Vergangenheit wird Gegenwart

Tage der Verwünschung?

Danny wachte am nächsten Morgen auf und musste erst überlegen, was am Vortag passiert war. Ihre Erinnerungen an den gestrigen Abend waren für einen kurzen Moment verblasst, doch tauchten nach etwa fünf Minuten die ersten Bilder wieder auf.
Sie hielt sich leicht den Kopf und sah sich um. Das Mädchen war voll und ganz der Meinung, dass Yami gegangen war, nachdem sie eingeschlafen ist. Da er auch in diesem Augenblick nicht in ihrem Zimmer war, zog sie nicht in Betracht, dass er noch hier im Krankenhaus geblieben war. Deshalb erschrak sie auch, als plötzlich die Tür aufging und besagter in dieser stand.
„Yami?“, fragte sie und er grinste ihr entgegen: „Morgen“ „Warum bist du nicht zu Hause?“, fragte die Kleine und musterte ihn ganz genau, da sie ein komisches Gefühl hatte. „Ich war die ganze Nacht hier“, meinte Yami verwundert darüber, dass sie das nicht mitbekommen hatte. „Du warst die ganze Nacht hier? In meinem Zimmer? In meinem Bett?“, ihre Stimme wurde immer heiserer und ein leichter Hauch Panik schwang mit. Doch ihr Gegenüber hob nur eine Augenbraue und meinte: „War es denn so schlimm, dass ich neben dir geschlafen habe?“ „N-nein“, stotterte sie und wurde rot, „I-ich meinte ja nur...“, sie brach ab und schaute betreten auf ihre Bettdecke. Interessiert musterte er sie: „Wenn du nicht willst, kann ich auch wieder gehen“ Schnell hob sie ihren Kopf und rief: „Nein!“
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht und er setzte sich wieder an ihr Bett. „Ich muss dir sagen, dass Seto Kaiba bald ein neues Turnier ausrichtet...in Battle City...das heißt, ich werde dich eine Weile nicht sehen, wenn du noch lange im Krankenhaus liegst.“ Schon zum zweiten Mal in zwei Tagen lag Melancholie in seiner Stimme. Danielle umarmte ihn und flüsterte ihm zu: „Jetzt hör auf hier so eine Traurigkeit zu verbreiten! Du gehst doch nicht für immer weg! Außerdem werde ich so schnell wie möglich zu euch kommen“
Dies sollte ihn eigentlich aufheitern, doch blieb sein Gesichtsausdruck unverändert. „YAMI!“, beschwerte sie sich und sah ihn tadelnd an. Er musterte sie immer noch traurig und nachdenklich, bis sie ihm in die Seite boxte. „Au“, sagte er und hielt sich diese. „Das wäre nicht nötig gewesen!“ „Anscheinend schon“, lachte sie und ließ sich in ihr Kissen fallen. Daraufhin murrte er sehr leise, sodass Danny es grade noch so hören konnte: „Nein wäre es nicht“ Er klang trotzig, wie ein kleines bockiges Kind.
Dies brachte sie nur zum Lachen, weshalb er noch grimmiger guckte. „Guck doch nicht so!“, forderte sie ihn mit Tränen in den Augen auf. Seine Gesichtszüge entspannten sich etwas, bevor er aufstand. „Wo willst du hin?“ Diesmal war es Dannys Stimme, in der die Traurigkeit mitschwang. „Ich gehe nach Hause...Ich habe zwar Yugis Großvater erzählt, was passiert ist und dass ich diese Nacht hierbleiben wollte, aber ich wollte schon längst zurück sein“ Ihr Blick senkte sich wieder und sie nickte: „Dann sehen wir uns bald wieder“ Diesmal ein Nicken von ihm. Danach gab er ihr noch einen Kuss, bevor er auch schon aus dem Raum verschwand.
Die nächsten zwei Wochen wurden die langweiligsten überhaupt. Niemand -außer Kari- kam sie besuchen, da die Clique nach Battle City gefahren war. Sie schaute sich einige Duelle über ihren Laptop an, dabei waren es eigentlich nur Yamis Duelle, denen sie folgte. Joeys interessierten sie nicht so sehr.
Am Tag ihrer Entlassung fühlte sie sich so frei wie nie zuvor. Yami hatte ihr gesagt, wo der Treffpunkt für die Finalisten des Turniers war und zu diesem fuhr sie nun mit einem Taxi. Als sie dort ankam, staunte sie nicht schlecht, da ein riesiges Luftschiff vor ihr in den Himmel ragte. 'War doch eigentlich klar', innerlich verdrehte die kleine die Augen und suchte den Platz nach bekannten Gesichtern ab. Danielle entdeckte Yami, der zusammen mit den anderen aus der Clique auf den Weg in das Luftschiff war. „Yami!“, rief sie und dieser drehte sich sofort um, als er die Stimme seiner Freundin vernahm. „Danny“, seine Augen glänzten bei ihrem Namen und er selbst machte ein paar Schritte in ihre Richtung, bevor sie ihn umarmte und er ihr einen Kuss gab. Tea klappte der Mund auf, während die anderen einfach nur ungläubig das Schauspiel betrachteten.
