Vergangenheit wird Gegenwart
Ruf. „DANNY! KOMM SCHNELL!“ 'Das war doch Yugi', dachte sie und stand schon an der Treppe. Stufe um Stufe lief sie hinunter und kam schließlich im Wohnzimmer an. Auf dem Boden saß Yugi. In seinen Armen lag Großvater. Danny wusste erst nicht, wie sie reagieren sollte, ging dann aber zu Yugi und fragte: „Was ist passiert?“ Ihr Blick fiel dabei auf den Fernseher, welcher nur noch ein Rauschen von sich gab. Als er nicht antwortete, sah sie wieder zu ihm. Yugi weinte und Danny hockte sich hin. „Yugi?“ Ihr Blick wanderte vom bunthaarigen zum alten Mann, dessen Augen merkwürdig leer waren. Für einen Moment stockte ihr der Atem. „Yugi? Was war auf dem Video?“, fragte sie, da sie so eine Ahnung hatte. „Pegasus war auf diesem und hat mich zu einem Duell herausgefordert. Dann hat er das Duell zu einem Spiel der Schatten gemacht, in dem ich verloren habe...“, noch mehr Tränen liefen über sein Gesicht. „...Dann hat er irgendwie die Seele meines Großvaters genommen und nun ist er...“, während er erzählte, wurde er immer leiser. Schließlich hörte man ihn nur noch schluchzen. „Und was dann?“, fragte sie. „Dann meinte er, wenn ich meinen Großvater wiedersehen wolle, müsse ich ins Königreich der Duellanten kommen und gegen ihn antreten“ Die kleine wurde wütend. 'Was fällt ihm eigentlich ein?', fragte sie sich immer wieder und stand auf. „Wo willst du hin?“, krächzte Yugi leise und sah sie aus seinen verweinten Augen an. „Ich gehe den Notarzt rufen...Es ist besser, wenn er ins Krankenhaus kommt“ Dem stimmte Yugi zu.
Nur zehn Minuten später stand Yugi allein in der Küche. Seine Tränen waren auch noch nicht versiegt, als Danny wieder den Raum betrat. „Yugi?“, fragte ihn eine allzu bekannte Stimme. Yugi wandte den Blick leicht und sah sein Ebenbild neben sich stehen. Yami schaute ihn traurig an und versuchte ihn zu trösten, als sie eine Stimme unterbrach. In dieser schwang eine Spur Härte mit: „Wer ist das? Dein Bruder?“ Die beiden bunthaarigen wandten sich der kleinen zu und Yugi sagte: „Wieso Bruder?“ „Na der neben dir...wer ist das?“, kam es leicht verwirrt zurück. Yugi sah zu Yami und fragte ungläubig: „Du siehst ihn?“ Danny nickt und meinte: „Warum sollte ich ihn nicht sehen können?“ „Weil er...ein Geist ist“ Danielle lachte kurz auf und meinte: „Gut das war ein schlechter Scherz. Also, wer ist er?“ Nun meldete sich Yami zu Wort: „Yugi hat recht, ich bin...“ „Jungs, beim ersten Mal hätte ich es euch geglaubt, aber mit der Zeit wirds langweilig!“, unterbrach sie ihn und sah von einem zum anderen. Yami reichte es und er kam auf sie zu. Als er schließlich vor ihr stand, hob er die Hand und hielt sie ihr hin. Danny versuchte sie zu nehmen, doch sie fasste ins Nichts. Ungläubig sah sie auf ihre Hand. Ihr Blick hob sich und sie starrte Yami an. „Dann...das kann nicht sein...ist er es wirklich?“, murmelte Danny geistesabwesend. „Was?“, fragte Yami verwirrt, da er nicht ein Wort davon verstanden hatte. „Nichts nichts“, sagte Danny schnell und drehte sich um. Dann ging sie auf den Flur, wo sie sich erstmal gegen die Wand lehnte.
