Vergangenheit wird Gegenwart
sollten sie morgen 'besuchen' gehen“, sagte der Pharao nach ein paar Minuten der Stille und Kija stimmte diesem zu. „Dann stell ich dich am besten erstmal vor....deine Mutter war damals krank vor Sorge...“
So kam es, dass Kija in ein Gemach gebracht wurde, in dem eine Frau saß, die pechschwarzes Haar und blaue Augen hatte. Die Frau sah Kija zuerst nicht, sondern nur ihren Mann. „Aknamkanon? Was ist denn los?“, fragte sie mit freundlicher Stimme. „Ich denke, du solltest dir mal dieses kleine Mädchen ansehen“, lächelte er sanft und trat einen Schritt beiseite, sodass die Frau Kija sehen konnte.
„Aber...das...Kija?“, stotterte die Frau, die ihr unglaublich ähnlich sah. „Wo kommt sie her?“, fragte die Frau und Tränen stiegen ihr in die Augen. Der Pharao setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. Dann flüsterte er ihr zu: „Nayla beruhige dich...zwei Wachen haben sie vor dem Palast aufgegriffen...sie dachten, das Mädchen wolle zu mir. Es war wohl der Wille der Götter, dass sie wieder zu uns kommt...“ Sofort sprang Nayla auf und schloss ihre Tochter in ihre Arme. „Kija...“, schluchzte sie und drückte das Mädchen fest an sich. Kija jedoch stand einfach nur da. Innerlich wusste sie, dass es ihre Eltern waren, sie waren ihr zu vertraut als dass sie es nicht hätten sein können. Und doch ging sie äußerst kühl mit ihnen um. „Meine Güte...so lange ist es her...und kannst du dich überhaupt noch an deinen Bruder erinnern?“, lautete die Frage ihrer Mutter. „Mein...Bruder?“, fragte Kija verwirrt und sah vom Pharao zu Nayla. Beide nickten und schon riefen sie: „Yami!“ Ein kleiner bunthaariger Junge kam sofort in das Gemach und sah zu seinen Eltern. Das Mädchen überging er, da er sie für eine Dienerin hielt. So fiel ihm auch nicht die Ähnlichkeit zwischen ihr und seiner Mutter auf.
„Mutter, Vater?“, fragte er und im ersten Augenblick schien er ganz nett zu sein. Doch dann kam etwas, mit dem Kija nicht gerechnet hatte: „Wollt ihr etwas mit mir besprechen? Ich denke, dann sollte man diese Sklavin wegschicken!“ „Hey!“, rief Kija wütend und sprang auf. Nur wenige Sekunden später bekam Yami eine Ohrfeige. Danach stürmte die kleine hinaus und zurück blieben nur ein erstauntes Herrscherpaar und ein verwirrter Yami.
„Was fällt dem eigentlich ein? Sehe ich wie eine Sklavin aus? So ein arroganter Idiot“, rief sie wütend, als sie die Gänge entlanglief. Plötzlich stieß sie mit jemandem zusammen. „Au“, murmelte sie, als sie hart auf der Erde landete. „Aufgepasst kleine“, erklingt eine freundliche Stimme über ihr. Kija sah auf und blickte einem jungen Mann mit braunem Haar ins Gesicht. „Tschuldigung“, murmelte das Mädchen leise und stand langsam wieder auf. „Wer bist du denn? Ich habe dich hier noch nie gesehen...obwohl...du ähnelst der Königin sehr- Moment! Du bist doch nicht etwa....“, erstaunt riss er die Augen auf. „Bist du Kija? Unsere Prinzessin?“, fragte er und verneigte sich vor ihr. „Ähm...ja...aber du brauchst dich nicht zu verneigen...ich lege da echt keinen Wert drauf“, meinte sie und hielt ihm die Hand hin. „Wie heißt du überhaupt?“ „Ich bin Mahado, meine Prinzessin“, antwortete er ihr und Kija zuckte bei der Anrede leicht zusammen. „Das Prinzessin kannst du auch weglassen...“ „Wie ihr wünscht“, sagte er nun und Kija machte einen leicht gequälten Eindruck. „Du kannst mich auch duzen“ „Wie ihr-ich meine- du wünschst“, sagte Mahado und machte sich dann auf den Weg in den Thronsaal, wo gleich eine Versammlung stattfinden sollte.
