Fanfic: Triumph and Disaster
Kapitel: Kältehauch
Prolog: Kältehauch
Es war ein kühler Sommermorgen in Manhattan. Die Sonne ist erst vor wenigen Stunden aufgegangen und sie färbte sie ganze Stadt in ein weiches rot-orange. Mit einem Kaffeebecher in der einen und einer Packung Croissants in der anderen Hand machte sich Brianna Hill auf den Weg zu ihrer Freundin Phibi. Dabei ging sie den kleinen Umweg durch den Central Park. Zu dieser Zeit traf sie nur auf wenige Leute. Hier und da ein Jogger, der die Ruhe nutzt um ungestört seine Runden zu laufen und manchmal auch jemand, der mit seinem Hund Gassi ging.
Sonst war es nicht so ungewöhnlich kalt in New York, dass man schon ernsthaft sich mit den Gedanken einen Mantel und Winterboots anzuziehen beschäftigt. Aber Brianna entschied sich trotz der Kälte nur für eine Übergangsjacke und Ballerinas.
Sie war schon etwas spät dran, als sie einen der vielen Ein- und Ausgänge des Parks erreichte und sich für die übrige Strecke ein Taxi ran winkte. Es dauerte nicht lange und schon stand sie vor einem großen haus, in dem eine Wohnung Phibi und ihrer Mutter gehörten. Sie bezahlte den Taxifahrer, stieg aus dem orange-gelben Auto und ging auf die große Eingangstür, von der man in eine riesige Empfangshalle kam, zu. Der Potiere erkannte sie sofort, wünschte ihr einen guten Morgen, den sie mit einem freundlichem Nicken erwiderte, und fuhr mit dem Fahrstuhl in den sechsten Stock des Gebäudes. Ein kleiner Gong ertönte und die Fahrstuhltür öffnete sich. Sofort stand sie in der Wohnung von Phibi. Schnurstracks ging sie in das Wohnzimmer des riesigen Apartment und ließ sich auf einen der weißen, flauschigen Sesseln nieder. Den Becher und die Croissants stellte sie auf den Glastisch ab.
“Morgen, Brianna.”, ertönte eine helle Stimme hinter ihr. “Du bist spät dran. Ich dachte schon, ich müsse verhungern.” Mit einem neckischem Gesichtsausdruck umrundete Phibi den Sessel und den Glastisch und setzte sich au das ebenfalls weiße Sofa. Sie hatte noch einen beigen Pyjama und hellblaue Morgenpantoffeln an. Ihre langen schwarzbraunen haare waren zerzaust und standen an manchen Stellen von ihrem Kopf ab. Sie gähnte herzhaft und beim Anblick der Croissants weiteten sich ihre Augen.
“Morgen. Hast du etwa noch geschlafen?”, fragte Brianna sie und zog sich im sitzen die Jacke aus.
“Naja, du warst noch nicht da und da hab mir gedacht, ich könnte mich noch mal ins bett legen. Außerdem war es doch so kalt.”, rechtfertigte sie sich in einen unschuldigen Tonfall. Sie zog die Beine auf das Sofa und umschlang diese mit ihren Armen.
Brianna schüttelte lächelnd den Kopf und stand vom Sessel auf. “Möchtest du Tee? Ich hab ur einen Cappuccino für mich mitgebracht.” Sie ging weiter in die Küche.
“Ja, bitte. Das wäre lieb. Ich zieh mich nur schnell um.” Und damit war sie in ihr Zimmer verschwunden und zerwühlte bestimmt ihren Kleiderschrank.
Währenddessen setzte Brianna Wasser auf und suchte in den schränken nach einer Teekanne und einer Tasse. Sie wusste, dass Kirschblüten-Tee Phibis Lieblingssorte war und dass sie davon einen ganzen Jahresvorrat im Teeregal hatte.
