen Fleisch und Blut tötete, obwohl er doch selbst einer von Uns war. Einige Jahre verblieb ich bei ihm, konnte stets nur an meine Rache denken, während die Gefühle nur hin und wieder ans Tageslicht gelassen wurden. Schwache Momente, in denen ich mich zurücksehnte, zurück zu dir, um dich in meine Arme zu schließen, dir alles zu sagen, was du hören willst und was ich sagen möchte... - einfach alles.
Stattdessen trieb man mit mir ein übles Spiel, man redete mir ein, ich sei für die Rache geboren, es sei mein Schicksal, so zu handeln und nicht anders. Ich glaubte es. All die Jahre habe ich daran geglaubt, mein Schicksal sei besiegelt worden, sei unveränderbar, und bin meinen Weg weiter gegangen.
Einige Jahre sind vergangen, in denen ich völlig meine Heimat aus den Augen verlor, ich wusste auch bereits nicht mehr, wie es früher war, was wir gemeinsam erlebt haben, wie wir lachten und Spaß hatten... All das geriet in Vergessenheit, bis ich meine Rache bekam. Meine Rache an meinem eigenen Bruder, der dafür sorgte, dass ich diesen Weg gehen musste. War es wirklich Schicksal? War es vorherbestimmt, dass es so kommen würde? Die Zeit soll zurückgedreht werden, bishin zu der Zeit, in der ich noch eine richtige Familie hatte, einen großen Bruder, der keine Befehle von Außerhalb annahm und seine eigene Familie ermordet. Doch warum nur verschonte er mich? Bis heute ist es mir ein Rätsel.
Der Hass trieb mich weiter, nun waren die nächsten dran. Meine Rache war noch nicht vorbei, ging nun darum, sich an allen anderen zu rächen, die für die Taten meines Bruders gesorgt hatten. Der Rachefeldzug trieb mich wieder zurück... zurück zu meiner Heimat.
Erst dort fiel mir alles wieder ein, all die Gefühle, die bis Dato unterdrückt wurden, die verdrängt und vergessen wurden, die jedoch nur einem Menschen gegolten haben... schon immer. Wieder kam ich in die bisherigen Gewohnheiten zurück. Voller Hass und Kaltherzigkeit war meine Seele, zerfressen von Gier, Macht und Rachsucht, angetrieben von der Hoffnung, dass meine Rache bald vollendet ist.
Es war jedoch nicht geplant, dass sich mir jemand in den Weg stellte, jemand von dem ich es niemals gedacht hätte, jemand von dem ich alles andere außer das erwartet hätte. Du warst es, du hast dich mir in den Weg gestellt, doch realisierte ich das zunächst nicht. In meinen Augen warst du wieder nur Klotz an meinem Bein, der mich aufhalten wollte. Ich hörte noch deine Worte, sie lauteten: "Der Hass macht dich blind, Sasuke. Öffne deine Augen." sagtest du. Noch heute höre ich diese Worte, immer und immer wieder hallen sie in meinen Gedanken wider. Doch ohne, dass ich es selbst mitbekam, ohne dass ich mich selbst steuern konnte, übte ich auch an dir meine Rache aus.

Heute vor genau Fünfzehn Jahren war es geschehen. Ich legte Hand an die, die mir alles bedeutete, die mir aus meiner Lage helfen konnte, für die ich noch heute Gefühle habe.
Was habe ich nur getan? Ich habe den letzten Menschen, den ich liebe, umgebracht. Ich war es, der dich in diese Lage brachte, der dich hierher getragen und begraben hat. Es ist kein Geheimnis mehr, ich stelle mich denen, die mich richten wollen, doch kann ich sagen, ich richte über mich selbst. Ich nehme an mir selbst Rache, ich bezahle für das, was ich getan habe. Ich werde mich selbst für meine Taten büßen lassen, auf dass du endlich in Frieden ruhen kannst. Doch du hast mehr als das verdient, wirst du es aber annehmen? Das Paradies soll dir zu Füßen liegen, ich werde dir die Sterne vom Himmel holen, ja, selbst die Sonne und den Mond, wenn du es wünscht.
Sieh mich nur an, sieh von oben auf mich herab und sieh, was für ein gebrochener Mann aus mir geworden ist. Der Starke, der ich früher zu sein schien, ist gänzlich verschwunden, weich bin ich geworden. Werde ich es schaffen, an mir selbst Rache zu nehmen? Habe ich noch den Mut dazu, obwohl schon alles verloren ist? Gib mir ein Zeichen, lass es winzig klein sein... Doch bitte gib mir ein Zeichen, dass ich das Richtige tue.
Ich weiß, dass es das Richtige ist, ich kann deine Zustimmung fühlen, doch ist da noch mehr. Ich verspüre mehr. Mehr von dir, mehr deiner Selbst. Dieser Geruch... Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Du rochst ständig nach Kirschblüten, eine Frühlingsbrise voller Kirschblüten, als wärst du selber die Frucht einer solchen Blüte, direkt aus ihr geboren... und direkt unter ihr zu Grabe getragen.
Deine Geduld soll nun belohnt werden, dein Warten soll ein Ende haben. Dürstet es dir nicht auch nach Rache? Rache an dem, der dir dies angetan hat? Doch ich weiß, dass du dich auch nach etwas anderem sehnst. Lange soll es nicht mehr vor dir verborgen bleiben, lange soll es dir nicht mehr verwehrt sein.

Nimm dies als Geschenk, als Entschuldigung und als Beichte.
Nimm diesen Kunai und führe meine Hand durch deine göttliche Kraft, diese Rache gebührt dir ganz allein. Doch gib mir noch einen letzten Wunsch, gewähre ihn mir. Gewähre mir, die Strahlen deines Herzens wieder spüren zu dürfen. Nach mehr sehne ich mich nicht.
Vergib mir meine Taten, meine Sünde und mein Schweigen, denn es war falsch, dir all dies anzutun.

Nimm deine Rache... Sakura.