Illusionen

Illusionen

Halli Hallo liebe Leser oder Nichtleser oder wie auch immer^^
es freut mich wenn ihr den Weg zu meiner neuen FF gefunden habt <3

Es ist mal wieder eine Kurzgeschichte, genau wie "Verlassen". Und es werden sicherlich noch einige Kurzgeschichten dazu kommen.

Aber erstmal zu dieser.
Ich hoffe es bereitet euch viel Spaß meien Geschichte zu lesen und ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagt wie sie euch gefallen hat.

Bis dann

Didn

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Farben. Ich sah wundervolle Farben. Die des Regenbogens, von blau, über grün und rot zu gelb. Ich berührte das bezaubernde blau mit meiner Fingerspitze und befand mich sogleich auf einer Insel im Ozean. Ich setzte mich in den Sand und betrachtete die Umgebung. Palmen und prachtvolle Blumen aller Art waren auf dieser Insel zu finden. Einige Kokosnüsse lagen schon auf dem Boden, nachher würde ich mir eine nehmen und sie genießen. Ich legte mich nieder und blickte in die Sonne. Es war so ein schöner Tag, der Himmel und das Meer waren so unglaublich blau. Es war wie ein Traum, aber es war die Realität, Träume waren nicht schön, sie waren grau und hässlich. Es gab keine schönen Träume mehr, es gab nur noch Albträume. Ich hatte diese leider öfters am Tag, immer wieder überfielen sie mich und transportierten mich in eine traurige, sehr unglückliche Familie. Was wollten mir diese Träume damit sagen? Das ich nie so enden wollte? Ja, wahrscheinlich. So musste es sein. Hoffentlich würden sie bald aufhören, ich wollte für immer hier bleiben.
Ich bemerkte wie jemand neben mich trat. Es musste mein bester Freund sein. Er war immer bei mir. Gab immer Acht auf mich, brachte mich zum Lachen. Er setzte sich ebenfalls und warf mir ein strahlendes Lächeln entgegen.
>>Schön das du wieder da bist Elly. Ich hab dich vermisst.<<
Es war so schön diese Worte von ihm zu hören und ich wusste das er sie ehrlich meinte.
>>Vince, ich habe dich auch vermisst.<<
Ich lächelte ihn an und seine Reaktion darauf war eine sanfte Berührung seiner Hand auf meiner Wange. Er sah mir tief in die Augen und ich spürte so ein seltsamen Kribbeln im Bauch. Er hatte so wunderschöne braune Augen, so warm und freundlich. So ehrlich.
Plötzlich stand er auf und zog mich mit hoch.
>>Komm mit. Ich möchte dir etwas zeigen.<<
Er rannte auf den Wald zu und ich folgte ihm so schnell ich konnte. Es machte sehr viel Spaß durch den kleinen Dschungel zu laufen. Vorbei an so viel Farbenfreude. So vielen Pflanzen und auch Tieren. Papageie in allen Farben flogen an uns vorbei. Die Blüten öffneten sich nacheinander. Vince blieb plötzlich stehen und bückte sich zu einer Blume herunter. Er pflückte die Blüte ab. Sie war rosa und an den Seiten hatte sie einen weißen Rand. Er stellte sich vor mich und steckte sie mir ins schwarze Haar.
>>Steht dir sehr gut Elly.<<
Als Antwort grinste ich ihn nur an, aber das verstand er. Wir verstanden uns blind. Es war als ob wir uns schon ewig kennen würden. Dabei waren es vielleicht zwei Jahre. Aber schon seit unserem ersten Treffen waren wir sehr vertraut miteinander gewesen. Es war, als ob er schon alles über mich wusste und ich über ihn.
Jetzt lief er noch weiter in den Wald.
>>Wo willst du denn hin Vince?<<
>>Überraschung.<<
Er machte es wirklich spannend. Was er wohl geplant hatte?
Nach ein paar Minuten blieb er stehen, schaute sich zu mir um und lächelte. Wir standen vor einem riesigen Baumhaus, das sich über mehrere Bäume erstreckte.
>>Wow.<<
Das war alles was ich herausbrachte. Es war umwerfend, einfach unglaublich.
>>Gefällt es dir?<<
>>Ja. Es ist toll. Hast du das nur für uns gebaut?<<
>>Für wen denn sonst? Hier ist doch sonst niemand, außer uns. Komm lass uns hoch gehen.<<
Er ließ mir den Vortritt und ich kletterte daraufhin die Strickleiter hoch. Oben angekommen blickte ich mich um. Es war wirklich schön eingerichtet. Eine Art Sofa aus Holz mit großen Blättern als Polsterung. Vince brachte zwei Kokosnusshälften und reichte mir eine davon.
>>Machs dir bequem.<<
Ich platzierte mich auf dem Sofa und schlürfte an der Kokosnuss. Vor uns stand noch ein kleiner Tisch, geschmückt mit ein paar Blumen. Er hatte auch Regale gebaut mit ein paar Büchern, die wir in verschiedenen Ländern gesammelt hatten. Wir reisten viel über den Regenbogen. Auch Bilder die ich gezeichnet hatte, hingen an der Wand. Einige davon hatte auch Vince gezeichnet, aber er war nicht so künstlerisch begabt, dafür aber musikalisch. Er konnte unglaublich gut singen.
>>Nebenan ist ein großes Bett, wenn du müde bist kannst du es dir gern bequem machen.<<
>>Nur wenn du mir etwas vorsingst, Vince.<<
Ich stand auf und lief ins Nebenzimmer, um mich auf dem großen Bett breit zu machen. Vince setzte sich auf einen Stuhl daneben.
>>Ich denke ich werde mich dann etwas ausruhen<<, sagte ich.
Ich schloss die Augen und Vince begann zu singen. Er sang mein Lieblingslied, es hatte leider keinen Titel. Es stammte dafür ganz aus Vince Fantasie und das machte es umso so wundervoller.
Langsam driftete ich ab, in einen sehr ruhigen und tiefen Schlaf.