Nachdem Phibi endlich ordentliche Klamotten trug und der Tee fertig war, saßen beide Freundinnen auf dem Sofa, eingemurmelt in einer weichen Decke und guckten fern. Es liefen nur irgendwelche lahmen Frühstückssendungen und Spongebob Schwammkopf. Wir schalteten durch das ganze Programm, bis wir bei dem Wetterbericht stoppten und interessierte dem Wettermann zuhörten.
“…nur 6 bis 12 Grad Celsius. Es ist der kälteste Tag des ganzen Sommers und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass es im Laufe des Tages wärmer wird. Trotz der scheinenden Sonne müssen wir New Yorker uns heute dick anziehen…”
“Komisch, dass es im Sommer so kalt ist. Hatten wir doch noch nie, oder?”, sagte Phibi nachdenklich und stützte den Kopf auf Briannas Schulter. Zufrieden knabberte sie an ihrem Croissant und schlürfte ab und zu den heißen Tee.
“Nein. Ungewöhnlich.”, meinte Brianna knapp aber auch sie dachte über die Worte des Wettermanns nach.
“Naja, ist ja auch egal. Wann kommt Noelle eigentlich mit dem Zug?” Phibi wechselte rasch das Thema und schaltete auf irgendein Kinderkanal um. Die quietschigen, fröhlichen Kinderstimmen füllten für einen kurzen Moment den Raum aus.
“In anderthalb Stunden, glaub ich. Wir nehmen doch das Taxi, oder?”, fragte Brianna und fröstelte bei dem Gedanken in der Kälte bis zur Grand Central Station zu laufen.
“Was denn sonst? Als ich noch im Bett lag, hab ich schon gefroren. Außerdem ist der Weg doch viel zu weit. Darauf hab ich echt kein Bock.”, sagte Phibi bestimmt und schaltete den Fernseher aus. Stattdessen ging sie hinüber zur Stereoanlage und drückte auf Play. Leise, beruhigende Musik erfüllte den Raum.
In der verbleibende Zeit erzählten sie über ihre Vorschläge, was sie in den Ferien alles zusammen machen könnte, loggten sich nebenbei bei facebook und auf andren Seiten ein und durchwühlten Phibis Kleiderschrank, in der Hoffnung einen warmen Pullover zu finden.
Nach einiger Zeit machten sich die beiden Mädchen auf den Weg zur Grand Central Station. Es war für zwei New Yorkerinnen nicht sonderlich schwer ein Taxi mit dem perfekten Taxi-Wink heran zuholen.
Als Brianna und Phibi sich nun auf die Suche nach dem Bahngleis machten, kam ihnen Stacy Xandra entgegen. Stacy war eines der besten Beispiele dafür, keine Kinder zu bekommen, wie Brianna immer sagte, wenn sie der High School Schülerin über den Weg liefen. Was nicht sonderlich schwer war, da sie in den gleichen Geschichtskurs ging, wie Brianna und Noelle. Warum Stacy überhaupt Geschichte gewählt hat, ist allen drei Mädchen ein Rätsel. Die meiste Zeit saß sie sowieso nur rum, lackierte sich ihre Fingernägel und schrieb Zettelchen mit ihrer besten Freundin Georgina Bornes, die die Mädchen ebenfalls nicht wirklich leiden können. Auf den meist rosafarbigen Zetteln stand immer, dass sie die Frisur einer ganz bestimmten Person abgrundtief hässlich fanden oder, wie süß doch die Jungs aus der 12. Klasse doch sind. Es war nervig, wenn die Papierkugeln über den Köpfen von einer zur anderen flogen. Besonders dann, wenn man ausnahmsweise mal zuhören möchte und den nächsten Test nicht verhauen möchte.
Stacy Xandra stöckelte auf lilanen 8cm High Heels an den beiden Freundinnen vorbei. An ihrem rechten Arm hing eine Louis Vuitton Tasche, die sie mit einem arrogantem Grinsen präsentierte.
“Eingebildete Tussi. Die kann sich ihre Tasche doch sonst wo hinstrecken.”, knurrte Brianna, als sie bemerkte, dass Stacy ihr einen spöttischen Blick zuwarf.