Yami und Yugi sahen sich verwirrt an. „Was war das jetzt?“, fragte Yami und Yugi schüttelte den Kopf.
Dann wechselte Yami mit Yugi und der ältere stieg die Treppe hinauf. Vor Dannys Tür blieb er stehen und sah auf das Holz. Die Tür ging plötzlich auf und Danny rannte Yami um. Er fiel auf den Rücken und Danny auf ihn. Die kleine wurde etwas rot, als sie ihm in die Amethysten sah. „Ähm...sorry, aber du standest grad...im Weg“, murmelte sie und stützte sich auf seiner Brust ab. Dann stand sie auf und bevor sie im Gang verschwand, drehte sie sich noch einmal kurz um. „Was hast du nun vor?“, lautete ihre Frage. „Ich werde zum Königreich der Duellanten fahren und meinen Großvater retten“, bekam sie als Antwort. Daraufhin nickte sie nur und meinte dann: „Dann werden wir bald Rivalen sein“ „Wieso?“, fragte Yami und Danny sah ihm nicht in die Augen: „Das ist unwichtig“ Dann ging sie davon und tauchte erst spät am Abend wieder auf.
Eine Woche später begann das Turnier. Während dieser sieben Tage hatte Danny weder mit Yugi noch mit Yami viel gesprochen. Yugi kam es so vor, als würde sie ein Geheimnis haben. Darauf sprach er sie auf dem Schiff, welches sie zur Insel brachte, auch an. „Danny, kann ich mal kurz mit dir reden?“, fragte er zögerlich, als sie ihn ins Zimmer gebeten hatte. „Hm“, machte Danielle nur und sah nicht von dem Brief auf, den sie eben bekommen hatte. „Was ist denn mit dir los? Seit einer Woche hast du kaum mit mir geredet“, sprach er sein Problem direkt an. Immer noch nicht wandte sie ihren Blick vom Papier ab und meinte nur hart: „Ich habe nicht mit dir geredet, weil es für mich keinen Grund gab...“ Yugi wunderte sich über den Ton, in dem sie mit ihm sprach. „Aber irgendwas ist doch mit dir“, versuchte er es erneut. Danny stand plötzlich auf und zog ihn zur Tür. „Yugi...nicht bei allen Menschen auf dieser Erde ist alles Friede, Freude, Eierkuchen!“, meinte sie hart und schlug ihm die Tür vor der Nase zu. Kaum dass sie das getan hatte, rutschte sie an der Tür herunter und konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Der Brief ihrer besten Freunde wurde durch einen Windstoß auf die Erde neben Danny geweht...In diesem stand:
Danny!,
alles läuft schief seit du nicht mehr hier bist!
Er hat schon wieder angegriffen und dabei sind etwa 20 Menschen gestorben! Noch dazu ist dein Vater krank geworden und die Ärzte finden keinen Weg ihm zu helfen! Du musst so schnell wie möglich kommen.
Timmy und Kari
Das Turnier verlief sehr gut für Danny und Yugi, jedoch gingen sie beiden getrennte Wege. Yugi lernte bei seinen Duellen Mai und noch viele andere kennen. Danny schlug gnadenlos einen Gegner nach dem anderen und hatte als erste die zehn Sternchips, die man brauchte, um in die Burg von Pegasus zu kommen, komplett. In der Burg wurde sie von Pegasus persönlich empfangen. „Ahhh...Danielle“, grinste er sie an, doch er stockte bei ihrem Gesichtsausdruck. „Was ist denn mit dir?“, fragte er verwirrt, doch Danny überging ihn. Erst heute Morgen hatte sie eine Nachricht bekommen, dass es nun sogar noch schlechter um ihren Vater stand. Immer wieder erreichten sie Bitten ihrer besten Freunde und ihres Großvaters, sie möge doch kommen, um ihm zu helfen. „Pegasus! Ich muss heute noch nach Hause!“, meinte sie scharf und sah ihm eiskalt ins Gesicht. „Das geht nicht! Dann wirst du disqualifiziert!“, sagte er leise und sah sie besorgt an. Danny wurde schwindelig. Die Sorge um ihren Vater, die Sorge um Yugis Großvater und das Gefühl, die 20 getöteten Menschen im Stich gelassen zu haben, hatten sie die letzten Nächte nicht schlafen lassen.