>>Elly! Aufstehen! Es gibt essen!<<
Ich öffnete meine Augen und musste feststellen das ich nicht mehr neben Vince lag, sondern in einem Zimmer, einem sehr farblosen Zimmer. Das Grau legte sich wie ein Schleier auf mich, nahm mir den Atem und ließ Tränen in meine Augen steigen.
Warum war ich jetzt wieder hier?
Ich gehörte nicht hierher, das wusste ich sehr genau.
>>Kommst du!?<<
Ich seufzte und stand auf. In meinen Träumen wohnte ich im obersten Geschoss und musste jedes Mal, wenn man mich rief eine modrige Treppe herunter steigen. Ich hatte Angst das sie mich irgendwann nicht tragen und ich einen schweren Sturz erleiden würde. Es war zwar nur ein Traum, und ich wusste das mir nichts passieren konnte, aber trotzdem ließ diese Furcht nicht von mir los.
Ich setzte meinen Fuß auf die oberste Treppenstufe. Sie knarrte entsetzlich. Vorsichtig ging ich weiter.
>>Elly! Das Essen wird kalt! Außerdem essen wir nicht oft gemeinsam!<<
Wieso wohl. Alle in diesem Haus hassten sich. Vor allem die Frau, die angeblich meine Mutter war und mein angeblicher Vater. Sie stritten nur, wollten sich der Kinder wegen aber nicht trennen. Sie verstanden nicht, dass sie es dadurch nur noch schlimmer machten. Das grau wurde langsam zu schwarz. Ich vermisste die Farben, ich vermisste Vince.
Nun saß ich am Tisch, neben all den fremden Menschen. Sie achteten gar nicht wirklich auf mich. Sie aßen nur, und das sehr hastig, jeder wollte so schnell es geht fertig sein um wieder verschwinden zu können.
Nur eine Person warf einen flüchtigen Blick auf mich, mein ‚Vater’.
>>Elly, fühlst du dich nicht gut? Geh doch mal wieder raus.<<
>>Ich bin sehr oft draußen. Das ist es viel schön als hier. Vince begleitet mich immer.<<
Die Fremden sahen einander an. Es waren fragende Blicke, als ob sie versuchten zu erschließen, ob jemand von ihnen wusste von was ich redete. Mir war klar das sie es nicht verstehen würden. Ich stand auf, auch wenn ich noch nicht mal annähernd die Hälfte gegessen hatte. Das Essen schüttete ich einfach in den Mülleimer. Interessierte ja eh keinen. Durch den Nebel, der sich hier auf alles gelegt hatte, konnte man kaum noch wahrnehmen was getan wurde.
Schnell stapfte ich die Treppe hinauf, legte mich wieder hin und schloss sofort die Augen. Im Traum zu schlafen war die beste Variante wieder daraus zu erwachen.

>>Elly? Elly wach doch bitte wieder auf.<<
Meine Augen öffneten sich schnell.
>>Vince!<<
Ich umarmte ihn hastig. Ich war froh ihn endlich wieder zu sehen.
>>Ich hatte wieder diesen Traum. Es war wieder dieselbe Einöde, nur das Grau ist dunkler geworden, bald ist es schwarz denke ich.<<
Er strich mir sanft über die Haare und hielt mich in seinen Armen. Es war ein Gefühl, welches ich nie missen wollte und am liebsten jede Sekunde spüren würde. Seine Wärme und sein Verständnis machten ihn zu einem wundervollen Menschen, dem mir allerwichtigsten Menschen.
>>Danke das du mich geweckt hast.<<
Er lächelte mich sanft an.
>>Eigentlich hab ich dich aus einem ganz anderen Grund so plötzlich geweckt.<<
Ich sah ihn an, doch er blickte verlegen zur Seite und grinste.
>>Jetzt sag schon, Vince.<<
Nun sah er mir tief in die Augen. Das Kribbeln war wieder in meinem Bauch, so stark wie jetzt war es noch nie. Ich musste meinen Bauch halten, um es etwas unterdrücken zu können.
Vince streichelte mit seiner Hand über meine Wange und ließ sie dann dort liegen.
Was hatte er vor?
Sein Gesicht näherte sich dem meinen, während er die Augen schloss.
Ich schluckte. Spürte mein Herz so stark und schnell schlagen.
Ob er es auch hörte?
Danach berührten sich unsere Lippen und das Gefühl unendlichen Glückes überkam mich.

>>Elly! Komm ins Wohnzimmer!<<
Ich riss die Augen auf. Saß in einem fast schwarzen Zimmer. Wie konnte das passieren? Ich bin nicht eingeschlafen. Vince hatte mich doch gerade noch geküsst.
Ich berührte mit meinen Fingerspitzen meine Lippen. Auf ihnen lagen noch vor Sekunden die von Vince. Ich verstand nicht wieso der Traum mich in solch einem Moment wieder einholen konnte.
>>Elly!<<
Benommen lief ich die Treppe hinunter. Ich hörte Stimmen, verstand aber kein Wort. Sie unterhielten sich sehr leise, wollten anscheinend nicht von mir gehört werden.
Ich betrat das Wohnzimmer. Ich sah mir bekannte Gesichter, aber auch ein neues. Doch auch dieses war schon von diesem Nebel überzogen. Es war ein ernstblickender Mann, dessen Augen