“Brianna! Ignorier sie doch einfach. das ist es doch, was sie will: Dich rasend machen! Du darfst ihr dazu aber keine Chance geben.”, eindringlich blickte Phibi zu Brianna au, die einen halben Kopf größer war.
Die Blonde wusste, dass ihre Freundin recht hatte. Sie versuchte sich auch ein wenig zu zügeln aber diesmal ist dieser Versuch wohl nach hinten losgegangen. Und das machte sie noch wütender. Immer wieder verfluchte sie diese Stacy dafür.
Durch die Lautsprecheranlage hörten die beiden, dass der Zug, indem Noelle sitzt, gerade in den Bahnhof einfährt.
Eilig machten sie sich auf den Weg. Wütendes Gerufe und viele empörte Blicke, beachteten sie gar nicht, als sie so manchen anrempelten um zum Gleis sieben zu gelangen. Das Gleis war noch mehr zugestopft, als die gesamte Eingangshalle der Grand Central Station. Nach kurzem Suchen, sah Phibi ein brünettes Mädchen mit einem schwarzen, weiten Pullover auf einer Bank sitzen. Sie hatte die Haare zu einem lockren Zopf gebunden und war die ganze Zeit damit beschäftigt, ihre Haarsträhnen, die ihr ins Gesicht fielen, hinter die Ohren zu streichen. Außerdem trug 16-jährige Mädchen eine schwarze Brille auf der Nase, die keineswegs strebermäßig aussah. Sie passte perfekt zu der flippigen und aufgedrehten Noelle und wirkte auch irgendwie cool. Trotzdem sah man sie eher selten mit der typischen Brille, da sie fast immer Kontaktlinsen trug. Aber für eine lange Flug- und Bahnfahrt muss man sich nicht extra die Mühe machen.
“Ey! Noelle!”, rief Phibi dem Mädchen entgegen, diese sofort den Kopf in ihre Richtung drehte und sich die Ohrstecker vom mp3-Player-Headset aus den Ohren machte.
Sie sprang auf und umarmte die beiden Mädchen fest. “Ahh, Endlich! Ich hab euch vermisst.”, meinte Noelle und ließ von ihren Freundinnen ab. Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und brachten ihre dunklen Augen zum glänzen.
Nach der stürmischen Begrüßung machten sich die drei nun mit Noelles Gepäck, das nebenbei gesagt wuchtiger und schwerer war, als es schien, auf den Weg nach draußen.
“Uhhhhh! Ich hab solchen Hunger! Der Flugzeugfraß ist echt nichts für mich.” Angeekelt verzog sie das Gesicht, was Brianna und Phibi so zum lachen brachte, dass sie beinahe in eine Gruppe von Touristen hineingelaufen wären. “Lasst uns bitte zu Strabucks gehen. Ich will unbedingt einen Blaubeer-Schoko-Muffin. Die hab ich so vermisst, ehrlich!”
“Ja schon gut.” Brianna konnte dem Dackelblick ihrer Freundin einfach nicht widerstehen und schon bestellte sich Noelle einen ihrer geliebten Muffins in ihrem Lieblings Cafe.
“Also echt! Frankreich ist echt beeindruckend aber die haben dort weitaus keine so guten Muffins wie in New York!”, schwärmte Noelle und mampfte im Weitergehen zufrieden an ihrem Muffin herum.
Sie nahmen sich wieder ein Taxi, verfrachteten Noelles Koffer im Kofferraum und streiteten sich kurz um die beiden Fensterplätze, bis Brianna sich prompt neben den indischen Fahrer setzte und dem etwas verdutztem Gesichtsausdruck ein freundliches Lächeln schenkte.
Auf dem Weg zurück zu Phibis Wohnung, in der sie noch ihr Handy vergessen hatte, erzählte Noelle ununterbrochen über Paris, Franzosen und das fantastische Wetter dort.