Im selben Moment stand Yugi vor der Tür und zeigte die zehn nötigen Sternchips vor. Dann öffneten sich auch für ihn die Türen. Joey, der ebenfalls teilgenommen hatte, hatte auch alle zehn Chips vollständig.
Danny wurde plötzlich schwarz vor Augen und sie kippte nach vorn. Pegasus sah das und fing sie auf. „Danny!“, rief Yugi, der in genau diesem Moment in der Tür stand. „Was hast du ihr angetan?“, knurrte Joey. „Ich habe nichts gemacht!“, verteidigte sich der silberhaarige und setzte Danielle vorsichtig auf dem Boden ab. „Sie ist einfach so umgekippt!“ Die kleine atmete schwer und aus ihrer Jackentasche fiel der letzte Brief, den sie bekommen hatte. Yugi hob ihn auf und las leise vor:
„Danny,
bitte komm endlich! Herakles geht es immer schlechter! Nur du kannst ihm helfen. Was hält dich auf zu uns zu kommen? Willst du, dass er stirbt? Dann hast du außer mir niemanden mehr!
Robert“
Yugi stockte. 'Ihrem Vater geht es schlecht?', dachte er sich und las den Brief noch einmal. 'Wieso steht da: Dann hast du außer mir niemanden mehr?' Sein Blick wanderte zu ihr und Yami tauchte neben ihm auf. Auch er hatte gehört, was Yugi vorgelesen hatte und schien nachzudenken. Er konnte sich Danny nähern, ohne dass er gesehen wurde. 'Etwas stimmt doch noch nicht mit dir', dachte er und musterte sie ganz genau.
Danny wurde von Albträumen geplagt, in denen sie die vorwurfsvollen Gesichter ihrer Freunde und ihres Opas Robert sah. „Du hast ihn im Stich gelassen“, ertönte es von irgendjemand anderem. Sie schreckte hoch und sah Yami an. Dieser verschwand wieder im Milleniumspuzzle, ohne ein Wort an sie zu verlieren. Danach sah sie zu Yugi, der immer noch ihren Brief in der Hand hielt. Ihr klappte der Mund auf und sie stand langsam auf. Dann machte sie einen Satz nach vorn und schnappte ihm den Brief weg. „Warum hast du....?“, knurrte sie und vor ihren Augen flackerte es. Sie hielt sich leicht den Kopf und atmete tief durch, um sich zu beruhigen.
Dann sah sie Pegasus an: „Wann gehen die Finalrunden los?“ „Sofort“, bekam sie als Antwort. Daraufhin nickte sie.
Danach wurden die ersten Duelle abgehalten. Danny schlug jeden Gegner, der sich ihr entgegenstellte, bis sie am Ende Yugi gegenüber stand.
„Ich greife deinen Säbelkäfer mit meinem Schwarzen Magier an! Damit hast du auch deine letzten 100 Lebenspunkte verloren!“, ertönte es von Yugis Seite. „Gutes Duell", lächelte die schwarzhaarige schwach. Dann sammelte sie ihre Karten ein und verließ die Arena.
Nur wenige Minuten später trat sie in den Gang hinter dieser. Dort wartete sie auf jemand bestimmtes. Dieser jemand kam auch nur wenige Minuten später um die Ecke. „Du hast verloren...schade eigentlich“, grinste ihr der Anzugtragende entgegen. Dafür erntete er nur einen wütenden Blick. „Du weißt, warum ich noch hier bin!“, fauchte sie und seine Augen verengten sich. „Wenn es danach geht, hätte ich sie dir doch gar nicht machen brauchen!“, lachte Pegasus und zog ein kleines