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» Unerwarteten Besuch vom Streuner «

Ich dachte ich seh nicht richtig! Dieser Typ hatte tatsächlich Katzeohren und Schwanz! Irgendwie ... gruselig.
Ich lief ein paar Schritte zurück und stolperte dabei über meinem Regenschirm. Verdammt! Ich landete in einer Pfütze und ich war Pitsche nass! Der Junge schien amüsiert zu schnurren und kam auch auf mich zu. Sein Schweif peitschte hin und her. Ich kniff meine Augen zu und hoffte das dies nur ein schlechter Witz, oder weningstens ein Alptraum war. Irgendwann waren keine Schritte mehr zu hören und ich wagte mich die Augen zu öffnen.
Ich fuhr jedoch erschrocken zusammen als der Typ in gleicher Augenhöhe zu mir geknieht war und blinzelte.
"Was ist?", fragte er. "Seh ich etwa so erschreckend aus?"
"D-du hast....", murmelte ich und mehr bekam ich auch nicht wirklich zustande.
"Ich weiß.", seufzte er genervt und stand auf.
Er hielt mir eine Hand zum aufhelfen hin und lächelte mich freundlich an. Zögernd ließ ich mir aufhelfen und er hob mir auch nnoch den Regenschirm auf.
"Tut mir leid.", murmelte er.
Ich musterte ihn misstrauisch und seufzte schließlich.
"Komm mit rein.", murmelte ich und lief, mit dem Regenschirm in der Hand, zurück zur Haustür. Er folgte mir, ohne auch nur irgendetwas zu fragen.
Ich schloss die Tür auf und legte er den Schirm beiseite. Danach ging ich zur Seite damit er auch rienkommen konnte. Hinter sich schloss er die Tür und sah sich um.
"Hübsch.", sagte er und zuckte mit einem Ohr.
Ich grummelte etwas, und lief Richtung Zimmer. Wieder folgte er mir. Ich öffnete meine Zimmertür und ließ ihn herin. Als er drin war schloss ich die Tür und zeigte auf mein Bett, damit er sich setzte. Er setzte sich auch nur ohne einer Widerrede hin und sah mich erwartungsvoll an. Ich stand direkt vor ihm und streckte meine Hände nach seinen Ohren aus, packte sie und zog dran.
"Wah-? Mraaaaah!", schrie er und kniff seine Augen zusammen.
Ich ließ seine Ohren los und er seufzte erleichtert, ehe ich die Arme verschränkte und nur "Aufstehen!" rief. Er musterte mich misstrauisch, stand aber zögernd auf. Ich packte ihm am Katzenschwanz und zog an. Auch diesmal schrie er auf. Verdammt! Was war das nur für ein Viech?
"Hast du noch alle tassen im Schrank?!", fragte er knurrend.
Meine Augen weiteten sich und ich lief unsciher ein paar Schritte zurück.
´Eine Katze!´, dachte ich. ´Er ist eine Katze!´
Er schaute mich nun verwirrt an und ging auf mich zu.
"Bist du... eine Katze?", fragte ich mit leiser Stimme.
Er blieb stehen und blinzelte überrascht.
"Zufälligerweise, ja. Warum fragst du?", fragte er.
Ich blieb nun auch stehen und musterte ihn wieder. Er war voller Blut. Das konnte sich ja keiner mitansehen. Ich lief in richtung Tür und packte ihn im Vorbeigehen am Arm. Der ´Kater´ zuckte kurz zusammen und er leiß sich mitreißen. Ich lief auf das Badezimmer zu, das am Ende des Flures war, zog ihn mit rein und drückte ihn auf dem Rand der Badewanne, damit er sich hinsetzte. Danach holte ich einen Erste-Hilfe Kasten aus dem Schrank und öffnete diesen. Ich hielt ihm am Handgelenk und fing an seinen Arm mit einer Bandage zu verbinden. Er zuckte mit den Ohren und fing an zu Schnurren.
