Death Angel
Flieh, wenn du kannst
Ich telefonierte am nächsten Tag mit Alice. Wir verabredeten uns für den darauffolgenden Tag und beschlossen in die örtliche Bibliothek zu gehen, um Nachforschungen anzustellen. Irgendwo mussten wir ja Antworten auf unsere Fragen bekommen und es war nun mal unser einziger Anhaltspunkt, wir sind ja die totalen Asse in Latein weshalb wir auch ein Wörterbuch brauchten.
Ich holte sie ab und wir gingen gemeinsam Richtung Stadt. An einer Großen Kreuzung bleiben wir wegen einer Roten Ampel stehen. Beide Seiten waren mit einer Menschenmasse gefüllt.
ALICE: „Hast du den Zettel mit den Buchstaben dabei?“
JESSICA: „Natürlich. Ich hab extra einen Block mitgenommen, damit wir jede Möglichkeit von Übersetzungen in Betracht ziehen können.“
ALICE: „Wir müssen echt herausfinden was das Bedeutet und den anderen sagen.“
JESSICA: „Sollten wir es ihnen wirklich sagen? Sie haben die Beschwörung einfach so abgebrochen, sie sind Feiglinge.“, dachte sie.
STIMME: „Ich bin hier.“
JESSICA: „Hast du was Gesagt?“, fragte sie Alice.
ALICE: „Ich? Nein wie kommst du darauf?“
JESSICA: „Ach ist nicht so wichtig.“
Wir blickten beide auf die andere Straßenseite und dort weckte etwas meine Aufmerksamkeit. Es war ein junger Mann. Er war sehr Blass und trug eine lange schwarze Kapuzen Kutte, seine schwarzen Haare fielen ihm einzeln ins Gesicht, was noch von seinen Eisblauen Augen abgehoben wurde. Normalerweise schauen die Menschen einen an, wenn man etwas Merkwürdiges anhatte, aber bei ihm war es so als wenn er nicht für die anderen Existierte.
Die Ampel schaltete auf Grün. Alice und ich gingen gleichzeitig los und vernahmen nur noch die Quietschenden Reifen eines Autos.
Wir hatten richtig Glück gehabt, das Auto ist direkt vor uns stehen geblieben, natürlich gingen wir wieder zurück zum Bürgersteig. Ich sah zurück auf die Stelle wo der Mann gestanden hatte, aber er war Verschwunden, als wäre er ein Geist.
Diesmal schaltete die Ampel wirklich auf Grün und wir gingen wie alle anderen auch über die Straße.
ALICE: „Nur mal so ne Frage. Das hast du doch eben auch Gesehen, oder?“
JESSICA: „Wenn du den Typen mit der Kutte meinst, dann ja.“
ALICE: „Gott sei Dank, ich dachte ich wäre Verrückt. Der war doch voll Unheimlich.“
Damals wusste ich die Antwort bereits, ich wusste wer dieser Mann war, nur hatte ich mich nicht getraut seinen Namen auszusprechen. Er war nicht wirklich ein Geist, auch keine billige Erscheinung wie die Leute denken würden. Normalerweise würde man diese Person nur ein einziges Mal in seinem Leben sehen und dann nie wieder.
Als wir endlich an der Bibliothek ankamen suchten wir als erstes nach Lateinischen Büchern, die uns weiterhelfen konnten. Die ersten 3 Stunden blieben erfolglos.
ALICE: „Wie lange müssen wir denn noch suchen?“
JESSICA: „Bis wir etwas passendes gefunden haben und wenn es den ganzen Tag dauern sollte.“
ALICE: „Aber in den Büchern sind nur Buchstaben drin.“
JESSICA: „Ist ja auch kein Bilderbuch.“
ALICE: „Das ist mir schon klar. -.- Aber mir brennen langsam die Augen vom ganzen Lesen.“
JESSICA: „Dann mach eine Pause. Ich kann Stundenlang Lesen wenn ich will.“
ALICE: „Du bist ja auch nicht normal.“
JESSICA: „Ja. Ich weiß.“
Ich Blätterte noch einige Bücher durch, ohne irgendetwas zu finden. Als ich das eine Buch wieder ins Regal stellen wollte, fiel ein anderes auf den Boden. Natürlich war ich neugierig und hob das Buch auf. Es war ein Buch über Lateinische Grabsprüche, ich blätterte es durch und fand eine Seite mit einem Spruch, der mit den Buchstaben übereinstimmten.