„I-ihr seid zusammen“, kam es geschockt von Tea, die so aussah, als würde sie gleich umkippen. „Ja“, meinte Danny trotzig und Joey warf ein: „Also du und Yugi?“ Kopfschüttelnd korrigierte sie ihn: „Nein ich und der Pharao“ „Ah“, machte Joey, kapierte es aber trotzdem nicht.
Somit stiegen sie in das Luftschiff und betraten einen großen Raum, in dem -was zu erwarten war- Seto Kaiba stand. Danielles Blick fiel auf einen Ägypter, in der Nähe stand. Als sie ihn sah, stockte sie und von ihm folgte ebenfalls ein ungläubiger Blick. 'Nein! Das kann doch nicht sein', schoss es der Kleinen durch den Kopf, bevor sie sich wieder Yami zuwandte und so tat, als sei nichts gewesen.
Nach einer Ansprache von Seto gingen alle auf ihre Zimmer. Danny blieb auf dem Gang stehen, während die anderen ihre Zimmer inspizierten. 'Er ist hier...dabei dachte ich, dass ich ihn nicht mehr sehen würde', schoss es ihr durch den Kopf und sie lehnte sich an die Wand. Ihren Verband, den sie immer um den rechten Arm trug, betrachtend, versank sie in ihren Gedanken, bis eine Stimme sie wieder in die Gegenwart holte: „Hallo Danielle“ Verwundert sah sie auf und ihr Blick verfinsterte sich. „Hallo M...“ „Wehe du sagst meinen Namen“, fauchte er und zog den Milleniumsstab. Einen Moment lang schaut die Kleine finster auf diesen und schob ihn dann mit der Hand beiseite, da ihr Gegenüber ihr den vor die Nase gehalten hatte. „Lass mich in Ruhe...ich habe das von damals nicht vergessen“, meinte sie und wandte sich zum Gehen. „Du weißt, dass ich nie etwas damit zu tun hatte“, kam es von Marik, der sich nun lässig gegen die Wand lehnte. „Ich meinte eher die Tatsache mit dem Turm“, grummelte sie und drehte sich wieder zu ihm um. „Warum soll ich dich dann in Ruhe lassen? Ich stehe immer noch in deiner Schuld“ „Wenn du diese wirklich begleichen willst, dann lass Yami in Ruhe!“ Ein Auflachen von seiner Seite war zu hören: „Das kannst du vergessen“ „Ärgere mich nicht“, murrte sie, „oder hast du vergessen, was mit deinem Vater passiert ist?“ Marik zögerte kurz, bevor er antwortete: „Ich hab es nicht vergessen, danke“ „Gut...dann solltest du dir genau überlegen, was du tust“, grinste sie fies. „Bis dann“ Sie ging, ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren.
Auch Marik machte sich auf den Weg in sein Zimmer und überlegte, was Danny ihm gesagt hatte. Unruhig setzte er sich auf Bett und betrachtete die gegenüberliegende Wand. 'Ich sollte wirklich aufpassen...mit ihr ist nicht zu spaßen', dachte er sich und ihm kam ein ganz bestimmter Tag in den Sinn. Schnell schüttelte er den Kopf, um seine Gedanken wieder frei zu kriegen.
Danny trat leise in Yamis Zimmer und ließ sich, auf Einladung Yamis, auf das Bett, neben ihn fallen. Sie schlief auch sehr schnell ein, wobei sie jedoch von einem allzu bekannten Albtraum geplagt wurde.
Die ersten Duelle auf dem Luftschiff vergingen schnell und bald sollten sie auf der Insel landen, auf der das Finale stattfinden sollte. Zum Entsetzen der Clique hatte auch Ishizu am Turnier teilgenommen, war jedoch auf dem Luftschiff gegen Kaiba gescheitert.
Auf der Insel fand ein Viererduell zwischen Yami, Kaiba, Marik und Joey statt. In diesem sollte entschieden werden, wer gegen wen antreten würde. Die ersten beiden, die in diesem Duell verlieren würde, müssten gegeneinander antreten.
Und diese beiden waren Joey und Marik. Deren Duell fand gleich im Anschluss statt, welches zu Gunsten von Marik ausging. Danach fand das Duell zwischen Yami und Kaiba statt. Wie alle erwartetet hatten, gewann Yami und musste nun gegen Marik antreten.
Der bunthaarige stand etwas abwesend am Fenster seines Zimmers und sah hinauf zum Turm, auf dem das entscheidende Duell stattfinden würde. Ein Seufzer entkam seinen Lippen und er bemerkte nicht, dass in der Tür eine Person stand, die ihn schon die ganze Zeit beobachtete. Diese trat ein und legte so leise wie möglich einen Brief auf seinen Tisch. Erst als er das ins Schloss fallen der Tür hörte, drehte sich Yami um. 'War da grad jemand?“, fragte er sich und entdeckte erst nach ein paar Minuten den Brief, auf dessen Umschlag in einer schönen Schrift stand: An Yami