"Ich bin Davis.", schnurrte er. "Davis Morizuka."
Ich linste kurz zu ihm, ehe mich mich wieder sienem Arm zuwendete.
"Shion Nadeshiko.", sagte ich nur und schluckte.
Eigentlich hatte ich eine Heidenangst vor Katzen, dies war mir auch peinlich, aber ich konnte schließlich doch niemanden so verletzt stehen lassen.
"Sag mal,", fing ich an. "Waren die Polizisten etwa hinter dir her?"
"Ja, waren sie.", schnurrte er weiterhin.
"Warum wenn ich fragen darf?"
"Ich war auf der Flucht!", sagte er mit glänzenden Augen. "Darf man hier bei euch eigentlich nichts nehmen?"
"Wie meinst du das?", fragte ich und sah ihn an als ich mi seinem Arm fertig war.
"Nun ja... sowas wie Selbstbedienung.", murmelte er.
Ich holte ein Tuch aus dem Kasten und tupfte damit ein paar blutige Wunden in seinem Gesicht sauber.
"Nein, eigentlich nicht. Sowas nennt man stehlen, Idiot!", zischte ich.
Er zuckte etwas zusammen und schloss die Augen.
"Ihr Menschen seid echt komisch. Am liebsten würde ich wieder zurück...", murmelte er.
Was sollte das schon wieder heißen? Am besten frage ich nicht mehr. Er gibt irgendwie komische Antworten.
Als ich dann endlich mit ihm fertig war lächelte ich zufrieden. Einer seiner Arme war verbunden, am anderen Arm und im Gesicht klebten Pflaster und ich habe versucht die Schrammen so gut zu säubern wie es nur geht.
"Wie ist das eigentlich passiert?", fragte ich.
"Und wie meinst du das jetzt?", fragte er.
"Nunja...", murmelte ich und überlegte. "Du sagtest nur, du wärst auf der Flucht. Und was hast du überhaupt geklaut?"
"Brot.", schnurrte er. "Frischgebackenes."
"Und nun zu meiner Frage."
"Welche Frage?"
"Warum du so aussiehst!"
Dieser Typ machte mich noch verrückt!
"Achso, das meinst du.", murmelte er. "Nunja, ich bin etwas tollpatschig."
"Etwas?", fragte ich und hob eine Augenbraue. "Naja, ist ja jetzt auch egal. Du bist fertig und kannst nun gehen."
"Ach, ich darf nicht bleiben?", fragte er und klang etwas traurig.
Wie sehr ich Katzen auch hasste, aber er sah einfach aus wie ein Kleinkind mit einem traurigen Gesichtsausdruck.
"Na gut.", murmelte ich. "Du darfst bleiben, aber nur eine Nacht!"
"Au ja!", schnurrte er.
Ich drehte um und lief in mein Zimmer zurück, gefolgt von Davis, oder wie er auch hieß. Aus meinem Schrank holte ich einen Schlafsack und drückte Davis diesen in die Hand. Zum glück hatte meine Mom heute Nachtschicht. Schließlich holte ich mir Schlafzeug aus dem Kleiderschrank und lief Richtung Tür.
"Du kannst dich schonmal hinlegen.", sagte ich. -2mach aber keine Mätzchen, ja?"
"Geht klar! Und gute Nacht!", sagte er.
"Nacht.", entgegnete ich und lief wieder zum Badezimmer und zog mich um.
Ein paar Minuten später verließ ich es auch schon wieder und machte mich auf dem Weg in meinem Zimmer. Als ich es betrat lag Davis zusammengerollt auf meinem Bett. Seufzend machte ich das Licht aus und schloss die Tür. Ich nahm eine Decke die neben mein Bett lag und deckte ihn zu. Nun krabbelte ich unter meine Decke und schloss die Augen. Zum Glück war mein Bett groß genug. Doch morgen musste er wieder gehen.