MEMENTOMORI - MEMENTO MORI - GEDENKE, DASS DU STERBEN WIRST.
JESSICA: „Alice! Komm schnell her, ich hab was gefunden.“
Sie stand auf und kam zu mir. Ich zeigte ihr die Stelle mit dem Spruch und der Übersetzung. Alice war genauso erstaunt wie ich. Wir sahen auf das Buch hinab.
ALICE: „Meinst du, dass es wirklich Carinas Oma war?“
JESSICA: „Nein. So wie es aussieht, haben wir etwas ganz anderes Beschworen und das ist ganz sicher kein einfacher Poltergeist.“
ALICE: „Du kennst dich doch mit so etwas aus, oder? Was war das nun?“
JESSICA: „Das kann ich dir noch nicht sagen. Ich bin mir selbst noch nicht so ganz sicher.“
Nach dieser Erkenntnis gingen wir noch eine Weile durch die Stadt um darüber zu Diskutieren was wir jetzt machen sollten. Wir entschieden uns erst mal alle zu treffen um das Ganze zu Besprechen, natürlich sollte dies erst in meinem Keller stattfinden wo wir auch die Beschwörung durchführten, aber Alice meinte, dass die zwei bestimmt nicht mehr in den Keller zurückkehren würden und das Treffen lieber bei ihr Stattfinden sollte. Ich stimmte zu.
Sie ging anschließend nach Hause und ich Verkrümelte mich erst mal in einem Buchladen, wo ich mir wieder ein Buch gekauft hatte. Ein Buch mit schwarzem einband und von Geisterbeschwörungen handelte. Ich fing natürlich gleich an zu lesen als ich zuhause ankam.
Am nächsten Tag ging ich wie verabredet zu Alice, aber ich war nicht die erste, die bei ihr auftauchte, Carina war bereits seit Stunden bei ihr. Wir warteten noch eine weitere Stunde auf Susi, sie kam aber nicht zu dem Treffen.
CARINA: „Was ist jetzt mit der Susi? Sie sollte jetzt schon seit über einer Stunde hier sein.“, sagte sie Sauer.
ALICE: „Was weiß ich. Auf sie konnte man sich doch noch nie wirklich Verlassen.“
CARINA: „Ruf sie doch mal an.“, keifte sie.
ALICE: „Ist ja gut.“
Alice nahm ihr Handy und wählte Susis Nummer. Es klingelte eine ganze Weile bevor sie endlich abhob.
SUSI: „Hallo?“
ALICE: „Hi. Ich bin’s. Ich wollte nur fragen, wann du kommst, wir warten schon eine ganze Weile auf dich.“
SUSI: „Sorry. Das geht nicht. Meine Mutter hat gemeint, dass ich lieber zuhause bleiben sollte. Sie hat irgendwie ein ungutes Gefühl.“
ALICE: „Das kannst du jetzt nicht wirklich meinen. Nur weil deine Mutter ein ungutes Gefühl hat heißt das noch lange nicht, dass du dich nicht mit deinen Freunden weggehen kannst, oder?“
SUSI: „Tut mir leid. Aber morgen hätte ich auf jeden Fall Zeit, meine Mutter ist nämlich mit meiner kleinen Schwester unterwegs.“
ALICE: „Sie sagt, sie hätte erst morgen Zeit. Was ist mit euch?“
CARINA: „Sag ihr, sie soll ihren nicht Existierenden Hintern hierher bewegen.“, sagte sie Sauer.