Er nahm sich verwundert den dicken Umschlag und öffnete ihn vorsichtig. Sofort fiel ihm ein Blatt Papier entgegen, dass mit schwarzer Tinte beschrieben war:

Lieber Yami,
zuerst einmal wünsche ich dir Glück im Duell gegen Marik. Wie du sicher weißt, wird es sehr schwer, ihn zu besiegen. Doch gibt es da etwas, was ich dir nicht erzählt habe: Marik ist mein Cousin. Solltest du gewinnen, was ich doch sehr hoffe, erzähle ich dir die ganze Geschichte...
Doch nun zum eigentlichen Grund, warum ich dir diesen Brief schreibe: Du hast eigentlich keine Chance gegen den geflügelten Drachen des Ra. Doch ich kenne einen Weg, ihn zu besiegen. In diesem Umschlag liegt eine Karte bei, die dir sicher helfen wird. Doch spiele sie mit Bedacht. Um sie zu erklären: Du kannst sie als Zauber-, Fallen- oder Monsterkarte spielen. Sie kann alles zerstören, also Vorsicht! Deshalb hat sie auch weder Angriffs-, noch Verteidigungspunkte. Ich habe sie im Königreich der Duellanten von Pegasus bekommen. Dies war in dem Päckchen, das ich von ihm bekommen habe.
Sie hat zwar zehn Sterne, braucht aber keine Opfer. Eine ganz besondere Karte, also bitte pass auf sie auf.
Wir sehen uns nach dem Duell wieder,
Danny

Verwundert nahm Yami die besagte Karte aus dem Umschlag und sah sie sich an: Orion, Schöpferin der Erde.
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