Kija seufzte und ging nach draußen zum Tor, wo die beiden Wachen standen, die sie hineingebracht haben. „Prinzessin...können wir irgend etwas für euch tun?“, fragte einer der beiden. „Könnt ihr mir bitte das Tor aufmachen? Ich möchte gern mein Pferd reinholen...“, fragte Kija leise. Verwundert sahen sich die Wachen an und nickten dann: „Wie ihr wünscht“ Diese Freundlichkeit waren sie vom Prinzen nicht gewöhnt. „Wir können das auch für euch machen“, sagte der andere, doch Kija schüttelte den Kopf. „Yasmin hat es nicht gern, wenn Fremde sie anfassen“ Die beiden Männer nickten und Kija pfiff. Sofort kam das pechschwarze Tier um die Ecke gelaufen. Es streckte seiner Besitzerin sogleich den Kopf entgegen, um sich streicheln zu lassen.
Nach einer Weile streicheln, fragte Kija: „Wo ist denn hier der Pferdestall?“ „Wartet, ich zeige ihn euch“, sagte die Wache, welche links von Kija stand. So stand sie nur wenige Minuten später an der Box ihres Pferdes und gab ihrer Stute etwas zu fressen. Die Wache war nicht mehr da und plötzlich hörte sie eine hämische Stimme aus dem Schatten: „Wer bist DU denn?“ Kija drehte sich um und sah einem Mädchen mit blauen Augen und braunen Haaren ins Gesicht. „Hi...ich bin Kija...und du bist?“ „Ich bin Prinzessin Teana...ich komme aus Libyen...“ „Na wie schön für dich“, meinte Kija und verdrehte die Augen. 'Na toll...sone Möchtegernprinzessin, die genauso arrogant wie mein Bruder ist und sich auch noch was drauf einbildet...', sagte sie sich in Gedanken und drehte sich wieder zu ihrem Pferd um. „Hey du! Sieh mich gefälligst an! Du bist doch sicher eine Sklavin oder so!“, rief Teana und machte einen Schritt auf sie zu. Damit reichte es Kija. Sie hatte sich damals schon bei ihren 'Eltern' wehren müssen, sodass sie so einige Griffe drauf hatte. Doch bei Teana reichte es, wenn man ihr nur eine knallte. So stand Teana mit Tränen in den Augen da und auf ihrer Wange erschien ein dunkelroter Abdruck. Kija verschwand wutentbrannt aus dem Pferdestall und begab sich in den Garten.
Währenddessen haben der Pharao und Nayla Yami erklärt, dass Kija seine Schwester war. Ihn interessierte es sowieso nicht, wer das Mädchen war, weil er eh vorhatte Teana zu heiraten, wenn es soweit sein sollte.
Kija saß an einem wunderschönen Teich mit Fischen und sah in den Himmel. Doch plötzlich hörte sie eine Stimme hinter sich: „WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN, MEINE VERLOBTE ZU SCHLAGEN?“ Unbeeindruckt sah sie zu Yami, der plötzlich wütend vor ihr stand. „Verlobte? Wie alt bist du?“ „Lenk nicht vom Thema ab! und übrigens...ich bin 10“ „Schön“, murmelte sie und stand auf. „Sie hat dir gar nichts getan!“, knurrte er und hielt Kija fest. „Lass mich los, kleiner...“, fauchte sie und mit einmal blitzten ihre Augen gefährlich auf. Erschrocken wich er zurück, sagte jedoch nichts. „Was war das?“, fragte er, doch Kija beachtete ihn nicht weiter. Sie verließ den Garten sofort wieder, um zum Thronsaal zu gehen. „HEY!“, rief ihr Yami hinterher. „VERDAMMT, LASS MICH IN RUHE!“, rief Kija wütend und stapfte durch den Gang, der zum Thronsaal führte. Dort stieß sie mit einem Mädchen zusammen, das langes braunes Haar und grüne Augen hatte. „Oh entschuldigung“, sagte das Mädchen und wollte schnell weiter, stolperte jedoch und fiel erneut hin. „Verdammt“, fluchte sie und Kija kniete sich zu ihr. „Hey...wer bist du?“, fragte das Mädchen und sah Kija verwirrt an. Dann ging ihr ein Licht auf. „Bist du die Prinzessin? Mahado hatte was erwähnt“ Kija nickte und das Mädchen stellte sich vor: „Hallo...ich bin Akari...meine Freundin Mana und ich, wir erlernen die Magie bei Mahado“ „Wirklich?“, fragte Kija interessiert nach und half Akari alle Sachen aufzuheben. Akari meinte leise: „Ich habe euch sicherlich aufgehalten Prinzessin...tut mir leid“ „Lass bloß das Prinzessin weg und duze mich“, seufzte Kija. Akari lachte: „Wie du wünschst“ Akari verabschiedete sich dann wieder von ihr, da sie zu ihren Zauberstunden musste.
Nun ging Kija zum Pharao, um ihn zu fragen, wo sie denn nun schlafen würde.