JESSICA: „Ich bin ganz ihrer Meinung. Vielleicht sollten wir uns in einem Cafe treffen, wenn sie sich dabei besser fühlt.“
ALICE: „Sie sagen, dass du heute kommen sollst und wir treffen uns beim Tiffanys.“
SUSI: „Na gut ich komme. Bin so in einer halben Stunde da.“
ALICE: „Gut. Aber komm auch sonst wird noch ein Unglück geschehen.“
Wir warteten vor dem Fast Food Restorant auf Susi und sie hielt Wort, sie kam. Sie schien nervös zu sein, zusammen betraten wir das Tiffanys und nach dem wir etwas Bestellt hatten, suchten wir uns einen Platz in der Ecke wo man uns nicht Belauschen konnte. Dass Restorant war bis auf uns, den Mitarbeiter und ein Pärchen auf der anderen Seite komplett leer, was für uns natürlich ein Vorteil war.
SUSI: „Gut und weshalb haben wir uns jetzt hier Versammelt?“, fragte sie Carina.
CARINA: „Keine Ahnung, sie haben mir auch noch nichts verraten.“, sagte sie Schulterzuckend.
ALICE: „Jessica und ich waren gestern in der Bibliothek und haben nachgeforscht.“
CARINA: „Und? Was habt ihr herausgefunden?“
JESSICA: „Bevor wir euch das erzählen, hab ich noch eine Frage. Ist in der Zwischenzeit irgendetwas bei euch Passiert?“
ALLE: „Hä?“
CARINA: „Jetzt wo du es sagst. Meine Mutter ist am Sonntag die Treppen runtergefallen, das merkwürdige dabei ist ja, dass sie weder ausgerutscht noch umgeknickt ist. Sie ist einfach gefallen.“
ALICE: „Bei mir hängt im Schrank ein einzelner Kleiderbügel, der mitten in der Nacht angefangen hat zu klappern, der hat sich einfach so Bewegt.“
SUSI: „Ich hab einen Schatten bei mir im Spiegel gesehen. Was ist mit dir.“
JESSICA: „Bei mir war es in der Nacht von Samstag auf Sonntag.“, fing sie an.
~FLASHBACK~
Ich schlief in meinem Gemütlichen Bett, als mich ein leichtes Glimmern aufweckte (man Bemerke, ich hab einen sehr leichten Schlaf). Natürlich öffnete ich meine Augen und sah ein wunderschönes Blaues Licht in der Dunkelheit aufleuchten. Erst dachte ich es kommt von draußen und rieb mir die Augen, um dann noch einmal auf dieses Mysteriöse Flammende Licht zu Blicken.
JESSICA: „Irrlicht.“, sagte ich kaum hörbar.
Es schwebte genau vor mir, war es ein Geist? Eine Seele? So genau wusste ich es nicht. Ich versuchte die Flamme zu Berühren, aber es war nicht Heiß, es war wohlig warm. Durch diese Zufriedenheit schloss ich meine Augen und sank in den Schlaf zurück.
~FLASHBACK ENDE~
Ich erzählte ihnen was ich gesehen hatte. Ein Irrlicht war in meinem Zimmer.
SUSI: „Wir hätten das mit der Beschwörung lassen sollen. Jetzt haben wir den Salat.“
CARINA: „Wer hat denn davon angefangen?“
ALICE: „Hört auf zu Streiten! Wie ich eben schon gesagt habe waren Jessica und ich gestern zusammen Unterwegs und uns ist etwas sehr merkwürdiges Passiert.“
CARINA: „Was denn?“
JESSICA: „Willst du es erzählen?“
ALICE: „Ja. Sie sollten es erfahren.“
Sie erzählte ihnen was uns gestern an der Ampel passierte, besonders der Kerl mit der Kutte hatte ihnen einen Schreck eingejagt und das er danach plötzlich verschwand. Susi und Carina sind ihm zwar nicht begegnet, hatten aber Angst es könnte ihnen auch passieren. Wir vermuteten alle dasselbe, der Mann in der Kutte war für die einzelnen Phänomene verantwortlich.
CARINA: „Das kann nur so sein. Ich mein der ist wahrscheinlich ein Böser Geist, den wir beschworen haben.“
SUSI: